Hallo Ihr Lieben,
wir haben ein Problem mit unserer 11 jährigen Tochter und irgendwie kommen wir kein Stück weiter.
Sie war schon immer ein Kind, was vergesslich war. In der Grundschule fing dies schon an, allerdings war es hier noch "verkraftbar".
Seit sie allerdings seit letztem Jahr September auf dem Gymnasium ist, nimmt es Maße an, die meiner Meinung nach nicht mehr tragbar sind.
Jede Woche passiert irgend etwas. Sie vergisst in der Schule ihre Brotbox oder sie verliert ihre Trinkflasche. Sie verliert ihre Fahrkarte, sie vergisst ihre Jacke.....klar könnte man sagen "sie ist nur ein Kind", doch die Häufigkeit macht uns sehr zu schaffen. Hin und wieder, ja.
Alle 3 oder 4 Wochen, ist auch in Ordnung. Aber alle paar Tage ist einfach zu viel ( diese Woche hatten wir Thema Trinkflasche am Montag. Heute morgen hat sie mir verkündet, das sie ein Schulbuch in der Schule verlegt hat) Alle Unternehmungen, sie zu "heilen" hilft nichts.
Wir haben sie schon gefragt, ob sie Probleme mit anderen Schülern hat und gemobbt wird und deswegen durch den Wind ist. Wir haben sie gefragt, ob sie mit uns ein ernstes Problem hat, womit sie nicht klar kommt... Wir haben sie geschimpft und auch schon etliche Male ruhig mit ihr geredet.
Alles, was sie verliert, muss sie selber neu besorgen und auch bezahlen. Aber auch das scheint ihr egal zu sein.
Ich habe ihr auch schon ins Gewissen geredet, das, wenn sie schon weiß, das sie vergesslich und schludrig ist, sie sich das immer wieder selber bewusst machen soll, um achtsamer zu werden. Aber auch das klappt nicht, weil sie vergisst, das sie vergisst.
Unsere Tochter ist im Grunde ein herzensguter Mensch. Sie ist sensibel, menschlich, kommunikativ, hat Freunde, starke soziale Kompetenzen. In die neue Schule und den Gegebenheiten eines Gymnasiums hat sie sich sehr schnell gewöhnt und hat klasse Noten ( Schnitt 1,8 ).
Mir fällt das schwer, diese Charakterschwäche hinzunehmen und zu sagen "das ist doch nur ein Kind", weil es einfach viel zu viel ist....doch fällt mir leider auch nichts mehr ein, was wir machen könnten, das die Geschehnisse weniger werden. Ihr Vater und ich wollen ja nicht einmal, das sie es komplett abstellt, nur die Häufigkeit etwas weniger wird. Jeden Tag, wenn ich von der Arbeit komme, bange ich schon und hoffe, das ausnahmweise mal nichts passiert ist. Die Stimmung ist dementsprechend am Abend im Eimer. Anstatt gemütlich miteinander zu essen, Hausaufgaben zu kontrollieren und abzufragen, sind wir oft unterwegs, um das verloren gegangene wieder zu organisieren oder mit ihr zu reden.
Wir haben auch schon versucht, NICHTS zu tun. Nicht zu reden, nicht zu schimpfen. In der Hoffnung, eine gewisse Lockerheit in die Sache wieder rein zu bringen. Auch das half nicht. Ein paar Tage später ging es munter weiter.
Habt Ihr eine Idee ?
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15.04.2011, 08:52
Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Wie wenig ist am Ende der Lebensbahn daran gelegen, was wir erlebten, und wie unendlich viel, was wir daraus machten.
@Wilhelm von Humboldt
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15.04.2011, 09:03Inaktiver User
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
das was du von deiner tochter schreibst- könnten die worte meiner mutter über mich mit 11-16 sein.
ich kann nur sagen was mir geholfen hat:
a) anerkennung wenns mal geklappt hat.
b) mir die verantwortung zu übertragen und auch zu lassen.
c) auch mal mit einem -aus-dem-zimmer-gehen es schlichtweg zu akzeptieren, dass frau/mädchen halt ein schussel ist.
ich habe mit der zeit durchaus strategien entwickelt- aber ich muss auch sagen, mit 12 fing bei mir die pupsität voll an--------- ich hatte baustelle im hirn. schlichtweg baustelle und jede menge geistiger umleitungs-schilder.
was ich damals angefangen habe- und bis heute verfeinert habe, listen. checklisten, arbeiten nach prioritäten sortieren (hat mein vater mal nen ganzen mittag mit mir zusammen sortiert).
und dann gibt es auch heute, mit 50 jahren zeiten wo ich leicht bis mittel verpeilt bin. eine art sicherheitsgeländer, an dem frau sich entlang hangeln kann- bei mir schriftlich, weil ich das dann besser abspeichern kann.
ich konnte es in diesem alter noch nicht freihändig--------------- und heute gibt es mir sicherheit.
ich wünsche dir und deiner tochter alles gute------------- glaub mir, sie tut es nicht um dich zu ärgern. so lange du dir darüber im klaren bist ist alles gut.
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15.04.2011, 09:12
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Ich weiß, das sie es nicht tut, um uns zu ärgern. Sie ist ein herzensguter sensibler, liebevoller Mensch. So viel Liebe habe ich selten bei einem Menschen erlebt. Gerade dies macht es aber zusätzlich nicht einfach, weil alle Bestrafungen und Maßnahmen einfach nicht helfen.
Anerkennung bekommt sie überdurchschnittlich im Alltag. Doch mir fällt es schwer, sie zu "loben", wenn sie keine Trinkflasche, Brotbox, Fahrkarte oder Jacke verloren hat.Das kann man meiner Meinung nach mit einer 6 oder 7 jährigen machen, aber doch nicht bei einem Kind mir fast 12 Jahren ! Hier sollte es doch selbstverständlich sein.
