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Thema: Kaderschmiede Krabbelgruppe
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29.08.2014, 19:01
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
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29.08.2014, 19:11
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Nichts so wirklich. Von der 5. bis zur 10. Klasse meiner Tochter im Gymnasium (jetzt in der Oberstufe geht es ja eher nach Profil & nicht nach Klassenverbund) war ein 2 Jahre jüngeres Mädchen, die erstens als Kann-Kind eingeschult wurde und dann noch in der Grundschule einmal übersprungen hat. Sie hätte rein vom Intellekt nochmal überspringen können, was aber zum Glück weder die Eltern noch die Lehrer gut fanden, denn wie soll man ein 3 Jahre jüngeres oder noch jüngeres Kind im Vergleich zu den Klassenkameraden integrieren?
Bei ihr ging es ganz gut, aber auch nur, weil sowohl Eltern als auch Lehrer sehr drauf geachtet haben. In einigen Dingen merkte man allerdings doch sehr, dass sie 2 Jahre jünger war. Schade vor allem für sie. Bei den Klassenfahrten z.B. wollte sie nicht einmal mit, sondern ging lieber in den Unterricht in der Parallelklasse. Was alle sehr schade fanden, denn so eine Klassenreise, wovon eine auch noch nach England ging, natürlich für so eine Klassengemeinschaft immer was ganz spannendes & aufregendes ist.Geändert von Tahnee (30.08.2014 um 03:01 Uhr)
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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29.08.2014, 19:39
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Ja, dann muessen sie sich schon gewisse Vorwuerfe gefallen lassen, das stimmt.
Es ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn mal ein Kind eine Klasse ueberspringt (hat eine Freundin von mir auch, hat ihr tatsaechlich nichts geschadet, sie hatte auch guten Anschluss in ihrer Klasse).
Aber als "Ziel" finde ich es auch ein bisschen duerftig, es gibt ja die Klasseneinstufung aus gutem Grund.
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10.09.2014, 06:27Inaktiver User
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10.09.2014, 10:24
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Es gibt sicherlich KiTas, deren Erzieher/innen eher verwahren als Kinder liebevoll betreuen. Und die gibt es sicherlich umso öfter, je mehr Krippen es gibt und nicht nur die Idealisten sich um die Kinderbetreuung kümmern.
Aber grundsätzlich ist es, denke ich, nicht verkehrt, wenn Kinder frühzeitig Kontakt zu "anders" haben. Sei es die Erzieherin, die eine andere Muttersprache verwendet, seien Kinder mit anderer Hautfarbe, eine Inklusions-KiTa, in der auch besondere Kinder sind, o.ä. und sie lernen, dass es völlig normal ist, wenn normal eben eine Bandbreite an Menschen mit sich bringt und es nicht nur rosabekleidete, blondbezopfte Lara-Maries gibt, die Weihnachten mit Christkind feiern und dazu politisch korrekte Goldiebloxxs bekommen.
Das geht sicherlich auch auf dem Spielplatz zusammen mit Mama oder in der kleinen bilingualen Elterninitiative oder, inzwischen, auch im städtischen Kindergarten. Nur: ob die Kinder dort jeweils bessere Erfahrungen machen (und eben nicht vor dem TV geparkt werden statt zu malen- selbst wenn die Erzieherin die Hand führt, ist das evtl besser als gar kein Kontakt mit Wasserfarben), ist vermutlich ganz ganz stark von den jeweils beteiligten Personen abhängig. Und auch andere KiTas haben ihre Wissenschaftstage, ihre Themenwochen, etc.
Grundsätzlich sind Kinder bestimmt nicht überfordert, wenn sie bilingualen Kontakt haben. Die meisten Menschen sprechen weltweit mehrere Sprachen von Anfang an und sind davon nicht per se überfordert. Das fängt ja schon an mit Dialekt und hochdeutsch- teilweise ziemlich unterschiedliche Grammatik. Schweiz, Belgien, die Gegend um Flensburg, Saarland, Luxemburg, Irland, Malta, Spanien... das ist jetzt nicht so exotisch.
Nicht falsch verstehen: ob diese Franchise- KiTas was taugen oder nicht, weiß ich nicht. Wir haben uns die nie angesehen. Aber dass die Erzieherin in dem einen Artikel das stille Weinen des Jungen ignorierte, das finde ich auch heftig. Ich denke aber, dass das nicht das Franchise-System verschuldet hat, sondern dass diese Dame unsensibel ist und nicht für die Aufgabe geeignet. Und dass die in der KiTa evtl einen unglücklichen Stellenschlüssel haben, der ein Kümmern gar nicht zulässt. Da ist aber leider auch in anderen Einrichtungen der Fall.
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11.09.2014, 09:54
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Was mich an dieser Entwicklung "stört": Ich habe den Eindruck, dass Karriere nur noch so verstanden wird, dass das Kind später in einem internationalen Unternehmen einen möglichst hohen Posten im kaufmännischen Bereich bekleidet. Was ist mit all den Berufen, in denen man weder Anzug noch Kostüm trägt, in denen Blackberries kein Status-Symbol sind usw.?
