SOS-Ich brauche Hilfe von trotzphasenerprobten Müttern, Tanten und Omas hier. Auch Vätertipps sind natürlich willkommen.
Meine Kleine (2 Jahre alt) hat momentan eine wunderschöne Trotzphase, komplett mit sich schreiend auf dem Boden werfen, sich nicht anziehen wollen, nicht Haare kämen wollen...gar nichts wollen. Alles doof! Will nicht! Mag nicht! Mach' ich nicht.
Normalerweise , d.h. wenn ich Zeit habe, uns nichts drängt und wir keine Termine haben, kann ich es gut "ignorieren", d.h. ich lasse sie in Ruhe, bis sie sich wieder beruhigt hat. Das klappt dann ganz gut.
Mein Problem sind die Situationen, in denen ich Zeitdruck habe.
z.B. wenn ich zur Arbeit muß und die Kleine vorher in die Kita bringen. Das sind die Momente, in denen ich mit der Methode "In Ruhe lassen" natürlich nicht weiter komme. Die Zeiger der Uhr laufen weiter und wir müßen zu einem bestimmten Zeitpunkt das Haus verlassen.
Probleme bereitet vor allem alles um das Anziehen.
Wie löst ihr vergleichbare Situationen? Habt ihr Tipps für uns?
Danke,
LM
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12.09.2012, 11:24Inaktiver User
Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter braucht Eure Tipps
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12.09.2012, 11:29
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Wie stark ist denn die Gegenwehr? Kommst Du noch durch, d.h. könntest Du zum Beispiel sagen "Ich höre/sehe Du bist sehr wütend und willst nicht. Ich will aber jetzt los/habe es eilig und ich ziehe Dich jetzt an." und dann stoisch durchziehen?
Später dann in einer ruhigen Minute die Situation noch mal nacherzählen: Weisst Du noch, heute morgen wolltest Du gar nicht... Ich hatte es aber ganz eilig und drum habe ich... Du hast furchtbar geschimpft, aber als wir... war es dann wieder gut.
Im Notfall würde ich wohl auch mal einfach Sachen in die Tasche werfen und Kind im Schlafanzug mitnehmen und samt Wechselklamotten abliefern.
Dann natürlich abends ebenfalls nochmal "besprechen", d.h. einfach erzählen, was passiert ist. Und ggf. noch: morgen müssen wir wieder früh los. Ich möchte, dass Du nach dem Frühstück... Wenn das nicht geht, werde ich...
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12.09.2012, 11:40
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
- Früher aufstehen, um mehr Zeit zu haben
- praktischen Haarschnitt, um nicht unbedingt jeden Tag kämmen zu müssen
- dem Kind die Willensbekundung abnehmen, in dem man es entscheiden lässt. Aber nicht den Kleiderschrank auf, sondern zwei Outfits im Bad/Kinderzimmer: Entweder das oder das oder mit Schlafanzug in den Kindergarten und dort umziehen (musste ich nur einmal machen, dann wars durch).
- Alternative: Kind wählt abends Outfit in Ruhe aus. Wenn man Pech hat, ist das morgens aber auch nicht mehr recht. Wenn man durchhält, aber eine gute Methode, um dem Kind zu signalisieren: hier hattest du deinen Willen, du hast entschieden.
- Personenwechsel: Wenn Kind bei Mama bockt, hilft Papa oft weiter und umgekehrt
- Frühstücken vor dem Umziehen. Ausgehungert ist man schneller gereizt.
- Auch das Elternoutfit abends richten
- Timer für die Kaffeemaschine
- Kind 'alleine' lassen beim anziehen, insbesondere dann wenn sie 'alleine' einfordern. Dann wirklich raus gehen und hin und wieder schauen, wie weit es ist und Hilfe anbieten
- ertragen wenn Kleidung links/falsch rum angezogen ist oder das längsgestreifte Shirt nicht zum karierten Rock passt. Im Kindergarten vorwarnen entlastet.
- Entscheiden wo der 'Kampf' sich lohnt: Gummistiefel bei Sommerwetter, nicht sinnvoll aber auch nicht schädlich. Eine Erfahrung fürs Kind. Bikini im Winter - hier ist klar, was zu tun ist.
- Ablenken, hilft nicht immer aber manchmal.
- Frühstück zur Not unterwegs, wenn die Zeit knapp ist - oder erst in der Kita. Wenn alles andere stressig war, lieber auf einen weiteren Stressfaktor verzichten und das Kind in Ruhe woanders frühstücken lassen (gilt natürlich auch für die Eltern).Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.09.2012, 11:40
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Das ist auch sehr gut und sehr wichtig.Und ggf. noch: morgen müssen wir wieder früh los. Ich möchte, dass Du nach dem Frühstück... Wenn das nicht geht, werde ich...Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.09.2012, 11:52Inaktiver User
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Ich versuche es genau so. Aber da ist meist kein Durchkommen, das ist das Problem.
Es wird zwar kurz innegehlaten, mir zugehört und dann...weiter gehts unbeirrt mit "Nein, mag nicht" und Gegenwehr.
Das Nacherzählen mache ich auch, da hört sie mir immer aufmerksam zu, stimmt mir zu, umarmt mich etc. Nur hat das keinerlei Auswirkung auf das nächste Trotzevent.
