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  1. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    verwirrt Kink-Nachhilfe

    Hallo liebe Bri-Com

    Ich (44) treibe hier schon viele Jahre unter verschiedenen Namen mein Unwesen.
    Ich wechsele immer mal wieder meinen Nick, weil ich in der Regel sehr heiße Eisen anfasse und ab und an riskiere, entdeckt zu werden.
    Deswegen verwische ich bisweilen so meine Spuren, denn da bleibt mir eher die nötige Authentizität erhalten. Mit einem Nick-Neuanfang ist man einfach nochmal mutiger. Ich kann dann immer frischer von der Leber schreiben.
    Ich bin nicht hier zur Selbstbeweihräucherung oder um andere und/ oder mich selber zu belügen aus Angst vor der nackten Wahrheit.
    Insgesamt wurde mir in der Bri schon so oft geholfen - und natürlich habe ich schon genauso oft oder mehr richtig schwere Prügel gekriegt.
    Trotzdem hat mir das Schreiben hier eigentlich immer was gegeben, auch wenn’s bisweilen alles andere als einfach war.

    Deswegen traue ich mich mal an dieser Stelle an mein aktuelles Thema, denn grade zum Thema Sex sind hier schon brilliante und erhellende Diskussionen zustande gekommen. Da war viel Offenheit, Intelligenz und Reflektiertheit zu verzeichnen, grade auch bei, von und mit den Alteingesessenen.

    Vielleicht kann ich auf ein paar Hilfestellungen hoffen, denn ich habe das Gefühl, daß in meinem Leben grade ein paar Dinge ziemlich aus den Fugen geraten. Ich mache scheinbar eine Menge Fehler, denn ich habe seit 4 Monaten ständig relativ starke psychische Schmerzen, unterbrochen von unglaublichem Sex und irren Höhenflügen. Ich fühle mich, als ob ich sexuell bipolar sei: einmal bin ich die Sex-Göttin schlechthin und 8 Stunden später bin ich ein winselndes, bettelndes, heulendes Elend. Ich glaube nicht, daß ich diese Existenz auf Dauer aushalte. Ich stehe ständig unter Strom, meine Gedanken kreisen, ich kann mich kaum konzentrieren. Ich denke jeden Tag immer nur an Sex, Sex, Sex. Ich befriedige mich im Schnitt mindestens 6x am Tag momentan. Da gibt es Tage, da schraube ich bis zu 20x an mir rum. Ich war doch noch nie sexsüchtig!

    Wie kam es dazu und was ist eigentlich Thema?
    Das wird eine sehr, sehr lange Geschichte von gebrochenen Tabus, 2 Menschen aus ganz unterschiedlichen Welten, Krisen, Krankheit, Sucht, Isolation, Fremdverlieben, Experimentieren und haufenweise extremer Leidenschaft seit Tag 1.
    Die gesamte Tragweite werde ich wohl erst auf den folgenden Seiten näher erläutern können, da wird also einiges kommen, was hoffentlich zur Klärung meiner Situation beitragen kann.
    Ich hoffe, Ihr nehmt Euch die Zeit zum lesen, werde aber ganz sicher auch gerne das ein oder andere immer mal wieder wiederholen, ich weiß ja wie schwer es ist, hier mitzuhalten.

    Insgesamt war der Sex zwischen mir und meinem 10 Jahre älteren Partner von 26 Jahren eigentlich immer ziemlich vanilla und harmlos. Ich habe ihn als Jugendliche getroffen und hatte selber nur bedingt sexuelle Erfahrungen. Er hatte um einiges mehr experimentiert und wenn ich mir das heute in der Rückschau angucke, meine ich, daß dieser exotisch-erotische Mann vom anderen Ende der Welt durchaus 3 bis 5 Nummern zu viel und zu groß war für das Mädchen, das ich damals war und das noch nichtmal volljährig war.
    Irgendwo wußten wir das beide und wir haben es trotzdem miteinander versucht und keiner hat an uns geglaubt und wir beide, aber vor allem ich, haben sehr viel geopfert für die Beziehung und da schau her: wir haben es allen gezeigt und sind immer noch zusammen.

