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  1. User Info Menu

    Darf sowas passieren?

    Hallo,
    mir ist gestern bei meinem 6jährigen Enkel die Hand ausgerutscht.
    Ich war gerade mit seinem 8 Monat alten Bruder auf dem Bett meiner zweiten Tochter beschäftigt. Er provozierte mich die ganze Zeit, machte unentwegt Purzelbäume knapp an der Lampe vorbei, fiel auf seinen Bruder. Dies war aber für mich noch ok. Ich bat ihn aber mehrmals, aufzupassen, da auch die Schüssel mit fettigen Nudeln dastand. Machte ihn auch darauf aufmerksam, dass ich sehr sauer werde, wenn diese auch noch umfällt. Er sah mich an, nahm die Schüssel und kippte sie aufs Bett. Ohne nachzudenken und mich zu kontrollieren, rutschte mir die Hand aus. Ich weis, sowas darf nie passieren, nun ist es aber passiert. Meine Tochter war sehr entrüstet. Sie sprach lange mit ihren Sohn ( er ist ein ADHS Kind ) und es war und ist ein wirkliches Drama. Nun geht es mir sehr schlecht und ich weis gar nicht wie ich mich nun verhalten soll.
    Freue mich über Ratschläge.

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    AW: Darf sowas passieren?

    Was der Kopf nicht begreifen will, muss der Hintern spüren.
    Ich denke, Du solltest Dich nicht schlecht fühlen, der Bengel hat Dich provoziert. Er wollte patout nicht auf Dich hören, also passierte das, was Du befürchtet hast. Ich denke, dass der Junge in Zukunft etwas besser auf Dich hört.

    Ich bin kein Freund von körperlichen Züchtigungen und man sollte sie vermeiden, wenn es geht. Aber ich bin mir sicher, der Junge hätte von mir auch eine gescheuert bekommen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Darf sowas passieren?

    Hallo amg,

    auch wenn ich grundsätzlich gegen Schläge bin, habe ich manchmal das Gefühl, dass das Thema war hysterisch behandelt wird. Wir sind alle Menschen, wir reagieren schon mal unkontrolliert, und ich bin davon überzeugt, dass kein Kind ein Trauma davon trägt, wenn einem Erwachsenen einmal die Hand ausrutscht. Man sollte hinterher darüber sprechen, sich entschuldigen, und dann solltes es m.E. auch gut sein.

    Dein Enkel hat Dich extrem provoziert, und er ist ja nun schon in einem Alter, wo er weiß was er tut, ADHS hin oder her. Und ich finde, man muss ihm auch klar machen, dass auch er eine Grenze überschritten hat, genau wie Du dann danach.

    Ich finde, wenn man solche Grenzen in Beziehungen deutlich macht, gibt das für die Zukunft auch Sicherheit, wenn beide wissen, woran sie sind. Ich kann mich aus der eigenen Kindheit noch an Situationen erinnern, wo ich am Verhalten meiner Eltern bzw. Großeltern gemerkt habe, dass ich gerade eine Grenze überschritten habe. Die Reaktion darauf hat mich auch erst mal erschreckt, aber letztlich war klar, das wird so nicht mehr passieren (auf beiden Seiten nicht). Und ich finde, in einer an sich stabilen, liebevollen Beziehung dürfen solche Grenzerfahrungen vorkommen. Daraus lernen beide Seiten.

    Wenn man das Ganze jetzt aber zu einem Riesendrama macht und noch dazu einseitig, dann fürchte ich, wird eben dieser Lernefffekt verpuffen. Und dann war das ganze nur eine sinnlose Aggression.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Darf sowas passieren?

    Auch ich denke so. auch ich halte nichts von körperlicher Züchtigung. Aber meine Tochter arbeitet als Psychiater. Schläge sind für Sie ganz schlimm. Ein Erwachsener dürfte nie so eine Reaktion haben.
    Nun hatte ich sie und ihr Urvertauen mir gegenüber ist gestört.
    Ich finde es aber nicht so schlimm. Nur fühle ich mich jetzt wegen der ganzen Stimmung sehr schlecht.
    Hier ist wohl guter Rat teuer!

  5. User Info Menu

    AW: Darf sowas passieren?

    Zitat Zitat von amg Beitrag anzeigen
    Auch ich denke so. auch ich halte nichts von körperlicher Züchtigung. Aber meine Tochter arbeitet als Psychiater. Schläge sind für Sie ganz schlimm. Ein Erwachsener dürfte nie so eine Reaktion haben.
    Nun hatte ich sie und ihr Urvertauen mir gegenüber ist gestört.
    Ich finde es aber nicht so schlimm. Nur fühle ich mich jetzt wegen der ganzen Stimmung sehr schlecht.
    Hier ist wohl guter Rat teuer!
    Naja, also dass wegen einer einzelnen Aktion das ganze Urvertrauen gestört ist, finde ich schon etwas heftig. Den Schuh würde ich mir so nicht anziehen. Vertrauen wird in jeder Beziehung immer wieder auf unterschiedliche Weise auf die Probe gestellt, und eine Beziehung kann daran auch wachsen. Aber sicherlich nicht mit einseiten Schuldzuweisungen.

