Hallo liebe Forenmitglieder! Ich brauche Rat, ich weiß nicht mehr weiter.
Ich (36) lebe mit meiner fast 14 jährigen Tochter alleine und finde das Leben mit ihr mittlerweile unerträglich.
Sie benimmt sich mir gegenüber stets unfreundlich und abweisend, so als wäre sie sauer auf mich, ich kann es nicht genau erklären. Egal was ich sage, sie ist genervt davon. Sie benimmt sich nicht erwachsen. Man kann kein vernüftiges Gespräch mit ihr führen. Sie fühlt sich ständig belehrt und angegriffen und was schlimm ist: Sie hat immer das letzte Wort. Auf Ansagen von mir folgt fast immer ein: "Schön","Toll", "Schön für dich", "Nö". Es ist zum Verrrücktwerden. Obwohl ich es oft gut mit ihr meine, versteht sie das aber nicht so.
Mittlerweile ist es so, dass ich das Gefühl habe, dass ihr Verhalten mir schadet. Ich fühle mich einfach nur noch schlecht in ihrer Gegenwart, weil sie mir das Gefühl gibt, als Mutter nichts wert zu sein oder versagt zu haben. Ich hab ihr schon oft vorgeschlagen, dass sie zu ihrem Vater zieht, wenn sie sich hier so unwohl fühlt oder mit mir so unglücklich ist. Das will sie aber nicht, weil sie ihren Freundeskreis hier nicht aufgeben möchte.
Mein Wunsch ist, dass ich mich mit ihr verstehe, dass wir ein gutes Verhältnis haben. Das ist aber nicht möglich, deswegen habe ich mir jetzt noch mal was überlegt. Das ist das letzte, was ich jetzt noch versuchen werde. Wenn das nicht funktioniert, dann muss sie gehen. Ob sie will oder nicht, das ist dann egal.
Ich habe beschlossen, es mal ganz andersherum zu versuchen. Das heißt: Sie ihr Leben einfach leben zu lassen, mit all den Konsequenzen. Und ich werde mein Leben leben. Also nicht mehr Schimpfen, mich zu nichts mehr äußern - es sei denn, ich werde gefragt. Ich möchte mich komplett zurückziehen. Sie soll ihr Ding machen, ich mache meins.
Das Problem bei der Sache ist aber, dass wir zusammenleben. Das bedeutet, dass hier auch Arbeiten anfallen. Sie hilft ja generell nicht mit im Haushalt. Da kann ich sagen was ich will, sie macht es nicht. Punkt! Da kann es schon mal vorkommen, dass sie im Bad, das ich gerade geputzt habe, einen Saustall hinterlässt. Das war oft ein Streitpunkt zwischen uns. Sie lässt alles stehen und liegen. Jetzt bin ich es leid, mich darüber aufzuregen. Sie hasst mich, möchte aber trotzdem ihre Wäsche von mir gewaschen haben und Essen von mir gekocht haben. Meine Tochter geht den ganzen Tag zur Schule. Sie hat also viel um die Ohren. Ich werde daher weiter das alles für sie tun, nur eben ohne Kommentar. Werde ihr die gewaschene Wäsche hinlegen und ihr das Essen kochen. Sie wird es sich aber selber vom Herd nehmen müssen. Dass sie mit ihren Problemen immer zu mir kommen kann, das weiß sie, das habe ich ihr schon oft gesagt. Sie hat das aber immer abgeschmettert. O-Ton: "Schön für dich, aber ich bespreche meine Probleme lieber mit meinen Freunden. Danke und Tschüss"
Wie gehe ich nun weiterhin mit ihrer Schlampigkeit um? Meine Sorge ist, dass das alles dazu führen wird, dass ich von ihr ausgenutzt werde. Ich möchte es ja mal andersherum machen, also mich eben nicht ständig darüber aufregen und mit ihr in eine Diskussion verfallen. Es bringt nämlich nichts. Letztendlich bin ich dann doch wieder diejenige, die dann das Bad putzt. Ich verliere immer. Meine Tochter ist sehr willensstark. Ich müsste Gewalt anwenden, damit sie das tut, was ich sage. Kann ich aber natürlich nicht.
Ich würde mich über Meinungen und Tipps sehr freuen. Vielen Dank für's lesen.
Liebe Grüße!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 532
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10.06.2014, 18:54
Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Geändert von Jedlen (10.06.2014 um 19:03 Uhr)
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10.06.2014, 19:04Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Ja, da hat die Pupertät zugeschlagen, völlig normal und wird noch ein paar Jahre dauern, mit guten und mit schlechten Phasen.
