Ja!!! Und deswegen finde ich es auch Äußerungen wie "Mama ist traurig, wenn du dies und das tust" sehr grenzwertig und bedenklich, denn so zieht das Kind nicht die Verbindung *Ich verhalte mich gegen eine Regel - ich erhalte eine Strafe/ich bekomme keine Belohnung* sondern *Ich verhalte mich falsch - Mama/Papa/... wird traurig* Das ist sowas wie Psychodruck und geht in die falsche Richtung... und bei einer Dreijährigen auch am Ziel vorbei.
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02.01.2012, 21:17
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
Geändert von sanne (02.01.2012 um 22:30 Uhr)
An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
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02.01.2012, 21:59
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
@ sanne
Verstehe ich Dich richtig, dass Du auf die Regel abheben würdest und nicht auf die Gefühle der Eltern?
Es macht sicher ein Unterschied, ob man sagt: "Hier wird niemand geschlagen. Wer es trotzdem tut, wird bestraft." oder ob man sagt: "Mama ist traurig, dass Du sie geschlagen hast." - obwohl das sicher der Wahrheit entspricht.
Ich glaube, für das Einsehen und Einhalten eines angemessenen Sozialverhaltens ist es schon besser, auf die Regel zu pochen, anstatt das Kind emotional mit Schuldgefühlen gegenüber den Eltern zu erpressen. Sonst knickt das Kind später schnell ein, wenn jemand die Taste "Ich bin aber enttäuscht, wenn du ABC (nicht) tust." Da ist es doch besser, zu lernen "xyz geht gar nicht, ist sozial unerwünscht und zieht Konsequenzen nach sich."Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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02.01.2012, 22:27
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
ich halte weder das eine noch das andere für richtig.
richtig ist: schlagen tut weh.
das ist die aussage, die man dem kind zurückmelden muss. das ist die direkte verbindung zur tat. natürlich macht es auch traurig/wütent/etc. - aber erstmal tut es weh.
allerdings halte ich es für völlig falsch zurück zu schlagen, um zu signalisieren, dass ich schlagen nicht dulde.
ein kind ist empathiefähig und in der lage, die aussage 'das tut mir weh' nach zu empfinden.
wenn meine kinder schmerzen haben, dann puste ich und tröste. dieses verhalten kopieren sie, wenn ich mir weh mache oder wir uns beim schuhe binden üben die köpfe anhauen.
ich halte es auch für völlig falsch die emotionen außen vor zu lassen. wenn ich wütend bin, weil meine kinder meine strickwolle für eine spinnennetz im treppenhaus verwendet haben, ohne mich zu fragen - dann bin ich wütend und das sage ich auch.
meine kinder sind auch wütend auf mich und dürfen das auch sein. schließlich sorge ich regelmäßig für frustrationen.
es ist ok gefühle zu haben, denn sie sind so oder so immer da. sie zu unterdrücken und nicht zu verbalisieren halte ich für falsch.
aber meine kinder sind nicht für meine gefühle verantwortlich, das bin ich selbst.
was ich für falsch halte, wäre hier nachtragend, beleidigt und kurz angebunden zu sein oder gar dem kind die schuld zu geben. shit happens, jeder macht fehler und dann macht man sie wieder gut.
wir setzen uns hinter her zusammen und vertragen uns wieder.
ich habe auch kein problem damit, mich bei meinen kindern für meine gezeigte wut, wo ich dann auch ungerecht war, zu entschuldigen.
wir hatten da schon sehr gute gespräche über gefühle und wie man manchmal ganz anders handelt, wenn man traurig, fröhlich oder wütend ist.
miteinander leben, in die auseinandersetzung gehen, versöhnen, lachen, lieb haben, spielen: gemeinsam, für sich.
das alles muss der erwachsene vorleben, anleiten, fördern und einfordern.
wenn ich selbst ständig schimpfworte benutze, bin ich wenig überzeugend, wenn ich von meinen kindern verlange, diese nicht zu sagen. also ist es an mir, weniger oder andere zu benutzen.
ich halte nichts davon von einem kind dinge zu fordern, die ich als erwachsener nicht praktiziere.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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02.01.2012, 22:29
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
@ Latona
Ja, genauso sehe ich das.
Bitte niemals mit emotionalem Druck oder Erzeugung von Schuldgefühlen erziehen.
