Ich hoffe, daß ich hier in diesem Forum richtig bin. Im Forum Religion fühlte ich mich nicht richtig am Platz, da es mir da für mein Thema "zu religiös" war.
Bei meiner Tochter steht nun das Thema Konfirmation an.
Sie ist getauft und besucht den Religionsunterricht. Das war es aber schon in Bezug auf Kirche und Religion.
Mein Mann war nie in der Kirche, ich bin vor Jahren ausgetreten.
Bis vor 2 oder 3 Jahren sind wir noch an Weihnachten in die Kirche, weil es stimmungsvoll war und einfach dazugehörte. Aber da die Kirche dann immer total überfüllt war, haben wir es vorgezogen lieber einen gemütlichen, besinnlichen Abend im Familienkreis zu begehen.
Unsere Berührungspunkte mit der Kirche sind also, bis auf den Religionsunterricht der Tochter gleich Null.
Töchterlein antwortete auf die Frage ob sie konfirmiert werden möchte erstmal mit ja. Auf nachfragen kam dann, das es halt einfach so gemacht wird. Lust hätte sie keine, aber "man macht es halt".
Konfirmandenunterricht ist bei uns entweder einmal wöchentlich für 90 Minuten oder 1xMonat den ganzen Samstag + regelmäßige, sonntägliche Gottesdienstbesuche.
Tochter kommt regelmäßig um 15.00 Uhr aus der Schule, hat dann noch Hausaufgaben, lernen, + 1 mal wöchentlich Klavier.
Und dann noch zum Konfi-Unterricht, bzw. den wohlverdienten Samstag opfern + Sonntags den Vormittag. Ich weiß nicht so recht.
Zumal auch ich dabei recht eingespannt werde, da sie gerade in den Wintermonaten, wenn es nicht mit dem Fahrrad möglich ist, mit dem Auto gefahren werden muß, da bei uns gerade am Sonntag kein Bus fährt. (Aber das nur am Rande - was macht man nicht alles für die Lieben Kleinen)
Andererseits erinnere ich mich positiv an meine eigene Konfirmandenzeit. Es war zwar viel zum Lernen aber wir hatten als Gruppe auch viel Spaß.
Und vielleicht sollte man den Kindern ja die Chance geben, eine Beziehung zur Kirche aufzubauen, was über die Konfi-Zeit vielleicht möglich ist. Wenn das allerdings in 7 Jahren Religionsunterricht nicht möglich war. .....
Wie seht ihr das? Sollte sie die Konfirmation machen, auch wenn sie keinen Bezug zur Kirche hat, einfach, weil es (nicht zuletzt von Oma/Opa/Onkel/Tanten) erwartet wird?
Vorab schon mal vielen Dank für eure Anregungen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 34
Thema: Konfirmation - ja oder nein
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24.06.2010, 12:47
Konfirmation - ja oder nein
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24.06.2010, 13:15Inaktiver User
AW: Konfirmation - ja oder nein
Konfirmation = zusätzlicher Termin = Belastung fürs Kind - und für die Mutter.
Wenn ihr das so seht, dann lasst es lieber bleiben.
Eure Tochter scheint ja auch keine Lust zu haben.
Die Konfirmandenzeit ist eine Zeit, in der junge Leute durchaus eine Chance haben, sich eingehender mit dem Thema Kirche zu beschäftigen um dann selbst entscheiden zu können, in welchem Maß sie Kirche und Religion in ihr Leben einbinden wollen. Wenn die Eltern dann signalisieren, dass die damit verbundenen Termine und Pflichten eher lästig sind, wird das nichts rechtes werden.
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24.06.2010, 13:21
AW: Konfirmation - ja oder nein
Hallo!
Ich finde man sollte gar nichts machen, NUR weil es erwartet wird.
Aber man kann sich mal auf was Neues einlassen.
