Der Wechsel vom Gymnasium ist häufig kaum möglich, weil die Klassen an den Realschulen und Gesamtschulen überfüllt sind! Ich kann nur für das Bundesland NRW sprechen. Da ist es so, dass bei einem Scheitern auf dem Gynasium die Hauptschule, die Schule ist, die den Schüler nehmen muss! Ich habe einige Fälle erlebt, wo keine andere Schule den Schüler nehmen wollte und es ihr auch freigestellt ist! Das sollte man seinem Kind ersparen.Zitat von Inaktiver User
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14.11.2008, 11:22Inaktiver User
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
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14.11.2008, 11:38
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten.
Die Sache mit dem "Hassfach" (so nennt er das) ist tatsächlich erst im 4. Schuljahr gekommen und zwar nach einem Lehrerwechsel. Wobei es nicht so ist, dass ihm Mathe Schwierigkeiten macht. Er hat ja eine 3 (und in der letzten Klassenarbeit eine 2). Er mag es nur nicht so, wie die anderen Fächer. Und er geht gern zur Schule.
Nur Hausaufgaben, die mag er auch nicht (vielleicht wegen der zeitlichen Beschränkung).
Das "Langsam-Arbeiten-mit-großzügiger-Aufwärmphase" gibt es auch laut Klassenlehrerin nur bei schriftlichen Arbeiten in der Schule und bei den Hausaufgaben, die er in der Schule erledigt (wobei das auch Themenabhängig schwankt ... aber wer kennt das nicht ... ich bin selbständig und hasse Rechnungswesen, aber deshalb würde ich meine Selbständigkeit nicht aufgeben).
Das geht dann etwa so:
Lehrerin: Lieber X, nun fang doch jetzt mal an.
X: Ich muss noch einmal auf die Toilette, ich habe durst, ich möchte leiber ein Schwätzchen mit meinem Nachbarn halten, ich finde gerade meinen Füller nicht, ich muss noch meinen Bleistift anspitzen etc. pp.
Komischerweise gibt es bei Klassenarbeiten dieses Problem nicht (sonst würde er die ja nicht so gut schreiben).
Vielleicht sollte ich dazu ergänzen: die Klasse ist außerordentlich leistungsstark. Von 29 Schülern im 1. Schuljahr haben nur 20 "überlebt" (die anderen haben die Schule verlassen). Bei den diesjährigen Vergleichsarbeiten in Deutsch waren 80% der SchülerInnen über dem Durchschnitt, der Rest im Durchschnitt, keiner darunter. In Mathe waren immerhin 60% über Durchschnitt, 35 % Durchschnitt, nur ein Schüler unter Durchschnitt.
Unser Sohn hat übrigens eine rasant schnelle Auffassungsgabe und eine extrem hohe Merkfähigkeit, deshalb wohl auch die stets guten Noten im Bereich Sachkunde. Und er ist mündlich stark (was nach meiner Meinung und der Meinung der Klassenlehrerin meines großen Sohnes im Laufe der Schuljahre immer wichtiger wird ... jetzt im 8. SJ 50:50).
Ich überlege, ob das langsame schriftliche Ausarbeiten und die Widerstände erst anzufangen mit der Linkshändigkeit zusammenhängen. Er hält auch das Blatt absolut gerade ohne es nach rechts zu drehen, was vielleicht zum Schreiben einfacher wäre.
Ich traue meinem Jüngsten das Gymnasium durchaus zu; ich hatte ehrlich gesagt nichts anderes erwartet und bin jetzt doch erst einmal ernüchtert.
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14.11.2008, 11:45Inaktiver User
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Das klingt doch sehr positiv.
Zitat von sonnenschein07
Wie ist eigentlich die Einstellung Deines Sohnes? Möchte er gern aufs Gymnasium?
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14.11.2008, 11:52
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Er ist ja nicht überfordert. Wenn es so wäre, denke ich wären seine Noten andere. Er ist außerordentlich wissbegierig und immer der "Kopf" und Vortragende einer Projektgruppe, wohl auch, weil er sich gut ausdrücken kann und Informationen z.B. bei Wikipedia abfragt. Da ist er auch sehr ehrgeizig.
Zitat von Inaktiver User
Ich habe nichts gegen MathematiklehrerInnen (war immer eines meiner Lieblingsfächer)
Zitat von Inaktiver User
Geplant ist tatsächlich: Gespräch vor den Weihnachtsferien und noch eines im Januar.
Wir haben gestern abend (mein Mann und ich) noch einmal die "Problempunkte" zusammengefasst:
(1) Langsames Anfangen mit "Hinauszöger-Strategien", wenn es um schriftliche Arbeiten geht (nicht bei Klassenarbeiten).
(2) Langsames Arbeiten bei den Hausaufgaben (in der Betreuung).
(3) Manchmal unkonzentriert.
(4) Unordnung im Ranzen mit der Tendenz, Dinge zu verlieren.
Bei (4) können wir natürlich von unserer Seite unterstützen. Bei (1) bis (3) sind wir ratlos.
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14.11.2008, 11:59
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Also, er möchte auf jeden Fall, wobei ich mir sicher bin, dass wenn man ihn fragen würde, wo denn der Unterschied zwischen Realschule, Gesamtschule und Gymnasium ist, hätte er keine Ahnung. Woher auch?
Zitat von Inaktiver User
Was ihn motiviert zum Gymnasium gehen zu wollen, ist wohl eher, dass sein Bruder am Gymnasium ist und die Freunde aus der Klasse gehen wollen (wobei die wohl auch keinen Plan haben) und sein bester Freund jetzt in der 5. Klasse Gymnasium ist.
