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    Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Hallo,

    ich hoffe ich habe den Beitrag hier richtig plaziert, wenn nicht bitte ich um Verschieben, Danke!

    Gestern saß ich mit meinem Verlobten und noch einem Freund in einem Cafe und wir diskutierten ziemlich lange über diverse Themen. Irgendwann kamen wir dann auf Kinder, Kindererziehung und Arbeiten.
    Die Situation im Moment ist die folgende. Mein Freund und ich wohnen zusammen und wollen übernächstes Jahr heiraten. Ich habe meine Ausbildung abgeschlossen und arbeite jetzt in meinem Lehrbetrieb. Mein Freund wird im Oktober anfangen Physik in Darmstadt zu studieren, ich habe vor weiterzuarbeiten, viell. dann auch ganztags.(Momentan ist es Teilzeit, und ich betreue an den freien Tagen Kinder).

    Nun war unsere ungefähre Planung: Nach seinem Studium (also ca. 5 bis 6 Jahre), für das ich voll und ganz bin, wollten wir beide SEHR gerne Kinder. Da er in seinem Beruf dann sicherlich besser verdient als ich (Buchhändlerin) war ganz klar, das ich die Elternzeit nehmen würde und er arbeiten geht. Soweit, sogut.

    Nur erwähnte ich jetzt gestern in der Diskussion, das ich, wenn das Kind alt genug bzw. "reif" genug für den Kindergarten/Hort ist, ich gerne in meinem Beruf wieder Teilzeit arbeiten gehen würde. Und wenns nur 3 Vormittage in der Woche wären. Dadurch erhoffe ich mir eine gewisse Ausgeglichenheit, die sich doch sicherlich auch positiv auf Ehe und Kind auswirkt. Ich habe kein Problem damit, zuhause zu sein und mein Kind aufzuziehen, aber ich möchte nicht, bis das Kind 12 ist, NUR zuhause sein, sondern auch mein Gehirn fordern und arbeiten, mal rauskommen, was anderes machen. Ausserdem wäre das Kind ja dann auch noch mit Gleichaltrigen zusammen, ich denke doch das dass sich durchaus positiv auswirkt und auch eine gewisse Selbstständigkeit entwickelt.

    Daraufhin waren die Jungs ziemlich entsetzt. Beide meinten, sie wären so aufgewachsen, das die Mutter immer da war und das ihnen das ihre Kindheit verschönert hätte & sehr wichtig gewesen wäre. Mein Freund meinte, ihm hätten die Hort Kinder immer leid getan, die nicht nach Hause "durften". Dann fiel noch "Wenn du arbeiten willst, obwohl du das (finanziell gesehen) nicht musst, ist das gegenüber deinem Kind total egoistisch!" Und im Endeffekt auch so der Tenor "Wenn du unbedingt arbeiten willst, dann solltet ihr vielleicht keine Kinder bekommen"...
    Familie ist mir aber sehr wichtig und hat für mich Priorität...schon seit ich 12 bin hat sich dieser Wunsch immer mehr gefestigt. Ich will ja auch keine Karierre machen, sondern nur nicht "ganz für immer zuhause.."

    Bin ich dann wirklich egoistisch, nur weil ich nicht die ganze Zeit zuhause bleiben möchte? Ich weiss, das mir nach einiger Zeit die Decke auf den Kopf fallen würde, ich bin nunmal nicht die "geborene" Hausfrau. Und - wächst mein Kind unglücklicher auf, wenn es 3 Vormittage die Woche auf mich verzichten muss? Bin ich dann eine Rabenmutter?

    Gott, mir geht das überhaupt nicht aus dem Kopf und ich hab einerseits ein total schlechtes Gewissen und andererseits denke ich mir "Das kanns doch auch nicht sein"

    Tja, habt ihr ein paar Meinungen oder Erfahrungen dazu? Klar ist das ganze noch nicht akut, aber ich find es doch ziemlich wichtig, das man sich längerfristig schonmal damit auseinandersetzt.

    Tja +seufz+

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Die beiden hacken ja. Wenn du jetzt schon weißt, daß du gerne arbeitest und eben nicht der Hausmütterchen-Betüddel-Typ bist, dann drehst du sehr schnell durch, wenn du GAR keine andere Perspektive mehr hast, als dich auf das abendliche Hausaufgabenkontrollieren zu freuen.

