Antworten
Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 35
  1. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    Zitat Zitat von shiva-diva Beitrag anzeigen
    Und was ist daran grundsätzlich verkehrt?

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manchmal einfach nichts anderes hilft. Und nicht bei jedem verschwinden die Pickel automatisch nach der Pubertät. Da probiert frau jahrelang alles aus, was der Hautarzt hergibt und nichts hilft, und dann mit der Pille ist plötzlich alles weg.
    Ob das mit 14 schon angebracht ist, darüber kann man natürlich streiten. Aber generell Frauen zu verteufeln, die die Pille nicht in erster Linie zur Verhütung nehmen kann ich nicht nachvollziehen.
    Bis auf die Nebenwirkungen ist daran nichts verkehrt.
    Ich finde es aber schon erstaunlich, wenn Mädchen die Pille nehmen, ohne zu wissen, dass sie der Verhütung dient.

  2. User Info Menu

    AW: Die Pille mit 14?

    Ich finde, dass es mit 14 eigentlich noch etwas früh ist für die Pille, aber wenn denn der Gedanke an eine zuverlässige Verhütung im Vordergrund stünde, mags ja angehen. Aber rein präventiv und ohne festen Freund, einfach nur so? Nee, muss man nicht haben.
    Die Pille als "Hautverbesserer" mag dann Sinn machen, wenn es sich um eine ausgesprochene Akne handelt, aber wegen ein paar Pickelchen? Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man setzt seinen Körper doch nicht ohne Not hormonellen Eingriffen aus

  3. User Info Menu

    AW: Die Pille mit 14?

    Natürlich nicht wegen "ein paar Pickelchen". Ich gehe davon aus, dass es sich in solchen Fällen um ausgeprägte Akne handelt. Und mir ist es lieber, wenn ein Mädchen (allerdings noch nicht unbedingt mit 14) die Pille nimmt anstatt durch die Akne dauerhaft zu leiden (und ja: man leidet darunter!). (Das es nicht angeht, wenn sie gar nicht wissen, dass die Pille eigentlich ein Verhütungsmittel ist, versteht sich für mich von selbst, halte ich aber nicht für den Normalfall).

    Und das hier so hinzustellen, als ob jeder durch die Pille zwangsläufig Thrombosen kriegt oder früher oder später tot umfällt, sorry, aber das ist ja wohl albern.

  4. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    Ich finde es verständlich, dass ein Teenager sich mit den Hintergründen der hormonellen Empfängnisverhütung nicht auskennt. Was ich bemerkenswert finde sind da eher einige Fragen, die hier im thread entlarven, dass sich diese Wissenslücke offenbar auch bei erwachsenen, eigenverantwortlich handelnden Frauen nicht geschlossen hat.

    Das, was man im Allgemeinen als "Pille" bezeichnet, unterdrückt im weiblichen Organismus wichtige Regelkreise. Ein normaler Zyklus kann so nicht mehr stattfinden. Man kann diesen Umstand nicht auf die Fortopflanzungsorgane beschränken - er hat Auswirkungen auf den Gesamtorganismus - das schliesst so "unwichtige" Kandidaten wie Gehirn und Immunsystem ein.

    Die Pille blockiert bestimmte "Kommunikationswege" zwischen Gehirn und Restorganismus. Sie greift ein in ein sehr komplexes endokrines Gefüge, das weit mehr reguliert als "nur" die Fortpflanzungsfähigkeit. Sie sorgt in gewisser Weise für eine chronische Immunschwäche, die sich beispielsweise in Form von rezidivierenden Pilzerkrankungen oder / und Problemen mit der Blase zeigen kann. Insgesamt scheint die Infektanfälligkeit unter Pilleneinnahme erhöht. Das kardiovaskuläre Risiko ist mit Ovulationshemmern insbesondere bei rauchenden Frauen nachgewiesen deutlich erhöht. Die Pille begünstigt Embolien und Herzinfarkte ebenso wie sie vermutet das Risiko für Krebserkrankungen erhöht. Insbesondere bei Familienanamnesen, in denen Thrombophilien eine Rolle spielen, sollte von der Einnahme von Ovulationshemmern vollkommen abgesehen werden.

