Angeregt durch Aussagen in einem anderen Strang möchte ich mal die Frage aufwerfen, wie Ihr damit umgeht, wenn Ihr kurz aus dem Haus seid.
Ich habe zwei Kinder, Mädchen 8 (in zwei Wochen 9), die superselbständig ist, auf die ich mich verlassen kann, dass sie keinen Unsinn macht. Und einen Jungen, 5, den ich lieber nicht unbeaufsichtig lasse.
Ich höre rundherum immer wieder "nicht aufmachen, wenn es klingelt". Ich selbst bin da zwiespältig. Glaubt Ihr wirklich, dass etwas schlimmes passiert, wenn Ihr mal 20 Minuten ausser Haus seid..... Ich möchte meine Tochter nicht total verängstigen. Wenn der Hermes-Bote kommt, warum nicht? Was ist so gefährlich daran, was kann passieren?
Wie handhabt Ihr das?
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Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Aufmachen oder nicht?
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22.10.2006, 21:39Inaktiver User
Aufmachen oder nicht?
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22.10.2006, 22:38
AW: Aufmachen oder nicht?
Meine Tochter macht die Tür nur auf, wenn sie vorher durch's Fenster gesehen hat, wer vor der Tür steht. Und beim Hermes- oder DPD-Boten bringt's eh nix, wenn sie aufmacht, weil sie aufgrund ihres Alters gar nicht befugt ist, den Empfang zu bestätigen.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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22.10.2006, 22:54Inaktiver User
AW: Aufmachen oder nicht?
Meine Kinder (11 w und 7 m, gelagert wie bei dir) sind fast täglich immer mal wieder alleine. Zuerst hab ich es auch ganz streng gesehen und sie durften keinem aufmachen. Aber dann standen mitunter Nachbarskinder vor der Tür (deren Umrisse man durch unsere Milchglastür erkennen kann) und die Kinder wurden immer wütender. Und ich fand die Regel immer alberner.
Nun mach ich es so: Mein Sohn soll keinem aufmachen, außer es steht ein Kind davor und er erwartet einen Freund. Oder er sieht, dass meine Freundin mit ihrem Hund da steht z.B.. Aber eigentlich ist er eh froh, wenn er seine Ruhe hat und ist nicht wild auf klingelnde Postboten.
Meine Tochter kann aufmachen, wenn sie will. Die Paketfritzen haben ihr übrigens schon häufig die Erlaubnis zur Unterschrift gegeben und ich die Pakete so empfangen.
Wenn sie unsicher ist, kann sie vom Küchenfenster aus spähen, wer vor der Tür steht. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit zu rufen: Mama duscht grad!
Ich will nicht ständig ängstlich durchs Leben gehen (bin es aber selbstredend trotzdem und sehe in meiner Phantasie Kindesentführer, rasende Autos und metertiefe Wasserpfützen am Wegesrand) und meine Kinder nur noch vor Gefahren warnen. Langsam nimmt es ja Überhand, ständig irgendwelche Kurse "Stopp, wehr dich" und "Lerne nein zu sagen" und und und. Wenn jemand meine Kinder (oder mich) verschleppen will, dann reicht eine einfache Pistole und uns stockt der Atem.
Muß aber gestehen, dass ich es ziemlich beruhigend finde, wenn meine Kinder unseren großen Hund bei sich haben.
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22.10.2006, 23:03
AW: Aufmachen oder nicht?
Kenne ich irgendwoher.
Zitat von Inaktiver User
Das kann ich sehr gut verstehen.
Zitat von Inaktiver User
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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23.10.2006, 09:02
AW: Aufmachen oder nicht?
Ich bin für´s NICHT AUFMACHEN.
Ob es Eigenheime oder Mehrfamilienhäuser sind, und ob man im Allgäu lebt in einem 300 Seelen Nest oder im Ruhrpott, das spielt ja auch eine große Rolle.
Wir hatten damals keine Wechselsprechanlagen.
Eine simple, aber doch effektive Sache:
Die gute, alte Metallkette.
Kinder sollten auf eine kleine Fußbank steigen, und NUR BEI BEKANNTEN die Tür öffnen und dann auch nur, wenn die Kette zu ist. Gut, ein Fremder kann den Fuß dazwischenschieben und dann ggf. einen Komplizen rufen, aber gegen richtige Kriminalität ist niemand gefeit.
Auch am offenen Fenster (3.,4.,5. Etage oder noch höher) sollten Kinder nicht herumblödeln oder auf die Straße schreien. Klingt jetzt sehr gut, aber die machen das trotzdem. Wenn der Paketdienst keinen antrifft, gibt es noch andere Leute im Hause, oder die kommen eben noch einmal.
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23.10.2006, 11:33Inaktiver User
AW: Aufmachen oder nicht?
Darf ich meine Frage noch erweitern???
Wie geht Ihr überhaupt damit um, dass Kindern "etwas" passieren kann? Wie bringt Ihr Ihnen bei, dass - und worauf - sie aufpassen müssen.
Bisher war das leicht, aber mittlerweile ist meine Tochter fast 9 und möchte verständlicherweise ihren Radius erweitern, vieles allein machen. Z.B. einkaufen gehen. Ich entscheide das aus dem Bauch heraus, was sie darf, "schwitze" aber fast jedesmal dabei....