Bei uns war der Konfiunterricht auch ca. 1 Jahr lang einen Samstag im Monat, Gottesdiensbesuche (2 im Monat) und die Teilnahme an verschiedenen Gemeindegruppen.
Ach ja - meine Tochter war in der 6./7. Klasse Gym, mit Nachmittagskursen und Klavier inklusive.
Bei meiner Tochter war das kein Thema, aber ich weiß von einigen anderen, die vorher noch nie was mit der Gemeinde zu tun hatten.
Die Kinder haben an der Konfirmandenzeit teilgenommen und es hat ihnen durch die Bank durch gefallen, manche, v.a. die Mädels, gehen jetzt noch in einen regelmäßigen Treff. Freiwillig
Mein Sohn, der das alles aus 2 jährigem Altersabstand betrachtete meinte zunächst, er wolle nicht konfirmiert werden, war ihm alles zu viel.
Aber nach der Feier und den Geschenken überdachte er seine Position
- mal sehen, wie er sich nächstes Jahr entscheidet, wenn er nicht mag, soll es mir recht sein. Auch wenn es mir schwer fällt.
Wäre ich an deiner Stelle würde ich mein Kind ermutigen, es zu versuchen - aufzuhören sollte kein Problem sein.
Ihr habt während der Konfirmandenzeit die Gelegenheit, eure eigene Position der Kirche gegenüber zu überdenken
HexeVersteckse"Ich würde mich gern geistig mit dir duellieren, aber ich sehe, du bist unbewaffnet."
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24.06.2010, 13:25Inaktiver User
AW: Konfirmation - ja oder nein
Die Entscheidung sollte deine Tochter ganz allein fällen. Sie tut es für sich und nicht für andere und es ist ihre Zeit, die sie dort verbringt. Ich würde ihr das jedenfalls nicht ausreden wollen. Vielleicht gehen ja einige Freundinnen auch dort hin.
Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass es heute gar nicht mehr so streng zugeht wie früher. Ich finde das alles sehr positiv, was ich hier mitbekomme. Das sind sehr weltliche Themen, die da miteinbezogen werden und es ist kein stures Pauken irgendwelcher Bibelverse.
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24.06.2010, 13:26
AW: Konfirmation - ja oder nein

für i-sohn war das ganz klar die entscheidung für eine konfi. der unterricht + div verpflichtungen fand er zwar ätzend, andererseits machten die kumpels das auch+die zwei gemeinsamen freizeiten waren auch ganz gut. außerdem waren da auch immer weiber!
nein, sonst hat ihn daran nichts interessiert, es ist auch nichts hängen geblieben. nur das gottesdienst-kärtchen (so an die 30!!! mussten abgestempelt werden) hat was bewirkt: freiwillig geht er durch kein kirchentor mehr
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24.06.2010, 13:43Inaktiver User
AW: Konfirmation - ja oder nein
Hallo Hexxlein!
Wenn Deine Tochter sich dafür entschieden hat,dann ermögliche ihr das doch auch!
Wenn es nach dem Terminkalender der Kinder geht,steht doch immer etwas an.Das ist reine Organisationssache und eh nur zeitlich auf 2 Jahre begrenzt.
Unsere Kinder waren vorher nicht mal getauft,weil wir erstens bei deren Geburt nicht mehr in der Kirche waren und zweitens es ihnen selbst überlassen wollten.
Natürlich sehen die meisten Kids erstmal nur die Feier und die Geschenke,denken aber,so meine Erfahrung, nach der Konfirmation noch gerne an die schöne gemeinsame Zeit die sie beim Unterricht hatten zurück.
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24.06.2010, 13:57
AW: Konfirmation - ja oder nein
Das ist in meinen Augen auch ganz legitim. Aber die Konfirmation ist ja auch ein Ritual. Das "Kind" wird in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Und die Kirche leistet zum Teil sehr wertvolle Jugendarbeit. Die Jugendlichen suchen ja auch einen Platz in der Gesellschaft. Und wenn sie Spaß hatten und sich dann in der Jugendarbeit und für Projekte engagieren, ist das doch nur unterstützenswert.