    Die "schöne Haut" mag ein Wunsch sein - oft bleibt es aber bei Wunschdenken. Die Pille kann Akne auch begünstigen, zu Ekzemen und Juckreiz führen. Eine Nebenwirkung ist darüber hinaus die Entstehung von Chloasmen - eine Hyperpigmentierung der Haut, oder, simpel ausgedrückt: Für die meisten sehr wenig attraktive bräunliche Flecken.

    Das Auftreten oder aber Verschlimmerung bestimmter Erkrankungen wird durch die Pille begünstigt:

    Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen
    Migräne
    Epilepsie
    Myome

    beispielsweise - die Liste ist längst nicht vollständig.

    Die Pille kann zudem bereits bestehende Risikofaktoren verschärfen. Übergewicht beispielsweise ist mit einer ganzen Reihe Risiken verbunden, die Pille wirkt da wie ein hübscher Katalysator.

    Je früher die Einnahme erfolgt, desto gravierender die Auswirkungen auf den oftmals noch gar nicht ausgereiften Organismus.

    Eine Schwangerschaft lässt sich, mit den freundlichen Nebeneffekten der Verhütung vieler unangenehmer bis lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten, auch durch Kondome verhüten, die mit weiteren Methoden ergänzt werden können. Ich würde so etwas gerade bei jungen Frauen schlicht verantwortungsbewusste Risikominimierung nennen.
    Geändert von Inaktiver User (24.05.2012 um 10:05 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    chironex_fleckeri, genau diese Gedanken habe ich auch.
    Wie soll sich ein Hormonkreislauf einspielen, wenn er von Anfang an ab 14 Jahren unterdrückt wird?

    Ich habe auch von einer Studie gehört, die davon ausgeht, dass ungewollte Kinderlosigkeit eine Ursache in der frühen und langen Pilleneinnahme hat.

    Wie soll sich ein Körper auf Empfängnisbereitschaft umstellen, wenn eine 34-jährige seit 20 Jahren die Pille genommen hat?

    Aber das sind Studien, die unter Verschluss gehalten werden, weil sie ein Milliardengeschäft verderben würden.

  6. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    Ich habe es nicht erwähnt, antunna, weil das belastbare Studienmaterial diesbezüglich zumindest meinem Stand nach sehr dünn ist. Aber ja - ich bin überzeugt davon, dass es eine Korrelation zwischen der (frühen) Einnahme hormoneller Kontrazeptiva und Fertlitätsproblemen gibt. Ein gravierendes Problem ist beispielsweise die Ovulation, die eben nicht oder nicht vollständig stattfindet - da gedanklich einen Bogen zur Einnahme von Ovulationshemmern zu schlagen, ist nun wahrhaft kein intellektuelles Glanzstück.

    Aber wie Du schreibst: Das GESAMTE Thema ist ein Riesenmarkt. Die Pille als Befreierin der Frauen? Das kann ich nur zynisch finden. Die Pille sorgt eher dafür, dass Frauen eine verlässliche Honorar- und Einnahmequelle darstellen, sowohl für Ärzte als auch die Pharmaindustrie. Die Behandlung von Paaren mit unerfüllten Kinderwunsch ist da vielleicht sowas wie ein Sahnehäubchen. Tragisch für die Betroffenen, aber extrem lukrativ für Pharma und behandelnde Spezialisten.

  7. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    chironex_fleckeri, ich finde deinen Beitrag #24 sehr interessant. Zwar schreibst du in #26, dass die Studienlage sehr dünn ist - so wie ich das verstehe, scheinst du dein Wissen ja aber auch belegen zu können. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht ein paar Studien/Quellen benennen würdest? Das Thema finde ich (auch aufgr. meines beruflichen Hintergrunds) sehr spannend und ich bin an derartigen wissenschaftl. Erkenntnissen immer interessiert.
    Vielen Dank schonmal,
    Gruß happy_heart

  8. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    Zitat Zitat von Mocca Beitrag anzeigen
    Ich finde, dass es mit 14 eigentlich noch etwas früh ist für die Pille, aber wenn denn der Gedanke an eine zuverlässige Verhütung im Vordergrund stünde, mags ja angehen. Aber rein präventiv und ohne festen Freund, einfach nur so? Nee, muss man nicht haben.
    Die Pille als "Hautverbesserer" mag dann Sinn machen, wenn es sich um eine ausgesprochene Akne handelt, aber wegen ein paar Pickelchen? Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man setzt seinen Körper doch nicht ohne Not hormonellen Eingriffen aus
    Aber genau so scheint es zu sein! Das finde ich ja so erstaunlich. Die Pille wird den Mädels als Schönheitsprodukt angeboten! Hier mal der link zur Reportage darüber, die ich im Radio gehört habe:
    Die Pille als Allheilmittel? | Fritz vom rbb (und das hört man)

  9. User Info Menu

    AW: Die Pille mit 14?

