Hallo! Ich brauche Hilfe, ich kann einfach nicht mehr. Ich bin alleinerziehende Mutter einer 13 jährigen Tochter. Leider verstehen wir uns seit einer Weile überhaupt nicht mehr. Sie ist total unfreundlich und abweisend mir gegenüber und es ist so, als rede ich gegen eine Wand, wenn ich mit ihr Rede. Es kommt nichts bei ihr an, was ich ihr sage, dabei versuche ich es immer im Guten, bis dann alles eskaliert, weil sie so dickköpfig ist. Ich finde, dass ich respektvoll mit ihr umgehe, aber es gibt immer wieder Situationen, wo sie mich schlicht zur Weißglut bringt und wir uns nur noch anschreien und es auch mal so weit gekommen ist, dass ich ihre eine gescheuert habe. Wir können einfach nicht miteinander, am wenigsten reden. Nett ist sie eigentlich nur dann, wenn sie was von mir will.
Ihr Vater lebt ein paar Stunden von uns entfernt und sie besucht ihn in den Ferien immer für ein paar Wochen. Es läuft gut. Er hat eine neue Frau und ein Kind und sie verstehen sich alle relativ gut. Nur hier bei mir läuft alles schief. Ich habe ihn schon mehrmals gebeten, dass er mal mit ihr spricht, aber das einzige was er seiner Tochter immer wieder anbietet, ist, dass sie ja zu ihm uns seiner Familie ziehen kann, wenn es zu Hause so schlimm ist, und mir sagt er, dass er sich raushält. Das wäre mein Problem. Es ist so, als ob er sich ingesheim darüber freut, dass es bei uns so schlecht läuft. Ich weiß es nicht. Es fällt ihm auch immer schwer, mit mir zu reden und wenn was geklärt werden muss, dannn spricht er über unsere Tochter zu mir.
So, der Auslöser, dass ich jetzt hier schreibe ist, dass was passiert ist, was mich ziemlich verletzt hat, aber auch wütend gemacht hat. Meine Tochter hatte eine Tüte mit Bonbons auf dem Tisch liegen und ich bin dann hin und habe mir lachend zwei rausgeklaut und bin aus dem Zimmer gelaufen... Spaß halt. Für meine Tochter war das kein Spaß. Sie rastete komplett aus und dachte, ich hätte ganz viele rausgenommen, und ich so, beruhige dich, es sind nur zwei. Und sie darauf: Ach, du kannst mich echt mal am Arsch lecken.
Ich zu ihr: Nicht in dem Ton, es reicht langsam. Und sie: Schön für dich!
Ich musste weg, raus aus dem Raum, sonst wäre ich noch auf sie losgegangen. Es geht nicht mehr. Das muss ich mir nicht länger gefallen lassen. Am liebsten hätte ich hier die Bonbons entgegengeschleudert.
Nun sitze ich hier und bin einfach nur noch am Ende. Sie registriert gar nicht, dass sie damit eine Grenze überschreitet und mich unendlich provoziert. Wenn sie wüsste, was ich manchmal für eine Willenskraft aufbringen muss, nicht auf sie einzuschlagen, dann würde sie sich das vielleicht zweimall überlegen, was sie mir gegenüber loslässt... Sie spürt das überhaupt nicht, was sie da macht. Sie muss auch immer das letzte Wort haben. Ich habe ihr gesagt, dass sie ja zu ihrem Vater ziehen kann, wenn sie so weitermacht, aber sie gibt ganz eiskalt zu, dass sie das nicht will und nur hier bei mir wohnt, wegen ihren Freunden und ihrer Schule. Sie wäre schon echt oft kurz davor gewesen, zu gehen, aber ihre Freunde halten sie immer zurück. Sie würde in einer neuen Stadt nicht von vorne anfangen wollen und deswegen würde sie hier bleiben, obwohl sie mich total hassen würde.
Was soll ich bloss machen? Ich kann das so nicht mehr. Es ist kein harmonisches Zusammenleben mehr. Ich fühle mich so alleine und brauche jemanden, der mir, der uns helfen kann. Wohin kann ich mich denn da wenden? Es muss jetzt was passieren, sonst schmeiße ich sie mit 15 nachher noch vor die Tür.![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Ich kann nicht mehr!
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22.02.2014, 22:56
Ich kann nicht mehr!
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23.02.2014, 00:00
AW: Ich kann nicht mehr!