    Mein dominanter Partner, der sowas wie eine Vaterfigur für mich war in jungen Jahren, kommt ursprünglich aus einem Krisengebiet und hat viele Traumata incl. Kriegsgefangenschaft, Flucht vor Hinrichtung, etc. durchlebt. Er war politischer Aktivist und sein Leben war in Gefahr. Er ist ein harter Kerl wie er im Buche steht.
    Er hat sich ein neues Leben aufgebaut und ist dabei zu einem sehr erfolgreichen Karrieremenschen geworden. Wir haben als Resultat ziemlichen Schotter und er ist sehr beliebt und begehrt.
    Er ist der stärkste, intelligenteste und effektivste Mensch, den ich je gesehen habe. Er hat gewisse narzisstische Züge und ist definitiv ein absoluter Alpha Mann. Daran ist in seiner Kultur absolut nichts auszusetzen, deswegen geht es ihm ziemlich prima mit diesen Charaktereigenschaften und sieht sie sicherlich auch als Schlüssel seines Erfolges.
    Natürlich ist mir sein “schwieriger Charakter” relativ schnell aufgefallen, selbst als junge Frau. Alle haben mich gewarnt vor ihm aber ich konnte mir nicht helfen. Er zog mich magisch an und ich konnte ihm einfach nicht “entkommen”, wollte es auch absolut nicht.
    Insgesamt haben wir uns gut geschlagen über die Jahre und heutzutage fallen wir in der Öffentlichkeit als sehr glückliches und liebevolles Paar auf. Wir werden allgemein sehr gern gesehen, weil wir optisch exotisch sind und unser ureigenes, positives Beziehungsmodell entwickelt haben. Wir strömen, trotz vieler schwerer Herausforderungen, Frohsinn und viel Liebe aus.
    Ich bin nach wie vor verrückt nach ihm und er nach mir.

    Sexuell war er immer derjenige, der die Grenzen austestete und mehr wollte. Über die Jahre hat er auch durchaus “Fortschritte gemacht” mit mir und ich bin heute offener und spiele mit mehr Leidenschaft.
    Oft ging es dabei um die Fantasie, noch eine Frau zu uns einzuladen, wohl ziemlich typisch. Ich hatte trotz leichtem Eifersuchts-Pieksen nicht das meiste dagegen und fand die Idee schon auch anregend.
    So strickten wir uns gewisse Fantasien und hatten unseren Spaß.
    Ich habe auch mal einen “boyfriend” für mich vorgeschlagen zum Ausgleich und überhaupt, aber die Vorstellung “kann” mein Alpha Male einfach nicht verwinden. Wie schade. Vielleicht braucht er mehr Zeit.

    Vor 4 Monaten stellte er mir dann (alles Rollenspiel und Fantasie, ist also nicht wirklich passiert) eine “neue” Frau zum Spielen vor. Diese Phantasie-Frau hatte unverkennbare kulturelle Merkmale, die sehr stark auf seine Arbeitskollegin hindeuten, mit der er sehr eng zusammenarbeitet.
    Mir ist das sofort aufgefallen und ich habe vor Schreck und Eifersucht einen ziemlichen Schock gekriegt.
    In Kombination mit anderen Vorkommnissen wurde mir glasklar: er ist definitiv in diese andere Frau verliebt!
    Er würde das so klar und deutlich niemals mir gegenüber zugeben, was ganz viel mit seiner Persönlichkeitsstruktur und seinen Unsicherheiten zu tun hat. Auch der Narzissmus spielt da eine Rolle: niemals würde er erlauben, in einer schwachen Rolle erwischt zu werden und sich fremd zu verlieben ist definitiv eine Schwäche in seiner Welt. Sowas passiert ihm nicht. Nie. Er hat Gefühle immer 100% unter Kontrolle, glaubt er mir weismachen zu können.
    Trotzdem läßt ihn diese andere Frau und ich im Kombi einfach nicht mehr los und verschlüsselt macht er immer wieder Hinweise darauf, wie heiß er diese Frau findet. Er versichert mir dabei jeden Tag, daß ich sein ein und alles bin, daß ich immer seine Nummer 1 bleiben werde, er zählt mir alle meine Qualitäten auf und warum er mich so toll fand, als wir uns trafen.
    Als ”Gegenleistung” habe ich mich auf seinen Wunsch eingelassen und die fiktive rassige Kollegin dann halt mit in unser Bett gelassen. Frauen gefallen mir bisweilen auch und ich war schon mal verliebt in eine Frau ihrer Kultur, von daher hätte das alles auch wirklich schön enden können!
    Der resultierende Sex war auch erstmal fantastisch für uns beide.

