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    AW: Re: Erotische Geschichten

    (Auszug aus einer längeren Geschichte bzw, fast schon "Kurzroman")

    "Du riechst so gut," schnuppert er ganz verzückt an mir. Habe ich ihn endlich aus seinem Koma erweckt?
    "Das ist das Duschgel Lotosblume, das kannst du auch benutzen, wenn du es so gerne riechst."

    Seine bisherige Passivität hatte meine Ungeduld herausgefordert und mich jetzt selber aktiv gestimmt, aber vielleicht war es genau das, was er wollte.
    Er liegt noch immer aufgestützt auf seiner Rechten. Sein erhitztes Gesicht über mir, ich nehme
    es in beide Hände, küsse ihn aufreizend, was ihm meine Bereitwilligkeit signalisierte. Ich setze mich auf. Er bleibt lässig aufgestützt liegen. Reagiert er überhaupt, dass ich auf seinem Körper wie auf einem Instrument spiele? Als meine Hände und Küsse abwärts gleiten und ich seine Schenkelinnenseiten erreiche, kann er jetzt nicht mehr ganz über sich selbst bestimmen. Bei einer kurzen Unterbrechung drängt er sofort aufs Weitermachen, das gegenwärtige Gefühl fortsetzen. Nach diesem ersten Wiederbelebungszeichen merke ich, dass ich ein Geschehen in Gang gesetzt habe, das nicht mehr aufzuhalten ist. Den Geschmack von feuriger Leidenschaft auf meiner Zunge, möchte sie nun die seine wieder umschlingen und mein ganzer Körper nur einem Punkt zustreben: vereint sein mit dir, mein Geliebter. Bis jetzt lagen meistens Stolpersteine am Weg dorthin.
    Sein Joystick drückte sich fest an meine Handfläche, aber da gehörte er nicht hin, da war er bestenfalls zwischengeparkt. Aufgerichtet, mit erhobenem Haupt, sollte er seinem Träger und mir Freude bereiten. War er endlich bereit zur Activity, wie er das genannt hatte? Ich küsste und leckte ihn deshalb nicht, er sollte erst seinen Dienst tun. Aber einen Streichler von mir kann er haben, auch der Sack unter ihm, der auch wieder einmal gedrückt werden wollte. Wenn auch nicht so heftig wie die Aufforderung in Led Zeppelin's 'Lemon Song', die ganz ordentlich an die Sache ranging:
    '... squeeze my lemon, Baby please/til the juice is running down my knees '...

    Er verstand die Signale und wandte sich mir endlich mit der erlösenden Frage zu:
    "Willst du heute mit mir schlafen?"
    "Yes, my Darling. Es ist unsere erste Nacht hier, wie im Honeymoon."
    "Es wird sicher nicht unsere letzte sein!" sagt er lächelnd, während er sich vor mir kniend über mich beugt.
    Obwohl ich diesen Magic Moment schon geraume Zeit herbeigesehnt hatte, ging es mir nun auf einmal etwas zu schnell. Er drückt meine Schenkel auseinander und bahnt sich seinen Weg in mich. Wie schon früher, nicht grob aber bestimmend. Ich hätte mir gerade heute, an unserem Einweihungsabend, ein längeres Vorspiel gewünscht. Danach schaut es jetzt nicht mehr aus. Also reagiere ich sensibel, küsse sein Gesicht gefühlsbetont, während ich sage:
    "Ich will dich ganz eng bei mir haben, komm noch näher zu mir, my Darling. Komm tiefer!"
    Die verpasste Umarmung von vorhin hole ich nun nach, und nach dem Motto 'ganz oder gar nicht' schlinge ich Arme und Beine um ihn. Ich locke ihn nochmals:
    "Bitte komm tiefer!"
    Wird er meine Bitte erfüllen? Es gibt nichts aufzupimpen, keinerlei Einsatz von irgendwelchen Fetischen, da waren wir uns schon immer einig: die Genitalien, zehn Finger und der Mund genügten unseren liebesbereiten Körpern. Mit dem eigenen und dem des anderen lustvoll umgehen zu können, darin liegt die Liebeskunst. 'Natur pur' bleibt unsere Devise und auch, wenn ich mehr Nähe und mehr Tiefe ersehnte, bin ich nicht wissentlich auf egoistisches Lustempfinden aus. Ich sehnte mich nicht nur nach der körperlichen Vereinigung mit ihm, sondern nach mehr Verbundenheit, nach der totalen Verschmelzung.
    Er kam meiner Bitte nach.
    "Yes, aber dazu musst du höher liegen und ich muss neu starten. Vielleicht sogar mit einem Reset. Let's try!"
    "Yes, Darling, let's do it!"
    Ohne sich zu weit aus mir zurückzuziehen oder ganz rauszurutschen, langt er als erstes nach seinem Kopfpolster. Den rollt er zusammen, schiebt ihn mir unters Becken. Dann legt er einen Arm unter meinen Kopf.
    Schon beim nächsten Anschub erfasste mich durch seine, nicht stoßenden sondern wellenartigen Bewegungen, ein herausragendes Gefühl, das alles Bisherige toppte. Jetzt spüre ich ihn tief in mir wie ich es mir gewünscht hatte, so tief wie bisher noch nie. Noch ohne dass er irgendwo anstößt, durchschauerte es mich wie mit kosmischen Strahlen. Befand ich mich überhaupt noch auf der Erdumlaufbahn? Als ich schneller zu atmen und zu stöhnen beginne, fragte er, ob so alles okay sei.
    "It's more than ok, you're so good, so god-given good. It's much too much crazy what I'm feeling."