Ich befürchte, weil viele Eltern das aus Hilflosigkeit oder aus der Angst vor klaren Worten und Konsequenzen so machen, haben wir so viele Kinder mit Psychoknacksen.
Es geht um eine Dreijährige, die die grundsätzlichen Regeln des sozialen Zusammenlebens lernen soll.
Punkt.
Ich muss mich nicht erklären, ich muss u.U. auch die Regeln nicht erklären. Und schon mal gar nicht muss ich meine eigene psychische Befindlichkeit einbringen. Es geht um rationale Regeln.
Irgendwo schreibt die TE, sie möchte nicht, dass ihre Tochter Aufkleber abgepiddelt und jemand fragt daraufhin, ob es denn so wichtig sei, diese Aufkleber unbeschädigt zu lassen.
Ja, es ist Mevis wichtig und deswegen hat die Kleine die Finger von den Aufklebern zu lassen. Ich kann doch nicht ständig meine Prioritäten und Regeln ändern, nur weil mein Kind das gerade mal anders sieht.
Es geht doch bei einer Dreijährigen darum, dass sie Regeln des sozialen Zusammenlebens lernt und lernt - wie du schon sagst - dass diese Regeln nicht nur eingehalten werden, wenn ihr gerade danach ist.
@ xanidae
Was du schreibst, kann ich alles unterschreiben.
Aber es geht hier ursprünglich um eine Dreijährige, mit der die Eltern ein Auf-der-Nase-Rumtanzproblem haben. Also noch nicht um die Feinheiten des Zusammenlebens
Und da die Kurze im KG ja offensichtlich in der Lage ist, sich an Regeln zu halten, vermute ich, in der Kommunikation zwischen Eltern und Kind liegt die Ursache.Geändert von sanne (02.01.2012 um 22:38 Uhr) Grund: noch was ergänzt
An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
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02.01.2012, 22:33
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
je mehr regeln man hat, desto schwerer wird es für ein 3jähriges kind diese sich zu merken, geschweige denn, diese einzuhalten.
erst wenn einige so im gehirn integriert sind, dass sie automatisch ablaufen (z. b. essen/trinken nur im sitzen), dann kann man neue regeln einführen.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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02.01.2012, 22:43
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
Hab ich ja vorgeschlagen: Mevis soll sich ein oder zwei Sachen vornehmen, die eingehalten werden.
Und aus den anfänglichen Schilderungen entnehme ich, dass es nicht um besonders komplizierte Regeln geht, die vielleicht nur in bestimmten Situationen gelten. Und wie gesagt: im KG geht´s ja offenbar...An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
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03.01.2012, 05:07Inaktiver User
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
Man sollte als Erwachsener schon hin uns wieder seine eigenen Regeln überdenken und hinterfragen. Als Regel des sozialen Zusammenlebens betrachte ich, dass die Kleber auf meinen Sachen nicht einfach abgepaddelt werden. Genau so habe ich allerdings zu respektieren, dass mein Kind mit seinen eigenen Sachen macht, was es möchte. Respekt vor dem Eigentum des Anderen ist eine beidseitige Sache, es kann nicht gelten, dass die Mutter hier mehr Rechte hat.
Ich habe oft im Bekanntenkreis gehört, wie Mütter darüber jammern, dass das Kind die Spielsachen nicht so nutzt wie vom Hersteller vorgesehen, z.B. aus Lego das Modell "kaputtmacht" und etwas eigenes kreiert. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln, die Entwicklung der Kreativität sollte Vorrang haben vor dem "Ordnungssinn" der Mutter. Ähnlich betrachte ich die Aufkleber, die von Spielsachen abgepaddelt werden, die Entwicklung des eigenen Geschmacks und nicht zu vergessen der Feinmotorik.
Generell gilt aus meiner Sicht, dass für eine gesunde Entwicklung des Kindes mehr erlaubt als verboten sein muss, wenn das die Umgebung nicht hergibt, bin ich als Erwachsener in der Verantwortung, eine angemessene Umgebung zu schaffen.
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03.01.2012, 09:02
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
...hier ging es also nicht nur um Spielzeugaufkleber.
Ich möchte mich jetzt nicht weiter auf eine Diskussion über "Respekt vor dem Eigentum" - in der Beziehung zu einer Dreijährigen! - einlassen, aber ich finde sehr wohl, dass die Mutter hier mehr Rechte hat.