    Nun hat er Blut geleckt und will immer mehr, mehr, mehr! Er spricht nun so oft von der Kollegin, macht anzügliche Bemerkungen Ihr gegenüber am Telefon, wenn ich es hören kann und er flirtet extrem mit fast jeder Frau, die uns über den Weg läuft. Er hat die Verbindung meine Eifersucht = superheißer Sex im Kopf gemacht und irgendwie “vergessen”, daß die Dosis das Gift macht.
    Zeitgleich haben wir übrigens auch mit unglaublich anregenden und harten Schlägen (mein Po) auf meinen Wunsch hin angefangen, was mich hinterher sehr verletzlich macht, was er nicht immer auffangen kann und dann wird’s hart für mich.
    Wir haben diese Woche Handschellen bestellt und ich freue mich trotzdem und durchaus auf unsere baldigen Experimente mit leichtem BDSM. Ich stelle mir das sehr therapeutisch für uns beide vor.

    Trotzdem leide ich schon sehr unter seinem Flirten und die Aufmerksamkeit, die ich nicht mehr zu kriegen glaube, sondern all diese anderen Frauen. Und natürlich regt ihn genau das an und genau deswegen macht er es absichtlich und besonders doll.
    Offene Gespräche sind heute eher möglich als früher aber in diesem Bereich gibt es bei ihm sehr viele Blockaden. Er reagierte emotional und macht die Schotten dicht, als ich ihm gestern in einem gefühlten 10. Versuch erklären wollte, daß sein Verhalten verdammt weh tut. So weh, daß ich nicht mehr spielen mag.
    Ich empfinde ihn als egoistisch und finde, es mangelt ihm gehörig an Fingerspitzengefühl; er findet ich bin zu weinerlich, total widersprüchlich und schwach und daß ich ihn kontrollieren und kritisieren will. Er meint, ich verurteile seine sexuellen Gefühle, reize ihn erst und dann verkohle ich ihn und mache einen Rückzieher.
    Es ist eskaliert gestern, daß ich das 1. Mal eine Idee von Angst um meine Sicherheit hatte.

    Er sagte, daß er, wenn er mich erstmal auf dem Bett fixiert hat, dann endlich mit mir machen kann, was er will.
    Und dann sagte er, daß ich ein wildes Tier in ihm freigesetzt hätte.
    Und dann sagte er, daß er meine Hände an die Wand tackern will und er mir meinen Slip über den Kopf ziehen will.


    Dazu muß ich sagen: wir kiffen ziemlich viel und sowas sagt er immer nur, wenn wir beide total high sind. Er hat noch nie Hand an mich gelegt in all den Jahren.

    Ich habe ihm heute 2 Artikel zu BDSM und Einverständnis geschickt. Er hat sich mit der Materie noch nicht theoretisch auseinandergesetzt und spielt nur nach eigenem Gusto.
    Ich hoffe, er wird sie lesen und verstehen.

    Fazit: ich bin definitiv eine Sub und drum schämen tu’ ich mich deswegen nicht mehr. Eine Trennung kommt erstmal absolut nicht infrage, dazu haben wir beide zuviel investiert und sind zu sehr aufeinander eingespielt und auch angewiesen. Und: ich freue mich durchaus auf meine Handschellen aber fürchte auch, daß sie evtl. das Aus der Beziehung werden können.

    Wie kann ich unsere Auswüchse wieder in tolerierbarere Bahnen leiten, ohne daß uns die gesamte Lust am Spiel verhagelt wird?