    In meiner Sebstvergessenheit dachte ich nicht daran, dass auch er einen Höhepunkt erleben wollte, wenn schon nicht synchron mit mir, dann eben phasenweise. Ich spürte sein Muskelzucken und Zusammenziehen, achtete auf das vier- oder fünfmalige Versprühen seines wunderbaren Lustsaftes, der irgendwann zu fließen begann und bei seinem Rückzug aus mir teilweise auf meinen Pobacken Spuren hinterließ. Er leckte ein wenig an den weißen Tropfen, als wollte er die wertvollsten vor der Vernichtung retten. Und ich leckte sie von seinem nassen Schaft die Wurzel entlang bis zur Spitze hinauf und wieder zurück, was ihm wohltuende Entspannung verschaffte. Ein unbeschreibliches Gefühl, angenehm und doch fremdartig, zärtlich und leidenschaftlch zugleich, das ihm die heiße Frauenzunge da bereitete, so schmiegte er sich leise seufzend an mich. Und das war erst der Anfang. Denn wir konnten nicht voneinander lassen. Mit Pausen dazwischen liebten wir uns einige Male entlang der Nacht. Entsprechend trocken wurden seine Orgasmen, was ihn aber nicht schmerzte, weil ich durch meine Erregung genügend weiblichen Saft beisteuern konnte. Am nächsten Morgen war er ganz erstaunt, dass er es so oft geschafft hatte. Das hatte er bisher noch nie.

    Als ich aufwachte, war er schon munter. Er gab mir einen Guten-Morgen-Kuss. "Good morning, Al!" und fragte: "Wie war die Nacht?"
    "Toll. Einfach toll. Wahnsinnig toll."
    Lächeln.
    Meine Hand streichelt ganz leicht über sein Organ in Ruhestellung. In der sollte es auch bis zu nachtschlafender Zeit bleiben.
    "War er so toll?"
    "Und du, mein Superman. Er ist bloß dein Untertan. Wenn du willst, muss er bereit stehen wie ein Soldat. Wenn du nicht willst, muss er sich zurückziehen wie ein folgsamer Butler."
    Er kann nur lächeln über diese weibliche Vorstellungskraft.
    "Genauso funktioniert er halt leider nicht. Nicht auf Kommando. Und schon gar nicht ohne Blamage, immer wenn er sollte. Oder er macht unkontrolliert was er will, wenn ich das gar nicht brauchen kann. Erinnerst du dich an "Girls Girls Girls" mit der Tangoszene, als ich meinen Phallus nicht und nicht bändigen konnte? Diese urkomische Peinlichkeit regte niemanden auf, außer mich und wurde bis heute nicht zensuriert!"
    Auf sein männliches Klagelied antworte ich:
    "Wird sie heutzutage auch nicht mehr. Ich weiß noch. Die Szene, wo du beim Tango "The Walls Have Ears" gesungen hast, war dem Magazin Playgirl eine Doppelseite wert und die Redaktion ignorierte deine Ausbeulung. Warum, weiß keiner. Auch die Fans haben über deinen Kontrollverlust hinweg gesehen. Die männlichen wohl aus Solidarität mit dir und die weiblichen fanden dich wahrscheinlich umso sexier. Deshalb, verdamme ihn nicht, sei lieb zu ihm. So wie ich. Er schenkte mir schon so schöne Momente."
    Lächeln.
    Immer nach einem gemeinsamen Sexerlebnis mit dem gewaltsamen Ausstoß von Samen und den heftigen Muskelkontraktionen war die nachfolgende Besänftigung des aufgewühlten Inneren eine besonders willkommene Wohltat. Auch die Haut wurde so sensibel, dass sie sich bei jeder Berührung wie eine Textur aus Samt anfühlte, ein Kuss wirkte zarter als Schmetterlingsflügel, zärtliche Worte klangen in harmonischem Wohlklang nach. Das war die in sich ruhende, wärmende Entspannung, das ging schon in die tantrische Richtung, die ich hereingebracht hatte und die wir beide so schätzten und liebten.

