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    Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zweig?

    Hallo,

    zunächst mal zu mir/uns:

    Ich bin verheiratet, wir haben zwei Söhne, 12 und 14, beide im G8 (Bayern).

    Beide Söhne sind mit ähnlichen Noten und eindeutiger Grundschulempfehlung ins Gymnasium übergetreten, allerdings sind sie (nicht nur) in ihrem Lernverhalten sehr unterschiedlich.

    Der jüngere lernt (immer schon) aus eigenem Antrieb, erledigt alle Hausaufgaben sorgfältig und kommt von selber auf die Idee, dass es gut sein könnte, ab uns zu mal Vokabeln zu lernen oder im Buch nochmal was nachzulesen, auch wenn es nicht aufgegeben wurde. Er lernt selbständig für Schulaufgaben und fragt um Hilfe, wenn er etwas nicht verstanden hat.

    Der ältere macht (auch immer schon) nur das, was unbedingt sein muss und wurschtelt sich so durch. Wenn er was nicht verstanden hat, schaut er 30 min auf sein Blatt, erst auf Nachfragen räumt er dann ein, dass er Hilfe braucht. In den Fächern, die ihn interessieren, ist er ganz gut, leider interessiert er sich nicht so für Latein und Deutsch, das merkt man natürlich auch an den Noten.

    Er ist jetzt in der 8. Klasse und mit Durchwurschteln kommt er nun langsam aber sicher nicht mehr weiter. In Latein wäre dringend Nachhilfe erforderlich, wobei ich da trotzdem nicht sehr optimistisch bin, dass die was bringt, denn zu seiner ansonsten sehr sympathischen wurschteligen Art kommt natürlich im Moment noch die Pubertät mit aller Macht hinzu. Er beklagt auch den Mangel an Freizeit, den er bei 35 Wochenstunden + Hausaufgaben + Lernen hat.

    Nach einem Gespräch am letzten WE, bei dem er selbst das erste Mal zugegeben, dass er nicht glaubt, dass er das im Moment schafft, erkunden wir gerade die Möglichkeiten.

    Sein erstes Ziel, bei dem wir ihn voll unterstützen, ist die Mittlere Reife. Damit kann er eine Lehre machen, anschließend arbeiten oder auf der BOS (oder ohne Lehre auf der FOS) sein Fachabitur oder Abitur machen.

    Wenn der Knopf noch aufgeht, stünden ihm damit noch alle Möglichkeiten offen. Das Potential hat er (sagen alle seine Lehrer), bloß hapert es mit der Disziplin und dem Durchhaltevermögen.

    Nun kann er die Mittlere Reife ja auf der Realschule oder im M-Zweig der Hauptschule machen.

    Der Wechsel in die Realschule wird schwierig, geht voraussichttlich nur zum Schuljahreswechsel (also "vertut" er wertvolle Zeit im Gymnasium), dort läuft schon seit der 7. Klasse die Spezialisierung in verschiedene Zweige, was bedeutet, er fängt dort in 2-3 Fächern gleich wieder mit einem aufzuholenden Defizit an.

    Im M-Zweig der Hauptschule (bei uns Ganztagsschule) müsste er ja gut mitkommen, "taktisch" wäre das wohl der richtige Weg, um die Mittlere Reife nicht nur zu schaffen, sondern dabei auch eine gute Note zu erzielen. Ein Wechsel wäre auch unter dem Schuljahr, zum Beispiel zum Halbjahr möglich.

    Psychologisch ist ein Wechsel vom Gymnasium an die Hauptschule natürlich schon heftig, ich habe gemerkt, wie mein Sohn geschluckt hat.

    In zwei Wochen haben wir einen Termin bei der Schullaufbahn-Beratung, aber was meint ihr?

    Sorry, ist lang geworden, vielen Dank schonmal für eure Meinungen!!!
    Geändert von schnucki_4 (16.11.2010 um 13:28 Uhr)

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    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Zitat Zitat von schnucki_4 Beitrag anzeigen
    Das Potential hat er (sagen alle seine Lehrer), bloß hapert es mit der Disziplin und dem Durchhaltevermögen.
    Hallo schnucki,

    glaubst du, das wird an einer anderen Schulform besser?

    Ich denke, dein Sohn braucht vielleicht keine klassische Nachhilfe, sondern ein gezieltes Lern-Training sowie massive Unterstützung in der Selbst-Disziplinierung. Das geht auch in seinem Alter; mit "Pubertät" kann man zwar vieles erklären, aber nicht alles entschuldigen und schon gar nicht "durchgehen" lassen.

    Vielleicht ist das ein möglicher Ansatz für euch?

    brizi
    Was ich zu sagen hätte, lässt sich durch Schweigen viel besser ausdrücken!

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    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    So wie Du es beschreibst machst Du alles prima, ich finde es sehr gut wie offen Du das Schulproblem angehst, Kind miteinbeziehst, andere Schularten in Erwägung ziehst.

