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  1. User Info Menu

    Frage Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Hallo,

    hat jemand hier Erfahrungen mit selektivem Essverhalten (selective eating disorder) bei (Klein) Kindern? Ich habe bisher im Netz nur wenig dazu gefunden, wenn überhaupt meist aus dem englischsprachigem Raum. Meine Tochter, fast 4, zeigt eigentlich alle Symptome, die überlicherweise aufgezählt werden:

    - stark eingeschränkte Auswahl an Nahrungsmitteln, die akzeptiert werden, kohlehydratlastig (viele Betroffenen essen wohl nur 3-4 verschiedene Lebensmittel, so krass ist es bei uns nicht)
    - Weigerung, neue Sachen zu probieren
    - dabei aber normale körperliche und sonstige Entwicklung
    - keine erkennbaren Ursachen

    Die meisten, die darunter leiden, ändern ihr Verhalten wohl erst dann, bzw. sind erst dann bereit sich helfen zu lassen, wenn der soziale Druck irgendwann zu hoch wird. Manche behalten dieses Verhalten ihr Leben lang bei, und leiden natürlich entsprechen. Manchmal wird es mit Autismus in Verbindung gebracht.

    Meine Tochter war schon immer ein schwieriger Esser, seit sie abgestillt wurde. Sie ist gesund und normal entwickelt und insgesamt ein fröhliches, ausgeglichenes Mädchen.
    Nur ihr Essverhalten macht uns Sorgen. Sie isst ausschließlich:
    - Nudeln mit Butter und Parmesan, aber niemals mit Soße
    - trockenen Reis
    - Brot öder Brötchen mit Butter/Erdnussbutter/Nutella
    - Käse
    - Laugengebäck
    - manchmal etwas Schinken (das ist neu)
    - Müsli
    - Nüsse
    - manchmal ein hartes Ei
    - An Süßigkeiten nur bestimmte Kekse, Salzstangen, Schokolade, Schokoladenpudding oder -kuchen. Z.B. ein Gummibärchen würde sie nicht anrühren

    Und das war es eigentlich. Einige Sachen sind erst vor Kurzem dazu gekommen, z.B. der Schinken, worüber wir schon mal sehr froh sind. Wir achten natürlich darauf, dass das, was sie isst, wenigstens so vollwertig wie möglich ist - VK, hochwertige Öle und so.
    Problematisch ist es im Kindergarten - wenn es nichts gibt, was sie mag, isst sie halte den ganzen Tag nichts und wenn wir sie um 5 abholen, ist sie natürlich ausgehungert. Der klassische Tipp "hungern lassen, irgendwann kommt sie schon" greift bei ihr einfach nicht. Druck macht alles nur schlimmer. Sie hilft supergerne beim Kochen, mag aber trotzdem nichts probieren. Wir essen selber viel Gemüse und Obst, das interessiert sie nicht.

    Mich würde interessieren, ob jemand Erfahrungen damit hat oder Tipps wie man damit umgehen kann, und wo man Hilfe und Unterstützung finden kann.

    Gruß, Naima

  2. Inaktiver User

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Liebe Naima,

    das Allerwichtigste und auch das Schwerste für Euch ist die Gelassenheit damit umzugehen. Trainiert diese Euch bitte an. Erst damit fällt und steht die weitere gesunde Entwicklung des Essverhaltens Eurer Tochter.

    Verabschiedet Euch davon, sie mit anderen Kindern zu vergleichen und auf ihre Kameraden zu schauen.

    Geht es locker an. Eure Tochter isst doch gesund genug um nicht zu erkranken. Einzig die Vitamine könnten noch mehr werden.

    Aber schaut mal auf die Tatsachen. Ist sie öfter krank denn andere Kinder? Ist sie schlapp?
    Wenn dies nicht so ist, reicht ihr das Essen aus.

    Unsere Tochter war (und ist bis heute) eine Esserin, die sich aus bestimmten Lebensmitteln gar nichts macht. Allerdings kamen mit den Jahren immer mehr dazu, die sie gerne (von sich aus) probierte oder plötzlich doch anfing zu mögen.

    Ich habe auch heute noch so meine Überlegungen, inwiefern wir durch die Akzeptanz für ihre Vorlieben dies alles gefördert haben oder ob ich auf solche Sätze ("...wenn sie Hunger hat, dann...") besser hätte hören sollen. Alles Quatsch!

    Die Gelassenheit, die wir (meist) lebten, war unser Schlüssel zu ihrem mittlerweile fast normalen Essverhalten. Dass sie eigen ist, haben wir nun akzeptiert und die Harmonie ist uns sehr wichtig und tut den Rest, um daraus kein zu grosses Problemfeld werden zu lassen.

    Und keine Sorge, sie ist etliche Jahre älter wie Deine Tochter und ein gesunder, sportlicher Mensch geworden.

    Wie gesagt - keep cool!

  3. User Info Menu

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Zitat Zitat von naima Beitrag anzeigen
    Sie ist gesund und normal entwickelt und insgesamt ein fröhliches, ausgeglichenes Mädchen.
    DAS ist doch erstmal das Wichtigste.
    Wenn es dich beruhigen würde könntest du das ja auch nochmal vom Kinderarzt bestätigen lassen (Blutwerte etc.). Aber so wie du es schilderst ist deine Tochter gesund und es fehlt ihr an nichts.