Oder sehe ich das falsch und die Fähigkeiten, die in diesen Kitas und später Privatschulen vermittelt werden, sind für jeden Beruf gleichermaßen nützlich?
...fragt eine Mutter, deren Kind mit sieben Jahren nach stinknormalem Dirf-KiGa trotz Großstadt vor der Tür in eine Dorfschule eingeschult wurde und die ab und zu ins Zweifeln kommt, ob sie ihrem Kind Möglichkeiten vorenthalten hat?
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11.09.2014, 11:26
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Sehe ich genauso wie Du! "Richtige" Arbeit ist auf Produktion und Verkauf beschraenkt, und "Karriere" liegt "natuerlich" eher im Schlips-und-Kragen-Verkaufsbereich. Erfolg und Lebensglueck wiederum sind dann abhaengig von dieser Karriere.
Ich glaube, dass gesamtgesellschaftlich viel gewonnen waere, wenn sowohl ein gesichertes Auskommen als auch Respekt vor der beruflichen Taetigkeit (wieder) auch durch Handwerk, nicht-leitende Taetigkeiten, soziale Berufe usw. erworben werden koennten.
Ich kenne Dich nicht, und Dein Posting gibt nicht allzuviel ueber Deine Erziehungsmethoden preis: Aber kann es sein, dass Du Deinem Kind Ellenbogenmentalitaet und das Mantra "Es gibt keinen Zweitbesten" vorenthaelst? Mami-Hoelle, aber ganz sicher! *streng kuck*
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11.09.2014, 12:37
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Hm, solche Elitekindergärten gibt es doch schon länger?!
Jedenfalls nichts Besonderes finde ich aber auch nix Bedrohliches.
Wenn es Eliteschulen und -studiengänge gibt ist es doch logisch das Kindergärten davon nicht ausgenommen sind
(genauso wenig wie Eliteseniorenheime übrigens...)
Der "Wert" eines solchen Kindergartens ist weniger der Inhalt oder irgendein pädagogisches System sondern das Networking, das in Kontakt kommen mit den "richtigen" Leuten. Netzwerke aufbauen, die dann später nützlich sind oder sein können. Alles andere ist wie in anderen Kindergärten auch.
Der Wert eines Menschen in einem kapitalistischen System, was wir hier haben(*), bemißt sich an seiner wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Je höher diese ist, desto wertvoller ist er und dementsprechend auch sein Status und seine Arbeit und somit sein Gehalt und damit auch der Wert :-P
Was übrigens auch erklärt weshalb handwerkliche und soziale Berufe mies bezahlt sind und erzeugende sowie der "Schlips & Kragen Verkaufsbereich" dafür überdurchschnittlich bis obszön.
(somit ist es auch völlig egal was getan wird, soziale Berufe bleiben mies angesehen und bezahlt)
(*) Falls jemand meint was von sozialer Marktwirtschaft sagen zu müssen, nun, die existiert nicht mehr. Die Reste wurden sowie werden nach und nach erfolgreich geschleift und entsorgt.
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11.09.2014, 19:27
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Ich finde es nicht bedrohlich im Sinne von "Untergang des Abendlandes", aber ich finde es auch nicht gut.

Das glaube ich nicht, es ist nicht "voellig egal". Auf einem anderen Blatt steht, was realistischerweise getan werden kann und wird. Im Endergebnis magst Du Recht haben. Wenn es um Erziehung geht, ist es jedoch logisch, dass Menschen sich zumindest einbilden muessen, einen gewissen Einfluss auf die Zu-Erziehenden zu haben und dadurch in Konsequenz auf die Gesellschaft der Zukunft. Sonst koennte man jegliche Verantwortung knicken. Und ganz ohne diese funktioniert noch nicht mal Turbokapitalismus. Auch so etwas waere also nicht zuende gedacht.
Was mir gerade noch einfaellt: Auch diese Elitekindergaerten beschaeftigen ja Erzieher - Eliteerzieher? Also doch Aufstieg eines sozialen Berufes.
Selbst wenn die schrottig bezahlt werden, muessen die Eltern ihnen zumindest einen gewissen Respekt entgegen bringen, sonst wuerden sie diesen Erziehern ja nicht die Formung der zukuenftigen Elite ueberlassen.
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11.09.2014, 22:16
AW: Kaderschmiede Krabbelgruppe
Ich sehe das mit der Wertigkeit von verschiedenen Berufsgruppen ganz entspannt. Wenn ich auch nicht glaube, dass Handwerk einen goldenen Boden hat ( ich entstamme einer großen Familie von Handwerker aller Arten und bin seit über 20 Jahren mit einem Handwerker verheiratet. Ich habe den goldenen Boden jahrelang gesucht- ich weiß nicht, WO er ist - in meiner Umgebung jedenfalls nicht
), so setze ich auch hier auf Angebot und Nachfrage.
Wenn alle Welt nur noch Manager für irgendwas sein möchte und das Handwerk keinen Nachwuchs mehr findet ( was sich ja schon deutlich abzeichnet) dann werden die wenigen guten Handwerker,die wir noch haben, Anerkennung finden. Und ein "Knochenjob" ist es ja auch nicht mehr in dem Maße, wie es das früher mal war....
Mit den sozialen Berufen wird es ähnlich sein.



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