    Riskiere ich etwa die Rechte, für die ich seit vielen Jahren mit Zähnen und Klauen gekämpft habe, wieder zu verlieren und habe ich den alten totgeglaubten, schädlichen Macho von vor Jahren unwissentlich wieder heraufbeschworen?

    Ich stehe ziemlich allein da mit meinem Problem. Ich kann das nicht so offen mit meinen Freunden diskutieren, es ist einfach zu privat.
    Unterstützt Ihr mich bitte hier ein bisschen mit Einsichten und Ansichten?

    Lieben Dank!


  2. Registriert seit
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Trotzdem läßt ihn diese andere Frau und ich im Kombi einfach nicht mehr los und verschlüsselt macht er immer wieder Hinweise darauf, wie heiß er diese Frau findet. Er versichert mir dabei jeden Tag, daß ich sein ein und alles bin, daß ich immer seine Nummer 1 bleiben werde, (...)
    ... in seinem mentalen Harem oder wie?

    Wie schön für dich.


    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Als ”Gegenleistung”
    für was? Dafür, dass er dich mag?

    Hast du dich dann

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    auf seinen Wunsch eingelassen und die fiktive rassige Kollegin dann halt mit in unser Bett gelassen.
    Die ist aber nicht fiktiv. Sie ist real.
    Und sie verbringt auch jeden Tag mit ihm.

    Ein unfaires Geschäft ist das. Echt.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Nun hat er Blut geleckt und will immer mehr, mehr, mehr!
    Das geht gar nicht.
    Verlierst du da nicht den Respekt?
    Und er soll dich dann dominieren?

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Zeitgleich haben wir übrigens auch mit unglaublich anregenden und harten Schlägen (mein Po) auf meinen Wunsch hin angefangen, was mich hinterher sehr verletzlich macht, was er nicht immer auffangen kann und dann wird’s hart für mich.
    Das kann ich sehr gut verstehen. Das passt eben nicht.

    Ich würde raten, macht das

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Wir haben diese Woche Handschellen bestellt und ich freue mich trotzdem und durchaus auf unsere baldigen Experimente mit leichtem BDSM. Ich stelle mir das sehr therapeutisch für uns beide vor.
    auf gar keinen Fall, bevor er nicht sein Verhalten ändert!
    Auf gar keinen. g a r k e i n e n.

    Du läufst Gefahr dir da ein gewaltiges sexuelles Trauma einzuholen.
    Das ist zu viel, womit du arbeiten musst.

    damit zu Beispiel:

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Trotzdem leide ich schon sehr unter seinem Flirten und die Aufmerksamkeit, die ich nicht mehr zu kriegen glaube, sondern all diese anderen Frauen. Und natürlich regt ihn genau das an und genau deswegen macht er es absichtlich und besonders doll.
    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Er meint, ich verurteile seine sexuellen Gefühle, reize ihn erst und dann verkohle ich ihn und mache einen Rückzieher.
    Tja. Pech. Passiert mal.
    Er kann sich mal auch zusammenreissen.
    Was soll das kindische Gehabe, passt doch nicht zu einen guten dominanten Mann.
    Und ein Schlechter ist doch das, was ich mir persönlich unter "Hölle auf Erden" vorstelle.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Es ist eskaliert gestern, daß ich das 1. Mal eine Idee von Angst um meine Sicherheit hatte.

    Er sagte, daß er, wenn er mich erstmal auf dem Bett fixiert hat, dann endlich mit mir machen kann, was er will.
    Und dann sagte er, daß ich ein wildes Tier in ihm freigesetzt hätte.
    Und dann sagte er, daß er meine Hände an die Wand tackern will und er mir meinen Slip über den Kopf ziehen will.
    OGOTT.
    (ich mag das gar nicht fett markieren)
    Auf gar kein Fall anfangen, bevor ihr nicht einiges geklärt habt.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Fazit: ich bin definitiv eine Sub und drum schämen tu’ ich mich deswegen nicht mehr.
    Musst du ja auch nicht.
    Gibt gar kein Grund.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Eine Trennung kommt erstmal absolut nicht infrage, dazu haben wir beide zuviel investiert und sind zu sehr aufeinander eingespielt und auch angewiesen. Und: ich freue mich durchaus auf meine Handschellen aber fürchte auch, daß sie evtl. das Aus der Beziehung werden können.
    Das scheint mir definitiv auch so.