Ich denke, dass Du versuchst, sowohl .... als auch zu sein: Mutter und Kumpeline.
Das wird nicht gehen.
Du wirst Dich entscheiden müssen.
Ich halte die Geschichte von "meine Mutter / meine Tochter ist meine beste Freundin" für ein Ammenmärchen.
"Meine Mutter wird meine Vertraute" ist eine eher wahrscheinliche Variante .... mit der Zeit.... mit viel Zeit (aber garantiert nicht mit 15!!!)
Deine Tochter hat schon eine beste Freundin - dazu braucht sie Dich nicht.
Sie braucht eine Mutter, die sich selbst dagegen verwahrt, dass ihr irgendjemand Bonbons klaut.
Eine, die gefragt werden möchte.
Eine, die Grenzen setzt und die anderer respektiert und es nicht mit "... beruhige dich, es sind nur zwei" abtut.
Es geht Deiner Tochter vermutlich nicht um ZWEI Bonbons, sondern darum, dass Du Dich nicht als Mutter sondern als Kumpeline / Schwester positionierst .... und dementsprechend behandelt wirst.
Was für ein Vorbild bist Du Deiner Tochter?
Je nach Gusto ist es Ernst oder Spaβ???
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23.02.2014, 03:08
AW: Ich kann nicht mehr!
Wieso musst du dich rechtfertigen, indem du geradezu entschuldigend darauf hinweist, dass es "schließlich nur zwei Bonbons waren"? Geht das Mädel etwa arbeiten und hat die Dinger von ihrem schwer erschufteten Geld erworben? Das hättest du fragen und dann demonstrativ mit der ganzen Tüte unterm Arm das Zimmer verlassen sollen.
Bei euch ist ganz schön was aus den Fugen geraten. Entgegen populärer Meinung wünschen sich Heranwachsende eigentlich Eltern, die sie respektieren können. Wohlgemerkt, respektieren, nicht fürchten (meine Eltern hatten den feinen Unterschied nie kapiert, und ich bin in einem entsprechend verkorksten und gewalttätigen Elternhaus aufgewachsen).
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23.02.2014, 06:37Inaktiver User
AW: Ich kann nicht mehr!
Koffer packen, und ab in die Bahn zum Vater!
Ist doch prima, wenn er das anbietet!!! Dann wird sie mal sehen (und der Vater auch), ob dort wirklich alles so toll läuft.
Sie ist jetzt (vielleicht) so respektlos zu dir, weil sie weiß, dass sie ja noch "was tolles" in der Hinterhand hat. Wenn ihr die Illusion genommen wird, dass dort alles auch im Alltag so toll ist, dann wird sie das Zusammenleben mit dir mit anderen Augen sehen.
Und du hast erst mal deine Ruhe! (Ich kenne deine Gefühle - auch ich habe mir schon mal Anranzer anhören müssen, als ich mir ein (!) M & M nahm ... da könnte man heulen, weil man denkt "für dich reiße ich mir seit Jahren den Hintern auf und du schenkst mir noch nicht mal so eine Kleinigkeit!!!???")
Auf jeden Fall kann einen Unfreundlichkeit und Respektlosigkeit auf Dauer wirklich krank machen ... und bei deiner Tochter ist mit 13 erst "Fahnenstange ganz unten" ... da ist noch viel Luft nach oben ....
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23.02.2014, 07:10
AW: Ich kann nicht mehr!
Ich bin selber Lehrerin und unterrichte genau diese Altersklassen. Also die hormonellen Zeitbomben von 13 bis 16 Jahren.
Respekt ist in dieser Zeit etwas, was sie vollumfänglich von jedem erwarten und teilweise überhaupt nicht geben wollen. Wenn ich manchmal bei Telefonaten dabei bin, wenn ein Schüler zu Hause anruft (wegen Krankheit oder abgeholt werden wollen), dann denke ich mir schon oft: Mein lieber Herr Gesangsverein! Wie reden die denn mit ihren Müttern?
Verstehe ich das richtig, dass deine Tochter dir gesagt hat, sie wohnt nur noch bei dir wegen ihrer Freunde und der Schule? Und dass sie dich hassen würde?
Da ist eine Grenze überschritten. Dich kann niemand zwingen, mit jemandem zusammen zu wohnen, der dich hasst. Es ist natürlich traurig, dass das deine Tochter ist, aber mit der Aussage nimmt sie ja alle Hoffnung auf Besserung eurer Beziehung.