Aus dem Zimmer gehen, nichts tun und nichts sagen, akzeptieren ( mit Herzen, nicht nur mit dem Verstand ) tun wir sehr häufig....
Ach, ich weiß auch nicht. Es nervt einfach.Wie wenig ist am Ende der Lebensbahn daran gelegen, was wir erlebten, und wie unendlich viel, was wir daraus machten.
@Wilhelm von Humboldt
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15.04.2011, 09:16Inaktiver User
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
es nervt dich. das ist mehr deine baustelle als ihre.
du schreibst so viele tolle sachen über sie- wäre sie ansonsten nicht zu perfekt wenn dieses "manko" nicht wäre?
warst du als kind/junge frau schusselig- und kämpfst gegen deine eigenen dämonen?
wie wichtig war in deiner kindheit, jugendzeit der ordnungsgedanke der von deinen eltern gelebt wurde?
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15.04.2011, 09:40
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Würde unsere Maus diese Schwäche abstellen, dann wäre sie perfekt....und wer ist das schon ? Und deswegen wünschen wir uns auch nicht die komplette Abschaffung, aber eine ersichtliche Besserung. Nicht mehr ganz so viel, nicht mehr ganz so oft eben !
Als Kind war ich nicht schusselig und vergesslich, wohl aber unordentlich, so wie viele Kids eben auch.Wie wenig ist am Ende der Lebensbahn daran gelegen, was wir erlebten, und wie unendlich viel, was wir daraus machten.
@Wilhelm von Humboldt
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15.04.2011, 09:45Inaktiver User
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
ich würde sie bei ersatzbeschaffung finanzielle und zeitmässig in die pflicht nehmen: heisst: sie muss sich bei brotboxen etc selbst drum kümmern.
und ansonsten ihr zeit geben. irgendwann, kommt eine eigene schmerzgrenze- und dann will frau/mädchen das auch nicht mehr. aber so wie ich dich lese- ist ihre schmerzgrenze noch nicht erreicht. und bis dahin-------------- machst du dir schlichtweg das nervenkostüm kaputt wenn du letztendlich gegen eine mauer redest.
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15.04.2011, 12:20
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Das wird besser, ganz bestimmt!
Was hat mein Sohn nicht alles verlegt, vergessen, verloren. Gerade so um die 5. Klasse herum war nochmal ein richtiger Höhepunkt, vielleicht weil die neue Schule das Hirn so belastet. Ich habe auch gedacht, das wird nie mehr was, aber jetzt, rückblickend, muss ich feststellen, es hat sich enorm verbessert.
Schon lange nicht mehr hat er seine Jacke in der Schule vergessen und ist im Pullover nach Hause geradelt, Federmäppchen verschwinden gar nicht mehr, Bücher packt nur noch sehr selten der Banknachbar ein (der scheinbar auch kein Hirn hat), auch der Verlust an Geodreiecken ist deutlich geringer geworden.
Lass deiner Tochter noch ein bisschen Zeit, das wird schon!
P.S. Hast du jemals ins Fundbüro eures Gymnasiums geschaut? Mich hat schier der Schlag getroffen. Hochwertige Outdoorjacken, komplette tadellose Sportsets, Brillen, Zahnspangen, einfach alles gibts da. Glaub bloß nicht, dass nur deine Tochter so schusselig ist.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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15.04.2011, 13:59Inaktiver User
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Hallo,
ich finde das Bild der Baustelle im Gehirn, trifft den Nagel auf den Kopf. In dem Alter passiert bei einem Kind so viel, dass die Vergesslichkeit wohl das kleinste Übel ist. Ich weiß wie sehr das nervt, habe selbst drei Mädels und war auch manchmal kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Rückblickend würde ich es nicht mehr so ernst nehmen. Wenn du dir Sorgen hinsichtlich der Gesundheit deiner Tochter machst, lass es ärztlich abklären. Aber an sonsten sind Kinder in dem Alter in einer großen Umbruchsphase - verträumt, orientierunglos, mit der Suche nach dem Weg ins Erwachsenenleben beschäftigt. Andere Kinder lassen vielleicht in der Schule nach oder testen ihre Grenzen aus (kiffen, klauen, etc.)...Nimm die Vergesslichkeit als das hin, was sie aller Wahrscheinlichkeit nach ist: eine harmlose Begleiterscheinung der Pubertät...
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15.04.2011, 14:11
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Die TE schrieb aber, dass ihre Tochter schon seid der Grundschule, wo sie noch nicht in der Pupertät war, über das normale Mass hinaus vergesslich war.
Ich empfehle auch, diese Vergesslichkeit mal ärztlich abschecken zu lassen.
Gab es in der Grundschule Konsequenzen für die Vergesslichkeit?
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15.04.2011, 14:13
AW: Vergesslichkeit meiner 11 jährigen Tochter
Im großen und ganzen möchte ich meinen Vorschreiberinnen zustimmen
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Naja, harmlos auf der einen Seite, aber ziemlich teuer auf der anderen. Wenn wir jeden Monat den halben Kleiderschrank samt Ranzeninhalt und Busfahrkarte neu bestücken müssten, dann wären wir ziemlich schnell pleite
.
Gut, das Kind muss die verlorenen Gegenstände selbst ersetzen, aber hier müsste es doch auch noch andere günstigere Methoden geben?
Foto und/oder Liste vom Inhalt der Schultasche und dieses dann irgendwo platzieren, wo das Kind es öfter sieht und es sich orientieren kann vielleicht?


) Alle Unternehmungen, sie zu "heilen" hilft nichts.
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