    Aber ich hab gerade ein Horrorszenario für dich vor meinen Augen, wenn du diese rasante und ungute Entwicklung zulässt.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Wie kann ich unsere Auswüchse wieder in tolerierbarere Bahnen leiten, ohne daß uns die gesamte Lust am Spiel verhagelt wird?
    Du bist vielleicht submissiv, aber DU bestimmst haargenau so mit, was geht und was nicht.
    Und hier geht einiges nicht.
    Körperliche Grenzen - ok, gut! Psychische - nein!
    Kein Psychoterror - absolut klare Regel für das Spiel.
    Und keine Kollegin. Das ist zu krass, sorry, das ist doch echt fies..

    Pass bitte auf dich auf!
    Kaori

  3. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Liebe Kaori

    Ich danke Dir erstmal für Deine ehrliche und bestürzte Meinung. Ich bin bisweilen genauso entsetzt, deswegen ist es natürlich gut, das gespiegelt zu kriegen.

    Einige Dinge sollte ich wahrscheinlich noch ausführlicher erklären, einiges klingt schlimmer als es wirklich ist. Damit lasse ich mir grade mal Zeit, sonst wird daraus noch so’n ewig langer Beitrag wie weiter oben.
    Ganz wichtig hervorheben muß ich allerdings, daß wir aus extrem verschiedenen Kulturen kommen und wir bisweilen immer noch Kommunikationsprobleme haben, da total unterschiedliche Weltanschauungen.
    Dann kommen da noch ein paar ausgeprägte gesundheitliche Herausforderungen dazu, die ihn sehr einschränken, was das ganze um einiges verharmlost, da der Mann nicht mehr in der Lage ist, überhaupt eine Affäre anzufangen.
    Da kommt also noch der Aspekt ich als Pflegerin dazu.
    Komplizierte Kiste das ganze mit vielen Schichten.

    Trotzdem: das mit dem “guten dominanten Mann”, was Du schriebest, Kaori, sowas ähnliches ist mir dazu auch in den Kopf geschossen und ich finde da besteht auch echt Handlungsbedarf.
    Auch das mit dem Psychoterror - ganz von der Hand weisen läßt sich das nicht, auch wenn ich überzeugt davon bin, daß er es kognitiv nicht mitkriegt, was er mir da antut. Auch das mag schon gesundheitsbedingt sein, genau kann man sowas immer nicht sagen.

    Wie dem auch sei: ich werde aufpassen und hier auch weiterschreiben.
    Ich bin so isoliert wo ich lebe und sehe selber, daß ich da ganz alleine rauskommen muß, so wie aus allem Ärger in meinem Leben.

  4. Avatar von red_gillian
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Ich wäre mit BDSM in der Beziehung auch sehr, sehr vorsichtig.
    Ich kenne den Typus Mann, denn du beschreibst. Allerdings hat der, den ich kenne, selber so viel Vernunft besessen, sich Mentoren zu suchen, als er begann, sich für BDSM zu interessieren. Und das war auch dringend nötig!

    Ich bin allerdings eher ratlos, was deinen Wunsch angeht, wie du das Ganze in tolerierbare Bahnen lenken kannst, umso mehr, als du schreibst, dass ihr recht isoliert lebt. Wieviel Einfluss hast du wirklich auf ihn? Wie sehr ist ihm bewusst, mit welchem Feuer er da spielt? Wieviel bist du ihm wert, wie hoch schätzt er dich?
    Der "meine" nämlich, der ist diesbezüglich ziemlich unberechenbar. Ja, er kann lieben, er liebt auch seine Partnerin, trotdem hat er raubtierhafte Züge und man kann sich nicht wirklich sicher sein, ob der "Mensch" das "Raubtier" wirklich im Griff hat. Oder ob der "Mensch" aus lauter Lust nicht einfach das "Raubtier" loslässt.
    Kannst du in etwa nachvollziehen, was ich meine?

