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  1. Inaktiver User

    Beitrag Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Hallo ihr Lieben,

    inspiriert von einem Strang im Fassungslos-Forum - habt ihr den Eindruck, als würden Jungen und Mädchen heutzutage mehr gemäß "Geschlechts-Stereotypen" ("Gender") erzogen, als dies in den 1970ern oder 80ern der Fall war?

    Mir fällt im Bekanntenkreis sehr auf, dass bei "geschlechtsuntypischen" Verhalten oftmals sehr schnell ein Riegel vorgeschoben wird.

    "Das ist NUR was für Jungen/Mädchen ..." höre ich da - schockierenderweise - sehr oft.

    Beispiele:

    Ich schminke mich für größere Anlässe ganz gerne, verwende passenden Nagellack - und habe es schon mehrmals erlebt, dass ein Junge ganz fasziniert bezüglich meiner Nägel, wie ich die denn "angemalt" hatte, nachfrage -und von der Mama barsch zurückgewiesen wurde: "Das ist NUR was für Mädchen, für Jungs ist das BÄH!"

    Anderes Beispiel -

    Ich hatte für eine Kollegin ein Babylätzchen gekauft. Sie wollte vorher das Geschlecht des Babys nicht kundtun, auch okay, es wurde ein Junge. Das - für mich - hübsche Lätzchen wurde mit "Iiiih, da ist ja eine rosa Blume drauf, das KANN ich ihm nicht umbinden" postwendend zurückgegeben. (Die Blume war winzig, und auf dem Lätzchen war irgendeine fröhliche Frühlingswiese drauf).

    Ich finde es schade. Ich bin sehr gerne Frau und habe eher eine Begabung für "typisch weibliche" Berufe (was mich aufgrund der Bezahlung manchmal ärgert; kein Mann würde sich das gefallen lassen), aber ich habe in meiner Kindheit fast eher Jungs gespielt und fand das toll. Ich war als Kind eher burschikos mit kurzen Haaren, mochte Werken viel lieber als Näharbeiten (obwohl ich heute viel lieber nähen könnte) und mir wurde nie gesagt, dass ich irgendwas nicht kann oder darf, weil ich ein Mädchen bin.

    Es geht das Spielerische, das Ausprobieren verloren, es wird SOFORT ein Riegel vorgeschoben.

    Was soll der Quatsch?
    Geändert von Inaktiver User (03.09.2012 um 20:10 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Ich hab auch im fassungslosen diesen thread gelesen, und bin deshalb in derOnlineausgabe der lokalen Tageszeitung an einer Kommentar hängengblieben, in dem sich jemand darüber beschwerte, dass es für Erstklässler nur noch ganz geschlechtstypische Schulranzen gäbe: entweder Blau mit Dinosauriern, Autos, Astronauten, oder Rosa mit Pferden - und nichts dazwischen.
    (wage ich jetzt mal zu bezweifeln... aber der klassische, fast schpn historische Schweinslederranzen ist erstens immer noch sehr viel teurer als ein 'echter Scout' und andererseits muss man mt einer anzeige wegen Ergonomischer Kindesmisshandlung rechnen...)

    Meine Schwester legt auch bei ihrem Sohn (16 Monate) großen Wert darauf, dass er keine Rosa klamotten bekommt.... Obwohl... die würde auch einem Mädchen nix in niedlich-Rosa anziehen.

  3. Moderation

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    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Ich beobachte das auch - und es geht, wie ihr auch beschreibt, von den Eltern aus.

    Ich weiß nicht, weshalb die Geschlechtsunterschiede so betont werden - habe mich gefragt, ob das ein von der Marketingindustrie unterstütztes zu-Prinzen-und-Prinzessinnen-Gestalten der wenigen, dafür umso bedeutsameren Luxuskinder ist ("mein Kind - mein Erfolgsprojekt"), indem sie mit passendem Zubehör ausgestattet werden - oder ob die Ausstaffierung von zweijährigen Junges mit Armeehosen etwas Homophobes hat ("ein richtiger kleiner Junge" - whatever that may be) - oder ob insgesamt der Trend zum gleichzeitigen Überbetonen der Kindheit (Interieur dekoriert wie Bullerbü) bei gleichzeitiger Nivellierung der Unterschiede z.B. in der Kleidung (kleine Mädchen bekommen mittlerweile Frauenkleidung in klein) geht -

    - es ist mir trotzdem ein Rätsel.Insofern: interessanter Thread.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  4. gesperrt

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    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Also ich würde meinem Jungen auch die Nägel nicht lackieren und sagen, dass das nur Frauen und Mädchen machen.

    Es gibt Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen. Warum sollte ich so tun, als gäbe es keine?

    Bei bestimmten Dingen wie z.B. oben bin ich eindeutig. Ansonsten erziehe ich meine Kinder zu Menschen, und in manchen Dingen eben gender.