    Der Beratungslehrer kann Dir am besten sagen welcher Wechsel in eurem Fall am geschicktesten ist, oder vielleicht "nur" ein Wechsel auf einen anderen Zweig. Wenns an Latein hapert, dann bringt ein Wechsel auf die Realschule schon Mal viel, dann könnte man den Fokus auf Deutsch-Nachhilfe legen. Es kommt auch immer etwas auf die jeweiligen Schulen an. Es gibt Hautschulen die einen sehr guten Ruf haben, mit hervorragenden M-Zweigen, auch da weiß der Beratungslehrer Bescheid, auch wie man auf kleinen Umwegen ans Abi kommt. Vielleicht kannst Du ihm im Vorfeld schon eine kurze Info zukommen lassen worum es geht, dann kann er sich schon Mal ein Bild machen, gegebenenfalls auch mit Kollegen sprechen wie die die Schulsituation beurteilen. Ich glaube es ist auch nicht verkehrt sich die gesamte Lage noch einmal anzuschauen, der Beratungslehrer sollte ja möglichst neutral beurteilen - vielleicht ist kein Schulwechsel nötig, sondern Hilfe beim - Lernen lernen.
    Geändert von EvenMadderAuntMaud (16.11.2010 um 14:24 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Wäre es die erste "Wiederholung"?
    Dann würde ich ihm die Chance geben.

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    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Zitat Zitat von schnucki_4 Beitrag anzeigen
    Der Wechsel in die Realschule wird schwierig, geht voraussichttlich nur zum Schuljahreswechsel (also "vertut" er wertvolle Zeit im Gymnasium), dort läuft schon seit der 7. Klasse die Spezialisierung in verschiedene Zweige, was bedeutet, er fängt dort in 2-3 Fächern gleich wieder mit einem aufzuholenden Defizit an.
    Wie ist dein Sohn in den naturwissenschaftlichen Fächern? Wenn er sich für die Wahlpflichtfächergruppe 1 entscheidet, hat er als Abschlussprüfungsfächer Deutsch, Englisch, Mathematik I und Physik.

    Meines Erachtens ist ein Gymnasiast ohne weiteres in der Lage in diesen Fächern mit den Realschülern gleichzuziehen. Das G8 ist wesentlich anspruchsvoller als die Realschule, könnte gut sein, dass dein Sohn relativ bald Erfolgserlebnisse vermelden kann. Klar kann es mal im Stoff unterschiedliche Schwerpunkte geben, aber mit der Menge an Freizeit, die dein Sohn auf der Realschule gewinnt, wäre es ein Leichtes, eventuell fehlenden Stoff nachzuholen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  6. Inaktiver User

    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Zitat Zitat von schnucki_4 Beitrag anzeigen

    Der Wechsel in die Realschule wird schwierig, geht voraussichttlich nur zum Schuljahreswechsel (also "vertut" er wertvolle Zeit im Gymnasium), dort läuft schon seit der 7. Klasse die Spezialisierung in verschiedene Zweige, was bedeutet, er fängt dort in 2-3 Fächern gleich wieder mit einem aufzuholenden Defizit an.
    Normalerweise ist ein Wechsel auch zum Halbjahr möglich, da würde ich nachfragen.
    Das "Defizit" in den spezialisierenden Fächern würde ich nicht so hoch ansetzen - da das etwas Neues ist, ist die Motivation zum Aufholen sicher da.
    Ich würde, wenn ihr euch für einen Wechsel dorthin entscheidet, das Gespräch mit den entsprechenden Fachlehrern suchen und ggf. schon jetzt vor dem Wechsel zum Halbjahr vorbereitend "nacharbeiten" in den Fächern.

  7. Inaktiver User

    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Mein Sohn hat von der achten Klasse Gym auf die Realschule gewechselt , dort allerdings die achte Klasse wiederholt ( Zweig Wirtschaft).Er hatte mit ca 12 mal jeweis 1,5 stündiger Nachhilfe in Wirtschaft problemlos den Anschluss geschafft ( hat er Ende Juni und Juli gemacht).
    Textverarbeitung wurde im ersten Halbjahr nicht bewertet, er musste halt 10 Finger schreiben nachlernen, was aber auch nicht so schwer war.Wir hatten da ein gutes Lernprogramm (Scriberius).


    Dieser Wechsel war für uns sehr gut, die Noten verbesserten sich im Schnitt mindestens um ein bis zwei Noten.Und das bei relativ geringem Aufwand.Und in Bayern

    Ich denke, dein Sohn wird an der Hauptschule ziemlich unterfordert sein.

  8. Moderation

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    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Normalerweise ist ein Wechsel auch zum Halbjahr möglich, da würde ich nachfragen.
    Wird normalerweise nur aus "wichtigen" Gründen gemacht, z. B. Umzug. Ansonsten sind Schulwechsel, außer in Pflichtschulen (das wäre die HS) nur zum Ende eines Schuljahres möglich.