    Unterm Strich: Sei sehr wachsam, was dein eigenes Wohl angeht. Und versuche, erstmal zu bremsen.
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
    Listen to the words long written down
    When the man comes around.

    - Johnny Cash, When the man comes around

  5. Avatar von Arabeske_H
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Was bdsm betrifft - ich würde das nur mit jemandem machen, dem ich vertraue, dem ich vertrauen kann und so liest sich das bei dir nicht wirklich. Und wenn überhaupt, dann auch nur unbekifft, ohne alkohol oder sonstige drogen. Klare regeln - und es liest sich auch nicht danach, dass er sich daran halten würde.

    Zu dem ganzen anderen in deinem beitrag gibt es sicher eine menge zu schreiben, ich habe gerade keine zeit dazu, nur noch zum letzten: isoliert ist nicht gut. Such dir jemanden zum austausch - ein forum wie hier, hast du ja, oder bdsm-forum, besser auch zum reden, nicht nur schreiben. Wenn keine freundin, dann vielleicht coach, therapeutin, telefonseelsorge. Nach meinem eindruck seit ihr "ziemlich schräg drauf" und dann auch noch isoliert in einem eigenen kosmos. Ausstausch mit anderen kann da vielleicht andere ein- und drauf- sichten bringen.

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Das beste Vorspiel ist die Einhaltung eines strikten Zeitplans.
    Sheldon Cooper

  6. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    55

    AW: Kink-Nachhilfe

    Hilfreiche Beiträge, danke Euch beiden!

    red_gillian, Du bringst das gut auf den Punkt mit dem Tier im Mann. Genau darum geht es mir auch dabei: ich weiß, dieses Raubtier ist da und ich selber habe es in 26 Jahren vielleicht eine Handvoll Male gesehen, es war aber nie ernsthaft beängstigend. Ich war auch z.B. noch nie ausgeliefert und konnte mich aus jeder Situation sicher entfernen.
    Er hat auch eine Form von Therapie gemacht und die ist ziemlich wirkungsvoll.
    Er ist körperlich eingeschränkt und kann mir in dem Sinne gar nichts mehr tun. Es sei denn er fixiert mich.
    Und: wir leben nicht wirklich isoliert, es ist nur so, daß ich wenige Freunde und keine Familie habe. (Ja, ich habe Stephen King’s “Gerald’s Game” gesehen... )
    Wie dem auch sei: diese Konversation hatten wir schon, dank Stephen King. Er meinte, wir sollten erstmal nur eine Hand... - ich will gleich richtig angebunden werden.
    So viel Vertrauen muß da sein, meine ich.

    Ich bin zu 98% sicher, daß er sein Raubtier so unter Kontrolle hat, daß mir nichts passiert außer unglaublicher Sex.
    So war’s bisher.
    Er ist sehr auf meinen Körper eingestimmt und kann mich perfekt zu multiplen Os bringen, schier unglaublich. Auch das mit den Schlägen, ich werde schwach, wenn ich nur dran denke...

    Arabeske, das Vertrauen auf der physischen Ebene ist absolut da. Er ist genauso abhängig von mir wie ich es bin, manchmal vermute ich, daß er tiefer drinsteckt in unserem Geflecht als ich. Er sagte selber neulich: für ihn gäbe es keinen Neuanfang mehr, ich sei seine letzte sexuelle Partnerin (was ganz viel an seinen Umständen liegt, das kann man ziemlich klar nachvollziehen). An dem Punkt bin ich nicht. Unsere Beziehung hat mich an die von Pierre und Margaret Trudeau erinnert. Er ist ein totaler Pierre aber ich bin nicht sooo jung, wie Margaret war.
    Es ist da definitiv auch ein Element von Überreaktion meinerseits dabei. Durch meine unfreiwillig isolierte Lebensweise bin ich so hungrig nach Aufmerksamkeit, ich habe mich tatsächlich mal in einen Mann auf der Straße verliebt, nur weil er mich gegrüßt hat. Was ich also als “flirten” bezeichne, ist für andere lachhaft.
    Den Anteil muß ich schon selber tragen.
    Klar soll man sich aber um einen sanfteren Umgang bemühen, wenn’s einem dabei so mies geht.
    Ich akzeptiere seine Traumata, da erwarte ich auch sein Entgegenkommen in der Sache.