Er möchte (das sagt er zumindest jetzt und die letzten Jahre) Paläontologe oder Archäologe oder Biologe werden (er hat einmal den gesamten Kindergarten umgegraben und tatsächlich Munition aus dem 2. WK gefunden
).
Aber ich bin nicht naiv: natürlich weiß ich, dass sich das noch etliche Male ändern kann.
Er weiß aber auch, dass man zum Studieren bestimmte Voraussetzungen braucht.
Aber die Frage: will er auf das Gymnasium? .... Er will, aber natürlich weiß er nicht, wie es da ist. Woher auch?
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14.11.2008, 12:16
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Er bekommt doch mit, was sein großer Bruder an Hausaufgabenaufwand hat und was er an Zeit fürs Lernen aufbringen muss - oder fliegt es dem Großen alles zu?
Zitat von sonnenschein07
Dann kann man ihn doch fragen, ob er bereit ist, seine Nachmittage für die Schule zu opfern, einen ungefähren Richtwert hat er ja mit dem Bruder.
Für meinen Sohn war es _sehr_ ernüchternd zu erleben, wie wenig Freizeit seine Schwester noch hat und das war ein klares Kriterium gegen das Gymnasium.
HexeVersteckse"Ich würde mich gern geistig mit dir duellieren, aber ich sehe, du bist unbewaffnet."
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14.11.2008, 12:50
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Nein, das sieht er nicht. Er ist bis 16:00 Uhr in der OGTS (Offener Ganztag) und macht auch da seine Hausaufgaben. Unser Großer hat in der Regel bis 13:10 Uhr oder 14:00 Uhr Unterricht. Er macht seine Hausaufgaben zu Hause, ist aber fertig, wenn der Kleine kommt.
Zitat von HexeVersteckse
Unserer jüngerer Sohn bekommt natürlich manchmal mit, wenn der Große sich auf Klassenarbeiten vorbereitet (wobei er das in seinem Zimmer macht, also ohne "Zuschauer"). Aber das scheint ihn nicht zu irritieren.
Ich denke auch nicht, dass ihn die Arbeit schreckt; wie gesagt, er ist schon ehrgeizig genug, basierend auf seinem Wissensdurst.
Im Übrigen ist auch mein Mann "eher langsam", das macht mich manchmal ganz fahrig, weil ich von der "schnellen Truppe" bin. Aber auch der hat Abitur, hat studiert und hat ein eigenes Unternehmen.
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14.11.2008, 13:49Inaktiver User
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Nun, die Leistungen hat er ja an und für sich.
Allerdings interessant, dass er gute Leistungen hat aber trotzdem bummeln soll laut Lehrerin. (krieg ich persönlich jetzt nicht auf die Reihe aber seis drum).
Ich würds mit dem Gym probieren und sehen was geschieht.
Er kommt ja in total neue Verhältnisse, neue Lehrer, neue Klasse, neue Kumpels.
Da kann fast niemand zuverlässig sagen wie er alles meistern wird oder nicht.
Und, wenn er dann sieht, dass alle anderen um ihn herum ev. nicht bummeln und rumtrödeln, gibt er es vielleicht von selber auf...
Monsoon
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14.11.2008, 13:50
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
sonnenschein - für mich klingt alles, als hättet ihr euch entschieden.
Für das Gymnasium.
Nur das Votum der GS-Lehrerin hat euch verunsichert.
Ihr habt doch noch ein bisschen Zeit, bis zur "endgültigen" Entscheidung.
Nehmt euch diese, beobachtet euer Kind und entscheidet dann.
Hier kann euch keine Absolution erteilt werden...
HexeVersteckse"Ich würde mich gern geistig mit dir duellieren, aber ich sehe, du bist unbewaffnet."
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14.11.2008, 14:22
AW: Weiterführende Schule - Chaos?
Nun die Noten ergeben sich aus den Klassenarbeiten und der mündlichen Mitarbeit. Und das Argument der GS-Lehrerin war ja eben, dass es einen krassen Widerspruch gibt zwischen Noten und schriftlichen Arbeiten im Unterricht und bei den Hausaufgaben.
Zitat von Inaktiver User
Ich persönlich fand das Argument "etwas dünn". Denn wenn die Klassenarbeiten im 1er - 2er Umfeld liegen und die mündliche Mitarbeit ebenfalls, wieso soll mein Sohn dann zur Realschule gehen? Kapier ich nicht!
Er hat ja offensichtlich alles begriffen.
Also, als ich gestern gepostet habe, war ich erst einmal "geschockt" (wir als Eltern sehen ja in erster Linie die Klassenarbeiten, da die Hausaufgaben in der Schule gemacht werden).
Nach einem Gespräch mit der Klassenlehrerin unseres großen Sohnes (da war gestern Elternsprechtag) und nach gesprächlicher "Aufarbeitung" mit meinem Mann am vergangenen Abend habe ich schon mehr Zuversicht.
Ich habe auch schon nach "schriftlich langsamen Kindern" gegoogelt, aber mit wenig Ergebnis. Da heißt es nur: manche sind halt so und manche anders. OK.
Vielleicht gibt es ja hier die/den eine(n) oder andere(n), der eine Vermutung hat, was es mit diesen Vermeidungsstrategien auf sich hat (keine Lust? zu anstrengend? Angst Fehler zu machen? Einfach nur gemütlich? ... keine Ahnung). Bis vor einem Jahr hat er sich sogar die Schuhe ausgezogen und die Beine erst einmal ausgestreckt, bevor der Unterricht anfing


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