Hallo,
wir haben ein Problem, d. h. eigentlich hat unser Großer ein Problem mit seinen Klassenkameraden und ich hoffe hier vielleicht eine neue sichtweise und/oder Tipps zu erhalten.
Unser Sohn ist 8 J. und hat grade die zweite Klasse hinter sich. Zum Ende hin war er sehr unausgeglichen und ich war froh als die Ferien begannen. Es gab auch unter den Jungs kurz vor Ferienbeginn ein paar Rangeleien, Streitereien usw. usf. . Ich habe ihn immer mit den Ferien vertröstet und alles auf den langen Schulabschnitt zwischen Ostern und Sommerferien geschoben.
So nun ist aber in einem Gespräch rausgekommen, dass unser Sohn sich von seinen Kumpels/Freunden sehr ausgenutzt fühlt (und dass jetzt- fast Mitte der Ferien - immer noch). Er sagt im Unterricht lassen sie sich von ihm helfen/schreiben bei ihm ab (er ist ein1er Schüler) und auf dem Pausenhof lassen sie ihn aussen vor. Dies stört ihn vor allem bei zwei Kindern, die er wirklich für seine Freunde hielt und bei denen die Intressen einfach ähnlich gelagert sind.
Er fühlt sich eben verarscht und ausgenutzt und würde sowas selber halt nicht machen. Tja nun kann man die anderen ja nicht ändern, aber ich bin ratlos, was ich meinem Sohn sagen soll.
Neid ist vielleicht im Spiel ( unbewusst?), Konkurrenz- denken ist auf jeden Fall dabei. Ein Punkt von mir war ihm nochmal ans Herz zu legen, dass er mit seinen guten Leistungen nicht angeben soll. Und dann soll er den anderen nicht mehr helfen? Fand ich bislang sehr sozial von ihm, andererseits kann ich verstehen, dass er sich ausgenutzt fühlt. Es gab in diesem Abschnitt auch die Aussage das Kind XY den nächsten bitte sehr besser schreibt als unser Sohn. Hat der Junge selbst so erzählt (ist einer von den 2 Kumpels). Mittlerweile denke ich, dass diese Streitereien und Reibereien nicht so sehr am langen Schulblock lagen sonder an dem Konkurrenzdruck (den die Kids sich vllt. auch selbst machen?). Vor allem möchte ich nicht, dass sich die Stimmmung weiter/wieder gleich so aufheizt. Andererseits kann ich es auch nicht unterstützen, dass er ausgenutzt wird.
Was würdet ihr Eurem Kind an meiner Stelle raten?
LG
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Thema: Neid
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11.08.2014, 11:28
Neid
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11.08.2014, 12:05
AW: Neid
Das ist wirklich eine blöde Situation.
Ich würde mit meinem Sohn seine Handlungsoptionen besprechen, immer im Hinblick auf seine Gefühle. Er kann aufhören zu helfen, wie fühlt er sich dabei? Er kann die Jungs ansprechen "Zum Abschreiben bin ich gut genug, aber mitspielen darf ich nicht?", wie würde er sich dabei fühlen? Er könnte sie weiter abschreiben lassen und sich andere Freunde in der Pause suchen.
Frage ihn ob ihm andere Möglichkeiten einfallen.
Er muss damit Leben lernen und ich fände es nicht falsch, wenn er sagt, dass er nicht mehr hilft, weil sie ihn nicht mitspielen lassen. Man muss sich nicht alles bieten lassen.
Vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung, die seinem Charakter entspricht und mit der er Leben kann.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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11.08.2014, 12:16
AW: Neid
Danke Dir, dass finde ich schon mal einen guten Ansatz. Wichtig wäre mir die Emotionen "unten" zu halten, dmit die Situation nicht eskaliert.
Habe daran gedacht, dass er sich vielleicht andere Tischnachbarn sucht, ansprechen fänd ich auch okax, aber ist es das unt Jungs?
Das blöde ist halt, dass die drei die Fußballer der Klasse sind und er die anderen Pausenspiele nicht so toll findet wie Fußball *seufz*. Darüber hatten wir schon vor den Ferien gesprochen.
Ihm geht es auch mehr darum fair behandelt zu werden als den anderen eine reinzudrücken (ich helf Euch nicht mehr), Aber distanzieren wäre eine Möglichkeit (umsetzen) oder halt ganz intensiv sich um eine Freundschaft bemühen, da gehört dann meines erachtens aber auch zu, dass er sein Problem ganz deutlich anspricht.
Meine Gedanken fangen an sich zu sortieren ... puhhh
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11.08.2014, 12:30Inaktiver User
AW: Neid
Ich finde, er sollte versuchen, diese beiden Sachen zu trennen.