    Psychologisch ist die Sache etwas komplizierter, weil wir beide sehr gebrannte Kinder sind. Du hast Recht: wir sind in der Tat schräg drauf und das war auch immer das Geheimnis unseres Erfolges. Ich glaube, die meisten Frauen verstehen nicht, warum ich mir so eine schwierige Beziehung angetan habe.
    Vor ihm hatte ich schon mal so einen.
    Ich nenne diesen Typ Mann den Montreal Macho. Alle, die schon mal in Frankreich oder Quebec waren, werden glaube ich verstehen, wen ich meine.
    Das schlimme an der Sache: wenn man viel Zeit mit so einem Mann verbringt, erscheinen die anderen oft recht farblos, schwach und man kann sie schlecht ernst nehmen. Diese Kerle ruinieren einen für den Single Markt!
    Nun habe ich es schon so lange mit ihm ausgehalten, nun zähme ich mir auch noch dieses wilde Biest.

    Unser Problem ist eher auf Kommunikationsbasis und kulturell bedingt. Auf dem emotionalen Level weiß ich, daß wir beide das gleiche wollen und auch sehr ähnliche Einstellungen haben.
    Miteinander reden fiel uns schon immer schwer denn da bestehen immer die größten Unterschiede.
    Deswegen sind wir wohl sexuell nach so langer Zeit noch immer so aktiv, denn im Bett treffen wir uns richtig.

    Noch ein paar Fazits:

    - Daß er und seine Kollegin eine Affäre anfangen würden, ist ausgeschlossen. Sie sehen sich nie und haben nur E-Mail und Telefonkontakt. Daß sie flirten soll mich nicht stören, ich flirte wahrscheinlich schlimmer als die beiden auf meinem Job.

    - Ich finde auch, daß ich ganz dringend ein engeres soziales Netz brauche, denn deswegen biete ich so viel Angriffsfläche. Ein Grund, warum ich mich gestern angemeldet habe an dieser Stelle. Allein, daß ich meine Sorgen runter geschrieben habe, hat einen soliden Shift in der Atmosphäre zu Hause verursacht. Ich fühle mich um einiges klarer, freier und stärker als gestern.
    Ich bin auch vor kurzem einer Wandergruppe beigetreten und habe ein neues Ehrenamt angenommen.

    Ich habe ja das Luxusproblem der reichen Ehefrau, was ja auch wirklich prima passt in’s Bild, ich seh’s selber...

    Danke für den Beistand!

  7. Avatar von Himiko
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    377

    AW: Kink-Nachhilfe

    Liebe RSU,
    ich versteh zugegebenermaßen nix von BDSM (und würde mich deshalb normalerweise raus halten - ich bin durchaus eine Anhängerin des "einfach mal die Klappe halten" ). Aber ich verstehe ein bisschen was von Kämpfen (Kampfsport) und auch von der Psychologie dahinter – Gefahren, Strukturen, Entwicklungswege. Und wenn ich Deine Geschichte von diesem Hintergrund aus betrachte, läuten bei mir leider alle Alarmglocken.