    "Wie oft hältst du mich aus?" fragt er dann, "wieviele solcher Nächte hintereinander wie gestern?"
    "Dich halte ich immer aus, mein Schatz, jede Nacht, jederzeit." Ich zog ihn an mich. Sein nackter Oberkörper fühlte sich angenehm an. Ich küsste seine glatte Brust, seinen Hals, dann seinen Mund, wir schmusten vor dem Frühstück noch ein bisschen herum. Das mag er. Er ist überall so schmusig, lässt sich gern am ganzen Körper ablecken. Ich bedankte mich mit weichen Lippen auch wieder in seinem Intimbereich für alles Schöne, das er mir von dort zukommen hat lassen.
    Ich will ihn liebkosen ohne ihn gleich wieder verlangend zu machen. Eine Gratwanderung, ich weiß. Die behutsame Dosierung machte den Unterschied.

    "Du bist immer willkommen, my Darling, ich lade dich ein. Wenn du deine morgendliche Steife spürst, geh nicht kalt duschen, komm lieber zu mir, Ich bin immer für dich offen und bereit zu jeder Zeit. Ich kann gar nicht genug kriegen von dir."
    Das ergriff ihn. Er strich mir über die Haare. Für harten Sex ist er nicht gemacht, und das ist gut so. Wir brauchten beide viel Zärtlichkeit und Romantik, und das konnten wir uns gegenseitig in Fülle schenken.
    "Ich möchte dir noch was verraten, mein Liebster, deine Fernwirkung! Manchmal - da musst du noch gar nicht singen - brauche ich dich nur anzuschauen oder an dich denken - und ich kriege einen Orgasmus, echt!"
    Jetzt musste er loslachen:
    "Oh, das ist aber kein Geheimnis mehr, seit Liza Minelli das in einem Interview über mich sagte! Damals lief ich rot an vor Fremdschämen. Die Zeit war noch nicht so freizügig wie heute."
    "Siehst du, ich stehe nicht alleine da mit meinen Gefühlen. Aber es gibt sicher nicht viele Männer, die sie auslösen. Du kannst stolz sein auf dich. Genieren musst du dich für gar nichts, auch nicht für deine abrupten Erektionen! Bist eben ein junger potenter Mann, bei dem alles Naturgegebene bestens funktioniert."

    "Würdest du jede Nacht mit mir schlafen, könnten wir wirklich Honeymoon feiern, wir spielen einfach ein Paar auf Hochzeitsreise!"
    "Ja, das machen wir, Darling. Wir fangen damit gleich heute Nacht an!"
    Meine Überlegung dabei war auch: je mehr ich ihn befriedigte, umso weniger würde er sich um andere Sexpartnerinnen umschauen wollen oder müssen.
    Geändert von aliceg (10.09.2021 um 15:20 Uhr)

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    AW: Re: Erotische Geschichten

    (... ein Schritt zurück: Das Erstemal)

