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  1. Registriert seit
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    Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Hallo zusammen,

    wie der Titel schon sagt, würde mich interessieren, wie ihr mit Kindern in der Stadt lebt und welchen Bewegungsradius eure Kinder dort haben.

    Wir leben in einer mittelgroßen (200.000 EW) Stadt, mittendrin, in einem recht geschäftigen Viertel. Unsere Tochter wird bald 2. Ich kenne einige Familien mit Kindern im gleichen Alter, die jetzt aus der Innenstadt rausziehen bzw. etwas suchen. Wir gucken uns auch sporadisch um, aber der Markt hier ist sowas von leergefegt. Weiter raus, ins Umland, möchten wir eigentlich nicht ziehen.

    Unsere Wohnsituation ist derzeit auch echt ok - wir wohnen im Hinterhaus mit nur einer anderen Partei, haben 120 qm über 2 Etagen, nette Nachbarn und einen Hof, der gepflegt ist und in dem wir uns mit der Kleinen zum Bobbycarfahren etc. aufhalten können. Noch reicht das alles.

    Aber, ich frage mich, wie das werden wird, wenn sie größer wird und ihren Radius erweitern will. Ich bin selbst auf dem Dorf aufgewachsen und war ab einem bestimmten Alter selbständig draussen unterwegs, bei Nachbarskindern, Fahrradfahren etc.

    Das würde hier leider überhaupt nicht gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie mit 6,7 Jahren alleine außerhalb des Hofs rumläuft; in der direkten Nachbarschaft gibt es leider auch keine anderen Kinder. D.h. ich müsste dann immer mit ihr rausgehen, etwas unternehmen, sie zu Freunden bringen etc..
    Wie macht ihr das? Ab welchem Alter durften eure Stadtkinder alleine raus, alleine zur Schule gehen etc.?
    Seid ihr freiwillig in der Stadt geblieben oder eher weil es keine andere Alternative gab?

    LG
    filterkaffee

  2. Avatar von Opelius
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Wir leben in einer Kleinstadt, unsere Enkel dürfen sich in unserem Garten frei bewegen, denn vor dem Haus ist eine vielbefahrene Bundesstraße. Als unsere Kinder noch klein waren, durften sie in das Wohnviertel hinter unserem Haus, in dem auch ihre Grundschule lag. Da inzwischen alle Einwohner des Wohnviertels mindestens ein Auto haben und es fleißig nutzen und als Anlieger sich nicht an die 30km/h-Zone halten , wäre mir das inzwischen ebenfalls zu riskant.

    Als die Kinder in die weiterführenden Schulen gingen, nutzten sie meistens das Fahrrad, falls es nicht gerade Schrott war oder geklaut. Dann mussten sie zu Fuß dahin, max. 3 km. Ab dem Alter besuchten sie auch selbständig ihre Freunde.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Wir wohnen auch in einer größeren Stadt. Die Straße ist viel befahren und so durften meine Kinder erst ab da zu den Nachbarn gegenüber als sie gut die Ampel bewältigen konnten. Wir haben aber auch Nachbarn da kommen unsere Kinder ohne Straßenüberquerung hin. Ich sag mal so ab 5 ging es los, dass sie alleine zu den Nachbarn oder zum Kiosk/Bäcker sind. Mit Schulbeginn stieg noch mal der Radius um Schule/Hort. Jetzt inklusive Musikunterricht/Supermarkt und Bolzplatz.
    Wir sind von der Innenstadt in einen Stadtteil gezogen. Vom Verkehr her war das eher ungünstig, aber vom Schulweg her ideal, da nun nur 500m zu bewältigen sind, vorher waren es 2, 5 km. Auch haben wir hier einen Hof und einen Garten, was es einfacher macht. Vorher musste ich immer 20 Minuten in den Park laufen und natürlich alles dabei haben.

    Das kommt so Stück für Stück. Kinder lernen sich ihrer Umgebung anzupassen und dementsprechend aufzupassen. Aber man muss als Erwachsener eben auch das Verhalten vorleben und anleiten.

    Freunde von uns wohnen in einer Reihenhaussiedlung. Da spielen die Kinder spätestens ab 3 draußen und das funktioniert ganz gut. Aber auch hier ist klar: bei den Parkplätzen und an der Straße dürfen sie sich nicht aufhalten. Aber es gibt so eine Art Hof um den Reihenhäuser angeordnet sind, da ist genug Platz zum Roller fahren, Ball spielen und Kreide malen.