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23.10.2006, 11:53
AW: Aufmachen oder nicht?
Meine Kinder dürfen niemandem aufmachen - egal ob Fremde, Freunde, Verwandte oder Bekannte.
Die meisten Missbräuche erfolgen nun einmal durch "bekannte Personen" und nicht durch Fremde.
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23.10.2006, 15:48Inaktiver User
AW: Aufmachen oder nicht?
Es kommen so oft irgendwelche Leute, die über Gott reden oder selbstgebastelte Klobürsten zugunsten diskriminierter Minderheiten verkaufen wollen. Wie sollen Kinder denn mit denen fertig werden, wo schon Erwachsene ihre liebe Not haben, die loszuwerden? Deshalb gilt bei uns auch strikt: Nicht aufmachen, außer man weiß, wer es ist.
Das mit dem Loslassen und Erlauben ist immer schwer und Abwägungssache. Mir ist auch mulmig, weil Töchterlein jetzt allein den Schulweg macht. Aber irgendwann muss ich da wohl durch...
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23.10.2006, 17:15Inaktiver User
AW: Aufmachen oder nicht?
Ach, ich hab dauernd Angst um meine Kinder. Es lauert ja auch wirklich hinter jeder Straßenecke eine potentielle Gefahr - wo soll man da die gesunde Grenze ziehen?
Ich mach es nach Gutdünken. Während meine Tochter schon als sehr kleines Mädchen extrem vernünftig und vorsichtig war, kam das beim Sohn erst wesentlich später. Wobei er nie sehr vernünftig und vorsichtig sein wird. Wenn ich bei ihr mit 3 Jahren sagte: "Du darfst bis zum Ende der Straße gehen und nicht auf die Hauptstraße", dann wußte ich bombensicher, dass sie sich darin hielt. Bei meinem Sohn hätte ich schon fast gewährleisten können, dass er genau das Gegenteil macht.
Ich lasse ihn viel schlechter los als sie, weil er ständig was vergißt, weil er Entfernungen nicht wirklich einschätzt, wenn er spielt oder weil er die Zeit vergißt. Und doch weiß ich, dass ich in seinem Alter auch allein durch die Wälder streifte und die Beine ins Wasser hielt. Also lasse ich bei ihm endlich die Zügel lockerer, weil ich es schrecklich für die Entwicklung eines Kindes finde, wenn es alles mögliche nicht darf und die Eltern ihm nichts zutrauen.
Wichtig ist: Dass sie die Verkehrsregeln eingepaukt bekommen. Dass sie unsere Adresse/Telefonnummer sehr frühzeitig runterbeten können. Dass sie eine Uhr dabei haben (bei der Großen bin ich stets beruhigter, wenn sie ein Handy dabei hat, was sie aber - noch vermutlich - ständig vergißt). Dass sie schwimmen können. Und dass sie den Mut haben NEIN zu rufen oder wegzulaufen oder "Können Sie mir helfen", "Darf ich bei Ihnen telefonieren" und solche Sachen zu sagen.
Noch wichtiger ist mir aber, dass sie ihr Leben genießen dürfen und ich sie nicht permanent mit meinen mütterlichen Ängsten belaste. Leben ist immer lebensgefährlich, heißt es ja so schön und das ist wahr. Wir können alle sofort tot umfallen, angefahren werden, vergewaltigt oder gekidnappt auch. Wirklich schützen kann man sich nur bedingt und wollen wir wirklich Kinder unter einer Käseglocke aufziehen? Ich möchte, dass sie lernen, wie man ein Taschenmesser hält (wenn ich nur daran denke, fällt mir gleich die Notaufnahme ein), wie man über einen Graben springt und wie es im Dunkeln auf der Straße aussieht.
Unverantwortlich finde ich es jedoch, wenn sich Eltern überhaupt keine Gedanken machen und ihre Kinder unbehelmt und dreijährig durch die Gegend radeln lassen oder wenn 5jährige mit ihrem Schäferhund durch die Straßen marschieren. Das regt mich auf.
Irgendwie versuchen wir uns durchzuwurschteln aus einem Mix von gesunder Vorsicht und natürlicher Lebensfreude.
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23.10.2006, 18:14Inaktiver User
AW: Aufmachen oder nicht?
@Basine
so ähnlich sehe ich es auch. Eingebleut habe ich meinen, dass nie nie nie irgendeine Person zu ihnen kommt und ihnen sagt, sie müssten doch bitte jetzt mal mitkommen, weil mir etwas zugestossen sei. Auch keine Polizei!
Oder dass sie IMMER einen weiteren Erwachsenen hinzuziehen müssen, wenn ein anderer Erwachsener ausgerechnet sie braucht, um ihm zu helfen.
Sobald überhaupt ein Erwachsener etwas von ihnen will, ein anderer Erwachsener dieserhalb von ihnen einbezogen werden soll.
Wir wohnen in einer Grosstadt. Auf dem Schulweg sind immer viele Menschen unterwegs.
Ich weiss allerdings nicht, ob ich meinen Kindern verbieten soll, dem spontan besuchenden Opa die Tür zu öffnen... welches weltbild entsteht da?


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