Du hast absolut Recht, B-i-m, ich hätte meine eigene Mutter auch nie zu Rate gezogen, wäre ich in eben dieser Lage in eben diesem Alter gewesen. Meine Schwester eröffnete meiner Mutter auch einmal, dass sie am nächsten Tag einen Termin zur Abtreibung in den Niederlanden hätte, damals hatte sie schon vier Kinder. Ich erinnere mich an den Tag, als sei es gestern gewesen... Gewundert habe ich mich damals eigentlich überhaupt nur, dass sie es ihr überhaupt erzählt hat, sie wusste ebenso gut wie ich um die Einstellung unserer Mutter zu dem Thema. Spätestens nach dieser Erfahrung wäre es für mich ein Unding gewesen, meine Mutter überhaupt in einen Entscheidungsprozess einzubinden.
Nur sind wir alle ja unter dem Vorzeichen angetreten, es mit unseren Töchtern anders (und besser!) zu machen. Und wenn man uns dann mit bereits vollzogenen Fakten konfrontiert, schauen wir dumm aus der Wäsche. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass man die Mutter nicht in allen Dingen zu Rate zieht, andererseits wäre ich eben auch enttäuscht, wenn es nicht so wäre (vermutlich, weil ich mir den Vorwurf machen würde, dass ich meiner Tochter gegenüber moralapostelig rübergekommen wäre). Andererseits ist das vermutlich die Kehrseite der Medaille, dass ich nie angestrebt habe, die beste Freundin meiner Tochter zu sein, sondern die Mutter.
Hm, ich merke, dass mir das Thema doch keine Ruhe lässt. Meine Tochter ist eben grad süße 17, und ich habe die Hoffnung noch nicht verloren, dass sie mich im Falle eines Falles doch noch zu Rate ziehen würde. Nein, es wäre kein Anlass zum Bruch, täte sie es nicht, aber ein Anlass, mein Verhältnis zu ihr noch mal zu überdenken, wäre es allemal. Aber das würde niemals dazu führen, dass ich ihr Vorhaltungen machen würde, zumal ich ahne, dass die Entscheidung meiner Tochter nicht anders ausgefallen wäre als die Entscheidung der Tochter der TE. Ich bin froh, dass ich eine feste Anstellung habe, die einigermaßen krisensicher scheint, meine Tochter hat noch gute zwei Jahre Schule vor sich, was dann kommt, ahnen wir beide nicht.
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21.10.2009, 19:27
AW: Tochter (18J) WAR schwanger - und ICH bin traurig! Warum?
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22.10.2009, 23:40
AW: Tochter (18J) WAR schwanger - und ICH bin traurig! Warum?
Liebe mocca,
dein Beitrag hat mich sehr beschäftigt. Ich finde ihn sehr schön, nachdenklich, ehrlich und selbstkritisch.
Ich habe mich nochmal damit auseinandergesetzt, warum es mich nicht ent-täuscht hat, dass meine Tochter vorher nicht mit mir darüber geredet hat.
Für manche kommt eine solche Ent-täuschung ja mit einem größeren Ereignis - einem Ereignis wie diesem hier, aber es gibt da sicher mehrere Möglichkeiten, wie unsere "Kinder" uns zeigen können, dass wir nicht (mehr) in allem die erste Ansprechperson sind, dass sie sich ihren Rat woanders holen und uns dann vor vollendete Tatsachen stellen.
Wie du hatte ich nie den Anspruch, meiner Tochter eine Freundin zu sein - sondern wollte ihre Mutter sein. Als Teenie wollte ich natürlich auch alles anders machen als meine Mutter es tat. Bereits als junge Mutter habe ich dann erkannt, dass meine Mutter ziemlich viel ziemlich gut gemacht hat. Dazu gehört auch, dass meine Mutter meine Mutter war und mir hier genau diese Freiheit geben konnte, wie ich sie jetzt locker meiner Tochter zugestehen kann.
Ich bin schlicht so aufgewachsen und deshalb ist das auch so normal für mich. Trotzdem ist es natürlich auch für mich ein Loslösungsprozess gewesen, nicht immer 1.Wahl zu sein. Aber ich habe diesen Prozess in viel kleineren Ereignissen registriert und das deshalb auch nie als die "große Ent-täuschung" erlebt.
Ich glaube ganz sicher, so wie du dich damit auseinander setzt - es wird kein Drama für euch werden
Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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23.10.2009, 11:26
AW: Tochter (18J) WAR schwanger - und ICH bin traurig! Warum?
Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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11.02.2010, 21:08
AW: Tochter (18J) WAR schwanger - und ICH bin traurig! Warum?
Obwohl ich nur die 1. Seite dieses Threads gelesen habe muß ich etwas loswerden:
Die TE hat ihre Gefühle für mich absolut menschlich und nachvollziehbar dargelegt.
Als Mutter einer Tochter und Tochter einer Mutter kann ich sehr sehr gut mitfühlen!
Warum auch immer die 18-jährige nicht bei Ihrer Mutter lebt, es geht um JETZT!
Was HERBSTBLATT da anfangs geschrieben hat, gehört einfach nur zensiert!
Und zwar wegen fehlender Empathie, Primitivität und Provokation!
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11.02.2010, 21:24Inaktiver User
AW: Tochter (18J) WAR schwanger - und ICH bin traurig! Warum?
Hallo Firehorse,
Meinungsäußerungen im Rahmen der Nubs sind Willkommen. Unterschiedliche Meinungen können Themen auch bereichern. Wichtig ist auch, wie man Kritik äußert.
Es kommt bei mir seltsam an, wenn du die Meinungsäußerungen von anderen so abwertest. Mit auch nicht gerade freundlichen Worten!
Grundsätzlich hast du die Möglichkeit, Beiträge, die gegen die NuBs verstossen zu melden. Dann kümmert sich ein Moderator darum.
Wenn du da also Gesprächsbedarf hast, dann gerne per PN!


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