    "We're here for a reason. I believe a bit of the reason is to throw little torches out to lead people through the dark."- Whoopi Goldberg


  4. Registriert seit
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Das kommt so Stück für Stück. Kinder lernen sich ihrer Umgebung anzupassen und dementsprechend aufzupassen. Aber man muss als Erwachsener eben auch das Verhalten vorleben und anleiten.
    Das habe ich auch so festgestellt. Wer in der Stadt wohnt, wächst mit einem dichteren Verkehr auf, und wenn die Eltern das entsprechend vorleben, sind die Kinder auch relativ früh ziemlich sicher. Wir haben das Glück, in einem sehr verkehrsberuhigten Neubaugebiet mitten in einer großen Stadt zu wohnen, das relativ klar umzirkelt ist. So mit 4-5 Jahren beginnen die Kinder langsam, sich immer freier in diesem Gebiet zu bewegen - und sie verlassen die Grenzen erstmal nicht (das kommt dann später).

    Beim Schulweg kommt es darauf an. Zu einer Schule, die ganz in der Nähe liegt (leider nicht unser Schulbezirk) hätte ich meinen Sohn mit 6 Jahren nach nur 2-3 Wochen unbesehen alleine laufen lassen. Zu unserer Schulbezirksschule hätte ich (aufgrund sehr vieler unübersichtlicher zugeparkter Recht-Vor-Links-Kreuzungen) heute in der 2. Klasse noch Bauchschmerzen. Dafür fährt er zu seiner jetzigen Schule nun in der 2. Klasse alleine mit dem Linienbus - die zugehörigen Fußwege sind völlig unkritisch.

    Mein Kleiner gehorcht viel besser als der Große im gleichen Alter - er besteht jetzt mit 4 schon darauf, Straßen nicht an meiner Hand zu überqueren, verhält sich dabei aber so absolut vorbildlich, dass ich ihn lasse.

    Generell ist es schon sehr kindabhängig und auch sehr von der individuellen Wohnlage abhängig, finde ich, wie viele Freiheiten auch Stadtkinder haben können und sollten.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Zitat Zitat von filterkaffee Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    wie der Titel schon sagt, würde mich interessieren, wie ihr mit Kindern in der Stadt lebt und welchen Bewegungsradius eure Kinder dort haben.
    Nun, also meiner Meinung nach hängt das vom jeweils gesellschaftlich akzeptierten Radius ab.

    Und der ist völlig unabhängig davon, in welcher Stadt sich wer wie frei bewegt!

  6. gesperrt
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Ich bin in einer Stadt der gleichen Größe aufgewachsen, in einem Vorort.

    der Schulweg zur Grundschule betrugt etwa 15 Minuten, den bin ich ab der ersten Klasse "alleine" gegangen wobei "alleine" hieß, dass sich mehrere Eltern zusammentaten und organisierten, dass ihre Kinder (wir waren 4) zusammenliefen. Ohne Elternaufsicht, aber eben immer wir vier.

    Ich kann mir kaum vorstellen dass es in ähnlicher Entfernung gar keine anderen Kinder gibt, wo nähme denn dann die nächste Schule ihre Kinder her? Kinder aus dieser Entfernung waren auch meine Schulfreunde, und da dürfte ich dann auch hinlaufen.

    Wie geschätig ist das ganze denn? Bundesstraße?


  7. Registriert seit
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Wir wohnen zwar jetzt in einem Dorf - ich bin aber in einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern aufgewachsen.
    Zu Freunden oder auf den Spielplatz bin ich schon im Kiga-Alter selbst gegangen, danach auch den guten Kilometer in die Grundschule - mal alleine, mal mit Freunden. Meine Mama hat mich in meiner gesamten, 13-jährigen Schullaufbahn vielleicht 2-3mal gefahren.
    Vor kurzem hat meine Mama mir erzählt, dass mein großer Bruder mit 5 Jahren schon mit dem Fahrrad einkaufen war, wenn dringend was gefehlt hat - wir wurden also offensichtlich schon früh zur Selbständigkeit und Verkehrssicherheit erzogen. Das ganze mit einer damals wirklich viel befahrenen Bundesstraße im Ort, an der wir auch entlang mussten (allerdings nicht zwingend drüber).

    Bei meinem Zwerg habe ich vor, dass er das letzte Kigajahr alleine geht, in die Grundschule sowieso - der Weg geht dann auch über ein (vor allem morgens!) sehr viel befahrene Strasse - da muss ich dann einfach vertrauen, dass er die Ampel nutzt.

  8. gesperrt Avatar von Lonamisa
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Die Frage ist doch, ob und wie sich das in Deinem pers. Umfeld gestaltet. Welche Bedingungen du da vorfindest und was möglich ist und was nicht.

    z.b war es in unserem Kindergarten absolut unüblich, dass die Kinder alleine gekommen und gegangen sind... ich musste jedes Jahr heftig dafür kämpfen, dass meine Schulkinder den 4 oder 5jährigen abholen durften.

    Es hieß immer, das dürfe aus versicherungstechnischen Gründen alles so nicht mehr stattfinden und der Kindergarten war auch gar nicht darauf eingerichtet, dass z.b 4jährige alleine durch die Eingangstür kommen wollen. das sollen die doch gar nicht!