Du kennst sie, du kannst abschätzen, wie ernst sie das meint. Ich würde raten, dem Frollein die Entscheidung, bei wem sie aus welchen Gründen wohnen mag, abzunehmen.
Und schliesse mich meiner Vorrednerin an: Koffer packen und ab vom Hof. Der Vater ist ja einverstanden, ihr beide beschliesst das und fertig.
Dann wird sie dich noch mehr hassen, aber du kannst zur Ruhe kommen und reibst dich nicht mehr so auf. Unter anderen Vorzeichen ist dann vielleicht eine Annäherung später möglich.
Mit 13 kannst du das auch genauso kommunizieren: Es tut mir weh, dass du mich hasst und mir das auch zeigst, ich möchte und kann nicht mit jemandem zusammen leben, der mir dieses Gefühl entgegenbringt.
Es tut mir echt Leid für dich.
Viele Grüße
nprMan muss die Welt nicht verstehen. Es reicht, sich darin zurecht zu finden.
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23.02.2014, 07:36
AW: Ich kann nicht mehr!
Liebe Zanzi!
Auch wenn es für Dich jetzt schlimm ist - für Deine Tochter ist diese Zeit genauso schlimm. Sie ist in der Pubertät und da fahren die Hormone eben Achterbahn.
Diese Zeit IST anstrengend, aber die gute Nachricht ist: Sie geht vorüber.
Je ruhiger Du selbst in dieser Phase bleibst, desto leichter wird es.
Ich habe auch Töchter (sie sind nun erwachsen) und in dieser Zeit waren die süßen Mädels auch nicht mehr wiederzuerkennen. Ich denke, das ist bei vielen Kindern normal.
Zähne zusammenbeißen, IN der Situation ruhig bleiben und Dir denken: Sie ist genauso kreuzunglücklich wie Du.
Wenn die Situation vorüber ist, dann in Ruhe mit ihr reden, oft dauert das nur wenige Minuten und sie "schalten wieder um".
Versetz Dich bitte in die Lage Deiner Tochter, sie leidet auch. DU bist erwachsen, DU kannst ruhig bleiben, DU kannst gelassen bleiben, sie nicht - denn die Hormone überfallen sie manchmal so heftig, dass sie sich selbst nicht mehr auskennt.
Was Kinder genau in dieser Phase brauchen sind Eltern, die Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit bieten. Und klar, sie testet ihre Grenzen aus, sie "übt" an Dir, sich durchzusetzen in der Welt.
Ich war auch oft in der Situation dass ich mir dachte, so geht es nicht mehr. Aber ruhig und gelassen zu bleiben ist immer noch das Beste.
Sie BLEIBEN nicht so, das ändert sich wieder, wenn die Pubertät vorbei ist.
Hilf ihr, statt sie fallenzulassen. Hilf ihr durch Gelassenheit und durch das Gefühl, dass sie in Dir auch den Halt hat, den sie in diesen stürmischen Zeiten so dringend braucht.
Liebe Grüße
Zio
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23.02.2014, 08:07Inaktiver User
AW: Ich kann nicht mehr!
Schön gesagt, Zio ... theoretisch stimme ich dir auch voll zu!
Praktisch muss man aber sehen, dass Mütter auch nur Menschen sind ... und jahrelang mit so einer Zeitbombe zusammenzuleben (denn die Pubertät geht nicht so schnell vorbei - und es kommen gern noch andere Probleme - und die Respektlosigkeit kann sich auch noch steigern!) ... naja, das kann auch die verständnisvollsten Mütter kaputt machen ....
Ich finde diesen Rat "Abwarten, es ist alles eine Phase" gefährlich ... und ich spreche durchaus aus eigener Erfahrung!
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23.02.2014, 08:13
AW: Ich kann nicht mehr!
Ich auch, deshalb schreibe ich in diese Richtung. Und ja, ich weiß sehr genau, wie nah man da nervlich am Rande des Abgrundes stehen kann, ich bin manchmal auch durch die Hölle gegangen.
Aber genau aus dieser (mehrfachen) Erfahrung heraus, kann ich nur sagen: Ruhe bewahren, Sicherheit bieten und nicht selbst die Nerven wegschmeißen.
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23.02.2014, 08:25
AW: Ich kann nicht mehr!