Du darfst das alles nicht persönlich nehmen und glaub mir, ich war damals oft verzweifelt gewesen und hatte die gleichen Gedanken wie du, aber man hält es aus.
Man muss lernen locker zu bleiben und auch öfters mal ein Auge zudrücken, wenns mir zu unfreundlich wurde, dann hab ich meistens eine Ansprache gehalten, wurde dann auch respektiert.
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10.06.2014, 19:05Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Mein Sohn ist noch zu klein, als dass ich aus Erfahrung sprechen könnte, aber eines fällt mir gleich zu Anfang ein: Könntest du versuchen, ihr Verhalten nicht persönlich zu nehmen?
Sie hat nichts gegen dich - sie ist in der Pubertät! Sie steht unter einem Cocktail von Hormonen und die Natur hat es so vorgesehen, dass man sich in dieser Zeit von den Eltern distanziert. Mit deiner Qualität als Mutter hat das rein gar nichtszu tun.
Also erstmal: hinnehmen wie schlechtes Wetter. In gewissen Grenzen: für ihr Zimmer ist ab jetzt sie verantwortlich. Wenn ihr Kram im Bad liegt, leg ihn auf ihr Bett. Im schlimmsten Fall kannst du ihr Taschengeld kürzen und davon eine Putzfrau zahlen (würde ich aber nur machen, wenn es unerträglich dreckig wäre ...).
Setz die Grenzen da, wo deine eigene Grenze des Erträglichen ist. Und halte durch.
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10.06.2014, 19:25
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
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10.06.2014, 20:03Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Hallo Jedlen, Deine Tochter respektiert Dich nicht. Wie sollte sie auch?
Du bist ein Dienstmädchen, eine Putze, eine Köchin, eine Geldrüberreicherin und außerdem nervst Du sie mit Deinem Gejammer, dass Du nicht mit einer 14jährigen fertig wirst.
Deine Tochter verhält sich ganz normal. Sie behandelt Dich so, wie Du Dich behandeln lässt.
Das ist das schlechteste Vorbild, das ein Mädchen (und natürlich auch Junge) haben kann. Eine Mutter, die sich nicht wehren kann und stillhält.
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10.06.2014, 20:07Inaktiver User
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10.06.2014, 20:17Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Du musst ihr begreiflich machen, dass bei euch ein gegenseitiges Geben und Nehmen herrscht, sie scheint clever zu sein, dann weis sie auch, wann etwas gut für ihre Entwicklung ist und wird nachgeben, wenn es richtig und wichtig ist, das merkt sie auch daran, wenn du hart bleibst bei wichtigen Dingen und nicht mit ihr rumdiskutierst.
Das Zimmer würde ich so lassen und nur ab und an den Boden wischen, essen durfte man bei mir da drinnen auch nicht, weil ich keine Lust hatte ständig meine Teller etc. zu suchen.
Wer in seinem Zimmer essen wollte, musste es auch sauber halten.
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10.06.2014, 20:24Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Vielleicht fehlen dir Alternativen als Verhalten?
Ich bin manchmal "in den Streik" getreten.
An meinem Essen wird nur herum genölt und für schlecht befunden?
Madam kann selber eine Woche ihr Essen kochen. Ich war gerne bereit mit Rat zur Seite zu stehen, aber ausführen mußte sie es selber. Kochbücher gab es außerdem.
Später hat sie zum Üben, ob sie wollte oder nicht, in regelmäßigen Abständen das Wochen Essensgeld für sich von mir ausgehändigt bekommen. Das mußte dann zum Einkaufen und kochen reichen.
Wenn es nicht reichte, an ein paar Tage Brot (was dann selbst verständlich für den Notfall da war) ist noch niemand gestorben.
Die Wäsche die gewaschen werden soll, liegt nicht im Wäschekorb? Dann wird es auch nicht gewaschen.
Verschärfte Stufe: Die frisch gewaschene und getrocknete Wäsche wird auf dem Boden "deponiert und in den Ecken geknautscht. Landet nicht im Schrank....
Auch Jugendliche können, wenn sie es gezeigt bekommen, eine Waschmaschine einsortieren, anstellen und die Wäsche aufhängen und sich aus dem Keller holen.
Wir wohnten zusammen, also hatte sie sich auch an den Haushaltlichen Pflichten zu beteiligen. Im schlimmsten Fall ließ ich mir "ihre Arbeit" durch einbehalt von einem Teil Taschengeldes auszahlen.
Wenn ich es machen mußte, weil zum wiederholten Male sie ihren Verpflichtungen nicht nach kam.