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12.09.2012, 11:55
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Ich meinte mehr, ob physisches Durchsetzen bei Gegenwehr noch machbar/zumutbar ist. Wir haben hier zum Beispiel manchmal "Schwitzkasten" zum Zähneputzen und das geht. Hose anziehen bei Gegenwehr ist allerdings so gut wie unmöglich (vor allem, weil mein schwangerer Bauch eine gute Zielscheibe ist). Da packe ich dann halt ein und verschiebe auf später bzw. lasse jemand anders ran.
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12.09.2012, 11:59Inaktiver User
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Danke, das sind ja unglaublich viele hilfreiche Aspekte! Super!
Das sich wirklich alleine anziehen lassen habe ich noch nicht versucht, ich ahne, daß wir dann auch nicht wirklich früher 'rauskommen, aber es ist einen Versuch wert. Das könnte die Situation entspannen.
Das Entscheidenlassen macht mir allerdings oft Probleme, ich merke, daß sie damit noch überfordert ist. Oder mir wird beim Fingerreichen gleich der Arm abgerissen, weil es dann soweit geht, daß die Kleine eine bestimmte Windel möchte. Die mit der Entenmutter und der kleinen Ente. Oder die mit Bert. Auf keinen Fall eine andere.
Da habe ich dann die Befürchtung, mit der Entscheidungsfreiheit eher konterproduktiv zu sein, weil ich dann ggf. das ganze Windelpaket nach der nächsten Elmowindel durchwühlen muß.
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12.09.2012, 12:13
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Das mit der Entscheidung ist tatsächlich schwierig in dem Alter. Aber wenn du nur zwei Dinge zur Verfügung hast, dann hat das Kind nur die Wahl zwischen den beiden Dingen. Auf keinen Fall mehr Auswahl!
'Elmo oder Bert - deine Entscheidung' (dies 345 mal ruhig wiederholen). In der Trotzphase lernen die Knirpse, dass sie nicht die allmächtigen Wesen sind, wie sie die ganze Zeit dachten. Und sie waren ja allmächtig: haben laufen gelernt, können Türmchen Bauen und entdecken die Sprache, können sich langsam verständigen. Doch nun lernen sie - sie sind nicht allmächtig. Sie dürfen nicht die Zahnpasta in Mamas Schuhe schmieren oder 'Nein' sagen, wenn sie eine frische Windel bekommen sollen. Dann passiert was seltsames mit Mama. Dieses seltsame muss wiederholt werden - learning by doing. Hat jedes 'Nein' diese Folge? Muss ich mich immer morgens anziehen? Was passiert wenn ich 'Nein' sage?
Je beständiger ihr reagiert, desto sicherer wird die Welt für das Kind. Je sicherer, desto verlässlicher - gilt für Umwelt und Eltern. Um diese Verlässlichkeit zu spüren muss geforscht werden. Forschen heißt die gleichen Testversuche immer wieder ausprobieren.
Das bedeutet, dass dein Kind noch viele Male nach der Elmo-Windel schreien wird, auch wenn nur Bert und die Enten da sind. Die Frage ist, ob du nach der Windel suchst oder ihr eine klare Auswahl anbietest.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.09.2012, 13:01Inaktiver User
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
Den Tipps von xanidae habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen, nur eins:
stellt Dich innerlich einfach darauf ein, dass es anstrengend ist (und zwar auch körperlich anstregend) und einfach für ein paar Jahre sein wird. Bei uns sind die langen Trotzphasen beider stark trotzender Kinder (wobei Nr. 2 trotzdem harmlos war im Vergleich zu Nr. 1) praktisch direkt ineinander übergegangen bzw. lagen zeitweise parallel (3 Jahre Altersabstand, beide fingen mit 1,5 Jahren an, der Große hörte so mit 5 Jahren langsam auf, der Kleine ist noch mittendrin), und ich war oft morgens einfach nur fix und alle, wenn beide rechtzeitig abgeliefert waren.
Was mir geholfen hat: es gab eine Uhrzeit, die gut war, aus dem Haus zu kommen, ich habe mir immer fest vorgenommen, es eine Viertelstunde früher zu schaffen - das gab den Puffer, um noch einen Trotzanfall in letzter Minute aussitzen zu können, und wenn wir doch früher los sind, war's halt am Kindergarten entspannter.
Und noch wichtiger: es geht vorbei. Es ist die Hölle, wenn man drinsteckt, aber selbst das schlimmste Trotzkind ist irgendwann damit durch, ich sehe das jetzt am Großen, und kann damit die Trotzphase des Kleinen gelassener nehmen (auch wenn ich's immer noch höllenanstrengend finde).
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12.09.2012, 13:05
AW: Trotzphase und Zeitdruck- Ratlose Mutter bruacht Eure Tipps
"morgen - wenn (nicht)- dann...." - ich bezweifle, dass eine Zwei(?)jährige das inhaltlich, in der zeitlichen Antizipation erfassen kann. selbst wenn sie es im Moment versteht: am nächsten Morgen ist alles ganz anders und sie ihren Gefühlen ausgeliefert. da erscheint mir die Wahl zwichen zwei vorgegebenen Alternativen noch am meisten Erfolg versprechend; die Höllenvariante "eine Stunde früher aufstehen" mal beiseite gelassen.



, komplett mit sich schreiend auf dem Boden werfen, sich nicht anziehen wollen, nicht Haare kämen wollen...gar nichts wollen. Alles doof! Will nicht! Mag nicht! Mach' ich nicht.
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