Liebe Zanzi,
ich bin gleichfalls alleinerziehende Mutter, zwei Söhne, 15 und 17. Ich kann mir deine Situation recht gut vorstellen.
Aus meiner Sicht halte ich es allerdings für sehr bedenklich, dass du beschreibst, ihr in deiner Verzweiflung durchaus mal "eine gescheuert zu haben". Gewalt ist ganz bestimmt keine Lösung.
Ich finde auch nicht, dass man allein deiner Tochter die "Schuld" zuschieben kann, sondern Ihr beide müsst versuchen, eine Lösung herbeizuführen. Warst du schon einmal in einer Beratungsstelle?
Warum hat sich das Verhältnis so verschlechtert? Wie war es früher?
Jugendliche wollen Eigenständigkeit und das Gefühl "ihr Ding machen zu können", brauchen trotzdem Halt und eine Linie.
Die Sache mit den Bonbons wundert mich nicht, wenn Ihr beide so einen schlechten Kontakt habt. Warum sollte sie das lustig finden? Hat sie die von ihrem Taschengeld gekauft? Wie großzügig geht es bei Euch zu?
Ich würde mal versuchen, in einer günstigen Situation mit ihr ins Gespräch zu kommen, ergebnisoffen. "Ich wünsche mir, dass unser Zusammenleben wieder besser wird und würde mit dir gemeinsam gern bereden, wie das funktionieren könnte..." Vielleicht könnt Ihr gemeinsam Regeln finden.
Ich würde das mit dem Vater nicht immer wieder anbieten und mir das auch von seiner Seite verbitten. Lass ihn raus, es sei denn, du willst, dass sie geht.
Ich komme im Großen und Ganzen mit meinen Jungs gut zurecht. Wir haben uns so verständigt, dass ich weiterhin hier "die Chefin" bin und jeder seinen Anteil einbringen muss. Dennoch kann jeder auch seine Entscheidungen treffen und ich akzeptiere diese, auch wenn ich es nicht so gut finde (z. B. Unordnung im Zimmer). Wenn es Streit gibt, reden wir miteinander und klären die Situation. Sie sollen ja auch erwachsen werden und nicht von mir engmaschig bewacht und bevormundet werden.
Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, mit ihr ins Gespräch zu kommen.
LG
Capbreton
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23.02.2014, 13:36
AW: Ich kann nicht mehr!
Ich habe auch nicht abgewartet.
Ich habe nachdrücklich einen respektvollen Umgangston eingefordert - andernfalls stand ich für gar nichts zur Verfügung.
Ich bin aber auch nicht besonders harmoniesüchtig. Wenn es Entgleisungen meiner Jungs gab, war ich zwar offen für Versöhnung in Worten oder Gesten aber ich habe nie um des lieben Friedens darauf gedrängt.
Vielleicht ist es ganz nützlich zu wissen, dass unsere lieben Kleinen in ihrer Wortwahl nicht ganz geschickt sind: Obwohl sie sagen: "Ich hasse Dich" hassen sie vermutlich nur das, was ihnen gerade gegen den Strich geht.
Woher das wohl kommt?
Ich hatte vorgestern eine Unterredung mit einer Mutter, deren Sohn (11!!!) einige kriminelle Energie bewies, indem er sich über Wochen im Mailaustausch mit einem Lehrer (über das Konto seiner Eltern) als Mama und Papa ausgab.
Die Mutter war entsetzt (zu Recht) und hielt ihrem Sohn vor, wie doof / blöd / ätzend er sei.
Ich habe das Kind rausgeschickt und die Mutter ermuntert, das Tun ihres Kindes als doof / blöd / ätzend zu bezeichnen - aber nicht das Kind.
Sie meinte nur, es wäre das Gleiche.
Gefährlich, um es mit Nases Worten zu sagen, empfinde ich es, in dieser Zeit im Namen der Harmonie das Weichei zu geben. Das ist kein gutes Vorbild.
Ich weiβ nicht, ob es ein Trost für Eltern in den paar schwierigen Jahren ist: Für mich ist es erwiesen, dass der "Hass", der ihnen bisweilen entgegenschlägt NUR ihrem Tun gilt (Verbote, Forderungen) und nicht ihrer Person.
Ich finde nicht, dass es das Gleiche ist.
Ich finde es in Ordnung, dass sie rebellieren und ich finde es in Ordnung, dass ich auf meiner Sicht der Dinge beharre.


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