"Ich lasse Euch nur abschreiben, wenn ich mitspielen darf" oder "Du darfst nur mitspielen, wenn Du uns abschreiben lässt" hat für mich den Geschmack von Leistung/Gegenleistung, sprich: Erkaufen von Freundschaft. Finde ich, egal wie herum, nicht so erstrebenswert.
Also:
Zunächst die Sache mit dem Abschreiben lassen betrachten - stört es mich, wenn sie abschreiben? möchte ich das wirklich oder lieber nicht? kann ich vllt. anders helfen (dafür wäre wichtig zu wissen, warum abgeschrieben wird - aus Bequemlichkeit (würde ich eher nicht unterstützen wollen) oder weil die anderen die Aufgaben nicht können (dann kann er z. B. anbieten, zu erklären oder zu helfen statt abschreiben zu lassen).
Die Sache mit dem Mitspielen in der Pause:
Warum ist es mir wichtig, in der Gruppe mitzuspielen? wegen der Personen dort oder wegen der stattfindenden Aktivität?
(Fußball kann man sicher auch mit ein paar anderen Leuten spielen?) Würde ich mich in der Gruppe auch wohlfühlen, wenn sie etwas anderes in der Pause machen?
Sicher ziemlich schwierig für einen Grundschüler, aber vllt. kannst Du Deinem Sohn ja helfen, das ein bisschen auseinander zu sortieren.
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11.08.2014, 12:52
AW: Neid
vielleicht löst du das gemeinsma mit dem neuen Lehrer im 3. Schuljahr ... bei und setzt die Klassleitung nämlich alle 6 Wochen alle Kinder um und in neue Gruppen ... eben immer mal wieder neben andere Kinder ... die Tischnachbarn wechseln also ständig durch, was der Klassengemeinschaft und dem Lernklima gut tut ... ab und an sitzen dann auch Buben neben Mädchen ... es bleiben also nicht ständig die selben 3 Kinder aneinander hängen ...
und in den Pausen können sie dann auch besser miteinander spielen.
Ansonsten ist es auch Job des Lehrers aufzupassen, dass jedes Kind selbst arbeitet und nicht einer die anderen abschreiben lässt.
Wird mit Sicherheit in den kommenden Klassen auch strenger gehandhabt als in Klasse 1 und Klasse 2...
Sag dem Sohn halt, dass er demnächst selbst Gefahr läuft, eine 6 zu kassieren, lässt er seine Banknachbarn dauernd abschreiben ...
ein Lehrer wird demnächst alle Kinder schon darauf hinweisen, dass das nicht erlaubt und gegen die Schulordnung ist.
Unterschleif ... die 6 bekommt der, der abschreibt ... und derjenige, der es fördert.
Man bekommt das schon auch deutlich mit bei Grundschulkindern und ich schätze, das wird nicht auf Dauer so laufen, dass abgeschrieben werden kann!
Setzt man ihn halt bei Proben alleine.Geändert von Lonamisa (11.08.2014 um 12:59 Uhr)
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12.08.2014, 06:06
AW: Neid
@Lona
Es geht nicht um Tests sondern um den normalen Unterricht ;-). die Kinder bearbeiten bei uns möglichst selbstständig ihre Wochenaufgaben bzw. Tagesaufgaben. Ausserdem hatte er die letzten Male andere Proben, da er im Stoff weiter ist als die Klasse.
Er erklärt den anderen häufig etwas oder hilft bei Lösungen.
@Wolkentier
Er hat das schon für sich getrennt. Er hilft seinen Freunden eigentlich gerne, nur lassen sie ihn dann auf dem Pausenhof im Regen stehen, fühlt er sich ausgenutzt. Seinen vermeintlich besten Kumpel hat er auch schon drauf angesprochen, der hat ihm aber nicht geantwortet. Ihnen also nicht zu helfen, ist nicht sein Ziel. Wir haben gestern noch lange gesprochen und zum Glück sind Ferien, so dass er sich noch ein bisschen sortieren kann.
Mir wäre einfach wichtig, dass er sich nicht schlecht durch seine Hilfe fühlt. Und das war auch mein Rat nur insofern zu helfen, solange es ihn nicht belastet. Leider ist das eben eine harte Erfahrung :-(.
LG
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12.08.2014, 09:22
AW: Neid
Dann fällt das also unter Partnerarbeit und gehört sich so... dann ist das kein Abschreiben sondern der übliche Austausch unter Kindern.
Ich frage mich allerdings, ob und wie konkret du einschätzen kannst, wer da im Unterricht wie weit ist ... ich habe 3 Kinder, die in der Schule auch so lernen und kann froh sein, wenn ich sehe und mitbekomme, was die in der Woche arbeiten.
in der 1. und 2. Klasse habe ich kaum je etwas davon gesehen ... und du weißt sogar Bescheid, wie die Schulunterlagen der Mitschüler aussehen???