    Deiner Beschreibung nach sucht Dein Mann dringend nach der Erfahrung, dass jemand anderes stärker ist als er. Er will besiegt werden. Das ist jetzt bei uns kein so ungewöhnliches Phänomen und hat nichts mit Sex zu tun (also erst mal nicht, in meinem Kontext üblicherweise nicht). Das passiert häufig irgendwann (natürlich nicht immer) bei Menschen, die sehr stark sind, sehr viele Erfolge haben. Irgendwas in ihnen kommt dann offenbar aus dem Gleichgewicht, und sie brauchen unbedingt die gegenteilige Erfahrung. Sie müssen spüren, dass jemand anderes stärker ist. (Es macht übrigens pädagogisch / entwicklungstechnisch auch durchaus Sinn, denn ein guter Kämpfer muss wissen, wie es sich anfühlt, wirklich total besiegt zu sein / total unterlegen zu sein. Das gehört dazu.) Sie (also die, von denen ich jetzt rede) kommen dann aber nicht und sagen: „Hey, ich brauche unbedingt eine Herausforderung, was könnte ich machen?“ Sondern sie fangen an, Grenzen zu überschreiten und zu provozieren, und lassen darüber auch nicht mit sich reden. (Denn wenn sie das täten, würden sie damit ja auch nicht die Niederlage erreichen, die sie suchen.) Wenn Du Dir darauf keine gute Antwort einfallen lässt, wird das immer schlimmer. Und kann auch wirklich sehr gefährlich werden. Solche Leute achten irgendwann nicht mehr darauf, welche Konsequenzen ihre Handlungen auch für sie selbst haben können, und sind deswegen unberechenbar.

    Bei weitem nicht alle suchen das – es ist auch, glaube ich, eher ein psychologisches als ein körperliches Bedürfnis. D. h. denjenigen, die in ihrem Leben in irgendeiner Form bereits Niederlagen erlebt und integriert bzw. verarbeitet haben, denen reicht das in der Regel offenbar als Erfahrung. Schwierig sind vor allem diejenigen, die – wie Dein Mann offenbar – sich absolut nicht mit ihren schwachen, bedürftigen, unterlegenen Seiten identifizieren können. (Und da helfen dann Erfahrungen, die faktisch Niederlagen waren, auch nicht weiter.)

    In so einem Fall ist es aus meiner Sicht absolut unverzichtbar, dass diese Person die Erfahrung der Niederlage macht bzw. an sich heranlässt – und man muss dann überlegen, wie man das hinkriegt, in dem Rahmen, in dem man ist, und mit den Mitteln, die man hat, und so, dass man es verantworten und die Folgen (bei ihm und anderen) zuverlässig auffangen kann. Wenn man dazu keinen Weg findet, muss man ihn rausschmeißen (was aber nicht ideal ist, weil zu vermuten ist, dass er dann woanders genau so weiter macht).

    Ich kann Dir leider keinen Vorschlag machen, was Du in Deinem ganz anderen Kontext tun könntest, wie Du ihm die Erfahrung vermitteln könntest, die er braucht, ohne dass das Dir oder ihm schadet. (Vielleicht kannst Du das auch gar nicht, sowas ist in der Gruppe immer viel leichter als alleine.)
    Aber ich möchte mich den Warnungen der anderen anschließen. Jemand, der auf dieser Suche ist, ist unberechenbar und gefährlich. Reden hilft da meiner Erfahrung nach gar nichts, eher im Gegenteil. Und von alleine wird das nicht besser, sondern schlimmer.
    Tut mir wirklich leid.

    Wie gesagt, ich bin mir bewusst, dass ich aus einem ganz bestimmten Hintergrund kommentiere und dass Du selbst entscheiden musst, wie relevant das für Dich ist.

    Aber ich wollte es trotzdem nicht ungesagt lassen, weil ich mir Sorgen mache.
    We are born to be happy, not perfect.

  8. Inaktiver User

    AW: Kink-Nachhilfe

    Was bedeutet eigentlich "Kink"?

  9. Avatar von Ullalla
    Registriert seit
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    10.900

    AW: Kink-Nachhilfe

    Wenn man googelt, kommt als Erklärung, dass es sich um einen anderen Begriff für BDSM handelt.
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

  10. Avatar von red_gillian
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was bedeutet eigentlich "Kink"?
    Zitat Zitat von Ullalla Beitrag anzeigen
    Wenn man googelt, kommt als Erklärung, dass es sich um einen anderen Begriff für BDSM handelt.
    Unter anderem.
    Wörtlich bedeutet es "Knick", im Englischen findet man eher "kinky" wie in "kinky sex". Damit bezeichnet man sexuelle Devianzen, zu denen BDSM gehört. Ist also eher als Sammelbegriff denn als Synonym zu sehen. .
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
    Listen to the words long written down
    When the man comes around.

    - Johnny Cash, When the man comes around

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