Hallo, ich schon wieder.. In unserem Kindergarten dürfen die Kinder im Prinzip fast alles alleine entscheiden.
Letzte Woche wurde ich (bin im EA) mal wieder von einer Mutter angesprochen, dass sie das Konzept des Kiga nicht in Ordnung findet, dass die Kinder alles selbst entscheiden sollen (z.B. ging es um das Thema Waldtag, ihr Kind möchte nie mitgehen, die Mutter möchte aber, dass es ab und zu mitgehen muss, weil sie weiss, dass es dem Kind dann doch gefällt, wenn es mal dort ist... der Kiga sagt aber, wenn das Kind nicht möchte, dann muss die Mutter das so akzeptieren)
Oder bei mir das Beispiel, dass der Kiga findet, die Kinder sollten beim Entwicklungsgespräch dabei sein, da es schliesslich um sie gehe, ich aber finde, dass die Kids nicht alles ohne extra Erklärung verstehen und dann bei fehlender Nachfrage etwas/vieles falsch interpretieren...
Wieviel sollen und können knapp 5-jährige schon allein entscheiden?
Bin sehr gespannt auf eure Antworten! DANKE![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
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10.04.2013, 08:18
Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Carpediem mit Frühlingskind 2008 und Winterkind 2012 an den Händen und Herbstbaby 2014 im Arm


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10.04.2013, 08:31
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Waldgang kann ein 5jähriges entscheiden, aber da sollte es genau definieren, warum es nicht mit will - aber das Entwicklungsgespräch sollte zwischen Erwachsenen durchgeführt werden, man kann ja dann, wenn alle Punkte geklärt sind, das Kind dazuholen, also nicht einfach informieren, sondern durch die Punkte, die es verstehen kann, durchführen.
Das Kind hat noch überhaupt nicht die intellektuelle oder soziale Kompetenz, schwierige logische Sachverhalte weitsehend zu analysieren. Wenn man weiss, was alles rauskommt, wenn man einem Kind etwas erklärt, wie viele Gedanken sie sich machen, die sie nicht formulieren, sondern die sie belasten und zu Verhaltensirritationen führen, dann kann man einem Kind nicht zumuten, bei einem solchen Gespräch von Anfang an dabeizusein.
Da wurde Montessori mal wieder gründlich missverstanden..
I'm waiting for the other shoe to drop.
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10.04.2013, 08:33Inaktiver User
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Ist es denn Montessori?
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10.04.2013, 09:05
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
das weiss ich nicht.
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I'm waiting for the other shoe to drop.
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10.04.2013, 09:23
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
nachdem ich nun auch dein anderes Post über diese Freundin gelesen habe, denke ich... ohne jetzt crossposten zu wollen - aber das hängt meiner Ansicht nach wohl alles zusammen ...
und es ist vielleicht gar nicht so sehr der Wunsch deines Kindes ... sondern eher der dieser Freundin... und von daher würde ich sagen
die Erzieherinnen im Kiga machen es sich halt eine Runde einfach.
Lassen sie die beiden Mädels im Kiga, müssen sie die nicht beaufsichtigen und die beiden Mädels spielen miteinander .. keiner muß überzeugt werden, mal etwas anderes zu wollen als das übliche ... kein Gemecker ausgehalten ...
Ich würde sagen, es wäre der Job der Kindergärtnerinnen zu einer Gruppenaktivität der Gruppe möglichst alle Kinder mitzunehmen und so einzubinden, daß die dabei Spaß haben ...
Es wäre auch deren Aufgabe es hinzubekommen, daß alle Kinder sich möglichst vielfältig in die Gruppe integrieren und nicht immer nur die selben Kinder zusammen spielen.
Klar kann man Kindern Freundschaften nicht aufzwingen ... selbstverständlich sollen sie auch mitreden dürfen. Dürfen auch mal etwas ablehnen, was sie nicht möchten und muß nicht jede aktivität mitgemacht werden ...
Aber grundsätzlich verweigern .. oder immer nur die eine Freundschaft pflegen ...
