Ich werde noch irre. Seit wir die Gitterstäbe aus Tochterkinds Bett genommen haben, kommt sie immer häufiger raus. Das das passieren wird, war uns klar, aber jetzt ist es so, dass sie an einigen Tagen bis zu 10 Mal wieder raus kommt. Heute ist es besonders extrem. Sie will pullern, trinken usw. - Wir sind liebevoll konsequent, aber irgendwann platzt einem die Hutschnur. Mein Mann ist noch geduldiger als ich, aber sie weiß, dass unsere Mittel begrenzt sind. Wenn sie merkt, dass wir echt wütend werden, streichelt sie uns, lächelt zuckersüß und fängt Gespräche an. Nicht immer schafft man es, darauf Null einzugehen. Oft pullert sie wirklich noch und sie soll ja nicht gezwungen werden, in die Windel zu machen, wenn sie pullern muss. Aber wenn dann so gar nichts vom Abend übrig bleibt, schreie ich auch schon mal durchs Haus. Sie sagt dann gar nichts und wartet den Sturm ab, dann gehts von vorne los.
Müde ist sie übrigens sehr, an manchen Tagen kommt sie auch gar nicht oder nur einmal.
Wie habt ihr das gemacht? Muss man das aushalten und einfach abwarten oder kann man da irgendwie nachhelfen?
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Ergebnis 1 bis 10 von 84
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19.11.2010, 20:51
2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Haesin mit Hasenmädchen (geb. 19.09.08)
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19.11.2010, 21:01
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Auf wieviel Stunden Schlaf kommt sie denn insgesamt? Schläft sie noch mittags?
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Albert Einstein
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19.11.2010, 22:03
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Fühlt sie sich einsam oder ist sie vielleicht ängstlich? Habt ihr die Tür einen Spalt offen oder brennt vielleicht ein Nachtlicht?
Kein Gespräch mehr anfangen, das wäre jetzt auch mein Vorschlag gewesen. Selbstverständlich bekommt die Kleine noch was zu trinken, darf auf die Toilette gehen, aber ich würde dazu nur die notwendigen Handreichungen machen und ansonsten keinerlei Kommunikation mehr aufnehmen. Es muss unattraktiv werden, aufzubleiben zu wollen. Man kann ja erklären, dass Papa und Mama müde sind und am Abend nicht mehr reden wollen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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19.11.2010, 22:09Inaktiver User
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
habt Ihr ein schönes, stabiles, beruhigendes, verlässliches Gute-Nacht-Ritual.
und warum könnt Ihr die Gitterstäbe nicht einfach wieder reinmachen?
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19.11.2010, 22:24Inaktiver User
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern... ich denk, das ist eine ganz normale Entwicklungsphase, wo die Kinder so selbständig sind, dass sie eben allein aufstehen und aus dem Bett kommen können und auch wissen, wie man Mama und Papa um den Finger wickeln kann...
Mir waren meine Abende heilig, und ich war daher konsequent, und hab das Kind jeweils nach dem GutNachtRitual hingelegt und bin vor der Tür sitzen geblieben. Wenn die aufging hab ich es ohne großen Kommentar hingelegt, nur gesagt, jetzt ist Schlafenszeit, jetzt wird geschlafen - und zurück ins Bett, kurz über den Kopf gestreichelt und wieder raus. Das ging zwei, drei Tage lang - Kind ist gefühlte 83 Mal aufgestanden - dann tief Luft holen, wieder zurück...
Irgendwann kriegst entweder du einen Nervenzusammenbruch oder es klappt - bei meinen drei hat es dann irgendwann funktioniert...
Ich denk, man darf das gar nicht anfangen, dass die nochmal ins Wohnzimmer kommen, warum auch immer - klar ist es da immer interessanter und schöner, und man könnte ja auch auf dem Sofa bei Mama und Papa einschlafen...
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19.11.2010, 23:30
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Weil sie dann oft auf die Idee kommen drüber zu klettern bzw. es versuchen. Das war bei uns nämlich der Grund die Stäbe raus zu nehmen.
Aber zum Problem. Möglichst wenig mit ihr reden. Und mit jedem Mal wenn sie wieder auftaucht auch "unfreundlicher" werden. Sie kann ruhig merken, dass es euch gar nicht gefällt, dass sie nicht schläft.
Wir haben es auch mal gemacht und die Kinder gar nicht beachtet. Weil wir gemerkt haben, dass sie ankamen haben wir den Fernseher ausgemacht, uns was zu lesen genommen und einfach nur stumm lesend auf dem Sofa gesessen. Nach kurzer Zeit sind sie freiwillig wieder gegangen - war halt zu langweilig bei uns.