    Solche Fälle finden sich auch hier ständig. Was nützt einem ein glückliches Kind, wenn man sich selbst tausendfach verbiegt und unglücklich macht? Ich persönlich würde bei dem Thema gar nicht diskutieren, sondern einfach klarstellen, daß es für dich eine *Selbstverständlichkeit* ist, wieder arbeiten zu gehen, wenn dein Kind alt genug für Hort oder Kindergarten ist. Punktum. Das ist auch keine Frage von "Kind" oder "kein Kind", sondern schlichtweg dein Recht und (ganz leise gesagt) eine berufliche Absicherung für dich, wenn dich dieser Idiot, den du als Erzeuger im Visier hast, wegen einem Hausmütterchen sitzen läßt (aber das war mit einem ironischen Unterton gesagt).

    Mein Votum: Tu, was du für dich brauchst und für notwendig hältst. Ob das jetzt Aikido ist, Stricken, ehrenamtliche Altenpflege oder eben Teilzeitarbeit, ist da völlig irrelevant. Wir leben nicht mehr in den Sechzigern.

  3. Inaktiver User

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Lass dich nicht von Männern in diese Abhängigkeit hineinreden...

    Kein Kind leidet, wenn die Mutter während der Kindergartenzeit arbeitet.

    Im übrigen handelt es sich um wenige Jahre, die man wegen Kindern zurückstecken muss. Bist du aber jahrelang aus dem Beruf raus, entscheiden diese paar Jahre über Sein oder Nichtsein.

    Stell den Beitrag mal ins 40+ Forum und warte, was die Frauen mit größeren Kindern dir dazu sagen.

  4. Inaktiver User

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Erst mal fällt mir auf, dass ihr seehr weit in die Zukunft plant. Dein Freund hat noch nicht einmal angefangen zu studieren, da ist schon klar, dass er mehr verdienen wird? Das ist doch gar nicht klar! Er wird vielleicht irgendwann froh sein, dass du Geld nach Hause trägst! Es kann sich heute kaum noch eine Familie leisten, dass ein Teil ganz und gar zu Hause bleibt, nicht bei dem Lebensstandard und den Arbeitsmarktbedingungen heute.

    Das andere ist, dass ihr da offenbar unterschiedliche Vorstellungen habt, und da würde ich achtsam sein. Diese Wunschvorstellungen von wegen "Mama ist zu Hause und kümmert sich um alles" ist reichlich antiquiert. Die Kinder leben heute nicht mehr so, schau dich doch um.

    Vor mir auf der Wiese sitzt gerade ein sehr glückliches Hortkind. Auch die Vorstellung, dass solche Kinder arm und vernachlässigt seien ist Quatsch. Dass arbeitende Mütter Rabenmütter sind ist ebenso überholt. Und Erfahrungen und Diskussionen zu dem Thema gibt es hier in der BriCom überreichlich.

    Ich denke, ihr habt da noch eine Menge Diskussionsbedarf. Dein Wunsch, "irgendwann" dann auch wieder zu arbeiten ist vollkommen normal, lass dich doch nicht verunsichern.

    Apfeltasche


  5. User Info Menu

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?


    Daraufhin waren die Jungs ziemlich entsetzt. Beide meinten, sie wären so aufgewachsen, das die Mutter immer da war und das ihnen das ihre Kindheit verschönert hätte & sehr wichtig gewesen wäre.
    Dann sag doch Deinem Freund, dass er mit seiner Mutter zusammenziehen soll

    Ich kenne aus dem Freundeskreis übrigens auch das umgekehrte Beispiel...Kinder, die gerne noch länger im Kiga bleiben würden, um zu spielen und neidisch auf die "Hortkinder" waren.

    Mal ganz abgesehen davon, dass Du ja nur von Vormittagen sprichst. Da wäre Dein Kind ja sowieso im Kindergarten - auch ohne Hort - und würde also gar nicht merken, ob Mutti zu Hause ist oder nicht (das aber nur am Rande).

    Lass Dir Deinen Wunsch nach Berufstätigkeit nicht ausreden. Ihr plant sooo lange im voraus, da sollte man auch nicht vergessen, dass eine Ehe heute selten für die Ewigkeit geschlossen wird. Nachher sitzt Du 10 Jahre zu Hause, Ihr trennt Euch...und dann? Finde mal nach 10jähriger (oder noch länger) Auszeit einen Job, das wird dann aber schwierig.

    Im übrigen, wie schon geschrieben wurde, wer sagt denn, dass er nach seinem Studium überhaupt einen Job findet. Und dann noch einen, der besser bezahlt ist als Deiner?
    Es gibt mehr als genug arbeitslose Akademiker, die nach ihrem Studium keine oder nur eine unterbezahlte Stelle finden.

