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  1. Inaktiver User

    Lieblingskinder

    Hallo!

    Ausgelöst durch ein kürzliches Gespräch im Familienkreis und einen Radiobericht beschäftigt mich gerade das Thema "Lieblingskinder".

    Ich bin selbst Einzelkind, habe also keine Erfahrung aus Kindesperspektive. Als mein zweites Kind noch ein Baby war (bis ca. 9 Monate) war ich so verliebt in dieses neue Wesen, dass mein Großer eine Zeitlang nebenbei lief. Das hat sich mittlerweile wieder gegeben & darüber bin ich auch sehr froh. Dennoch stelle ich mir die Frage, ob ich später, wenn sich die Persönlichkeiten deutlicher entwickelt haben, wohl ein Lieblingskind haben werde? Und wie ich dann damit umgehe?

    Gibt es 'ausgleichende Gerechtigkeit', dass ein Kind vom einen Elternteil, ein anderes vom anderen Elternteil bevorzugt wird? Werden aus Sorgenkindern häufig auch Lieblingskinder?
    Heute im Radio äußerte eine Psychologin die Auffassung, je schlechter die Elternbeziehung verlaufe, desto wahrscheinlicher sei es, dass ein Elternteil eines der Kinder bevorzugt.

    Mich interessieren dazu Eure Erfahrungen - als Kind und als Eltern.

    Viele Grüße,

    centralreservation

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    AW: Lieblingskinder

    Interessante Frage,

    bei uns beruhen die Beliebtheiten auf Gegenseitigkeit. Und sie werden von den Kindern viel deutlicher gezeigt als von uns Eltern.

    Ich liebe meine beiden Kinder sehr. Aber mit meiner Tochter verstehe ich mich etwas weniger gut als mit meinem Sohn, das soll heißen, wir streiten uns öfter, und ich bin machmal von ihrer leicht zickigen Art und ihrer Schwatzhaftigkeit genervt. Mit der Sturheit und den Eigenheiten von meinem Sohn komme ich irgendwie besser zurecht.

    Das ist einfach eine Charakterfrage auf beiden Seiten. Und wenn unsere Kinder die freie Wahl haben, weil beide Eltern Zeit haben, dann orientieren sie sich selbst entsprechend. Die Tochter zum Papa, und der Sohn zur Mama. Ganz klassisch Phasenweise gibt es allerdings auch Verschiebungen.

    Solange alles einigermaßen ausgeglichen ist, finde ich es ganz natürlich so.

    falbala

  3. User Info Menu

    AW: Lieblingskinder

    Central,
    ich bin gespannt auf die Antworten. Ich bin selbst Lieblingskind meines Vaters gewesen, den Rest der Geschichte kennst Du. Zu meiner Mutter habe ich ein sehr enges Verhältnis und das war für mich gegenüber meinem Bruder oft schwer, weil er gerade nach seinem Auszug (er ist wesentlich älter) tendenziell in einer Außenseiterposition war. In den letzten Jahren und auch mit Geburt des Löwen habe ich das Gefühl, dass die gesamte Familienkonstellation ausgeglichener geworden ist. Wobei meine Mutter meinen Bruder sicher immer geliebt hat, aber die beiden sprechen so eine unterschiedliche Art, dass sie bei Konflikten sich anschweigen oder es gleich knallt. Ich bin da glücklicherweise bilingual - ich kann mit beiden auch in schwierigen Dingen kommunizieren.

    Schwierig war bei uns aber auch, dass mein Bruder nicht der Sohn meines Vaters ist und mein Vater auch nie sonderliches Interesse an einer guten Beziehung zu ihm hatte (wobei das ja nun bei seinen eigenen Kindern auch nicht so viel anders war...).

    Früher dachte ich ja immer, dass Frauen, die vor der Geburt des zweiten Kindes Angst davor haben, es nicht so lieben zu können wie das erste, ein bisschen komisch sind. Inzwischen kann ich das viel besser nachvollziehen. Der Löwe wird ja erstmal lange, wenn nicht für immer, Einzelkind bleiben - aber momentan glaube ich, ich würde auch Angst bekommen, dass ich ein zweites Kind nicht ganz so sympathisch und herzerwärmend* finden würde.

