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    AW: unzufrieden mit Kindergarten

    Das ist ein sehr interessanter Strang!
    Vielleicht kann ich da ein bisschen Hintergrundwissen beitragen. Nach meinem Eindruck kennen sehr viele Eltern ihre Rechte gar nicht.
    Ich kenne mich mit den einschlägigen gesetzlichen Grundlagen für mein Bundesland (Bayern) so ein wenig aus, denke aber, dass das in den anderen Bundesländern nicht viel anders sein dürfte.
    Zunächst mal: Die entscheidende Erziehungskompetenz liegt bei den Eltern. Natürlich erkennen sie mit der Entscheidung für eine bestimmte Kita auch deren Satzung und Konzeption an. Das heißt aber nicht, dass das pädagogische Personal machen kann, was es will. Es darf zum Beispiel nicht so einfach bestimmte Lebensmittel für die Kinder verbieten, z.B. Süßigkeiten als Nachtisch mitzubringen, wenn das Kind das Mittagessen von zuhause dabeihat. Auf ausgewogene Ernährung hinweisen kann es schon.
    Und was gar nicht geht, sind Verletzungen der Sicherheitsbestimmungen wie der vielzitierte Stolperfallen-Teppich (müsste schon aus hygienischen Gründen fragwürdig sein, denke ich), dazu gehören aber auch so Sachen wie Wickeltische mit hohen Rändern, Fingerklemmschutz an den Türen, gesicherte Mehrfachsteckdosen etc. Genauso wichtig: Hygienestandards müssen eingehalten werden. Wenn die Windel voll ist, wird gewickelt, Punkt. Zur Not halt drei, vier Kinder hintereinander. Wenn Euch das Personal erzählt, dass das aus organisatorischen Gründen nicht möglich wäre: Kritisch nachfragen, was das heißt, am besten gleich die Einrichtungsleitung. Das kann man ja freundlich machen. Und wenn die Personalausstattung nicht stimmt und das der Grund sein sollte: auf Veränderungen dringen, aber beim Träger, eventuell via Elternbeirat. Und Verletzungen des Kindes sollten den Eltern auch grundsätzlich immer beim Abholen mitgeteilt werden. Kann schonmal sein, dass in einer 25-Kinder-Gruppe mal grade keine Erzieherin direkt zu den Beteiligten hingeschaut hat, als sie sich in die Wolle bekommen haben, aber was auf jeden Fall immer sein sollte: Dass die Kinder ein Vertrauensverhältnis zu ihren Betreuerinnen aufbauen und ihnen gleich sagen, wenn sie geschlagen, gebissen etc. wurden und von wem. So dass die Erzieherin die Angelegenheit direkt mit den Beteiligten klären kann.
    Vielleicht auch mal nachfragen, welche Arten von Bestrafung es in der Einrichtung gibt und ob die für Euch okay sind. Wenn nicht, müsst Ihr sie auch nicht hinnehmen. Und was sich jetzt in der wärmeren Jahreszeit auch manchmal lohnt: Mal rausbekommen, wann die Kinder draußen spielen, ob sie mit Sonnencreme genügend eingecremt sind und einen Sonnenschutz auf dem Kopf haben.
    Ich will um Gottes willen damit niemanden aufschrecken oder die Kitas unter Generalverdacht stellen. In den allermeisten Einrichtungen wird sicherlich liebevoll und aufmerksam mit den Kindern umgegangen. Aber nicht jede Einrichtung und jede Familie passen zusammen. Aus meiner Erfahrung her kann ich nur sagen: Eure Kinder mit fortwährenden Bauchschmerzen in die Kita zu bringen, das kann es nicht sein. Bei Problemen sollte immer zuerst die Gruppenleitung angesprochen werden. Bei fortwährenden Problemen nützt das aber nichts mehr, da sollten die Leitung und dann auch der Träger bzw. die ihn vertretende Person angesprochen werden. Der Elternbeirat ist meiner Meinung nach nicht so effektiv, Missstände abstellen können nur Leitung und Träger.
    In der Hoffnung, Euch damit vielleicht ein bisschen weitergeholfen zu haben
    herzliche Grüße
    Lene

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    AW: unzufrieden mit Kindergarten

    Wie ist es bei Euch nun weitergegangen Yuna?

    Hat die EB-Vertreterin die Probleme gegenüber der Kita-Leitung einmal angesprochen, oder ist es bei einem "man sollte das mal ansprechen" geblieben?

    Im Gegensatz zu Lene halte ich den EB für durchaus effektiv. Die Kita-Leitung ist ihm gegenüber Rechenschaft schuldig. Personalentwicklung, bauliche Veränderungen, Konzeptentwicklungen, Weiterbildungsmaßnahmen ist alles anzusprechen, da gibt es eine Informationsbringepflicht der Kita-Leitung gegenüber dem EB. Und auch der Besuch der Fachberatung mit Themen und Ergebnissen geht den EB an - wie detailliert die Infos da ausfallen ist natürlich unterschiedlich, da kann man durchaus mal mit einem "Die Fachberaterin war mit allem zufrieden" abgespeist werden; im Fall der Fälle muss der EB halt nachharken.

    Beißen und Kratzen kommt bei Kleinkindern vor - da kommt es wie schon von anderen geschrieben auf die Umstände an, sprich: Häufigkeit, Kenntnisnahme durch die Erzieher usw.
    Gravierender sind die Probleme im Qualitätsmanagment, welches auch die Sicherheit in der Einrichtung und die entsprechende Sensibilisierung des Personals angeht. Stichwort: Teppich; die Tür schnell öffnende Kollegin, aber auch volle Windeln.

    Ich halte es für wichtig bei diesen Dingen (freundlich) hartnäckig zu bleiben. Es geht um die Kinder.
    Und manches Ansprechen hat sich auch schon dadurch ausgezahlt, dass sich Dinge geklärt und in Wohlgefallen aufgelöst haben bzw. eben erst durch den "Blick von außen" erkannt und dann abgestellt wurden.

    Die Sorge, dass die Kinder "nörgelnder Eltern" es bei den Erziehern schwerer haben kenne ich - hat sich in meiner Wahrnehmung bisher aber nicht bestätigt.

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