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  1. Inaktiver User

    AW: Hintern versohlen

    Cygnus, bei allem Respekt: Du schwullerst.
    [Schwullern = gleich zuviel denken, zuviel Wissen voraussetzen und zuwenig klar auf dem wort- und wissensüblichen Level erklären wollen.]

    Könntest Du Dein Anliegen bitte klar formulieren?

  2. Avatar von Cygnus
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    AW: Hintern versohlen

    Entschuldigung, Ihr habt ja Recht - mir fegte da gerade einer meiner Lieblingsautoren durch den Kopf und ich wollte mal wieder zuviel auf einmal sagen, weil's m. E. in den Zusammenhang passte.

    Es ging primär darum, dass man manche Befindlichkeiten ohne Sprache nicht sinnvoll bzw. eindeutig kommunizieren kann, Arabeske also absolut Recht hat mit ihrer wiederholten Bemerkung - auch ohne doppelte Betonung ("echt nicht" und Smiley).
    _____

    Die nonverbale Kommunikation muss sich in solchen Fällen bestimmter symbolischer Handlungsabläufe bedienen, die aber ganz eng gefasst sind, um eindeutig zu sein. Wenn auch "spielerisches Ausprobieren" (im Kontext des Stranges) das Reden ganz offensichtlich nicht, zumindest nicht für jeden wirklich ersetzen kann, so lassen sich doch manche BDSM-Szenarien als solche Abläufe wortloser Kommunikation deuten, zum Beispiel als ritualisiert-unvollständige Unterwerfung, egal, wie genau sie vorher besprochen waren.

    Möglicherweise besteht also bei manchen dem zugeneigten Menschen ein spezielles Bedürfnis nach nonverbaler Kommunikation von absolutem Vertrauen und absoluter Vertrauenswürdigkeit, das sich für sie halt am intensivsten durch Rituale erfüllen lässt, die für Normalos unverständlich bis pervers (verdreht) bleiben (müssen). Der "Trick" unseres Gehirns besteht dabei in der Umwertung/Negation des von außen sichtbaren Handelns und Erlebens durch seine Nicht-Vollendung quasi im letzten Moment.

    Ein sexueller Kontext könnte eine zusätzliche Verstärkung und Bestärkung dessen sein - vielleicht aber auch nur die einzige fürs (Selbst-) Bewusstsein akzeptable Gelegenheit, oder/und beides zusammen letztlich einfach nur der ultimative Kick.

    Es erklärte sich auch ggf. das Bedürfnis nach ständiger Steigerung, nach Herantasten an die persönlichen Grenzen, an denen die Negation durch Einhalten derselben und damit das positive Empfinden am stärksten ausfällt bzw. größtmögliche "Absolutheit", Befreiung und Befriedigung verspricht. Aber wohlgemerkt: Das ist nicht die Erklärung für BDSM, das ist nur eine mögliche Facette. Soweit man sie wahrnimmt und so weit man sie für sich selbst für wahr nimmt.
    _____

    Mir helfen solche Erklärungen aus neurowissenschaftlicher Sicht nicht nur dabei, Dinge besser zu verstehen, sondern auch, Menschen mit solchen Ideen interessanter und attraktiver zu finden, ihnen ggf. in ihren Bedürfnissen näher zu kommen, eine Verbindung zu ihnen zu finden - auch, wenn ich in mir selbst kaum eindeutige "BDSMigkeiten" entdecken kann, oder wenn ich manche speziellen Vorlieben nicht selbst nachvollziehen möchte.

    Nebenbei helfen sie auch dabei, solche Präferenzen nicht mit einer Persönlichkeitsstörung gleichzusetzen, bloß weil es im Internet an einschlägigen Stellen speziell solchen Menschen scheinbar immer wieder gelingt, Deutungshoheiten an sich zu reißen und ihre echte Störung an anderen zu befriedigen.

    So, sorry, wenn Euch das immer noch zu OT war...
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
    Geändert von Cygnus (21.10.2012 um 08:47 Uhr)

  3. Avatar von Ferdinand_der_Stier
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    AW: Hintern versohlen

    Ich kann davon berichten, dass ich mit einer Frau mal etwas sehr Spezielles gemacht habe, was ihr nach Körpersprache gut gefallen hat (lustvolle, den Vorgang verstärkende Bewegungen).

    Als wir später noch mal darüber sprachen, meinte sie auf einmal, es habe ihr nicht gefallen. Meine Interpretation: Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Es hat einfach nicht in ihr Selbstbild gepasst, dass es ihr gefallen hat.