    Schwieriges Thema. Ich habe die Pille auch mit 14 angefangen zu nehmen. Hauptsaechlich, weil ich sehr starke und sehr schmerzhafte Blutungen hatte. Damals war das sehr praktisch, da es ja nun - mit Pille - vorhersehbar war, wann ich meine Tage hatte und auch mit normalen Tampongroessen zurecht kam (nicht jedes junge Maedchen hat Spass an Super-Plus plus Binde alle 4 Stunden). Sehr praktisch also. Meinen ersten Sex hatte ich uebrigens erst ein paar Jaehrchen spaeter. Die Haut wurde auch besser, also alles super.

    Heute, rund 20 Jahre spaeter, sehe ich das etwas differenzierter: Ich habe die Pille durchgenommen bis Ende 20 (27 oder so, glaube ich) und musste dann aufhoeren, weil mein Hormonhaushalt total gestoert war und ich Dauerblutungen hatte. Es hat ungefaehr ein Jahr gedauert, bis die Umstellung auf nicht-Pille durch war, allerdings habe ich immer noch ein grosses Ungleichgewicht in meinem Hormonhaushalt - so sehr dass ich jetzt doch wieder die Pille nehmen muss (oder alle paar Monate eine Ausschabung machen lassen muss).
    Ich habe keine Beweise, dass das auf den langen Pillenkonsum zurueckzufuehren ist. Aber waere ich jetzt noch mal 14 mit meinem heutigen Wissen, wuerde ich mit der Pille warten und sie auch nur ein paar Jahre nehmen wollen. Der Eingriff ist mir doch zu gross. Nach heutigem Wissen war meine damalige Pille uebrigens voellig falsch fuer mich und meinen individuellen Hormonhaushalt. Ich hatte ein starkes Oestrogen/Gestagen Produkt, habe aber von Haus aus eine Oestrogen-Ueberproduktion und fast kein Gestagen.

    Andererseits: haette ich eine 14-jaehrige Tochter (mein Partner hat eine Tochter in dem Alter), waere es mir lieber, sie nimmt die Pille (plus Kondom), als dass sie mit 14 schwanger wird. Und wieder andererseits: die Pille muss regelmaessig genommen werden, damit sie zuverlaessig wirkt. Einer 14-jaehrigen wuerde ich maximal eine Minipille geben wollen (von der Dosierung her), die dann aber bei den meisten zum Scheitern verurteilt ist, weil sie den engen Zeitrahmen nicht einhalten koennen...

  10. Inaktiver User

    AW: Die Pille mit 14?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    chironex_fleckeri, ich finde deinen Beitrag #24 sehr interessant. Zwar schreibst du in #26, dass die Studienlage sehr dünn ist - so wie ich das verstehe, scheinst du dein Wissen ja aber auch belegen zu können. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht ein paar Studien/Quellen benennen würdest? Das Thema finde ich (auch aufgr. meines beruflichen Hintergrunds) sehr spannend und ich bin an derartigen wissenschaftl. Erkenntnissen immer interessiert.
    Vielen Dank schonmal,
    Gruß happy_heart
    Hallo happy_heart,

    wenn Du beruflich Zugang zum Thema hast, sollte es Dir doch eigentlich nicht schwer fallen, eine entsprechende Recherche durch zu führen. Es gibt ausreichend Material, das frei verfügbar ist. Meine Quellen sind teilweise NICHT frei verfügbar, daher kann ich sie auch nicht so einfach verlinken. Aber unter den Stichworten Endokrinologie und hormonelle Contraceptiva / Risiken findest Du jede Menge Material, auch zum Thema kardiovaskuläre Risiken.

    Liebe Grüsse
    c_f

Antworten
Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •