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  1. Avatar von red_gillian
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von Himiko Beitrag anzeigen
    Liebe RSU,
    ich versteh zugegebenermaßen nix von BDSM (und würde mich deshalb normalerweise raus halten - ich bin durchaus eine Anhängerin des "einfach mal die Klappe halten" ). Aber ich verstehe ein bisschen was von Kämpfen (Kampfsport) und auch von der Psychologie dahinter – Gefahren, Strukturen, Entwicklungswege. Und wenn ich Deine Geschichte von diesem Hintergrund aus betrachte, läuten bei mir leider alle Alarmglocken.
    Ich kann nachvollziehen, was du da schreibst, und in gewisser Weise vom BDSM-Standpunkt - nach dem entsprechenden gedanklichen Transfer - auch bestätigen.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich noch hinzufügen, dass mir beim Lesen deines Posts und dem vorhergehenden "Raubtier"-Gedanken noch einfiel, dass in diesem Bereich tatsächlich auch viel auf der animalischen Ebene laufen kann. Sprich, es gibt auch viel Drohgebärden, Haaresträuben, Imponiergehabe und tiefes Grollen und Zähnefletschen. Das muss nicht unbedingt in einen Kampf münden, je nach Anlass und Gegenüber kann auch schon reichen, das eigene Standing zu behaupten. Oder zumindest den Eindruck eines wirklich ernstzunehmenden Gegners erwecken.


    Liebe Suburbanite,
    die restlichen 2% sind nicht außer Acht zu lassen - und auch, was die 98% angeht: Gerade wenn er körperlich eingeschränkt ist, ist es umso wichtiger, dass er zu jeder Zeit deine Sicherheit garantieren kann und sich da langsamer heranzutasten ist schon eine gute Idee. Ich bin da ganz bei ihm, was "erst mal nur eine Hand festbinden" angeht.
    Ich bin nun wirklich schon eine ganze Weile "im Thema", und man glaubt gar nicht, was für Überraschungen so ein Spiel bergen kann.

    "Gerald's Game" kenne ich nicht, das muss mir in meiner King-Phase glatt durchgegangen sein.
    Aber ich weiß in etwa, was psychisch möglich wird, wenn Liebe ins Spiel kommt. Und ich kenne Spieler, die so etwas mit viel Geduld und langem Atem ganz leise, Schrittchen für Schrittchen meisterhaft spielen können.
    Ich will dir damit keine Angst machen, ich will dir sagen: Bleib wachsam. Lass deine Instinkte, dein Bauchgefühl niemals einschläfern. Wenn er die Instinkte eines Raubtiers hat, brauchst du die Wachsamkeit und Reaktionsschnelligkeit der Beute.

    Dass er körperlich eingeschränkt ist, würde ich nicht so sehr gewichten. Nicht umsonst ist eine weitverbreitete Meinung, dass BDSM im Kopf stattfindet, und sein Gehirn ist sicherlich nicht eingeschränkt. Die körperliche Einschränkung finde ich vor allem bedenkenswert, wenn es um Sicherheitsaspekte geht.

    Jetzt hab ich aber genug den Teufel an die Wand gemalt - primär geht es ja um eine Erweiterung des Sexlebens, die ihr beide wollt.
    Dass man da vor lauter Entdeckerfreude in den "Schneller-höher-weiter"-Rausch gerät, ist total normal. Dass man mitunter aus solchen Höhenflügen mehr oder weniger schmerzhaft auf den Boden knallt, auch. Es ist aber vermeidbar, wenn man zugunsten der hübschen drei Buchstaben S, S und C lieber erstmal mit angezogener Handbremse fährt, sich erst mal ein paar Kenntnisse verschafft und mit kleinen Schritten beginnt, auszuprobieren.
    Im Kleinen können schon ganz ungeahnte Tiefen liegen - und hier meine ich ausnahmsweise Tiefen im positiven Sinne ^^.
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
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  2. Avatar von Gedankentiefe
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Mir fällt dazu irgendwie der Begriff "Kompensation" als Stichwort ein... vor dem Hintergrund der körperlichen Einschränkung, seinem Gefühl, die finale Partnerin in Dir gefunden zu haben (und evtl. zu spüren, dass es bei Dir nicht zwingend so ist)...

    Die übermäßige Fremdflirterei (quantitativ und qualitativ) ist ja auch eine Dich emotional verletzende Grenzüberschreitung... hoffe, es kommt in der Spirale des BDSM nicht noch eine physische dazu...

