Hallo,
ich hoffe ihr habt ein paar Tipps fuer mich.
Unser grosser Sohn wird im Dezember 4. Nachdem wir ihn nach langer "Arbeit" dazu bekommen haben, alleine einzuschlafen, klagt er nun ueber Angst.
Wir sind bis vor ca. 4 Monaten immer bei ihm geblieben beim einschlafen, also fast immer. Das hatte viel mit unserer Situation zu tun - erst war er der einzige, dann kam der kleine Bruder, dann sind wir in die USA gezogen...Es war immer was. Dann hat es eine Zeitlang relativ gut geklappt, dass er einschlaeft, waehrend wir vor der Zimmertuer sind.
Seit kurzem hat er nun "Angst alleine im Dunkeln". Er hat Angst vor Woelfen und Pumas (das kommt aus seinen Yakari-Buechern, CDs und auch Fernsehfolgen), ausserdem hat er Angst vor "boesen Traeumen". Er hat sich einen Traumfaenger ausgesucht und der haengt an der Tuer, aber "woher weiss der Traumfaenger das ein Traum boese ist und was ist, wenn doch ein boeser Traum durchkommt"?
Wir haben es auch mit einem Kuscheltier versucht, das ihn beschuetzt, aber "der Eisbaer ist ja kein richtiger Eisbaer"!
Er ist sonst kein aengstliches Kind und hat z.B. ueberhaupt keine Angst im Stockdunklen ansonsten.
Mir faellt das Thema besonders schwer, weil ich mich sehr gut daran erinnern kann als Kind im Dunklen und beim Einschlafen Angst gehabt zu haben und das ist fuer mich immer noch eine schreckliche Erinnerung. Auch heute habe ich nochmal Angst wenn ich alleine zu Hause bin und finde das fuerchterlich. Ich moechte ihn also ernst nehmen und das nicht abtun.
Andererseits faende ich es toll, wenn er lernt alleine einzuschlafen.
vielen Dank schonmal!
Milchstern
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Thema: Angst beim Einschlafen
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07.11.2011, 22:32
Angst beim Einschlafen
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07.11.2011, 23:15
AW: Angst beim Einschlafen
Könnt Ihr nicht ein kleines Licht anlassen, dann hat er weniger Angst wenn er wach wird.
Mein Sohn hatte immer seinen Hund bei sich und das hat vielleicht geholfen, gibt es bei Euch die Option für ein Haustier? Er ist dann auch nicht mehr alleine, denn sein Bruder hat ihn doch auch noch vom Thron geschubst.
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07.11.2011, 23:19
AW: Angst beim Einschlafen
Hallo Milchstren!
Das scheint eine Phase zu sein, denn ich höre das z.Z. von einigen Eltern von etwa gleichaltrigen Kindern.
Meine Tochter ist 4 und hatte vor kurzem sogar ganz plötzlich Angst alleine zur Toilette zu gehen "Weil da ein Fuchs kommen könnte" (Der Fuchs aus, Fuchs du hast die Gans gestohlen). Erst hab ich versucht es herunter zu spielen, aber sie hatte diese Angst ja wirklich. Dann bin ich mit ihr auf Fuchsjagd gegangen - mit Taschenlampe, Kochlöffel und Topfdeckel - hab quasi ein Spiel draus gemacht. Eine zeitlang hat sie die jedes Mal mit genommen und auch neben das Bett gelegt. Wenn es trotzdem nicht allein ging, dann bin ich ohne großen Kommentar mitgegangen. "Bei uns gibt es doch keine Füchse" etc. haben gar nichts gebracht, sobald die Angst da war, war die für sie übermächtig. Bei uns kam es ganz sicher nicht von TV-Serien.
Yakari - manche Folgen sind da ganz schön gruselig und düster - auf jeden Fall miteinander schauen und danach darüber sprechen.
So plötzlich wie die Angst da war, war sie auch wieder weg.
Da meine Tochter seit jeher einschlaf-begleitet wird, ist das bei uns weniger Thema und hat mich nie gestört. Im Normalfall dauert es nach der Geschichte aber auch keine 5 Minuten und sie schläft.
Vor kurzem hatte sie einen Angsttraum eine Schlange sei im Bett. Ich fühlte mich sofort in meine Kindheit versetzt, denn solche Träume hatte ich oft. Allerdings war ich wie gelähmt, habe mich weder aus dem Bett getraut, noch nach den Eltern rufen - meine Tochter ruft sofort und schlief 2 Minuten später beruhigt in meinem Arm.
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08.11.2011, 07:30
AW: Angst beim Einschlafen
kinder in dem alter mögen magische rituale. so wie emam auf fuchsjagd ging, kannst du mit einem anti-monster-spray (wir hatten ein normales raumspray mit glitzersternen drauf) die geister oder gefahren vor dem einschlafen verscheuchen. ebenso kann man mit einem schutzkreis (kreide) oder einem staubwedel rumzaubern und so einen unsichtbaren schutzwall aufbauen, der ihn schützt.
es ist wichtig, dass man selbst überzeugt ist und dass man das ritual jeden abend macht. vermutlich funktioniert es nicht sofort, nur nicht aufgeben.
von tony ross gibt es ein nettes kinderbuch zum thema monster und angst: ich komm dich holen oder aber 'der große klong'. im ersten bilderbuch wird ein monster gezeigt, dass sich einen jungen holen wird. als das monster zum jungen kommt, sieht man, dass das monster winzig klein ist und somit den jungen gar nicht holen kann.
