Hallo Zusammen,
ich bin nicht sicher, ob ich hier richtig aufgehoben bin, wenn nicht, dann bitte verschieben.
Wir wohnen neben einem Spielplatz und unser Grundstück ist nicht hermetisch abgeriegelt. Vor den Ferien kam es öfter vor, dass ein etwa 8jähriger Junge (der allein auf dem Spielplatz ist), auf unserem Grundstück Sachen zerstört hat. Er wollte uns nicht sagen wo er wohnt, also sind wir ihm nachgegangen und so zu seiner Wohnung gekommen. Die Verhältnisse dort wirken desolat (Haus absolut runtergekommen). Wir haben mehrfach dort und haben immer viele Kinder gesehen, die Mutter eigentlich immer alleine, ständig rauchend...
Die Mutter sagte, dass der Junge an ADS oder ADHS leidet.
Auch auf dem Spielplatz fällt der Junge extrem negativ auf. Auf der einen Seite hängt er sich an jeden dran, der auch nur halbwegs freundlich mit ihm ist und auf der anderen Seite ist er extrem agressiv und zerstört häufig Sachen. Ich habe es nicht mitbekommen, ob er auch gegen andere Kinder tätig wird.
Nun habe ich heute eine der Mütter getroffen, die oft auf dem Spielplatz sind und sie meinte, dass der Junge in letzter Zeit wieder ganz oft alleine auf dem Spielplatz ist, auch z.B. direkt nach der Schulzeit. Er hätte sie und andere auch schon häufiger wegen Essen angebettelt.
So wenig ich es akzeptieren kann, dass der Junge Sachen bei uns zerstört, so sehr tut er mir auch leid. Wenn er krank ist, dann muss man sich doch besonders um ihn kümmern und ihn nicht alleine auf den Spielplatz schicken (zum Umfeld - Stadt mit 250T Einwohnern, direktes Umfeld ein Wohngebiet gemischt mit Hochhäusern und altem Bestand von 1-2 Familien-Häusern). Und dass ein 8jähriges Kind auf dem Spielplatz nach Essen fragt - das ist doch echt traurig...
So - und jetzt die Frage - was kann ich tun, um dem Kerl zu helfen? Ein persönliches Engagement ist extrem schwierig, da ich Vollzeit arbeite, langen Arbeitsweg habe (also mind. 11 h pro Tag außer Haus bin) und somit nicht die Energie habe, mich dort einzubringen (ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was dem Kind wirklich hilft, wenn es diese Krankheit hat).
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16.09.2011, 12:17
'Problemfall' in der näheren Umgebung
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16.09.2011, 12:47Inaktiver User
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Du meine Güte, sowas ist ja schlimm... Wenn Du selber nicht aktiv werden kannst, könntest Du dem Jungen zeigen, wo er sonst noch hingehen kann, wenn er Essen benötigt. (Caritas, Gemeindehäuser oder Ähnliches in der Umgebung)
Allererste Anlaufstelle wäre für mich allerdings die Schule. Wenn Du weißt, wie der Junge heißt und wo er wohnt, dann beschreib' denen doch mal, was los ist. Vielleicht können die was arrangieren. Wenn seine Grundschule eine Ganztagsschule ist, gibt es sicher eine Möglichkeit, ihn dort auch verköstigen zu lassen oder zumindest etwas anderes zu organisieren, falls das nicht geht.
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16.09.2011, 12:47
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
oh, das ist furchtbar, was für ein alptraum für den kleinen kerl
, allein und offenbar ohne freunde und möglichweise mit einer überforderten mutter. sowas bricht einem das herz.
ich hoffe, du findest unterstützung und gute ideen! gibt es bei euch eine art jugendhilfe? natürlich müsste er auch hingehen bzw. müsste seine mutter aktiv werden.
oder ein sorgentelefon für kinder, bei dem du selbst vielleicht auch anrufen kannst. dort kann man dir vielleicht weitere hilfe geben.
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16.09.2011, 12:57
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Oh je, das wird echt schwierig.