    Ich würde da schon ein paar Sicherheitsfeatures einbauen... ins "Spiel".

    Verwundete Raubtiere sind mitunter besonders gefährlich.

  3. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Ihr Lieben gebt mir viele Anregungen, danke!

    Himiko, Du liegst allgemein ziemlich richtig. Mein Typ ist übrigens auch Kampfsportler!
    Er mußte allerdings im Leben viele Niederlagen einstecken und ist darin durchaus geübt.
    Ich glaube allerdings, daß er heute einen tieferen und ehrlicheren Umgang damit sucht, so ähnlich, wie Du es beschreibst.
    Wir switchen übrigens - soll heißen, er kriegt auch Gelegenheit, sich passiv fallen zu lassen.

    Liebe Gillian
    ich bin schon so neugierig, was da noch auf uns zukommt. Ich werde auf alle Fälle wachsam bleiben. Gut, daß Du mich nochmal an den Einfluß erinnerst, der selbst Kleinkram haben kann, wie z.B. bloß ein anderer Handgriff - und Peng!
    Ich passe auf.
    Bei Gerald’s Game hast Du nix verpasst, selten blöder Film, vielleicht ist das Buch besser.
    Über die Sicherheitsaspekte mache ich mir wenig Sorgen.
    Er hat auf dem Gebiet einen totalen Rappel und sichert alles 3x ab.

    Ich habe auch gelesen, daß Anfangsschwierigkeiten gar nicht untypisch sind. Ich komme mir durchaus ziemlich unerfahren vor und weiß noch gar nicht genau, wo meine Grenzen sind und was ich will.
    Ich finde, daß ich die Regie übernehmen sollte für unser zukünftiges Miteinander, damit ich in Ruhe experimentieren kann.
    Und ja: das Tempo muß unbedingt runter geschaltet werden.

    Liebe Gedankentiefe
    es stimmt: ich habe mich emotional verletzt bei der Sache und es geht mir nicht mehr gut damit.
    Und irgendwas von Kompensation hat das ganze auch an sich.

    Übrigens: ich war diejenige, die BDSM ausprobieren will. Ich bin auch z.Z. um einiges krasser drauf als er, ich muß noch Überzeugungsarbeit leisten. Vielleicht hat er sich deswegen auf die psychologischen Ebene zurückgezogen?

    Sex kam jetzt trotz guter Absichten nicht mehr zustande, wir haben uns 2x gegenseitig verpasst.
    Momentan scheint allgemein Rückzug und Reflektion auf beiden Seiten angesagt zu sein.
    Er ist etwas brummelig mit einer “Fein! Dann eben nicht!” - Haltung.
    Ich habe heute Trennung vorgeschlagen.
    Dann haben wir beide Schiß gekriegt.

  4. Avatar von Arabeske_H
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Liebe Suburbanite,

    das liest sich alles sehr widersprüchlich und ambivalent.

    Im ep schreibst du z.b., dass eine trennung erstmal absolut nicht in frage kommt, im letzten beitrag dann, dass du trennung vorgeschlagen hast. In ihm ist ein tier, aber trotzdem vertraust du ihm. Er hat dich noch nie ernsthaft bedroht, spielt aber belastende spielchen mit dir. Ich krieg das jetzt gar nicht so schriftlich auf die reihe, was ich beim lesen empfunden habe. Es fühlt sich sehr zerrissen an. Andererseits macht ihr das anscheinend schon seit 26 jahren so (wenn ich das richtig verstanden habe) und irgendwo steht auch, es wäre besser geworden, dann aber auch wieder nicht, so wie du deine momentane situation beschreibst. Aber ganz offensichtlich kommt ihr damit irgendwie klar, sonst wärt ihr ja nicht da, wo ihr jetzt seit.

    Grundsätzlich finde ich die einstellung von ihm - erstmal langsam angehen lassen - o.k. und du schreibst, dass du ihm auf der physischen ebene vertraust. Also was befürchtest du genau, wenn ihr euch weiter auf die bdsm-spielwiese wagt? Angefangen habt ihr doch auch schon. Und ja, das macht verletzlich, aber aufgefangen werden bist du von ihm anscheinend seit 26 jahren nicht gewohnt?

    Riskiere ich etwa die Rechte, für die ich seit vielen Jahren mit Zähnen und Klauen gekämpft habe, wieder zu verlieren und habe ich den alten totgeglaubten, schädlichen Macho von vor Jahren unwissentlich wieder heraufbeschworen?
    Hmm - ist es das? Befürchtest du, dass er dich dann immer, also auch im alltag, dominieren will? Aber weiter hinten schreibst du, dass ihr switcht. Beim lesen habe ich allerdings den eindruck gewonnen, dass er das eh tut. Aber vielleicht täuscht das auch.

    Ich weiß nicht, ich mußte dabei an "Wenn wir uns ersteinmal entschlossen haben zu kapitulieren, haben wir auch keine gegner mehr" denken, aber das ist vielleicht auch zu sehr meins.

    Für mich ist ja auch ein vorteil von bdsm, dass die verhältnisse so klar sind - wir switchen nicht. Und seit ich das akzeptiert habe, dass er "vorne ist", ist vieles bei uns sehr viel einfacher und entspannter. Ich habe den kampf nicht verloren, wir haben beide dadurch gewonnen.

    Auch die bilder, die ich zu euch im kopf habe: tanz auf dem vulkan, auf der heißen herdplatte; strampeln, ringen, um nicht unterzugehen. Was würde denn passieren, wenn du, wenn ihr das kämpfen lasst? Ich weiß jetzt nicht, ob du damit etwas anfangen kannst, vielleicht bin ich auch auf dem holzweg.

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Das beste Vorspiel ist die Einhaltung eines strikten Zeitplans.
    Sheldon Cooper

  5. Avatar von red_gillian
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Über die Sicherheitsaspekte mache ich mir wenig Sorgen.
    Er hat auf dem Gebiet einen totalen Rappel und sichert alles 3x ab.
    Guter Mann. :)

    Ich habe auch gelesen, daß Anfangsschwierigkeiten gar nicht untypisch sind. Ich komme mir durchaus ziemlich unerfahren vor und weiß noch gar nicht genau, wo meine Grenzen sind und was ich will.
    Ich finde, daß ich die Regie übernehmen sollte für unser zukünftiges Miteinander, damit ich in Ruhe experimentieren kann.
    Klar weißt du nicht, wo deine Grenzen sind. Du fängst ja auch gerade erst an, und auch wenn man eine ungefähre "Landkarte" im Kopf hat, muss man dann doch raus in die Wildnis und das Gelände erforschen ^^.
    Regie übernehmen? Als Sub oder mehr so bei den "Planungsbesprechungen"? Wenn Sub die Regie übernimmt, fühlt sich's gern mal für beide irgendwie doof an. Muss nicht, kann aber. Probier's aus. Und frag dich vielleicht mal im stillen Kämmerlein, ob du wirklich, so ganz wirklich, dazu bereit bist, die Kontrolle abzugeben - oder ob's vielleicht für dich doch eher darum geht, Wünsche erfüllt zu bekommen.
    Ist beides ok, man sollte nur wissen, was man will.
    Switchen ist übrigens auch in der Praxis gern mal schwieriger, als es sich in der Planung angehört hat.

    Und irgendwas von Kompensation hat das ganze auch an sich.

    Übrigens: ich war diejenige, die BDSM ausprobieren will. Ich bin auch z.Z. um einiges krasser drauf als er, ich muß noch Überzeugungsarbeit leisten. Vielleicht hat er sich deswegen auf die psychologischen Ebene zurückgezogen?
    Ich hab das absichtlich in ein Zitat geklebt. Das hat mMn nämlich miteinander zu tun.
    Das mit der Überzeugungsarbeit - mh - da wären wir wieder bei der Bereitschaft, Führung abzugeben und der Frage an dich selbst.


    Ich habe heute Trennung vorgeschlagen.
    Dann haben wir beide Schiß gekriegt.
    Klingt ein bisschen .... schräg. Was machst du, wenn er deinen Vorschlag akzeptiert? "Ups, war nicht so gemeint" funktioniert möglicherweise nur bedingt.
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  6. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Ihr Lieben, vielen Dank, daß Ihr Euch so viele gute Gedanken habt und anregt bei mir, da kommt wirklich was in Bewegung.

    Arabeske, ja: ich bin einigermaßen zerrissen und weiß nicht, wie genau ich mir unsere Beziehung in der Zukunft vorstellen soll. Mit Kink haben wir erst jetzt angefangen zu spielen. Er hat als junger Mann ein paar Erfahrungen gemacht und ich bin ein unbeschriebenes Blatt.
    Woher kam jetzt diese diffuse Angst? Momentan fällt es mir schwer, die komplett aufzuspüren.
    Am meisten habe ich zur Zeit auf alle Fälle Angst davor, daß ich eine Seite an ihm kennenlernen werde, die mir gar nicht gut tut und mir vielleicht dann deutlich das Ende aufzeigt, was ich dann nicht mehr ignorieren kann. Das v.a. auf der psychologischen Ebene.
    Er hat mich die ganzen Jahre ziemlich “geschont”, habe ich festgestellt. Er hat mir vor einer kleinen Weile Geschichten aus seinem früheren Leben erzählt, nie im Leben hätte ich für möglich gehalten, daß er sexuell so drauf war. Ich war ziemlich geschockt, weil ich erfahren habe, daß es da Kapitel in seinem Leben gibt, von denen ich nichts wußte.

    Auch daß er dieses merkwürdige Spiel mit der Kollegin spielt, befremdet mich einfach total und ich erkenne ihn kaum wieder.
    Ich bin mir jetzt nicht sicher, wieviel sie weiß über seine Attraktion, kann mir eigentlich nicht denken, daß er da sehr offen mit ihr war, allein schon wegen dem resultierenden Kontrollverlust. Ich stelle mir vor, daß er sie neckt und reizt und sie bestimmt regelmäßig in ihre Schranken verweist. Zuckerbrot und Peitsche. Darin ist er gut.
    Bei mir kokettiert er sicher total und macht das ganze viel größer, als es ist.
    Das finde ich allgemein so unzumutbar: er spielt mit der Kollegin, er spielt mit meiner Eifersucht! Wie kann er nichts dabei finden, das 2 Menschen anzutun, von denen er behauptet, daß er die eine liebt und die andere als Kollegin und Mensch respektiert?
    Er findet das alles ziemlich harmlos und normal, wie es scheint und bei mir geht’s da einfach gegen meine Grundwerte.

    Eines haben wir jedenfalls festgehalten: diese Koketterie um das Begehren Dritter, das lassen wir jetzt sein. Ich habe zugegeben auch eine Weile testhalber mitgemacht mit dem Resultat, daß ich mich am Ende zu schlampig fühlte. Ich bin einfach kein cock tease und werde es nie sein.

    Ich muß aber auch noch hinzufügen, daß seine Gesundheit wirklich sehr beeinträchtigt ist und das auch mittlerweile sehr sichtbar ist. Da war also definitiv ein Sturz vom Status begehrter Playboy zu Behinderter. Wie schwer ihn das wirklich beeinträchtigt, kann man nur ahnen.
    Ich habe das Glück und eine gute Freundin mit einem Freund mit derselben Beeinträchtigung und auch er zeigt momentan dieses Verhalten! Auch der will sie eifersüchtig machen mit anderen Frauen.
    Diese beiden Männer haben kaum ein Sozialleben und scheinen sich an jeden Fetzen Aufmerksamkeit zu klammern.
    Sicherlich spielt da auch Mißgunst eine Rolle: meine Freundin und ich, wir können kommen und gehen und schalten und walten, wie wir wollen, während unsere Partner eine (selbstgewählte - haben wir in beiden Fällen festgestellt) Existenz als Eremit führen.

    Das nächste klingt jetzt oberflächlich und ich bin auch etwas sauer darüber, daß ich mich fast genötigt sehe, solche Vergleiche anzustellen, aber anstellen tue ich sie und auch dafür muß ich am Ende ja doch selber grade stehen, von daher: wenn wir uns die allgemeine Attraktivität und die Chancen der drei “Spieler” in meinem Gefüge anschauen, dann sieht es so aus, daß ich immer als Gewinnerin aus dieser Sache hervorgehen werde, egal wie sie ausgehen wird: ich habe eine Menge Vorteile auf meiner Seite, die keiner der anderen hat: finanziell abgesichert, kinderlos, relativ jung, gesund, und noch einiges mehr.
    Deswegen findet er meine Reaktion vielleicht überzogen.
    Und vielleicht hat er nicht komplett Unrecht, auch wenn man es so nicht angehen sollte. Zwischenmenschlich stand er schon immer auf dem Schlauch.
    Von daher ist da schon ein interessantes Power Play bei uns: er hat definitiv Kraft und Einfluß eingebüßt und ich habe Kraft gewonnen. Deswegen bin ich wohl auch so wild auf geschlagen werden. Es erinnert an alte Glory Days.