    Was würde Deine Tochter denn einer Klientin sagen, die ihr Kind im Affekt geschlagen hat? Nehmen Sie sich am besten einen Strick, denn der Schaden ist nicht mehr gut zu machen?

    Und was sagt sie zum Verhalten ihres Sohnes, das ja nun auch grenzwertig war? Er ist krank und kann nichts dafür?

    Ich finde Sätze wie "das darf nicht passieren" nicht gerade konstruktiv. Es IST jetzt aber nun mal passiert, und nun muss man Mittel und Wege finde, um damit umzugehen, damit alle Beteiligten damit gut leben können. Wenn das nicht möglich wäre, könnten wir uns wohl alle einen Strick nehmen, denn wer ist schon unfehlbar?

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. Inaktiver User

    AW: Darf sowas passieren?

    Zitat Zitat von amg Beitrag anzeigen
    Aber meine Tochter arbeitet als Psychiater.
    Nun hatte ich sie und ihr Urvertauen mir gegenüber ist gestört.
    Liebe AMG, sie wird momentan einfach "sauer" auf Dich sein. Als Psychiaterin sollte sie damit umgehen können, wie man das Urvertrauen schnell wieder herstellen kann.

    Vielleicht sieht sie es auch so, dass sie Dich mit beiden Kindern, eines erst 8 Monate und ein Kind mit ADS, alleine gelassen hat. Und hat nun ein schlechtes Gewissen, welches sie damit kompensiert, Dir ein schlechtes Gewissen einzureden.
    Viele Mütter sind bereits mit einem ADS Kind restlos überfordert.

    Ich sehe nicht, dass Du zu körperlicher Züchtigung neigst. Der Junge hat trotz Ermahnungen seine Grenzen überschritten und wir sind alles nur Menschen.
    Ich bin auch nicht dafür, dass man (seine) Kinder schlägt.
    Aber ich glaube, es gibt niemanden, der nicht schon mal einen Popoklaps bekommen hat.

  7. Inaktiver User

    AW: Darf sowas passieren?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Was der Kopf nicht begreifen will, muss der Hintern spüren.
    Ich denke, Du solltest Dich nicht schlecht fühlen, der Bengel hat Dich provoziert. Er wollte patout nicht auf Dich hören, also passierte das, was Du befürchtet hast. Ich denke, dass der Junge in Zukunft etwas besser auf Dich hört.

    Ich bin kein Freund von körperlichen Züchtigungen und man sollte sie vermeiden, wenn es geht. Aber ich bin mir sicher, der Junge hätte von mir auch eine gescheuert bekommen.
    Genau so isses.

    Ich denke, dass es Kindern gut tut, Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Habe erst kürzlich einen Bericht von einer Frau, die von ihren ´68-er Eltern antiautoritär ( - oder lasch, weil bequem?) erzogen wurde gesehen - die hat sich in ihrer Kindheit nach Grenzen gesehnt!

    Dieses "Anna-Lena - NEIN" im Supermarkt, wenn das Kind grade die Gummibärchentüten im Laden verstreut und nicht daran denkt damit aufzuhören und die Resignation der Mutter ohne Folgen darauf finde ich nur noch nervig. Es muß kein Klaps sein, aber irgendeine Reaktion muß doch einfach kommen!

  8. Inaktiver User

    AW: Darf sowas passieren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es muß kein Klaps sein, aber irgendeine Reaktion muß doch einfach kommen!
    Frag doch mal Deine Tochter , was sie denn als Reaktionen gebilligt hätte.
    Und die andere Frage fand ich auch gut: Was wäre, wenn die Mutter eines Kinder-Patienten so reagiert hätte? Strick?

    Entschuldigung ja, aber gegenseitig. Auch ein 6 jähriges Kind (ist er schon in der Schule?) sollte das schon können.

  9. Inaktiver User

    AW: Darf sowas passieren?

    Hallo amg,

    ich verschiebe deinen Thread ins Erziehungsforum, dort wurden Themen wie deins schon öfter erörtert.

    Viele Grüße,
    Zuza

  10. User Info Menu

    AW: Darf sowas passieren?

    Zitat Zitat von amg Beitrag anzeigen
    Nun geht es mir sehr schlecht und ich weis gar nicht wie ich mich nun verhalten soll.
    Freue mich über Ratschläge.
    Sich beim Kind entschuldigen, auch bei der Tochter und sich Gedanken machen, wie man sich beim nächsten Mal in der exakt gleichen Situation verhalten würde.

    Vielleicht kannst du den 6jährigen bereits früher auf Abstand bringen, in vor die Zimmertür schicken oder ähnliches. Frag ruhig auch deine Tochter, was sie dir in so einem Fall empfehlen würde. Damit bekommt deine Tochter auch Vertrauen in dich, dass du die nächste ähnliche Situation souverän meisterst. Kopf hoch!
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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