    *Ich finde dieses Wort blöd, aber es beschreibt, was ich fühle, wenn ich den Löwen anschaue - egal wie entnervt/müde/gestresst ich bin. Sobald ich in dieses Gesicht sehe, geht die Sonne auf.

    Übrigens hast Du vor über einem Jahr geschrieben, dass Du Dein großes Kind eigentlich grade viel spannender findest (oder so ähnlich, ich bekomme es in deinem Wortlaut nicht mehr hin, es ging wohl darum, wieviel Zeit man in welchem Alter gern mit seinen Kindern verbringt?).

  4. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Ich denke mal, dass man mit einem Kind, das schwerpunktmäßig die eigenen Charaktereigenschaften hat, besser klarkommt als mit einem, das tendenzmäßig Eigenschaften hat, die einem nicht so liegen.... Ist umgekehrt -ich meine gegenüber den Elternteilen- ja nicht anders. Halte ich ehrlich gesagt für zutiefst menschlich.

    Eine objektive "Gleichbehandlung " wird es nie geben, wir sind ja keine Roboter.

    Es ist eben nicht so, dass die Familie automatisch ein Hort ist, in dem sich alle gleichermaßen liebhaben und es alle gut miteinander meinen.

    Wer sich dessen alles bewusst ist, kann damit umgehen finde ich.

    Gruß, Elli

  5. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Ich glaube, dass man seine Kinder liebt und mal das eine und dann wieder das andere mehr.
    Wichtig finde ich, dass man allen die nötige Aufmerksamkeit gibt, die sie brauchen.

  6. Inaktiver User

    AW: Lieblingskinder

    Vor nicht allzulanger Zeit gab es im Stern dazu eine Titelgeschichte. Der Tenor war, dass es kaum möglich ist, kein Lieblingskind zu haben, dass man es aber nicht zu deutlich zeigen soll, weil das sowohl für das Lieblingskind als auch für die anderen Folgen haben kann, was Depressionen, Burnout etc angeht.

    Ich war das Lieblingskind von meinem Vater, das hat er nicht nur sehr offensichtlich gezeigt, sondern auch gesagt (nicht nur mir, auch meinen Geschwistern). Für uns Geschwister war das, gerade als wir jünger waren, sehr schwer, wir haben uns eine zeitlang gar nicht verstadnen. Für meine Mama war es schwer, weil sie immer versuchte, auszugleichen, ohne, dass sie mich wirklich benachteiligen wollte. Wir haben ein sehr enges Verhältnis (alle drei) zu unserer Mutter, auch weil sie irgendwann einsah, dass sie eben nichts ausgleichen kann. Für mich war es schwierig, weil ich gegenüber meinen Geschwistern ein schlechtes Gewissen hatte und zum anderen, weil ich ja gesehen habe, wie lieblos mein Vater zu meinen Geschwistern war und wie wenig Aufmerksamkeit sie bekamen. Das wollte ich nicht, deshalb wollte ich immer in allem die Beste und Tollste sein, eben weiterhin das Vorzeigekind. Mit 21 hatte ich meinen ersten Burn-Out.

    Sprich: Ein Lieblingskind zu haben, ist normal und natürlich. Aber als Eltern sollte man es dennoch vermeiden, es zu zeigen.

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    AW: Lieblingskinder

    Was mich betrifft wage ich mit gutem Gewissen zu behaupten, dass die Liebe zu meinen Kindern ohne Maßstab, weil nahezu bedingungslos ist. Deshalb empfinde ich wirklich unvoreingenommene Liebe für beide Lieblingskinder und bin glücklich darüber, dass ich keine emotionalen Präferenzen habe.

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    AW: Lieblingskinder

    Meine Eltern haben immer gesungen, dass sie alle Kinder gleich lieben.

    Nichts war mehr gelogen.

    Ich hab mir immer überlegt, ob ich vertauscht worden bin. Weil diese Frau einfach nicht meine Mutter sein konnte. (Mein Vater war fast nie da).

    Klar, rückblickend verstehe ich es. Über das angekündigte 3. Kind waren sie verzweifelt (Nachkriegsjahre). Und dann stellte sich bei der Geburt heraus, dass es Zwillinge waren.

    Der Arzt bot an, mich zu adoptieren. Die Freude musste also grenzenlos sein.