Ich würde aus diesen Gründen mein Kind eher ermutigen. Und wenn es ihr nicht gefällt; es wurde schon gesagt, dass sie auch jederzeit aufhören kann.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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24.06.2010, 14:33Inaktiver User
AW: Konfirmation - ja oder nein
Würde ich gar nicht mal so unterschreiben.
Ich habe meinen Kindern bewusst die Wahl gelassen, ich selber und auch der Vater sind seit Jahren ausgetreten, wir haben auch nicht kirchlich geheiratet und sind nicht religiös.
Meine Söhne sind nicht als Baby getauft worden.
Trotzdem haben sie beide einen kirchlichen Kindergarten besucht und auch in der Grundschule den Religionsunterricht.
Das fand ich gut und auch irgendwo wichtig, denn ohne jegliches Grundwissen der biblischen Geschichten usw. fällt es sicher auch schwerer, z.B. Kunstwerke oder klassische Literatur usw. später mal zu verstehen (heißt ja nicht umsonst "christliches Abendland"...).
Die Entscheidung, in wie weit sie das Christentum als Glaube annehmen wollen oder nicht, habe ich ihnen überlassen.
Als das Thema Konfirmationsunterricht anstand, durften sie entscheiden, ob sie sich konfirmieren lassen möchten oder nicht.
Einer meiner Söhne, der auch im KiGa und im Religionsunterrich immer sehr interessiert war, hat sich dafür entschieden, hat den Unterricht und die Konfirmation mitgemacht.
Und obwohl er (natürlich! - in dem Alter wär ja alles andere auch uncool...) betonte, er täte es ja nuuuur wegen der Geschenke, konnte ich ihm doch sehr anmerken, dass ihm die Feier und die Aufnahme in die Kirche doch viel bedeuteten....
Der andere wollte keine Konfirmation.
Und er hat die kirchlichen Geschichten und Feierlichkeiten, die so während der KiGa- und Grundschulzeit kamen, auch nicht angenommen, fand das immer alles "doof".
So unterschiedlich kann es sein, bei gleichen Ausgangsvorraussetzungen.
Ich finde, man sollte den Jugendlichen in dem Alter das daher auch zugestehen, selber und allein zu entscheiden, was sie möchten.
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24.06.2010, 14:55Inaktiver User
AW: Konfirmation - ja oder nein
Das beste Beispiel für eine solche Entwicklung ist mein Sohn. Er war sich nicht so sicher, ob er soll oder nicht - und ist dann wohl den Weg des geringsten Widerstands gegangen. (Nicht, dass ich ihn gezwungen hätte, aber er hätte wohl Omas, Paten, Freunden immer wieder erklären müssen, warum er nicht geht -und das war ihm zu blöd).
Er fand die Zeit prima, hatte auch einen tollen Pfarrer. Und seither ist er ganz aktiv und verantwortungsbewusst dabei, wenn es darum geht, die Konfirmanden der nächsten Jahrgänge zu betreuen. Er lässt kaum ein Team-Treffen aus, macht sich richtig heftig Gedanken, wie er das Programm an den Konfirmandentagen und bei den Konfi-Freizeiten bereichern kann und wird vom Pfarrer wegen seines Einfühlungsvermögens so geschätzt, dass er immer mit der Betreuung der etwas heiklen Kinder (Förderschule - können nicht lesen, Down-Syndrom usw.) betraut wird.
In die Kirche geht mein Sohn so gut wie nie. Jedenfalls nie zu einem normalen Gottesdienst. Aber wenn "seine" Konfis Gottesdienste ausgestalten, ist er immer dabei - und sorgt auch dafür, dass die sich anständig benehmen.
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24.06.2010, 15:34
AW: Konfirmation - ja oder nein
Gib ihr doch die Chance - aufhören kann sie immer noch.


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