    Außerdem entwickeln sich Kinder selber zu ihrem Geschlechterverhalten, durch die Eltern und ihre Umgebung. Ich kann da nichts Falsches dran finden.

    Wenn wir alle als androgyne Wesen durch die Gegend laufen, stirbt die Menschheit aus.

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    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    ich habe meinem Drittklässler zu Kiga-Zeiten auch die Nägel lackiert - als er es wollte.
    Als 4-Jähriger ging er zu Fasching als "Werkstatt-Frau": sprich: rosa Klamotten, rosa Haarband plus Hammer, Zange etc.

    Wir waren aber auch in einem alternativen Kiga - da gabs deswegen keine blöden Sprüche, sondern die haben sich noch gefreut ;-)

    naja, heute würde er nicht mehr mit lackierten Nägeln gehen.... kam ganz von alleine


    ansonsten: ja, der Trend geht eindeutig wieder zur Trennung hin. neuestes Beispiel: Ü-Eier nur für Mädchen (Ei love rosa)


    oder: man vergleiche die Werbung für Lego aus den 70ern mit heutigem "Mädchen-Lego"

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    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Ich verstehe nicht, was ihr mit "zurück" meint. Ich habe mit meinem Sohn früher sowohl "Biene Maja" geschaut, genau wie "Wickie" oder "Heidi" oder "Pinoccio". Nur mal so als Beispiele.

    Und nun lernt er einen IT-Beruf, riecht sich gerne durch Douglas und steht absolut auf Düfte (z.B. Yves Saint Laurant "L`Homme libre") und freut sich, seiner Freundin ein lieber Partner zu sein. Der Mann zu sein.

    Ist das falsch, wenn ein Junge gerne ein Mann ist? Und darf ich ihm z.B. ein Hemd schenken, ohne dass hier gleich Geschrei aufkommt zu "männlicher Erziehung"?
    Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Kierkegaard)

    Ein wahrer Freund ist der, der dein Lächeln sieht, aber weiß, dass deine Seele weint.

  7. Inaktiver User

    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Zitat Zitat von Golda Beitrag anzeigen
    Ist das falsch, wenn ein Junge gerne ein Mann ist? Und darf ich ihm z.B. ein Hemd schenken, ohne dass hier gleich Geschrei aufkommt zu "männlicher Erziehung"?

  8. User Info Menu

    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    man muss nur mal bewusst die kindergartengruppen anschauen. über 70% der mädchen sind rosa oder lila gekleidet, nicht mal wenigstens nur rot. gerade bei den eltern dieser töchter ist die alice schwarzer-zeit gänzlich vergessen. nichts mehr mit gleichstellung der geschlechter. da werden mädchen regelrecht zu rosa gedrängt.

    das beispiel mit den unneutralen schulranzen stimmt. es gibt nur noch entweder-oder. keine normalen tiere, farben oder motive. entweder autos, piraten oder pferde und blümchen.

    vor zwanzig jahren war dies noch nicht ganz so schlimm.

  9. gesperrt

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    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Mir würde auch im Lebennicht einfallen, meine Jungs in pink und rosa anzuziehen.

    Im Übrigen wählen Mädchen häufig in dem Alter Rosa, das muss gar nicht so viel mit den Eltern und Gender zu tun haben, sondern mit eigenen Vorliebenund was man bei anderen Mädchen sieht und auch haben will.

    Michinteressiert es nach wie vor, warum ich meine Kinder geschlechtsneutral erziehen soll?

    Es gibt Unterschiede zwischen Männer und Frauen, und genau diesen Unterschied liebe ich.

  10. Inaktiver User

    AW: Zurück zur "Nur was für Mädchen/Jungen"-Erziehung - was soll der Quatsch?

    Ich finde das auch ganz schlimm, schon Kinder werden in stereotype Genderrollen hereingedrängt.
    Niemand bestreitet, daß Jungen und Mädchen oft unterschiedliche Interessen und Geschmäcker haben und das ist ja auch an sich nicht schlimm. Die Frage nach "Nature or Nurture?" bleibt aber spannend.
    Die neueren Entwicklungen im Bereich Mode, Medien und Spielzeug sind aber ganz klar durch die Marketingbrille zu betrachten. Das hat viel mit Bedürfnisweckung zu tun.
    Ich bin in den 70ern aufgewachsen, in einem zum Teil ziemlich hippiemäßig angehauchten Umfeld. Da hatten viele Jungen lange Haare und wenn sie mochten, auch mal lackierte Nägel. Soweit ich weiß, ist keiner von ihnen später irgendwie kriminell oder Staatsfeind Nr 1 geworden.
    Das Ergebnis dieser rosa/blau Aufteilung der Welt ist Einschränkung.
    Beide Geschlechter werden früh in ihrer Vorstellung davon was sie sein und werden können eingeschränkt.

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