    Im Falle widersprüchlicher Signale auf verschiedenen Kommunikationsebenen neige ich dazu, den nichtverbalen höhere Priorität einzuräumen. Körpersignale "lügen" seltener. Zugegebenermaßen kann es Fehlinterpretationen geben, aber die sind auf verbaler Ebene ja auch möglich.
    Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh )

  4. Avatar von Kraaf
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    AW: Hintern versohlen

    Risky. Damit setzt du deine eigene, subjektive Wahrnehmung und Bewertung über ihre bewusste Äußerung. Das würde ich selbst nicht machen.

    Wenn sie mit sich hadert ("Scheiße, war das gut, aber ich will das nicht!!!") ist es ihre Sache, das für sich sortiert und klar zu bekommen. Mit aller Zeit, die sie dafür braucht.

    Meistens siegt doch eh die Wuschigkeit und oft schneller, als man selbst vermuten würde. *g*

    Aber dann ist es ihre ganz eigene Entscheidung. Und das ist, finde ich, der Punkt.


    Ergänzung: übrigens muss tatsächlich nicht alles, was situativ vielleicht mal passte und stimmte auf Wiederholung angelegt sein.
    .
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    .
    Geändert von Kraaf (22.10.2012 um 12:45 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Cygnus, bei allem Respekt: Du schwullerst.
    [Schwullern = gleich zuviel denken, zuviel Wissen voraussetzen und zuwenig klar auf dem wort- und wissensüblichen Level erklären wollen.]

    Könntest Du Dein Anliegen bitte klar formulieren?
    *lol* gibts das Wort wirklich? Ich hab das noch nie gehört...

  6. Avatar von Kraaf
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    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Cygnus Beitrag anzeigen
    Es erklärte sich auch ggf. das Bedürfnis nach ständiger Steigerung, nach Herantasten an die persönlichen Grenzen, an denen die Negation durch Einhalten derselben und damit das positive Empfinden am stärksten ausfällt bzw. größtmögliche "Absolutheit", Befreiung und Befriedigung verspricht.
    Ich mag diese "schneller, höher, lauter"-Unkereien nicht. Ich kenne es selbst nicht und kann es auch bei anderen nur ausnahmsweise beobachten.

    Beim "Herantasten an die persönlichen Grenzen" geht es zumeist nur darum, zu seiner eigenen, stimmigen Sexualität und Erotik zu finden. Und das ist ja auch gut so. Hat man die, lässt einen alles andere kalt, weil das halt nicht die eigene Sache, das eigene Ding ist.

    Bei den wenigen, die tatsächlich dieses "schneller, härter, ..." nachhetzen, die diese innere Balance also nicht haben und irgendwie auch nie finden, vermute ich oft, dass sie grundsätzlich den falschen, für sie einfach gar nicht passenden Weg eingeschlagen haben. Dann können sie dort natürlich auch nie "bei sich" ankommen, weil es bereits von vorneherein nicht passt.
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  7. Avatar von Arabeske_H
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    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Cygnus Beitrag anzeigen
    Die nonverbale Kommunikation muss sich in solchen Fällen bestimmter symbolischer Handlungsabläufe bedienen, die aber ganz eng gefasst sind, um eindeutig zu sein. Wenn auch "spielerisches Ausprobieren" (im Kontext des Stranges) das Reden ganz offensichtlich nicht, zumindest nicht für jeden wirklich ersetzen kann, so lassen sich doch manche BDSM-Szenarien als solche Abläufe wortloser Kommunikation deuten, zum Beispiel als ritualisiert-unvollständige Unterwerfung, egal, wie genau sie vorher besprochen waren.

    Möglicherweise besteht also bei manchen dem zugeneigten Menschen ein spezielles Bedürfnis nach nonverbaler Kommunikation von absolutem Vertrauen und absoluter Vertrauenswürdigkeit, das sich für sie halt am intensivsten durch Rituale erfüllen lässt, die für Normalos unverständlich bis pervers (verdreht) bleiben (müssen). Der "Trick" unseres Gehirns besteht dabei in der Umwertung/Negation des von außen sichtbaren Handelns und Erlebens durch seine Nicht-Vollendung quasi im letzten Moment.
    Hallo Cygnus,

    so weit so gut - aber das ist doch der punkt - es ist eben nicht egal, dass spezielle abläufe, bedingungen, was auch immer, vorher besprochen werden und auch nachher. Nur so funktioniert es auf dauer und zu beiderseitiger zufriedenheit, auch und gerade beim bdsm. Dass da irgendwo der wunsch nach absolutem vertrauen und wortlosem verständnis, tanz der seelen, weiß der geier was noch bestehen kann, ist ja eine verständliches und sicher häufig vorhandenes bedürfnis, aber praxisfern - und das kann man anscheinend gar nicht genug betonen...