    Ich öffne nur kurz die Augen. Er hält seine noch geschlossen, ganz seinem Gefühl so hingegeben, dass es mich ergreift. Widerstreitende Gedanken durchströmen mich, himmelsstürmende, glückselige und zugleich bange. Was sieht er jetzt gerade hinter dem Vorhang seiner Augenlider? Ein anderes Gesicht? Oder wirklich meines? Wirklich mich? Kann ich in diesem so flüchtigen Moment zu hoffen wagen, dass ich ihm doch nicht ganz gleichgültig bin? Ob es nun binnen kurzem noch so sein mag oder nicht. Jetzt aber schenkte er mir jene Art Hochgefühl, das mich von der Erde abheben ließ. Dass dieser schwerelose Zustand doch niemals enden möge, brennt sich in mich ein. Könnten wir uns doch aus dem Zeitfluss herausnehmen! Den Augenblick zerdehnen oder wiederholen, so ganz im Faustischen Sinne 'verweile doch ...'
    Sich von seinen Lippen wieder lösen zu müssen, tut mir beinahe körperlich weh, wie das Zerreißen einer Verbindung. Diese Verbindung verlangte in mir nach Intensität, nach Wiederholung in einer Endlosschleife. Doch es gibt keinen Ewigkeitsanspruch. Nur den gegenwärtigen Augenblick. Und dieser kostbare Augenblick in seiner zwingenden Vergänglichkeit bleibt auch ein einzigartiges Vorkommnis in der Gegenwart.
    Was die Imagination doch hervorzaubern konnte! Es ist taghell, wir sitzen am Poolrand, mit den Füßen fast schon am Wasserspiegel, es riecht leicht chlorig, und die Security-Jungs irgendwo da hinten schnattern und lachen.
    Und doch schwebe ich wie in einem Wolkenhimmelbett mit diesem Traummann, umgeben von Rosenduft, vollkommen überwältigt von seiner Gegenwart, seiner präsentierten Offenheit an Hingabe, seinem fühlbaren Sehnen nach Zuneigung, seiner unverhüllten Dankbarkeit für jede Zärtlichkeit, die bei ihm sofort eine Gegenreaktion auslöste. Eine nie gekannte Woge an Emotionen stieg in mir auf. Gemocht, gewollt, als Fan geliebt habe ich ihn schon seit manche seiner Songs mir ins Herz eindrangen, aber was passierte da jetzt mit mir? Das war nicht länger nur die Anziehungskraft eines Show-Phänomens. Da drehte sich eine Spirale hoch, multiplizierte meine unheilbare Dauerverliebtheit in ihn mit einer extremen Hingezogenheit zu ihm, ein echtes tiefes Gefühl, weit mehr als jede Affinität von zuvor.
    Er und ich. Bisher lebten wir in verschiedenen Welten. Dennoch musste zwischen uns etwas Magisches bestehen. Das war kein Spiel mehr, nicht nur ein Traum. Ich fragte mich aufrichtig, ob ich ihn überhaupt verdiente und ob er nicht ein paar Nummern zu groß für mich war. Andererseits ist auch er nur ein Mensch, auch wenn wir ihn zum unantastbaren Halbgott hochstilisiert hatten, indem wir ihn auf den Sockel stellten. Trotzdem war er so überhaupt nicht abgehoben, sondern ist bodenständig geblieben und geradezu herzöffnend bescheiden. Einfach durch und durch liebenswert.
    Ich konnte nicht einmal einen Anflug von Unnahbarkeit ausmachen. Vielleicht war das manchmal so nur für die Presse künstlich inszeniert, Showbusiness eben.
    Meine Finger gleiten über seinen Haaransatz, seine Schläfen. Er lächelt sein leichtes Lächeln. Ich nehme es berührt wahr, zeichne weiter in seinem Gesicht über seine Wange hin zu seinen vollen Lippen. Es kann nicht ausbleiben, dass er beginnt, meine Fingerkuppen zu küssen. Ich lehne meine Stirne an seine, spüre die Wärme seiner Hand im Nacken, dann seinen Mund auf meinen Augenlidern, meiner Wange, meinem Mundwinkel, dann wieder sein Gesicht, das sich weich an meines schmiegt. Sanft und zart tastet er sich heran, nimmt sich wieder zurück, startet neu. Es ist kein Hinhalten, es ist ein Hinauszögern. Ein in die Länge ziehendes Genießen. Und auch ich genieße jeden Augenblick mit ihm. Er gibt mir nicht nur einen einzigen Samtkuss, es sind etliche mein Gesicht hinauf und hinunter. Ich greife in seine Haare, will ihn nicht mehr ausweichen lassen, als ich mich nochmals hinwende zu seinem Mund. Diesmal mit geöffneten Lippen und etwas mehr Nachdruck. Er nimmt sich sehr viel Zeit bis unsere Zungen sich finden. Der Schalter ist umgelegt. Mich befällt ein ziehendes Gefühl in meinem Innersten. Komm, jetzt sind wir schon so weit gegangen, jetzt will ich dich spüren, voll und ganz. Nicht nur oberflächlich.
    'Try To Get You Out Of My Head, Want To Get You Into My Bed'. Ich glaube, wir dachten gleichzeitig dasselbe. Ich, noch etwas zögerlich. Wollte ich noch etwas Abstand schaffen zum Griff nach verbotenen Früchten, den ich so heftigst herbeisehnte? Mitunter gab es Situationen, wo sich Tugendhaftigkeit ins Gegenteil verkehren konnte. Diesen Mann jetzt nicht zu küssen und liebkosen, überall, seinen ganzen Körper, käme in meinen Augen durchaus einer Unterlassungssünde gleich.
    Wir treten gemeinsam ins Haus und landen im blauen Schlafgemach. Ein Fenster steht offen, der Vorhang ist nicht ganz zugezogen. Durch den Lichteinfall fängt sich ein Strahl wie ein Weichzeichner auf seinem Profil. Unmöglch, meinen Blick im Halbdämmer von ihm abzuwenden.
    Mein Gott, weiß er eigentlich wie schön er ist? Wie ging er um damit, sich selbst immer nur im kalten Spiegel oder auf der glatten Leinwand zu sehen? Je nachdem, wie selbstverliebt er war, müsste er mich, als sein Vis-a-vis ja direkt beneiden. Aber an Selbstüberhöhung schien er nicht zu leiden, eher an überschießender Eigenkritik, wo sie gar nicht angebracht ist. Fotogen sein hatte auch seine Tücken. So manch einer in der Hochglanzbranche glänzte, herabgestiegen aus der Cinemascope-Dimension, nicht mehr so sehr.
    Er schon. Er glänzte in Natur noch stärker. Allein sein seelenvoller Blick hatte etwas Verzauberndes, ließ ihn wie aus einer anderen Welt erscheinen, und konnte ihn, Sekunden später hocherotisch werdend, hereinholen in unsere. Er musste einfach um seine Wirkung wissen! So wie jetzt. Eine Welle von Faszination und Bewunderung schießt in mir hoch. Sein himmlischer Blick konnte ganz schön irdische Gefühle auslösen. Ein Glühen und ein Ziehen, das eine oben, das andere weit unten. Es knisterte ordentlich.
    Don't think too much! Umarme ihn! ... will mein Herz vorausstürmen. Warte noch! Lass ihm den Vortritt! ... flüstert mein Verstand. Und hat recht.
    "Come on, let's enjoy ourselves," lächelte er unwiderstehlich und setzte sich auf den Bettrand. Zum Auftakt ließ er sich lässig rückwärts fallen während er seine Schuhe abstreifte und dann mich zu sich zog. Er schloss die Augen. "Kiss me!" sagte er dann leise, abwartend ...
    Was jetzt? Er im Blindflug und ich im freien Fall!
    Statt 'Kiss me' hätte er auch sagen können 'Zeig mir deine Liebe'. War das eine Art Test?
    Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hielt ihn immer für den klassischen Verführer, den absolut dominanten Draufgänger, der die Initiative ergriff. Jetzt sah es aber nicht so aus. Kein Schlafzimmerblick! Weder sah er mich an aus seinen wunderschönen blauen Augen, noch startete er irgendeine Action wie beispielsweise meine Kleidung aufzuknöpfen. Er zeigte keinen Ansatz zum Heißsporn, keine Spur von sturmgepeitschter Leidenschaftlichkeit. Hatte ich ihn falsch eingeschätzt? Meine Gedanken überschlugen sich. Was sollte ich bloß machen? Wie einen müden Lover antörnen, bevor er mir am Ende noch einschlief? Was weiß ich, wie lange oder wie kurz seine vergangene Nacht war.
    Ich scrollte gedanklch retour. Ein einzigesmal hatte mich ein Bursch mit einem Porno konfrontiert. Und das hatte mich abgestoßen. Der Bursche übrigens auch. Das sollte er nicht von mir verlangen. Er, der sicherlich auf jedem Finger mindestens zehn willige Servicedamen einzeln oder blockweise in sein Haus verlagern konnte, wenn ihm danach war.
    Bei mir spielte viel, viel mehr als ein Funken Sympathie mit. Ich wollte nicht zur Häschen-Tussi werden, die Spaß daran hatte, auf ihm herumzuhopsen. Soll er doch den Autopiloten anschmeißen und Sex mit sich selber machen. Ich war nicht einmal willfährig genug, ihm dabei zuzuschauen. Noch konnte ich flüchten, noch war ich angezogen. Und das Zimmer hatte er nicht versperrt.