    Ja, ich hatte aber irgendwo auch Angst, daß mein Sub-Dasein in meinen Alltag schwappen würde und ich dann immer gehorchen soll. Bei so einem großen Altersunterschied und bei so einer anderen Biografie hatten wir früher durchaus Probleme auf dem Gebiet. Das ist schon lange her aber die alten Kämpfe fange ich nicht wieder an.

    Daß man aufpassen muß mit switching wußte ich nicht. Instinktiv dachte ich, daß das vielleicht ausgewogener ist, da mag ich total falsch liegen,
    Klare Verhältnisse, ja! Ok, ich werde da hingucken.
    Bei uns gab es auch so einen gewissen Shift zu “er ist vorn” und uns geht es damit auch gut, so wie Du beschreibst, Arabeske.
    Ach Mensch, alles noch nicht ausgereift, ich merk’s selber.

    Liebe gilian, wenn er meinen Vorschlag der Trennung vorgestern akzeptiert hätte, hätten wir wohl erstmal eine räumliche Trennung versucht. Soweit war ich.
    Aber ist ja schon wieder ein Tag vergangen, deswegen gab’s stattdessen eine 6-stündige Sex-Session mit schönen Schlägen und es war fantastisch.
    Vor den Handschellen habe ich echt keine Angst.
    Eher vor meiner Zukunft als Single.

    Macht irgendwas davon jetzt mehr Sinn jetzt oder spinne ich mir einen vor?

    Doof, daß ich all das nicht einfach mit ihm ehrlich diskutieren kann. Ich hätte ja die Kraft aber er blockt ab. So’n sexy Schisser. :P
    Geändert von ReluctantSuburbanite (04.04.2018 um 19:13 Uhr)

  7. Avatar von Himiko
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Ich kann nachvollziehen, was du da schreibst, und in gewisser Weise vom BDSM-Standpunkt - nach dem entsprechenden gedanklichen Transfer - auch bestätigen.
    Danke Dir für die Rückmeldung!

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Das muss nicht unbedingt in einen Kampf münden, je nach Anlass und Gegenüber kann auch schon reichen, das eigene Standing zu behaupten. Oder zumindest den Eindruck eines wirklich ernstzunehmenden Gegners erwecken.
    Absolut. Entscheidend ist, dass es ankommt. Wie Du das erreichst, ist letztlich gleich. Es muss nicht auf der körperlichen Ebene stattfinden – und die körperliche Ebene allein ist in keinem Fall ausreichend.

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Himiko, Du liegst allgemein ziemlich richtig. Mein Typ ist übrigens auch Kampfsportler!
    Ach komm... Danke für die Antwort!

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Ich glaube allerdings, daß er heute einen tieferen und ehrlicheren Umgang damit sucht, so ähnlich, wie Du es beschreibst.
    Dein erster Beitrag klang ein bisschen anders – aber wenn er das tatsächlich täte, wäre das sehr gut.

    Liebe RSU, ich wünsche Dir, dass Du zu Klarheit über Deine eigenen Wünsche und Absichten gelangst.
    Und alles Gute!
    We are born to be happy, not perfect.

  8. Avatar von red_gillian
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Zitat Zitat von ReluctantSuburbanite Beitrag anzeigen
    Auch daß er dieses merkwürdige Spiel mit der Kollegin spielt, befremdet mich einfach total und ich erkenne ihn kaum wieder.
    Siehe auch: "Ich hätte nie im Leben gedacht, dass er sexuell so drauf war". Manchmal entdecken wir halt neue Seiten an unseren Partnern und manchmal auch erschreckende.
    Das Problem mit der Körperbehinderung und der Selbstwahrnehmung, die da angepasst werden muss, spielt da sicherlich eine große Rolle. Es geht sicherlich für ihn darum, sich selbst zu beweisen. Aber ich vermute, dass es auch darum geht, zu schauen, wie weit er bei dir gehen kann; oder auch, dass er gerade schaut, was dich triggert. Man kann Leute nur dominieren, indem man ihre Trigger kennt und bedient.

    Zuckerbrot und Peitsche. Darin ist er gut.
    Das täglich Brot der Doms .

    Das finde ich allgemein so unzumutbar: er spielt mit der Kollegin, er spielt mit meiner Eifersucht! Wie kann er nichts dabei finden, das 2 Menschen anzutun, von denen er behauptet, daß er die eine liebt und die andere als Kollegin und Mensch respektiert?
    Ich versteh dich schon - aber: Willst du mit ihm spielen oder nicht?