    Wenn er nur in Latein Probleme hat, kann er in der RS in die nächsthöhere Jahrgangsstufe aufsteigen. Ich stimme Nocturna zu, dass er es dann auch schaffen müsste, auch wenn er in manchen Fächern etwas nachlernen muss.

    http://www.realschule.bayern.de/elte...wahl/index.php
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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  9. Inaktiver User

    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Wird normalerweise nur aus "wichtigen" Gründen gemacht, z. B. Umzug. Ansonsten sind Schulwechsel, außer in Pflichtschulen (das wäre die HS) nur zum Ende eines Schuljahres möglich.
    Bei uns hier ist das offensichtlich anders.
    Ich kenne einige Schulwechsler, davon sind auch ein paar zum Halbjahr gewechselt.
    Anscheinend wird das regional unterschiedlich gehandhabt, daher würde ich im Einzelfall immer mal nachfragen.

  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Sohn schafft 8. Klasse im G8 nicht - Wechsel in Realschule oder Hauptschule/M-Zwe

    und im Grunde ist das Ganze ganz typisch für den Mißstand an unserem dt. Schulsystem ...

    kaum jemand hier kann Dir sagen, was für Euch nun wirklich am Günstigsten wäre, weil das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist .. sogar von Stadt zu Stad.
    in Hamburg andere Richtlinien gelten als in Sachen usw.

    Und es ist doch wirklich immer noch das selbe Problem wie zu meiner eigenenSchulzeit
    genau diese Sorgen hatte ich selbst seinerzeits auch !!!

    Latein war eine einzige Kathstrophe ...
    ich habs auch nicht auf die Reihe gebracht ...

    und ja ich bin damals nach der 8. Klasse zurück auf die Hauptschule, und war da 1 Jahr lang der absolute 1er Kandidat der Schule ... völlig ohne Streß ... hatte eine mehr als gute Grundlage

    ich hab meine Mitschüler motiviert ...
    ich hab einen superguten Quali hingelegt und bin danach weiter zur mittleren Reife und hab später auch das ABi nachgemacht

    aber Latein hat mir am Gym das Genick gebrochen ...

    Ich hatte aber seinerzeit mit den 1er Quali damals hier in Bayern so viele Möglichkeiten und konnte mich da für alles mögliche bewerben und hatte damit wirklich viele verscheidene Perspektiven

    im Grund genausoviele wie mit der Mittleren Reife ...

    da war wenig Unterschied ..

    ich hab damals wirklich auf jede meine Bewerbungen nur Zusagen bekommen,
    auch bei Bank, Behörde ..

    die legten alle eher Wert auf ihre Einstellungstests, wo die Noten vom Vorjahreszeugnis, also dem Qualizeugnis aber mitgewertet wurden ...


    Heute seh ich das aber eher kritisch ... wäre das mit Sicherheit nicht mehr überall der Fall ... ist also eher historisch !!!



    Und ich hab einen "Stieftochter", die im benachtbarten europ. Ausland zur Schule geht ... die strebt dort auch die Hochschulreife an und bekommt sie wohl demnächst auch

    die hatte im Übrigen die allergleichen Lateinprobleme ...
    noch voll Elan ins 1. Jahr gestartet ...
    am Ende des 2. Jahres war es komplett vorbei damit
    und sie hat es auch nur noch gehaßt und nur noch schlechte Noten eingefahren.

    die klassische Lateinmisere eben.


    Aber, das was hierzulande einen Schulwechsel und Abbruch des Gym bedeutet,
    war dort gar kein Problem .. sie konnte es abwählen und das Ganze als Fehlentscheidung und Erfahrung verbuchen
    macht jetzt Chemie stattdessen.


    und ja, sie wird vermutlich demnächst in D studieren, weil das ihrere Schulkarriere null Abbruch getan hat ...
    selbses problem .. aber keiner kam auf die Idee das thema schulwechsel überhaupt anzudenken ... die Schule selbst sah sich in der Pflicht, dem Kind weiterzuhelfen.


    Ich pers. finde, auch dies ist eine echter Mißstand in unserem Schulsystem ...
    daß Kinder, die ja durchaus die Eignung fürs Gym und Abitur haben,
    wegen solcher für sie doch gar nicht absehbaren Entscheidungen "komm ich mit Latein zurecht" ... dann völlig draußen sind und das Gymnasium dann wirklich verlassen müssen, ohne Chance, ohne Möglichkeit sich umzuorientieren


    Ist in vielen Ländern in Europa nicht so ... aber das nützt Deinem Kinde hier im Grunde null bis gar nix .. leider

    aber ich finde es echt schlimm, daß sich da bei uns in all den Jahrzehnten, die es bei mir schon her ist .. absolut gar nix getan hat !!!

    Schulreformen ohne Ende .. aber die seit Jahrzehnten bekannten Schulsorgen und Probleme nach wie vor aktuell.

    Gruß, B.
    Geändert von Blondine (18.11.2010 um 09:42 Uhr)

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