Da würde ich schon erwarten, daß man anders argumentiert und die Kinder dazu anregt mitzumachen.
Selbstverständlich sehe ich den Aspekt, daß wenn deine Tochter mit zur Sprachtherapie geht, daß dann da mehr gesprochen wird und die Therapie mehr Spaß macht und wohl mehr bringt ...
Nur das ist einseitig ...
Deiner Tochter sollte der Besuch des Kindergartens mehr bringen, als in 1. Linie die Bedürfnisse und Interessen des anderen Kindes zu berücksichtigen.
Ich würde also 2 Dinge probieren .. den pädagogisch geschulten Kindergartenpersonal verklickern, daß meine Tochter sich nicht mehr gut entfalten kann, weil sie von dem anderen Kind zu so sehr dominiert wird und sich so sehr anpasst und in ihrer sozialen Kompetenz so weit ist zu denken, was möchte die Freundin, was tut ihr gut... wo kann ich helfen, wenn ich mich einschränke... was umgekehrt aber nicht der Fall ist.
Und ich würde mit meiner Tochter darüber reden, daß ich als ihre Mutter von ihr erwarte,
daß sie das Programm im Kindergarten annimmt und mitmacht, und ganz selbstverständlich zum Waldtag mitgeht ...
Sie ist kein Baby mehr, auf das man ständig besondere Rücksichten nehmen muß .. von wegen mag nicht in den Wald ...
Sie ist mit 5 Jahren demnächst auch schon Vorschulkind und bereitete sich auf die Schule vor...
und dort kann sie auch nicht immer nur das machen und tun , was sie sich wünscht.. oder was der Freundin gefällt.
Da muß sie auch dann in den Wald, wenn die Lehrerin den Ausflug ansagt ... da erwartet man auch von ihr mit allen Kindern lernen und arbeiten zu können - und nicht nur mit einer einzelnen Freundin.
In ein paar Monaten darf das Kind vieles dann nicht mehr selbst entscheiden... und richtet man sich in der Schule auch nicht wirklich nach ihren Wünschen und brät solche Extrawürste für einzelne Kinder.
Das sollte den Erziehrinnen im Kiga auch klar - sein und darauf sollten sie die Kinder auch vorbereiten.
Ich finde also, die machen es sich da sehr einfach.
Dem Kind immer den Willen zu lassen, hat nichts mit Erziehung zu tun ... erziehen sollen sie im Kindergarten. Deswegen heißen sie Erzieherinnen.
Die sollten eigentlich wissen, wie man Kinder motiviert, mitzumachen und Spaß daran zu haben .. genau das ist ihr Job.
Selbstverständlich nein, beim Erziehungsgespräch würde ich das nicht vor den Ohren meiner Tochter ausdiskutieren .. solche Kritik ist nichts für Kinderohren, das gehört auf einer erwachsenen Ebene besproche.
Ich würde ja sagen, auch in diesem Puntk machen es sich die Erzieherinnen einfach ..
weil die genau wissen, daß man nicht alles und jedes vor dem Kind ausdiskutieren kann und einiges an müttelichen Problemen nicht ansprechen möchte, verlaufen solche Erziehungsgespräche mit Kind dann völlig unproblematisch und seicht und sind so kein Streß für das Kindergartenpersonal.
Mein fazit: sie machen es sich dort insgesamt selbst eher relativ einfach ..
und tarnen das unter irgendwelchen Pädagogiktheorien, Konzeptgedanken ...
und als Mutter wäre ich damit nicht zufrieden sondern eher schon angenervt.
Das Kindergartenkonzeptselbst und an und für sich wird aber stehen ... und daran kann man als einzelner nichts ändern.
Mit dem muß man zufrieden sein und es annehmen können, wie es eben ist ...
ansonsten muß man sich einen Kidnergarten mit einem anderen Konzept suchen.
Man sollte aber in jedem Kindergarten und egal mit welchem Konzept in der Lage sein, auf diese konkret angesprochenen Kritikpunkte einzugehen!!!