    Aber warum muss dann meine Mutter dauernd herumlügen, wie sehr sie sich über meine Geburt gefreut hat? Klar - sie weiß ganz genau was sie alles getrieben hat und wünscht sich, indem sie es leugnet, dass es somit nicht stattgefunden hat.

  9. Moderation

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    AW: Lieblingskinder

    Zitat Zitat von walkabout Beitrag anzeigen
    Was mich betrifft wage ich mit gutem Gewissen zu behaupten, dass die Liebe zu meinen Kindern ohne Maßstab, weil nahezu bedingungslos ist. Deshalb empfinde ich wirklich unvoreingenommene Liebe für beide Lieblingskinder und bin glücklich darüber, dass ich keine emotionalen Präferenzen habe.
    Diese Erfahrung habe ich aus der anderen Seite gemacht. Also als Kind. Wir sind zu dritt und obwohl es früher die typischen Eifersüchteleien gab und die entsprechenden Konflikte mit den Eltern, obwohl wir vergleichsweise typische Rollen übernommen haben und uns in diesen Rollen ab und zu vernachlässigt vorkamen - die vernünftige älteste Schwester, die doch alle Kämpfe fechten muss, die ausgleichende und eher unproblematische Sandwich-Schwester, und als drittes der kleine Prinz, der später zum Rebell wurde und im Dauerclinch mit den Eltern lag - kann ich nicht sagen, dass meine Eltern oder eines meiner Elternteile eines ihrer Kinder irgendwie merklich bevorzugt hätten.
    Auch heute, wo wir alle ausgezogen sind, nicht.

    Ich kenne aber auch einen Fall, wo dieses Prinzip der Gleichbehandlung gründlich schief läuft. Meine Schwiegereltern achten peinlich genau darauf, auch heute noch ihre Kinder (inzwischen zwischen 30 und 40) gleich zu behandeln. Sie bekommen z.B. immer Geschenke im gleichen Geldwert und wenn jemand sich etwas günstigeres gewünscht hat, bekommt er den Rest dazugezahlt.
    Dabei bleiben individuelle Bedürfnisse auf der Strecke. Und nicht nur beim Monetären - das ist ja eher nebensächlich, auch bei ganz anderen, grundlegenderen Bedürfnissen. Z.B. wurde mein
    hochbegabter Mann (und seine jüngeren Geschwister) ein Jahr im Kindergarten zurückgestellt, weil eines seiner älteren Geschwister mit 6 noch nicht schulreif war. Bei ihm wurde gar nicht mehr nach Schulreife/Eignung geschaut, was dem älteren Kind gut tat muss auch für die jüngeren gelten.
    Im Grunde ist dies bis heute so geblieben.


    Lunete
    Geändert von lunete (29.09.2012 um 12:47 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Lieblingskinder

    Ich war ein Lieblingskind.
    Einfach, weil mein Bruder sowas von schwierig, krank und nervig war. Ich glaube nicht, dass meine Eltern meinen Bruder nicht geliebt haben, aber es war immer ! nur anstrengend mit ihm. Entsprechend war ich gar nicht anstrengend und war beliebter. Leider habe auch ich dann noch auf meinem Bruder rumgehackt und mir wurde von meinen Eltern kein Einhalt geboten. Schrecklich!
    Dafür wurde meine Mutter meinen Bruder zeitlebens nicht los. Er hat ständig bei ihr angerufen oder war bei ihr. Er brauchte das.
    Jetzt macht er sich - 7 Jahre nach ihrem Tod - langsam frei.
    Bei meinem Mann - 4 Kinder - wurden angeblich alle 4 Kinder gleich behandelt (allerdings waren die einzige Tochter und der Jüngste mit seinen Mandelaugen die, mit denen auch mal was alleine unternommen worden ist, das Mädchen wurde sogar mal in den Arm genommen!!).
    Allerdings ist jeder einzelne - auch heute noch - nichts wert. Nur die Großfamilie wird über den grünen Klee gelobt, was die einzelnen Kinder treiben, interessiert die Eltern nicht.
    So, genug Geschwafel von mir.
    Ich glaube schon, das es Vorlieben gibt. Manche Kinder passen auch charakterlich eher schlecht zu dem einen oder anderen Elternteil.
    ....................

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