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20.11.2010, 08:41
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
wer zig mal aus dem bett rauskommt, wird zig mal wieder reingebracht. ohne worte.
das ist, wie ewk schon schrieb, eine entwicklungsphase und sie geht vorbei. mir hat dabei auch geholfen, dass ich innerlich mich darauf eingestellt habe, dass 'mein abend' mehrfach gestört wird. so konnte ich die ungeduld in den griff bekommen. wenn mein mann zu diesem zeitpunkt schon da war, haben wir uns abgewechselt. wir saßen wie bei loriot auf der couch und haben nur gewartet, dass der herr nach unten tapst und dann hat ihn einer nach oben gebracht.
bei uns war dieser extreme spuk innerhalb von 1 - 2 wochen vorbei, die paarmal davor und danach fallen unter 'normal/kommt vor'.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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20.11.2010, 10:10
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
also, mit meinen 2jährigen hatte ich ein festen abendlichen Ablauf udn Abendritual , das beinhaltetet, daß sie ausreichend getrunken hatten und auch auf dem Töpfchen waren ...
das waren dann in der Regel keinen offenen Bedürfnisse mehr ... waren gedrückt und geküsst ...unversorgt habe ich kein Kind je schlafen gelegt.
ich hab meinem Kind klar gemacht, daß er seine Situation verschlechtert, kommt er immer wieder raus ... daß er keinen Vorteil mehr hat, weil er nix mehr bekommt ... und ich demnächst sogar Nachteile
also z.b. Nachtlich augemacht wird .. Türe zugemacht wird.
mußte ich gar nicht wirklich oft konsequent durchziehen ...
mein Sohn war da schnell bereit einzulenken, hauptsache Tür bleibt auf und sein Nachtlicht drehte sich weiter ...
Gruß, B.
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20.11.2010, 10:41
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
Zugegeben, es nervt extrem, wenn man ein Kind immer wieder (möglichst sprachlos oder nur mit der Ansage "Schlafenszeit!") ins Bett bringen muss, aber es lohnt sich echt. Halts einfach ein paar Abende durch, bei uns dauerte es nicht mal so lange. Ich habe den wackeren Kämpfer am ersten Abend schlafend (!) vor der Kinderzimmertür gefunden, ihn zurück verfrachtet und am zweiten Abend war der Drops im Prinzip schon gelutscht

Nicht ausrasten, nicht rumbrüllen, keine Diskussionen, keine "interessanten" Gespräche. Es hört sich gemein an, wirkt aber, zumal dann, weil das Kind keine "Sonderzuwendung" bekommt. Das sollte vorher stattfinden. Bei uns war es ein Ritual, dass man noch ein Lied vorgesungen bekommt und Mama das Kind ausgiebig knuddelte, und dann war Ende Gelände.
Mein Bruder und meine Schwägerin hatten das Theater jedenfalls wesentlich länger. Noch mit sechs oder sieben Jahren tauchte der hoffnungsvolle Nachwuchs jeden Abend X- mal auf und hatte irgendetwas zu vermelden (Pipi, noch ein Küsschen, ihm war was eingefallen). Es nervte jedenfalls. Als Bruder und Schwägerin mal bei uns zu Gast waren, waren sie jedenfalls über- gerascht, dass mein Nachwuchs im Bettchen blieb
Das Einzige, was mir noch wichtig erscheint, ist: das Kind muss in der Tat müde sein. Ein noch völlig "lebendiges" Kind zwangsweise in die Koje zu bringen und zu erwarten, dass es dort bleibt, erscheint mir zu viel des Guten. Wenn noch ein Mittagsschlaf stattfindet, sollte man entweder überlegen, ob der wirklich sein muss oder das Kind entsprechend früher oder später zu Bett bringen.
OT: ich merke gerade, dass ich als ziemlich abgebrühte Mutter rüberkomme, wenn ich meine Beiträge im Erziehungsforum rekapituliere... Ich schwöre, dass ich meine Kinder immer geliebt habe und ihnen das auch so deutlich zeigte, dass alle (heute 22, 21 und 18) kein Problem damit haben, mich in coram publicam abzuknutschen
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20.11.2010, 10:43
AW: 2-jährige kommt Abends zig Mal raus
P.S.: Die Gitterstäbe nicht wieder montieren! Beim Ältesten waren wir der Überzeugung, er käme im Schlafsack und mit Gitterstäben am Bettchen nicht aus der Koje, was sich als schwerer Irrtum herausstellte, das Kind seilte sich einfach über die Reling ab. Das war uns dann doch zu riskant.


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