Proben, die benotet werden, müssen doch für alle Schüler gleich sein ... ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Einzelner individuell und anders abgeprüft wird, als seine Mitschüler.
Da in Deutschland aber alles nicht so besonders einheitlich und Bildung das Flickwerk der Nation darstellt, kann es bei Euch ja nun auch komplett anders laufen ...
Was soll ich sagen???
Hier wird nicht individuell jedem Schulkind der Stoff vermittelt und abgefragt, der seinem Kenntnisstand entspricht . .. Prüfungen und Unterrichts sieht für alle gleich aus... so ein bissl Individualität gibt es schon ... aber das ist eher nur das Drumherum.
Wochenplanarbeit gibt es hier zwar also auch ... aber das betrifft halt nur ein Bruchteil der Schule ... halbe Stunde am Morgen u.ä... die würde ich jetzt nicht überbewerten.Geändert von Lonamisa (12.08.2014 um 09:30 Uhr)
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12.08.2014, 09:51
AW: Neid
q Lona
Nein es ist keine Partnerarbeit/Gruppenarbeit und sehr Einseitig. Das kann ich beurteilen. Wobei sich gegenseitig zu helfen normal sein sollte (nur ist es das nach meinen Beobachtungen nicht unbedingt üblich). Wenn aber zwei im Unterricht freundlich sind, damit er hilft und auf dem Schulhof ihn dann stehen lassen, kann ich verstehen, dass er betrübt ist. Er darf sich durchaus Bücher mitbringen und lesen, wenn er fertig ist. Er ist nicht verpflichtet den Anderen zu helfen, dass ist ein Freundschaftsdienst von seiner Seite. Wie kann unser Sohn damit am besten umgehen bzw. welche Wege sehe ich vielleicht grade nicht (als Mutter ist frau manchmal betriebsblind
)? Das ist meine eigentliche Frage.
Und ja ich weiß ziemlich genau was mein Sohn macht und bei uns ist das mehr als eine halbe Stunde am Tag . Ich würde sagen fast die Hälfte jeder Schulstunde.
Der Große bekommt teilweise individuell abgestimmten Unterricht. Die Unterlagen besorgen die Lehrer bzw. ich. Sonst ist ihm langweilig in der Schule und das funktioniert dann gar nicht. Wir haben einfach Glück gehabt, dass sie so sehr auf unseren Sproß eingehen. Wobei das auch im Leitbild der Schule verankert ist (jeden Schüler individuell nach seinen Stärken und Schwächen zu fordern und fördern). Durch die Absprache weiß ich , dass es in Mathe noch ein zweites Kind gibt, dass manchmal extra Aufgaben bekommt und in den anderen Fächern ist er allein.
Aber mir geht es nicht um die Organisation des Unterrichts ;-)
LG
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12.08.2014, 13:50
AW: Neid
ich schätze, da hilft nur ein Gespräch mit dem Lehrer .. der dein Kind in andere Lerngruppen unter andere Kinder setzen soll... und eben seinen Teil dazu tun, dass nicht einer bzw einige immer nur abschreiben, sondern selbst ihr Ding machen ... und vielleicht mal besondere Aktionen andenkt, die Klassengemeinschaft stärkt und neue Freundschaften unter den Kindern fördert.
im Leitbild der Schule ist bestimmt auch etwas zu Stärkung sozialer Kompetenzen u. ä. verankert ...
Naja, und manchmal ist das halt so, dass Freundschaft auch etwas sehr Einseitiges ist
und wirklich nix hilft... egal wie nett und freundlich man zu den anderen ist .. wie hilfsbereit, zuvorkommend, gutmütig ... manche Freundschaften entstehen nicht ... die Chemie stimmt eben nicht immer.
Manchmal bleibt man eher alleine und es ergibt sich wirklich kein guter Kontakt ... dann muss man eben damit klar kommen und sich selbst genug sein.
Erzwingen lässt es sich nicht ...Geändert von Lonamisa (12.08.2014 um 14:08 Uhr)
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12.08.2014, 14:05Inaktiver User
AW: Neid
Aus Erfahrungen in der Klasse meines eigenen Sohnes würde ich sagen, wenn es nicht läuft mit den Freunden, steckt vermutlich noch was anderes dahinter als Neid auf die guten Schulleistungen. Irgendwas läuft das sozial nicht rund, und das würde ich (evtl. hat die Lehrerin eine Idee) unter die Lupe nehmen.
Verabredet Dein Sohn sich auch mal außerhalb der Schule mit den Schulfreunden? Oder ist es immer nur das Spielen in der Pause?


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