im zweiten wird die angst von tieren wg. eines unheimlichen geräusches geschildert und wie sie sich ausdenken, was das für ein böses tier ist, dass diese geräusche macht. aber keiner geht nachschauen. erst der bär, der aus dem winterschlaf erwacht, will wissen wer das geräusch verursacht.
bei 'timo tarzan traut sich was' geht es auch um angst und fantasievorstellungen. hier wird die angst weniger, weil er eine freundin findet, die ähnlich fantasievoll ist, wie er.
das wird die einschlafangst nicht beheben, doch vermitteln die bücher einen umgang damit und das gefühl, dass man nicht alleine ist, mit seiner angst.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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08.11.2011, 08:17
AW: Angst beim Einschlafen
Ich habe auch in Erinnerung, dass die Angst vor der Dunkelheit entwicklungsbedingt ist und so mit 3-4 Jahren einsetzt oder sehr stark ist.
Warum wäre das für Dich toll? Ist es ein logistisches Problem, beim Einschlafen bei ihm zu sein (mit dem kleinen Bruder) oder meinst Du einfach, es gehört dazu? In meiner Verwandtschaft gibt es eine Familie mit zwei Jungs, die lange im Elternzimmer geschlafen haben und dann gemeinsam in ein Kinderzimmer gezogen sind. Von denen kenne ich gar keine Schlafprobleme. Wäre das eine Option, dass der Kleine mit im Zimmer schläft?Andererseits faende ich es toll, wenn er lernt alleine einzuschlafen.
Gibt es die Möglichkeit, dass er näher bei euch dran ist, beim Einschlafen? Ist das Kinderzimmer sehr abgelegen? Lasst Ihr die Tür offen?
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08.11.2011, 08:45Inaktiver User
AW: Angst beim Einschlafen
Ich weiß nicht, aber:
Ist es für Nachtängste nicht eher förderlich, wenn man beim Einschlafen die Eltern bei sich hat, Mutter, Vater sind da, das Licht ist vllt. noch an - und dann wacht man nachts auf, alle weg und alles stockdunkel!?
Kein Wunder, dass kind da Panik kriegt, finde ich.
Ich glaube, das allein-einschlafen-lernen ist daher schon wichtig - ich würde zu Nachtlicht und (wenigstens leicht) geöffneter Tür tendieren.
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08.11.2011, 09:00Inaktiver User
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08.11.2011, 09:00
AW: Angst beim Einschlafen
Wolkentier,
die These, dass es für das Durchschlafen (wobei, wenn sie DURCHschlafen würden, es irrelevant wäre, aber kein Mensch, auch kein Erwachsener schläft regelmäßig durch - nur wir merken es meist nicht, weil wir im Halbschlaf schnell abklären, ob alles ok ist und dann weiterschlafen - das Kind tut das auch, nur häufiger mit anderem Ergebnis
) wichtig ist, nachts die gleichen Bedingungen wie beim Einschlafen zu haben, wird oft geäußert - v. a. von Vertretern der Schlafprogramme.
Ich habe meine großen Zweifel, ob das stimmt und habe außer dieser Behauptung noch keine schlüssigen Erklärung für die Richtigkeit dieser These gefunden. Kinder erschrecken sich häufig und schreien, wenn sie aufwachen und die Eltern sind NICHT da, sie erschrecken nie, weil sie allein oder beim Papa eingeschlafen sind und nachts nur die Mama da ist. Nicht die anderen Bedingungen sind meiner Meinung nach das Problem, sondern die Abwesenheit der Schutz bietenden Eltern in der Nacht.
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08.11.2011, 09:04Inaktiver User
AW: Angst beim Einschlafen
Ich kenne keine Schlafprogramme, aber ich hab eigentlich nur von mir ausgehend geschlussfolgert - ich würde es ziemlich irritierend finden, nachts plötzlich andere Bedingungen vorzufinden als beim Einschlafen.
Daher dachte ich, dass kleine Kinder hierauf sicher durchaus mit Angst reagieren könnten.
Glaub ich auch immer noch...
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08.11.2011, 09:19
AW: Angst beim Einschlafen
Glauben kann ja jeder seins.
Ich suche aber aufgrund der Verwendung dieses Arguments für Schlaflernprogramme immer noch nach der Begründung. Wenn da jemand was hat, was über "Glauben" und "Behauptung" hinaus geht - her damit.
Bis dahin glaube ich eher an evolutionäre Prägungen. Kinder in dem Alter sind auf den Schutz der Großen angewiesen. Wenn plötzlich das Feuer aus ist und die Erwachsenen weg sind, ist es leichteste Beute für Feinde und Tiere. Die Tatsache, dass wir wissen, dass wir in sicheren Häusern leben, heißt noch nicht, dass es 3jährige wissen. Mit 5-6 Jahren können sie dann wohl das zumindest rational verstehen - was nicht heißt, dass sie elterliche Einschlafbegleitung kuscheliger finden.
Ach übrigens, wenn ich nachts aufwache und Mann und Kind sind nicht neben mir, stehe ich auch auf und gehe auf die Suche. Wenn ich das nicht könnte - weil angebunden, gehunfähig oder was auch immer - würde ich wohl auch rufen/schreien.


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