Gruß, B.Geändert von Blondine (10.04.2013 um 10:38 Uhr)
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10.04.2013, 09:34Inaktiver User
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Blondine du vermischst die beiden Stränge und vertauschst dabei die Personen. Hier ist es nicht die Tochter der TE die nicht mit zum Waldspaziergang möchte sondern ein anderes Kind.
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10.04.2013, 09:36
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Ich frag mich bei jeder entscheidung, was das kind davon hat, selbst entscheiden zu dürfen.
Wenn sie morgens zwischen rock und hose entscheiden darf, dann kann sie sagen, worin sie wich wohler fühlt. Was ich besser gefällt. Haken dran.
Wenn sie selbst entscheidet "waldtag oder nicht", hat sie vielleicht in der schule ein problem. Dort gibt es einen verpflichtenden stundenplan, und da gibts dann auch kein "ich mag heute keinen matheunterricht". Also mitgehen.
Zum entwicklungsgespräch werde ich ihr die wichtigsten dinge nach dem gespräch sagen. Sie kann 200 tage im jahr mit ihren erziehern reden; diese zwei gesprächsstunden gehören den eltern.
Abends keinen bock auf zähneputzen? Nixda. Egal. Muss gemacht werden.
Abends keinen bock auf brot, lieber cornflakes? Okay, hab ich kein problem mit; wenn ihr körper grad was anderes will.
Das sind bei mir alles bauchentscheidungen, bei denen ich abwäge, wie sehr die entscheidungskompetenz meinem kind nutzt. Davon mache ich es abhängig, wie viel spielraum ich ihr einräume. Bisher scheinen wir damit gut gefahren zu sein.
Unser (montessori) kindergarten lässt den kindern auch viel freie hand, hat aber auch pflichtveranstaltumgen (morgens um neun beispielsweise singen alle 100 kinder zusammen für 15 minuten), bei denen klar ist, dass alle mitmachen. Ich finde dort den mittelweg zwischen "pflicht" und "wahl" ganz gut getroffen.
tschakka-hee
Spendet Blut!
BÖ & BUDDY
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10.04.2013, 09:38Inaktiver User
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10.04.2013, 09:41Inaktiver User
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10.04.2013, 09:48Inaktiver User
AW: Wieviel Entscheidungskompetenz haben 5-jährige?
Das klingt gut.
Fehlt hier dem Kindergarten vielleicht einfach ein Konzept? Oder können die Erzieher das nicht durchsetzen?
In unserem Kindergarten standen solche Aktivitäten gar nicht zur Diskussion. Das gehörte zum normalen Kindergartenbesuch dazu. Damit haben sich die Eltern bei der Anmeldung des Kindes einverstanden erklärt.
Ein gewisses Rahmenprogramm bietet auch für die Kinder Verläßlichkeit. Kinder und auch Jugendliche sind heute oft von ihren Entscheidungsmöglichkeiten überfordert. Jede Entscheidung beinhaltet auch die Möglichkeit sich falsch zu entscheiden. Und dafür trägt dann das Kind oder der Jugendliche selbst die Verantwortung. Da ist es manchmal hilfreich wenn den Kindern diese Bürde abgenommen wird. Es gibt wichtigere Dinge bei denen man sie entscheiden lassen darf und soll.
In dem Alter kann das, wie im Beispiel von Entchen, bei der Kleidung Rock oder Hose sein. Aber nicht kurze Hose oder gefütterte Hose. Das bestimmt das Wetter und das muss mein Kind in dem Alter auch nicht einsehen. Das ist einfach so. Da entscheide ich als Mutter.
Und so sollte auch der Kindergarten entscheiden. Ein Waldtag ist ein gemeinsames Erlebnis aller Kinder. Warum, wieso, weshalb alle Kinder daran teilnehmen sollen ist ihnen in dem Alter gar nicht bewußt.Geändert von Inaktiver User (10.04.2013 um 09:53 Uhr)


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