Du bist weder ihre Bedienstete noch ihr Fußabtreter. Sie muß auch von dir etwas für die Zeit der Selbständigkeit lernen. Nicht das sie irgendwann auszieht und nicht weiß, wie ein Spiegelei gebraten wird oder das ein Boden ab und zu gewischt werden sollte.
Du hast als Mutter auch die Aufgabe, sie "lebensfähig" zu machen.
Das sie von ihrem bequemen Status nicht freiwillig unbedingt weg möchte ist verständlich. Aber die Teenies möchten mehr und mehr Rechte als "fast erwachsen" war genommen zu werden. Tja, dazu gehören aber auch Pflichten.
Und ja, es spricht viel für die Pubertät das sich aneinander gerieben wird. Und auch als Mutter ist es schwer, sich immer wieder zu sagen "ich bin eine Wand, ich bin eine Wand" und nicht um zu kippen, um des lieben Friedens willen.
Ich habe auch die Jahre bis zur Volljährigkeit gezählt.
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10.06.2014, 20:28Inaktiver User
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Du wirst schon längst von ihr ausgenutzt, es kann nur noch schlimmer werden.
Das stimmt, diskutieren bringt nichts. Damit signalisierst Du, dass es eine Alternative gibt. Und die Alternative ist, dass Du es machst und Deine Tochter gewonnen hat.Ich möchte es ja mal andersherum machen, also mich eben nicht ständig darüber aufregen und mit ihr in eine Diskussion verfallen. Es bringt nämlich nichts.
Deine Tochter ist schlauer und stärker als Du. Das nimmt sie Dir übel. Heranwachsende brauchen starke Vorbilder und Persönlichkeiten und keine Duckmäuser.Letztendlich bin ich dann doch wieder diejenige, die dann das Bad putzt. Ich verliere immer. Meine Tochter ist sehr willensstark.
Warum nicht?Ich müsste Gewalt anwenden, damit sie das tut, was ich sage. Kann ich aber natürlich nicht.
Die größte Gewalt ist die Konsequenz. Die würde ich gnadenlos einsetzen. Deine Tochter sucht Orientierung, sie will erwachsen werden und will wissen, wie Erwachsene sich von Kindern unterscheiden.
Sie will eine erwachsene Mutter, die ihr den Weg weist und sich nicht von einem Kind tyrannisieren lässt.
Sie wird Dich testen und provozieren, bis Du am Heulen und Zähneklappen bist. Und sie wird Dich dafür hassen.
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10.06.2014, 20:28
AW: Ich halte das Leben mit meiner Tochter so nicht mehr aus.
Hallo jedlen,
ehrlich gesagt kommt mir Deine Strategie recht halbherzig vor. Man spürt förmlich, wie Du beim Schreiben wieder einknickst. Das Essen selbst vom Herd zu nehmen ist jetzt keine richtig spürbare Veränderung.
Ich würde sagen: sie will erwachsen sein und erwachsen behandelt werden (und sei es nur, indem Du sie in Ruhe lässt). Das wollen alle in dem Alter und verbinden damit in der Regel mehr Rechte, sehen aber nicht, dass ein Mehr an Rechten auch ein Mehr an Verantwortung und Pflichten bedeutet.
Ich würde ihr klar sagen, dass Du bereit bist, sie ernst zu nehmen, dass das auch bedeutet, dass sie anfangen muss zu leben wie ein erwachsener Mensch. D.h. bis auf weiteres nicht mehr für sich mitwaschen (wie man die Waschmaschine bedient, wirst Du ihr gerne erklären), nicht mehr für sie mitkochen (Du zeigst ihr gerne, wie es geht, notfalls isst sie halt mal zwei Wochen lang belegte Brote, davon stirbt man auch nicht). Du putzt die Räume, die Du benutzt. Lässt sie Kram rumliegen, sammelst Du ihn ein und legst ihn kommentarlos in ihr Zimmer.
Ich würde sie wie einen erwachsenen WG-Partner behandeln, freundlich, aber eben nicht verantwortlich für sein Wohlergehen. Ihr lebt unter einem Dach, der Kühlschrank ist gefüllt, sie muss weder hungern noch frieren und wird mit allem Nötigen versorgt, mehr aber auch nicht.
Klare Botschaft: Erwachsen sein bedeutet, Verantwortung für sich zu übernehmen und zum Wohl der Allgemeinheit durch Kooperationsbereitschaft beizutragen. Damit einher gehen dann auch zunehmend mehr Rechte.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)



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