Darf ich noch ein Beispiel anbringen?
Eine Freundin erzaehlte mir einmal, wie Ihre Mutter nach langer Vollzeitmutter-Taetigkeit wieder in den Beruf einstieg und das mit der Familie besprach, wobei die Kinder da, glaube ich, etwas aelter waren. Vielleicht hilft's trotzdem.
Die Mutter stellte die Kinder weder vor vollendete Tatsachen, noch bat sie um "Erlaubis", wohl aber um Verstaendnis und Unterstuetzung. Sie erklaerte, dass die Arbeit ihr wichtig sei und dass es sie gluecklich machen wuerde, wieder dort im Einsatz zu sein. Dann sagte sie, dass sie dies aber nur tun koenne, wenn die Familie sie durch (1) Akzeptanz und (2) tatkraeftige Hilfe (z.B. etwas mehr im Haushalt anfassen) unterstuetze, und darum bitte sie nun.
Meine Freundin erzaehlte mir, wie sie das beruehrt hat und wie sie sofort entschlossen war, ihrer Mutti zu helfen.
Nun sind Deine Kinder juenger und vielleicht altersgemaess noch egoistischer. Aber vielleicht waere das ein Ansatz fuer Euch: Ich moechte das gerne machen, es wuerde mir viel bedeuten. Aber ich brauche die Unterstuetzung (nicht Erlaubnis!) meiner grossen Tochter. Bitte tu das fuer mich.
Und an alle, die jetzt finden, das sei emotionaler Druck: Kindererziehung ist kein Ponyhof!
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01.05.2014, 10:55
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
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01.05.2014, 11:08Inaktiver User
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Für mich hat das nichts mit emotionalem Druck zu tun (kommt evtl. darauf an, wie man es genau angeht). Ich habe sowas auch gerade gemacht. Ich will eine Zusatzqualifikation draufpacken, die komplett abends und am Wochenende ist (nicht jeden Abend, nicht jedes Wochenende, aber dafür 3 Jahre lang). Das läuft natürlich nur, wenn die Kinder mitziehen. Natürlich kann ich sie vor vollendete Tatsachen stellen, aber wozu? Ich fand's sinnvoller, ihnen zu sagen, was ich machen will, warum ich es machen will und welche Konsequenzen das nach erfolgreichem Abschluss haben wird. Natürlich haben wir auch besprochen, welche Konsequenzen das während der Ausbildung auf unseren Alltag haben wird. Das wird für uns alle eine anstrengende Zeit, aber wenn wir wissen, warum wir es tun und was es uns später bringen wird, gehen wir ganz anders damit um und sind viel motivierter, die Herausforderungen, die es auf jeden Fall geben wird, zu meistern.
Meine Kinder sind allerdings auch ein paar Jahre älter.
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01.05.2014, 11:10Inaktiver User
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
da bin ich mir gar nicht so sicher -ich habe gerade diese zeit (also grundschulzeit meiner kinder) , als eine zeit in erinnerung, zu der sie überaus verständnisvoll waren, wenn man genau so, wie du es beschrieben hast, mit ihnen geredet hat.Nun sind Deine Kinder juenger und vielleicht altersgemaess noch egoistischer
(in der pubertät wird das schlimmer....
)
als emotionalen druck empfinde ich das gar nicht.
ich habe halbtags gearbeitet, als die kinder klein waren (so ab dem 2. lebensjahr), als sie 5 und 11 waren, dann 30 stunden. allerdings war meine kleine ein kind, das kiga und hort geliebt hat (und dort manchmal länger geblieben ist, als sie "durfte"..
) und meine mutter war immer "da", vor allem, seit ich alleinerzieherin war.
ich finde es im allgemeinen ganz schrecklich, dass mütter, die arbeiten gehen wollen (!), als schlechte mütter dargestellt werden. hätte ich nicht gearbeitet, wäre ich bei meiner trennung in ein noch tieferes loch gefallen, als es ohnehin der fall war.
außerdem bekomme ich bei meiner arbeit schlichtweg eine andere form der bestätigung, als ich sie im nurmutterdasein bekäme (klar, ist auch wichtig für mich!)
insgesamt habe ich hier kein einziges posting gelesen, in dem stünde, dass du nicht aufstocken sollst - bitte tu es!