    Und viele Grundschulkinder sind ja nun z.b auch durch Ganztagesklasse oder Hortbetetreuung weite Teile des Tages unter Aufsicht Erwachsener.
    Fakt ist, man trifft auch in ländlichen Gegenden selten kinder, die bereits vor 16 Uhr frei haben und da tagelang und wochenlang durchs Dorf spielen können.
    Das ist heute viel weniger Realität, als wir das unserer Kindheit kennen.


    Kindheit ist generell heutzutage ein relativ überwachter und geregelter Zustand und man kommt gar nicht mehr großartig in Verlegenheit, die Kinder unbeaufsichtig irgendwohin durch die Gegend zu schicken.


    Man ist gerade auf dem Lande sehr oft "Elterntaxi" und bringt die Kinder sicher zu ihren Terminen.

    Schulwege liegen z.b oft auch mit auf den Wegen der Eltern zur Arbeit .
    Da nimmt man das Kind eben mit, wenn man selbst auch aus dem Haus geht.

    Kinder unter 10 Jahren trifft man nicht wirklich immer und überall alleine an.

    Ich müsste echt überlegen, wann ich das letzte mal ein Kind dieser Altersklasse alleine im Supermarkt angetroffen hätte, damit es der Familie 3 Joghurts und einen Liter Milch holt.

    Die normalen Wege... zum Bäcker, Metzger und in die Schule wird auch Dein Kind normalerweise schnell drauf haben und sicher bewältigen können... so sie denn in den üblichen Radien liegen in denen auch Du als Mutter eben mit dem Kind zu Fuß oft unterwegs bist.



    Aber 3 und 4jährige alleine zum Spielplatz .. das ist hier nicht mehr üblich, auch wenn die Kinder nicht überfordert wären und das sicher auch viel gut könnten.
    Die Eltern beaufsichtigen aber trotzdem und lassen auch ältere Kinder gut betreuen...
    Kindern darf eben auch nichts passieren.


    Und, völlig egal wie sicher das Kind sich im Verkehr bewegt ... der Rentner, der in unserer Nachbarschaft das kleine Mädchen auf dem Zebrastreifen voll erwischt hat, so dass es im künstlichen Koma lag, fuhr dann noch 2 Jahre mit seinen dickem Mercedes durch die Gegend bis er fast 90 war .
    Geändert von Lonamisa (23.10.2013 um 07:38 Uhr)

  9. gesperrt
    Registriert seit
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Wenn das auf dem Zebrastreifen war ist aber die Frage, ob ein Erwachsener dabei überhaupt was geholfen hätte.

  10. Avatar von Mocca
    Registriert seit
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    AW: Wie frei bewegen sich eure Stadtkinder?

    Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, weil es auf viele Faktoren ankommt.
    Wenn man in einer größeren Stadt einem Reihenhaus mitten in einer verkehrsberuhigten Zone wohnt und sich die Kinder dort regelmäßig zum Spielen verabreden können, sieht die Sache anders aus, als wenn man (auch in einer Kleinstadt!) an der Hauptverkehrsstraße wohnt.

    Meine beiden Großen musste ich sowohl zum Kindergarten als auch zur Schule fahren, anders wäre es gar nicht möglich gewesen. Meine Tochter ging schon nach wenigen Wochen zusammen mit Mitschülern allein zur Schule und wieder zurück, nachdem wir einen Mütterdienst eingerichtet hatten (ich bringe die Kinder hin, du holst sie ab).

    Hingegen erlebe ich heute, dass sogar Viertklässler, deren Weg nicht mal einen Kilometer beträgt, zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden, und das, obwohl sie nicht mal an einer Hauptverkehrsstraße entlang gehen müssten. Sorry, dafür geht mir jedes Verständnis ab.


    Grundsätzlich kann man mit einem Kind vereinbaren, bis wohin es sich frei bewegen darf. Eine andere Frage ist es, ob man dem Kind vertrauen kann, dass es sich wirklich nicht außerhalb des festgelegten Radius bewegt.
    Ein Zweijähriges würde ich ohne Aufsicht nicht mal auf dem eigenen Grundstück spielen lassen oder allenfalls für extrem kurze Zeit. Den Bewegungsradius kann man schrittweise anpassen, sofern es die Umgebung zulässt.

    Eine Kollegin berichtete mir einmal, ihre Kinder hätten allein zum Kindergarten laufen dürfen und hätten sich auch mittags wieder allein auf den Rückweg gemacht. Das hätte ich vermutlich nur im letzten Kindergartenjahr zugelassen und auch nur dann, wenn zwischen dem Kiga und dem Zuhause nur eine kurze Strecke in einem Wohngebiet gelegen hätte.

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