    Sicher ist die Ernährung nicht sonderlich ausgewogen, es fehlt an Gemüse, Obst, Rohkost usw.
    Aber ich glaube das Wichtigste ist tatsächlich den Druck rauszunehmen - und damit meine ich nicht den Druck der auf eure Kleine ausgeübt wird (ich weiss nicht wieviel ihr das thematisiert) sondern vor allem den Druck den ihr euch als Eltern macht.
    Je mehr sie spürt dass das Ganze ein "Problem" ist umso mehr wird sie sich wehren.

    Ich kenne diese Problematik von meiner eigenen Tochter, meinem Neffen und anderen Müttern - es ist wohl ein sehr verbreitetes Problem.
    Mein Neffe hat ausschließlich trockene Nudeln, trockenen Reis, Sojamilch und Brot mit Marmelade gegessen. Sonst nichts und das über Jahre.
    Mittlerweile ist er 15, ißt fast alles, war und ist kerngesund.

    Bei meiner Tochter war es anders, aber das Thema Essen und Ernährung war immer präsent. Sie ist jetzt 13, ißt noch lange nicht alles aber so dass man es als ausgewogen bezeichnen könnte. Was sie nicht kennt - darum macht sie immer noch gerne einen Bogen.
    Und bis heute hat sie NOCH NIE einen Joghurt oder Quark gegessen. Das mal als Beispiel.

    Ich habe einen Kinderarzt der mich immer sehr beruhigt hat.
    Solange das Kind gesund ist, sich normal entwickelt sollte man Gelassenheit üben. Mein Kinderarzt ist Antroposoph und hat seine ganz eigenen homöopathischen Mittel die unterstützend geholfen haben.
    Vielleicht kannst du dir mal Rat bei einem Naturheilkundler holen?

    Ansonsten: Nicht überbewerten. Je mehr du dich in das Thema hineinsteigerst umso mehr wird es zum "Problem" um das dann alles kreist.

    Alles Liebe

    wikiwiki

  4. Inaktiver User

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Hallo!
    So ein Kind hat meine Nachbarin auch. Ihre Tochter hat auch nur ganz wenige Lebensmittel zu sich genommen. Hauptsächlich waren es Dinge, die wohl eher in die Kategorie "Süßes" fallen. Es gab jedesmal Riesengeheule, wenn nur das Wort Mittagessen fiel. Probiert wurde sowieso nichts. Das ging bis hin zum Würgen und Übergeben am Tisch. Total geändert hat sich das Ganze mit 4, als sie zur Tagesmutter kam, bei der noch andere Kinder betreut wurden. Sie hat sich von denen das Essverhalten gewissermaßen abgeschaut. Die Tagesmutter ist auf das Weinen und Protestieren nicht eingegangen und hat ihr kommentarlos das auf den Teller getan, was alle Kinder auch hatten. Erst hat sie gar nichts probiert und nur weinend da gesessen während des Essens, aber das hat sich geändert. Nun probiert sie alles, ist immer noch kein großer Esser, aber offen für neue Speisen. Ich weiß nicht, ob dir das hilft. Dein Kind geht ja auch in den Kindergarten und die anderen Kinder essen da ja wahrscheinlich auch. Was ich sagen will, es kann sich plötzlich schlagartig ändern. Ich wünsche dir die nötige Geduld und freue dich über die kleinen Erfolge (wie z.B. Schinken). Mach das Essen am besten nicht zu wichtig und bleib gelassen!

  5. Inaktiver User

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Das Essen ist bei euch zu einem großen Thema geworden, zu groß. Eure Tochter merkt, dass sie euch so gängeln kann, sie hat eine gewisse Macht über euch. Sie isst nur was sie will und ihr spurt, macht euch Sorgen und Gedanken. Schon allein, dass du in einer Art darüber schreibst, dass es sich anhört wie eine Krankheit ist erschreckend.

    Sie ist gesund, entwickelt sich normal - also warum macht ihr so ein Theater? Klare, einmal formulierte Regeln die eingehalten werden (z.B. Süßigkeiten gibt es nur, wenn du vorher ein Brot gegessen hast), und ansonsten mehr Gelassenheit und nicht so viel Theater um dieses Thema.

    Und veranstaltet kein Fest wenn sie mal ein Nahrungmittel mehr isst. Das ist etwas selbstverständliches.

    Ich habe das Theater auch mal bei einer Bekannten mitbekommen und konnte verstehen, warum die Kinder bei diesem Spielchen mitmachen - sie sitzen am längeren Hebel. Erst seit sich die Bekannte mehr zurückhält, essen die Kinder auch ganz normal.
    Geändert von Inaktiver User (16.09.2009 um 16:53 Uhr)

  6. Moderation

    User Info Menu

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Hallo,

    ich (38) habe als kleines Kind auch sehr selektiv gegessen und immer wieder Phasen gehabt, wo ich zB immer nur gekochte Eier zum Abendbrot haben wollte und später hatte ich mal eine Bohnensuppe-Phase - keine Ahnung warum, irgendwann war es dann vorbei und heute esse ich fast alles und probiere alles.