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01.05.2014, 11:33
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Echt? Das ist ja gut zu wissen!

@Creativa, so wie Du es beschreibst haette ich es mir auch vorgestellt. Ab einem gewissen Alter finde ich es halt angebracht, Entscheidungen, die die Kinder betreffen, auch mit ihnen zu besprechen, was ja nicht im geringsten heisst: "sich von ihrer Erlaubnis abhaengig machen". Aber wissen, was auf sie zukommt und warum sollten sie meiner Meinung nach schon.
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01.05.2014, 11:57
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Anderer Punkt:
Was gibst Du Deinen Kindern eigentlich für ein Weltbild mit, wenn Du jetzt nicht aufstockst "weil das ja vielleicht schlecht für die Kinder wäre" und sie sehen Tag für Tag, wie der Vater Vollzeit arbeitet.
Willst Du wirklich, dass Deine Tochter lernt, dass bei Kindern sie zuständig ist, auch bei bester Ausgangslage, der Vater sich aber fein raushalten darf?
Ja, dass selbst wenn der Vater einverstanden ist, sie als Mutter immer noch verpflichtet ist, ihre eigenen Wünsche ganz hintenanzustellen?
So ein Weltbild wollte ich Söhnen und Töchtern nicht vermitteln.
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01.05.2014, 12:04
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Ich kann es nur immer wieder sagen.
- die Rentenansprüche sind nicht zu vernachlässigen, obwohl man natürlich sowieso privat vorsorgen sollte
- was ist, wenn der Partner sich trennt und plötzlich Unterhalt zahlen soll? Die Ansprüche sehen auf dem Papier immer ganz gut aus, die Praxis ist eine ganz andere. Davon abgesehen geht Kindesunterhalt vor Ehegattenunterhalt und rein rechnerisch bleibt oftmals für die Frau nicht mehr viel übrig. Von der aktuellen Rechtsprechung will ich erst gar nicht anfangen. Nach dieser müsstest Du längst wieder Vollzeit arbeiten, wenn die Betreuungsmöglichkeiten das her gäben.
- was ist, wenn der Partner stirbt?
Nur mal als Denkanstoß.
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01.05.2014, 16:27
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Ich hatte da nie wirklich die Wahl und bin immer berufstätig gewesen, meistens mehr als 40h/Woche.
Meine Söhne sind jetzt beide im Studium.
Sie haben einen grossen Freundeskreis, zu dem ich auch Kontakt habe, unser Verhältnis ist super schön und eventuelle Reibereien oder Meinungsverschiedenheiten könne wir auf Augenhöhe klären.
Sie sind sozial kompetente fröhliche junge Männer, sehr selbstständig und selbstverantwortlich, behandeln ihre jeweiligen Partnerinnen liebe- und und respektvoll.
Beide sind gute (nee, hervorragende
) Köche und wissen mit den landesüblichen Haushaltsgerätschaften angemessen und sinnvoll zu agieren.
Ein Leben als Hausfrau und Mutter hätte ich mir für mich selber nie vorstellen können.
Sicherlich haben wir weniger Zeit miteinander verbracht, diese aber um so intensiver.
Das heisst jetzt nicht, dass wir, sagen wir mal am Wochenende immer gross was unternommen hätten.
Wir haben die Dinge, die wir gemacht haben einfach bewusst zusammen gemacht...egal ob es Gassigehen, Kochen oder einen Film schauen war.
Quantität an Zeit ist nicht unbedingt Qualität an Zeit.
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01.05.2014, 16:45
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Hallo Miona,
ich an deiner Stelle würde es unbedingt machen - die Chance wird nicht noch einmal kommen. Und aus meiner Altersperspektive (50) kann ich nur sagen: ich kenne haufenweise Frauen, die beruflich kürzer getreten sind und jetzt feststellen müssen, dass man dies leider nie wieder aufholen kann.
Und warum sollen deine Kinder die Schule nicht schaffen, wenn du nicht intensiv "mitmachst"? Ich bin sowieso dagegen.