    Zitat Zitat von Ferdinand_der_Stier Beitrag anzeigen
    Im Falle widersprüchlicher Signale auf verschiedenen Kommunikationsebenen neige ich dazu, den nichtverbalen höhere Priorität einzuräumen. Körpersignale "lügen" seltener. Zugegebenermaßen kann es Fehlinterpretationen geben, aber die sind auf verbaler Ebene ja auch möglich.
    ich finde das grenzverletzend. Im zweifelsfalle kann man ja noch einmal nachfragen - aber dann sollte man die verbale aussage unbedingt so gelten lassen. Wenn sich damit jemand im einzelfall ums eigene vergnügen bringt, dann ist das seine sache und er / sie wird sicher gründe dafür haben. Das liegt nicht im ermessen des gegenüber.

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Das beste Vorspiel ist die Einhaltung eines strikten Zeitplans.
    Sheldon Cooper

  8. Avatar von Fender
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    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    stillschweigend mitmachen, nach dem motto er / sie wird es schon merken, was ich mag, was nicht und wo ich vielleicht auch mehr möchte - das funktioniert auf dauer nicht - echt nicht
    Eben, drum.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

  9. Avatar von Ferdinand_der_Stier
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    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    ich finde das grenzverletzend. Im zweifelsfalle kann man ja noch einmal nachfragen - aber dann sollte man die verbale aussage unbedingt so gelten lassen. Wenn sich damit jemand im einzelfall ums eigene vergnügen bringt, dann ist das seine sache und er / sie wird sicher gründe dafür haben. Das liegt nicht im ermessen des gegenüber.
    Na, das kam jetzt wohl zu heftig rüber. Selbstverständlich wird niemand zu etwas gezwungen.

    Aber nicht alle Frauen sind zu einem verbalen "Ja" in der Lage, selbst wenn sie es fühlen. Oder sie wollen, dass ihr Partner ihre non-verbalen Signale "liest". Eine Ex hat noch lange nach dem ersten Kuss davon geschwärmt, dass ich sie "einfach so" geküsst habe, ohne groß vorher zu fragen. Dass es der richtige Zeitpunkt war, hat mir ihre Körpersprache verraten. Ist es daher verwunderlich, dass ich auch sonst eher der Körpersprache vertraue?
    Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh )

  10. Avatar von Cygnus
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    AW: Hintern versohlen

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Hallo Cygnus,

    so weit so gut - aber das ist doch der punkt - es ist eben nicht egal, dass spezielle abläufe, bedingungen, was auch immer, vorher besprochen werden und auch nachher. Nur so funktioniert es auf dauer und zu beiderseitiger zufriedenheit, auch und gerade beim bdsm. Dass da irgendwo der wunsch nach absolutem vertrauen und wortlosem verständnis, tanz der seelen, weiß der geier was noch bestehen kann, ist ja eine verständliches und sicher häufig vorhandenes bedürfnis, aber praxisfern - und das kann man anscheinend gar nicht genug betonen...
    Hi Arabeske,

    dann habe ich es wohl nicht genau genug formuliert:

    ... so lassen sich doch manche BDSM-Szenarien als solche Abläufe wortloser Kommunikation deuten, zum Beispiel als ritualisiert-unvollständige Unterwerfung, egal, wie genau sie vorher besprochen waren.
    Das Ritual selbst, sein Vollziehen lässt sich als nonverbale Kommunikation deuten, obwohl es vorher genau besprochen wurde.

    Ich gehe sogar davon aus, dass manche BDSM-Szenarien ihren besonderen Kick erst bei Wortlosigkeit entfalten, die eingehalten werden kann, weil alles Wesentliche vorher genau besprochen wurde, inklusive der Grenzen von erwünschten Überraschungen und Ungewissheiten. Oder weil diese Grenzen einem Partner aufgrund der Erfahrung bekannt sind - wozu sie ja auch irgendwann einmal "besprochen" werden mussten, im quasi schlimmsten Fall per Safeword oder nachträglicher Kritik.

    Das eine ist die psychologische Ebene, das andere die "praktische" der Inszenierung. Oder meinetwegen die gewünschte Rezeption und die notwendige Regie.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

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