    Ich denke, ihr denkt da in unterschiedliche Richtungen. Grob gesagt: Er tendiert mehr in Richtung "komplett vorne" zu sein, du hingegen mehr in die Richtung "BDSM gehört ins Schlafzimmer und hat außerhalb davon nichts zu suchen".
    Das ist eine gängige Grundlagenunterscheidung und man sollte sich darüber einig sein, welche der beiden Richtungen man einschlagen will, um beiderseitiges Vergnügen sicherzustellen.

    Er findet das alles ziemlich harmlos und normal, wie es scheint und bei mir geht’s da einfach gegen meine Grundwerte.
    S.o. . Es kann durchaus sein, dass das für ihn ein Teil des Spiels ist und dass er aus allen Wolken fällt, wenn er merkt, dass er damit bei dir sozusagen Tabus berührt. (Bei der Gelegenheit: Ich würde mich mal über BDSM-Grundlagen schlau lesen. Bisschen theoretischer Unter- bzw. Überbau kann nicht schaden, solange es nicht in kompletten Brainfuck ausartet).

    Doof, daß ich all das nicht einfach mit ihm ehrlich diskutieren kann. Ich hätte ja die Kraft aber er blockt ab. So’n sexy Schisser. :P
    Das ist nicht gut.
    Ich schrieb oben davon, dass zuviel theoretisches Wissen* gegebenenfalls in totalen Brainfuck abseits jeder Praxis ausarten kann. Das passiert aber u.a. häufig deshalb, weil Kommunikation im BDSM so wichtig ist und man unbedingt über Dinge reden muss. Und manche verheddern sich dann im Gedankenlabyrinth und in der theoretischen Erörterung.
    Aber es muss miteinander gesprochen werden!


    * Unter "zuviel theoretisches Wissen" zählt auf keinen Fall die Kenntnis über Spielarten, Techniken, Begriffe wie SSC, Metakonsens, Tabus, Safewords usw. Das sollte man sich aneignen, angefangen damit, dass man sich erst mal darüber klar wird, welche Buchstaben von "BDSM" man denn praktizieren möchte.

    Vielleicht magst du auch mal im hiesigen bereits existierenden "Megathread" zum Thema stöbern. Bring Zeit mit ^^
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
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  9. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    AW: Kink-Nachhilfe

    gilian, Du scheinst allgemein einfach ein echt gutes Gefühl zu haben für die Realität, die ich grade lebe.
    Du bringst so viel auf den Punkt!
    Es stimmt, daß mich seine neuen Seiten schockieren und verwundern und ja: wir sind von ganz unterschiedlichen Grundvoraussetzungen ausgegangen, glaube ich.

    Wir haben die letzten Tage viel geredet, v.a. über diese Punkte, die Du ansprichst. Grade auch das mit der Kommunikation.
    Ich bin da schon besser an ihn rangekommen, das Gespräch gestern war sehr gut.

    Ich muß das irgendwie noch verarbeiten, was mir da wiederfahren ist. Fühle mich ein bisschen mißbraucht und als Opfer und aber ganz fair ist das auch nicht.
    Ich hadere noch mit seinen vorangegangenen Erfahrungen und mit der Absicht, die er mit der Kollegin hat. So ganz erschließen will sich seine Motivation mir nicht.
    Aber gute Frage: will ich denn nun spielen oder nicht?
    Und ja: ich hätte diese Spielarten gerne nur in intimen Situationen und kann damit nicht umgehen, wenn er mir plötzlich aus heiterem Himmel seine Lust auf andere Frauen um die Ohren haut.
    Und ja: Grenzen austesten, darum geht’s auch grade, keine Frage.

    Achmann, manchmal wäre ich schon lieber wieder so wie vor 5 Monaten, als ich noch komplett ahnungslos und happy war.
    Nun ist zu spät und das kriege ich nie wieder...

  10. Avatar von ReluctantSuburbanite
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    AW: Kink-Nachhilfe

    Ich melde mich grad nochmal für ein Update.

    Der Knoten ist geplatzt, ich habe ihm heute morgen alles vor die Füße gekotzt, was ich auf dem Herzen habe.
    Großes Drama und viel Geschwurbel (wie zu erwarten war) und nun ist die Beziehung auf dem Prüfstand.
    Momentan ist viel in der Schwebe und ich bin aber trotzdem echt froh, endlich den Mut gefunden zu haben alles auszusprechen.
    Ich konnte auf Dauer nicht so weitermachen, denn ich brauche klare Verhältnisse.

    Keine Ahnung, was als nächstes kommt.

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