Einen Schaden werden sie wohl kaum nehmen, noch dazu, wenn die Oma ansprechbar ist. Sie werden allerdings lernen, dass die Mama nicht da ist und dass nicht immer alle Wünsche sofort abgearbeitet werden können. Das kann fürs Leben nur positiv sein.
Und für dich kann es nur von Vorteil sein, wenn du dich beruflich verbessern kannst.
Es kann ganz schnell gehen, dass man in einer Situation ist, in der man sich solche Fragen einfach nicht mehr erlauben kann. Und die Kinder haben auch nicht alle "einen Schaden".
"Einen Schaden" haben eher die Mütter, die in der Altersgruppe meiner Kinder (9. und 12. Klasse) meinen, sich noch intensiv in der Schule einbringen zu müssen.
LG
Capbreton
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01.05.2014, 17:46
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Hallo Miona!
Mach es!!
Ich bin alleinerziehend und arbeite seit der Trennung vor 8 Jahren Vollzeit. Ich habe gar keine andere Alternative! Und keine Großeltern als Unterstützung am Ort. Als mein Sohn in der 5. Klasse die Schule gewechselt hat, bin ich für 1 Jahr 35 Stunden gegangen. Für mich purer Luxus!
25 Stunden zu arbeiten und davon leben zu können, wären mein Traum! Kann ich leider nicht.
Organisatorisch hat es uns schon einiges abverlangt, da ich auch kein Auto habe. Mein Sohn ist mit seinen jetzt 12 Jahren sehr selbständig und selbstsicher. Bis zur 4. Klasse gab es bis 17Uhr den Schulhort, ab der 5. Klasse geht er natürlich jetzt nach der Schule (14Uhr) nach Hause. Er organisiert sich seine Freizeit unter der Woche selbst, macht sich auch mal Essen, ist zuverlässig, ich weiß immer wo und mit wem er gerade unterwegs ist. Mit Fahrrad, Öffis und Handy ja alles gut machbar. Das schafft ihr mit Eurem sozialen Netz doch auch!
Wie andere hier auch schon schrieben, Deine Kinder sind mittlerweile alt genug, dass Du wieder an Dich denken solltest:
An Deine finanzielle Absicherung, jetzt und später.
An Dein berufliches Fortkommen und die Zufriedenheit, die Du daraus ziehst (Deine Kinder sind irgendwann aus dem Haus).
An Deine (finanzielle) Unabhängigkeit. Wenn Dich Dein Mann nicht nur moralisch unterstützt, sondern Ihr dann auch die Arbeiten und Verpflichtungen neu aufteilt, ist doch alles wunderbar,noch dazu mit den Großeltern als Hilfe.
Mir fällt gerade kein Grund ein, warum Du diese (wohl einmalige Chance) vorüberziehen lassen solltest?? Weil Deine achtjährige Tochter Dir nicht die Erlaubnis dafür erteilt?? Nicht Dein Ernst, oder? Du hast ja schon mit Deiner Familie gesprochen. Dein Mann unterstützt es, prima. Die Betreuung ist abgesichert, bestens. Du hast große Lust drauf! Also los!
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01.05.2014, 17:46Inaktiver User
AW: Schadet es den Kindern? 24 Stunden/Woche arbeiten?
Ich dachte beim Lesen nur des Strangthemas, es geht um Kinder, die 24 Stunden/Woche arbeiten sollen/müssen !

Jedenfalls: ich kenne keinen Mann, der sich je eine solche Frage stellen würde.
Typisch deutsch, diese Frage. In anderen Ländern ist das Thema seit Jahrzehnten völlig anders geregelt, ich denke nicht, dass diese Länder gestörtere Menschen haben als Deutschland. Oder weniger Olympia-Teilnehmer oder weniger Alphorn-Bläser, weil Mutti(!) die Kinder nicht zum Sport und Musikunterricht karren kann.
Ich habe auch mit Kind immer Vollzeit gearbeitet, ab dem 9. Lebensjahr meiner Tochter war ich alleinerziehend. Meine Tochter ist eine lebenslustige Grade-Volljährige mit guten schulischen Leistungen, sie ist in einem Sportverein aktiv und spielt mehrere Musikinstrumente (inzwischen ohne Musikunterricht).
Gruß ElliGeändert von Inaktiver User (01.05.2014 um 17:52 Uhr)



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