    Er vertraute offenbar dem Anstand und Respekt seines Personals. Also war er ein guter Chef. War er auch ein guter Liebhaber? Was in mir würde nun siegen: der Zugzwang zum Rückzieher oder die Neugierde? Keines von beiden, sondern meine Überlegung, dass ein Mann, der seine zärtliche Seele so offen vor sich hertrug, der zudem mit solch samtweichen Lippen küssen konnte, einfach ein guter Lover sein musste. Dabei blickte ich auf seine entspannten Züge, seine geschlossenen Lider mit den Schatten werfenden Wimpern, und mein Gefühl für ihn überwältigte mich so sehr, dass ich mich nun für meine vorletzten Gedankengänge geniere.
    Jetzt aber Tempo, Lady! Er scheint mir nach seiner Aufforderung 'Kiss me!' nicht mehr lange warten zu wollen. Aber hatte er nicht selbst vorgezeigt, dass ihm an Eile nichts lag, sondern mehr am Hinauszögern und Andauern schöner Augenblicke? Das hatte ich bereits von ihm übernommen und verinnerlicht.
    Zaghaft erst und ganz sachte ziehen meine Finger die Konturen seines Gesichts nach, berühren meine Lippen seine Augenbrauen, meine Zungenspitze streicht über seine Wimpern, dann erst treffe ich auf seinen schön geschwungenen Mund, sauge mich an seiner Unterlippe fest. Er lässt es geschehen bevor er mich wiederküsst, hingebungsvoll, länger als ich ihn. Dabei ergreift er meine Hand und führt sie über seine Nabelgrenze hinweg an seinen Slip. Oh, soweit war ich noch nicht, wie seine vorauseilenden Gedanken. Ich hätte mich schon bis dorthin durchgeküsst über seine Brust, seine Lenden bis in seine Schenkelbeuge.
    Verwirrt frage ich mich, wann er den Zipp geöffnet hatte. Während ich voll Hingabe in seinen weichen Lippen versunken war? War das seine raffinierte Vorgehensweise oder war er bloß seinen männlichen Gefühlen ausgeliefert? So wie ich den meinen?
    Das Fieber der besonderen Art, das er jetzt in mir entfacht hatte, steigt höher und höher. Jetzt konnte ich nicht mehr zurück, wollte nicht mehr zurück. Ich sterbe gleich. Was für ein schöner Tod ...
    Tu' ihm bloß das nicht an!! 'Er mit geöffnetem Schritt, sie tot auf ihm, in voller Gewandung inklusive Schuhe' ... sehe ich schon die sich überschlagenden Zeilen in der Yellowpress! Gottseidank leb ich doch noch!
    Und ich habe etwas aus dem verflixten Porno mitgenommen. Wie zum Beweis streichle ich ihn an seinen empfindlichsten Stellen und tue dann etwas, das ich bei keinem anderen Mann tun würde. Ganz langsam ziehe ich seinen Slip herunter. Zu meinen Fingern umspielt ihn nun meine Zunge, ertastet mit saugenden Küssen seinen absoluten Lustpunkt. Ich spüre sein heißes Blut in den pochenden Venen bis er zuckend und aufstöhnend sich zur Seite wendet. Er findet kein Entrinnen vor meinen Küssen bis sein Sprühregen das innere Feuer löscht. Ich wollte ihn trockenlecken, aber es gelingt mir nicht ganz, er zuckt wieder zurück, windet sich von Seite zu Seite. Nur mit meinen Haaren kann ich sein neuerliches Sprühen trocknen. Dann erfasst dieses bekannt eindringliche Kribbeln seinen Körper bis ganz nach oben, bevor sein stoßweises Atmen flacher wird und sich mit einem wohligen Entspannungsgefühl verbindet.
    Er fasst mit beiden Händen in mein Haar und küsst mich auf meinen Scheitel. "Thanks, Babe, ich danke dir!"
    Ein Liebhaber, der sich für den Superorgasmus bedankte, den ich ihm geschenkt habe! Wie oft passierte sowas? Ich war stolz auf mich.

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    geschockt AW: Erotische Geschichten (selbst geschrieben)

    Geändert von Kattze (20.09.2021 um 12:39 Uhr)

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    Nette Idee, das mit der Cam. Derzeit handelt es sich (noch) nicht um einen "Mitmach"-Roman, es sind Auszüge aus einer viel komplexeren Geschichte - bin mir nicht einmal sicher, im richtigen Forum gelandet zu sein - vermutlich wäre "Story aus einem Paralleluniversum" die geeignetere Plattform?!

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    AW: Erotische Geschichten (selbst geschrieben)

    .
    Geändert von aliceg (22.09.2021 um 00:14 Uhr)

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    AW: Erotische Geschichten (selbst geschrieben)


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