    Zum Glück hatten wir einen Kinderarzt, der meiner Mutter klar gesagt hat, "kein Kind verhungert freiwillig und solange sie keine Mangelerscheinungen hat, ist alles in Ordnung - entspannen Sie sich". Und er hat Recht behalten.

    Gib deiner Tochter jeden Tag trockene Brötchen mit in den Kindergarten, gegen den Hunger, ich bin sicher, irgendwann ist das andere Essen spannender.

    Liebe Grüße

    promethea

  7. Inaktiver User

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Hallo,

    solange sie gesund ist, würde ich mich nicht aufregen.
    Bei so kleinen sind auch die Geschmacksknospen und -rezeptoren noch gar nicht richtig ausgebildet, sie haben noch nicht so ein feines Geschmacksempfinden wie Erwachsene und mögen daher auch anderes Essen.

    Ihr scheint sehr viel Wert auf gesunde Ernährung zu legen, das ist schon in Ordnung nur übermässig thematisieren würde ich das jetzt nicht.

    Solange es ihr gut geht, was solls.

    Monsoon

  8. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    ja, den Gedanken hatte ich spontan auch ...

    das Du eine sehr konsequente Einstellung beim Essen hast .. also gesund muß es schon sein ...


    Evtl. überträgst Du damit eine gewisse Einstellung auf das Kind .. nur so ein Gedanke. Entscheide selbst, ob was dran ist.

    ich hab meine 3 eigentlich schon sehr, sehr früh alles mitessen und probieren lassen ....

    da wurden andere noch voll gestillt ... da haben meine schon die exotischten Sachen bekommen ...
    von der Kamelmilch .. über Früchte

    keine Ahnung.

    aber je früher man sein Kind abwechslungsreich ernährt, desto weniger Probleme hat man später wohl mit selektiven Eßverhalten.


    ich pers. bin da übrigens auch irgendwohl recht "streng" Nudeln und Reis pur gibts bei mir gar nicht ... da gibt es immer was dazu.

    Alles andere ist ja nun auch irgendwie extrem trocken ... wenig zu genießen.

    bei mir wird auch alles wenigstens mal probiert ... riesen Mengen muß kein Kind essen .. aber 1mal kosten ... das schon.

    ich meine, wie kann man was ablehnen, was man noch nie probiert hat ???


    Gruß, B.

  9. User Info Menu

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    Hallo Naima,

    meine Kinder (jetzt 14 und 18) haben als Kleinkinder fast alles gegessen. Erst später hat sich herauskristalisiert, daß sie nur bestimmte Gemüse, Salate, Fleischarten, Obstarten usw. essen. Ich kann damit leben, weil ich weiß, was sie essen. Wenn sie woanders essen und es Gerichte gibt, die sie nicht mögen, bleibt ihnen immer noch die Möglichkeit, nach Obst oder Brot zu fragen. Als ich Kind war, hieß es Zuhause bei meinen Eltern: "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!"

    Lg.

    Zappelsusi
    Geändert von zappelsusi (16.09.2009 um 19:22 Uhr) Grund: Falscher Name angegeben

  10. User Info Menu

    AW: Selektives Essverhalten - Erfahrungen?

    aber je früher man sein Kind abwechslungsreich ernährt, desto weniger Probleme hat man später wohl mit selektiven Eßverhalten.

    DAS stimmt so nicht. Ich habe meine Tochter von Anfang an sehr abwechslungsreich ernährt und sie hat auch eine Weile sehr vielseitig gegessen. Das Problem, dass sie vieles abgelehnt hat kam erst im Alter von etwa 3 Jahren auf - und nicht nur abgelehnt: sie hat sich schlicht und ergreifend geweigert! Ohne ersichtlichen Grund, Essen und Ernährung war vorher kein raumgreifendes Thema bei uns. Erst durch ihre plötzliche Einseitigkeit beim Essen wurde es zum Thema. Von daher kann ich die TE sehr gut verstehen.

    ich pers. bin da übrigens auch irgendwohl recht "streng" Nudeln und Reis pur gibts bei mir gar nicht ... da gibt es immer was dazu.

    Alles andere ist ja nun auch irgendwie extrem trocken ... wenig zu genießen.


    Deine Meinung. Ich persönlich esse auch gerne mal Nudeln trocken, ohne irgendwas. Mir reicht das. Würdest du mir das verbieten wenn ich zum Essen bei dir wäre?

    bei mir wird auch alles wenigstens mal probiert ... riesen Mengen muß kein Kind essen .. aber 1mal kosten ... das schon.

    Und was würdest du tun wenn das Kind einfach nicht probiert? Sich weigert? Lässt du es auf einen Machtkampf ankommen?

    ich meine, wie kann man was ablehnen, was man noch nie probiert hat ???

    Hälst du kindliche Verhaltensweisen immer für erklärbar? Logisch?
    wikiwiki
    Geändert von wikiwiki (16.09.2009 um 20:07 Uhr)

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