Ich weiß seinen Vornamen und die Adresse. Nachname steht nicht an der Tür und die Mutter hat ihn mir auch nicht genannt...
Dass der Junge selber aktiv wird - eher unwahrscheinlich. Zum einen ist er wirkich nicht älter als 8 und zum anderen ist sein komplettes Verhalten so - wie soll ich sagen - zerfahren trifft es vielleicht mit am besten. Von demher tippe ich schon, dass es sich um ADHS handeln könnte. Das Verhalten ist wirklich sehr auffällig.
Aber Ihr habt mich auf eine Idee gebracht, eine Frau im weiteren Bekanntenkreis ist im Kinderschutzbund aktiv, vielleicht hat die noch einen Tipp für mich.Geändert von Ichbinsdochnur (16.09.2011 um 13:06 Uhr)
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16.09.2011, 13:26
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Hab wenig Zeit gerade, aber: im Zweifelsfall Jugendamt! Die haben die Kompetenz und Befugnis, sich die Verhältnisse anzusehen. So, wie du das schilderst, klingt es besorgniserregend. Und wenn "falscher Alarm": um so besser.
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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16.09.2011, 13:27Inaktiver User
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Ich bin mir ziemlich sicher, anhand des Vornamens, des Alters und der Adresse würde auch die Schule rauskriegen, um wen es sich handelt. Aber Kinderschutzbund ist eine super Idee. Die kooperieren sicher auch mit anderen Stellen, die dem Jungen helfen können.
Mensch, hoffentlich kann man da was tun... Der arme Junge!
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16.09.2011, 13:30
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Hi,
ich weiss, dass die Hemmschwelle oft hoch ist, aber ich würde mich ans Jugendamt wenden und die Lage dort schildern. Du weisst zwar den Nachnamen nicht, aber vielleicht ist die Familie dem JA bereits bekannt.
Alles andere, Schule ansprechen ect. halte ich für extrem schwierig. Du kennst ja weder den Jungen noch die Mutter oder Familie persönlich, die Schule wäre eigentlich auch verpflichtet, das JA einzuschalten....
Ruf beim JA an und sag dort ruhig das gleiche wie hier, dass Dir das aufgefallen ist, Du nicht weisst, was Du tun sollst, aber auch nicht einfach zuschauen möchtest.
Lg, amazone
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16.09.2011, 13:31
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
@ maryquitecontrary: gleicher Gedanke, gleiche Zeit
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16.09.2011, 13:33Inaktiver User
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Hm, mein Vertrauen ins Jugendamt hält sich da in Grenzen. Falls die Familie bekannt sein sollte, passiert vielleicht zeitnah was, aber wenn nicht, steht zu befürchten, daß die erstmal ewig nicht aktiv werden. Die haben ja auch viel zu wenig Leute für sowas. Wie oft hat man schon gehört, daß die Nachbarn Tips ans JA gegeben haben und das Kind erst zu Tode mißhandelt werden mußte, bis mal einer den Kopf hob und hinsah...
Aber man kann es ja mal parallel an mehreren Stellen versuchen.
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16.09.2011, 13:43
AW: 'Problemfall' in der näheren Umgebung
Du kannst dich sicher an das Jugendamt wenden. Leider haben die eben nicht viele Befugnisse. Am besten ist eine Person, zu der der Junge Vertrauen hat und dann mit Hilfe von Kinderarzt (Kinder- und Jugendpsychiologe) weitere Wege finden. Denn auch eine Schule kann sich im Grunde nur an das Jugendamt wenden und die können nur die Familie "überprüfen", wenn aber weder Vernachlässigung noch Misshandlung augenscheinlich sind, hat das Jugendamt keine Handhabe.
Sollte er tatsächlich unter einer Neurotransmitterstörung leiden, gibt es auf jeden Fall einen Arzt oder Therapeuten, der ihn betreut.
Ps.
dafür das du nicht weg schaust !
Es grüßt G. Butler
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If the brain were so simple that we could understand it, we would be so simple that we couldn't.
*Lyall Watson


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