    Aber bis es soweit ist, gehen ja noch ein paar Jahre ins Land. Mach Dich nicht verrückt, wer weiss was dann ist.

  6. Inaktiver User

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Gerade bei Physikern wäre ich ganz vorsichtig damit, deinen Job aufzugeben..

  7. User Info Menu

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Das ist doch völlig unglaublich. was die beiden Jungs da abziehen. Dein Freund hat noch nicht mal einen Beruf, lässt sich von dir sein Studium finanzieren, und sagt dir gleich wo es lang geht.

    Ich bin wahrscheinlich nicht masochistisch genug veranlagt, aber ich würde mal so sagen "Mutti" soll ihm sein Studium finanzieren. Und nicht DU!!!!!!!! Kann sie wahrscheinlich nicht, weil sie nie gearbeitet hat, und nun ihrem Prinzchen das Studium nicht finanzieren kann.



    Fällt da der Groschen ?


    Ich würde mir da besser einen aufgeschlosseren Mann suchen, und das Prinzchen soll mal das Studium selber finanzieren. Denk immer dran, du bist in der besseren Position.



    Grüße von einer arbeitenden Mutter mit zufriedenem Hortkind, und dem Vater, der es zu schätzen weiß. daß Mutti auch Kohle nach Hause bringt

    F.

  8. User Info Menu

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Hey,

    Bevor ich auf alles andere eingehe (brauch ich etwas mehr Zeit für) möchte ich nur kurz erklären, das mein Freund während des Studiums nebenher arbeiten wird (in den Semesterferien in einem Pharmazieversand, Schichtarbeit, gut bezahlt, macht er jetzt auch grade) und noch Nachhilfe gibt. Ausserdem finanziert er das komplette "Studienpaket" also Studiengebühren, Fahrgeld, ggf. Semestergebühren und Bücher selbst und gibt mir einen festen Betrag jeden Monat für Miete/Essen etc. Dafür hat er schon lange gespart und noch Geld von seinen Patenonkeln angelegt. Wir habens durchgerechnet und es sollte für die angelegte Zeit des Studiums sehr gut hinkommen.

    Also ist es zwar so, das ich insgesamt mehr verdiene als er, während des Studiums, keinesfalls aber so, das er "nur" von mir lebt! Das würde ich auch nie machen!

    Und, seine Mama hat schon gearbeitet. Aber halt erst, als die Kids 10, 12 waren. Und mit ihr verstehe ich mich spitze, die hat mich quasi adoptiert...Sie hat halt nur soviele andere Hobbys, Chöre, Familienhilfe (bei älterer Verwandschaft) gehabt und verschiedenste Berufe, das es ihr nicht "wehgetan" hat, zuhause zu sein.

    Wir sind ja in der Diskussion auch noch nicht "fertig". Er hat heute auch nochmal gesagt, das ihm mein Standpunkt langsam klarer wird. Naja, mal gucken, nachher nochmal reden.

    Danke für eure bisherigen Standpunkte! Ich bin froh, das es hier etwas "Feedback" gibt

    Sarah

  9. VIP

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    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    hier eine anregung und eine diskussionsgrundlage für die weiteren gespräche mit deinen freund.


  10. User Info Menu

    Re: Arbeiten gehen trotz Unnötigkeit? Auswirkung auf Erziehung?

    Unser Kindergarten hat seine Öffnungszeiten verlängert, insgesamt von 7.00 - 17.00.
    Die Eltern entscheiden dann über die tägliche Dauer der Betreuung und wann in diesem Zeitfenster die sein soll. Man muss dazu sagen, dass der Kindergarten in unserem Ort, insbesondere auch die Aufstockung von den (regulären) 6 Stunden täglich auf beispielsweise 8 Stunden vergleichsweise günstig ist.

    Immer mehr Kinder beschwatzen zur Zeit ihre Eltern, länger bleiben zu dürfen, immer mehr Kinder bleiben auch in den Nachmittag hinein. Ganz einfach, weil´s für die Kids halt angenehmer ist, mit den anderen zu spielen, als zu Hause zu hocken.

    Ganz erstaunt beobachte ich immer wieder die "Krippenkinder" (so ab 8 Monaten bei uns). Die machen einen sehr zufriedenen, selbstbewussten, aufgeschlossenen Eindruck und gehen ganz anders auf Erwachsene zu, als zu Hause betreute Kinder. Schaden nimmt da bestimmt keines, eher im Gegenteil.

    Dein Erzeuger in Spe sollte sich vielleicht mal eine moderne Einrichtung ansehen; seit seiner Kindheit hat sich da einiges geändert.

    meint Zilpzalp

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