Genau das ist m.M. oft das Problem: dass Eltern denken, ihr Kind sei gleichberechtigt und sie müssen es wie einen Partner behandeln.Geändert von sanne (03.01.2012 um 09:12 Uhr)
An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
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03.01.2012, 10:23
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
Ich suche immer noch den Ironiebutton.
Es geht hier um eine Familie, nicht um eine Armeeeinheit. Und Erziehung ist auch ohne Strafen möglich. Sogar ohne Lob. Stichwort "Gewaltfreie Kommunikation". Natürlich funktionieren Kinder nicht immer nach Plan. Da sie das aber sowohl mit als auch ohne Lob/Strafen-System tun, kann man sich überlegen, was langfristig für die Beziehung zwischen Eltern und Kind und das Beziehungs- und Konfliktverhalten des Kindes später erfolgversprechender ist.
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03.01.2012, 10:44
AW: 3jährige tanzt Eltern auf der Nase herum
Hast du nicht im Posting vorher selbst empfohlen, zurückzuschlagen?
Bei uns gilt auch die Regel: Hier wird nicht geschlagen. Und zwar gilt sie für alle, selbstverständlich auch für Erwachsene. Wenn man im Affekt grob wird ist hinterher eine Entschuldigung fällig, eine kurze Erklärung, im besten Fall umarmt man sich zur Versöhnung. Gilt ebenfalls für alle, auch für Erwachsene.
Letztens war meine Mutter ein paar Tage hier und hat meinen Sohn im Affekt zurückgehauen (nicht doll, aber hauen ist hauen). Ich hab von beiden erwartet, dass sie sich entschuldigen, ohne viele Worte und Getöse. Meine Mutter hat erst groß geguckt, es dann aber anstandslos gemacht. Mein Sohn ebenfalls. Dann haben beide zusammen ein Buch geguckt und der Vorfall war Geschichte.
Ich finde es auch unangenmessen ein Kleinkind im Zimmer einzusperren um seine Ruhe zu haben. Selbstverständlich hat jede Mutter/Vater das Recht, sich auch mal ein paar Minuten auszuruhen. Ich halte nix von Dauerbespielung und denke, dass ein Kind auch lernen muss, Langeweile auszuhalten (letztlich ergeben sich daraus oft die schönste Ideen und Spiele). Deshalb muss man aber niemanden im Zimmer einsperren sondern ankündigen und dann auch durchziehen, dass Mama/Papa jetzt einen Kaffee trinken, ein paar Seiten lesen will. Das klappt am Anfang mäßig bis garnicht und ist letztlich eine Frage der Gewohnheit, wie so vieles. Das anfängliche Gemecker muss man als Eltern eben aushalten, das ist natürlich schwieriger als einfach die Kinderzimmertür zuzumachen.
Wir hatten abends oft tratra - unser Sohn braucht unsere Anweseheit zum einschlafen und dieses rumsitzen wurde immer länger hinausgezögert, er war auch oft nicht müde, ist im Alter wo der Mittagsschlaf langsam wegfällt (knapp 3). Die Konsequenz war, ihn wieder aufstehen zu lassen aber anzukündigen, dass nicht mehr gespielt wird und Mama und Papa jetzt Feierabend haben. Es hat einige Zeit gedauert und irgendwann hat er sich ruhig am anderen Sofaende zusammengerollt und mich so lange beim lesen beobachtet, bis ihm die Augen zufielen. Das kommt immer mal wider vor, er mag oft einfach nicht allein sein, was ich gut verstehen kann.
@mary: Das was du schreibt, dass die Aktionen von Kindern fast immer nur Reaktionen auf die Eltern sind wird mir gerade sehr deutlich. Ich bin hochschwanger mit dem zweiten Kind und kaum noch körperlich belastbar. Auch nervlich bin ich ziemlich am Ende, heule wegen jeder Kleinigkeit rum und bin selten einfach unbeschwert. Mein Kind ist mein Spiegel. Er ist eigentlich ein Sonnenschein - ein bewegungsfreudiger Rabauke mit starkem Willen aber unzerstörbar guter Laune. Im Moment ist er ein träger, heuleriger Miesepeter. Wie ich eben.



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