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  1. User Info Menu

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Das ist nicht korrekt. Ich persönlich schätze den Anteil allerdings sehr hoch ein und halte mich da in ungefähr an die Schätzungen unabhängiger Experten - wie bspw. den schon zitierten Leiter des Sonderkommissariats vom LKA Hamburg: der meinte ja, es wären ca. 95% Zwangsprostitution.

    Aussagen von allen Involvierten im System Prostitution - also Zuhälter/Bordellbetreiber, Prostituierte und Freier - sind nicht weiter ernstzunehmen; die Gründe dafür sollten klar sein.

    VanDyck
    Sei mal ehrlich- wäre das so, welch ein Armutszeugnis für die Polizei? Was machen die denn den ganzen Tag da? Menschenhändlern bei der Arbeit zusehen? Was für ein Humbug!
    Geändert von plixiro (23.03.2012 um 22:54 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von plixiro Beitrag anzeigen
    in der Sichtweise von VD gibt es ausschließlich Zwangsprostitution. Seiner Argumentation folgend, gibt es keine selbstbewussten und selbstbestimmte Frauen, die diesem Gewerbe nachgehen, sondern nur und ausschließlich versklavte Frauen, die für ihr Handeln selbst nicht verantwortlich gemacht werden können.
    Ja, das hatten wir neulich in einem anderen Strang ja auch schon: "Frei von Zwang ist letztlich keine". Aber ich habe den Eindruck, dass der Zwang sehr unterschiedlich stark sein kann, bis hin zu der Situation, dass es um ein luxuriöseres Leben geht mit der Folge, sich selbst von dem durch Prostitution relativ schnell verdienten relativ großen Geld abhängig zu machen. Ist aber nur mein subjektiver Eindruck.

    Jedenfalls würde ich in moralischer Hinsicht keinen grundsätzlichen Unterschied machen zwischen einem Mann, der zu einer Frau sagt: "Ich will Sex und biete Dir Geld dafür" und einer Frau, die zu einem Mann sagt: "Ich will Geld und biete Dir Sex dafür". Und es gibt Drogensüchtige, Spielsüchtige, vielleicht auch Sexsüchtige, die ohne Prostituierte gar nicht mehr können und all ihr Geld dahintragen. Meta_Serif sagte etwas von "hormonvernebelt", meine ich mich zu erinnern. Und zumindest bei Drogen und Spielen werden ja auch eher die Dealer und die Broker verfolgt, und nicht die Süchtigen.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  3. Inaktiver User

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von plixiro Beitrag anzeigen
    Es ist eben einfach nicht zu Ende gedacht. Das wäre eine zu schnelle einfache Lösung. Bei aller Kritik, mit der ich sonst sicher nicht spare- aber solche Schnellschüsse entsprechen nicht unserem Stil. Die Bordellbetreiber im Grenzgebiet zu Frankreich freuen sich sicher jetzt schon auf die Sex-Touristen... ;)
    Einen gewissen Tourismus gibt es jetzt schon (Franzosen - Schweiz, Deutschland. Deutsche - Schweiz. Usw.). Prostitution ist jetzt schon sozial geächtet und im Ausland kennt einen vermutlich keiner.
    Sollte man die Schweden, die nun nach Estland oder Litauen reisen, nicht auch zur heimischen Prostitution dazuzählen in den Statistiken?

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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Jedenfalls würde ich in moralischer Hinsicht keinen grundsätzlichen Unterschied machen zwischen einem Mann, der zu einer Frau sagt: "Ich will Sex und biete Dir Geld dafür" und einer Frau, die zu einem Mann sagt: "Ich will Geld und biete Dir Sex dafür".
    ja, das ist so- und da geht es um einen Bereich, den ich auch unter persönlicher Freiheit der Entscheidung sehe. Wer es moralisch ablehnt, kann nach der bestehenden Gesetzeslage beruhigt anderem Erwerb nachgehen und ist bereits formell geschützt. Wenn die Polizei nicht in der Lage ist, Auswüchse zu eliminieren, muss nach den Gründen gesucht werden- und nicht das Haus aus dem Fenster geschmissen werden.

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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Zuhälter, Menschenhändler, die bisher die Prostituierten gezwungen haben ihren Körper an Männer zu verkaufen, werden mit Sicherheit Wege finden diese Frauen anderweitig zur Prostitution zu zwingen, da sei Dir mal ganz sicher.
    Das werden die Menschenhändler und Zuhälter versuchen, das ist schon klar.
    Ich bin jedoch dafür, dass die Gesellschaft/der Staat niemals davor kapituliert.

    Der entscheidende Punkt ist und bleibt aber folgender: die Kriminalisierung der Freier wird Zug um Zug mittel- bis langfristig dazu führen, dass sich die männliche Nachfrage nach Prostitution erheblich vermindern wird. Und damit sinkt auch der Anreiz der Menschenhändler ganz erheblich, ihre Machenschaften (im gleichen Ausmaß) fortzusetzen.
    Die Kriminalisierung der männlichen Nachfrage nach Prostitution ist der entscheidende Hebel, um insb. auch der Zwangsprostitution mittel- bis langfristig die ökonomische Grundlage zu entziehen.

    Selbstverständlich muss das auch weiterhin begleitet werden von Maßnahmen, wie sie Brausepaul aufgeführt hat - das is ja überhaupt keine Frage:

    Verstärkte Anstrengungen und Resourcen zur Bekämpfung organisierter Kriminalität
    Bessere Hilfsangebote und Programme für drogensüchtige Prostituierte.
    Hilfen für Frauen, die sich aus finanzieller Not heraus prostituieren
    Mehr Beratung und Therapiemöglichkeiten für Opfer sexuellen Missbrauchs z.B. schon in der Familie
    etc.


    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Das werden die Menschenhändler und Zuhälter versuchen, das ist schon klar.
    Ich bin jedoch dafür, dass die Gesellschaft/der Staat niemals davor kapituliert.

    Der entscheidende Punkt ist und bleibt aber folgender: die Kriminalisierung der Freier wird Zug um Zug mittel- bis langfristig dazu führen, dass sich die männliche Nachfrage nach Prostitution erheblich vermindern wird. Und damit sinkt auch der Anreiz der Menschenhändler ganz erheblich, ihre Machenschaften (im gleichen Ausmaß) fortzusetzen.
    Die Kriminalisierung der männlichen Nachfrage nach Prostitution ist der entscheidende Hebel, um insb. auch der Zwangsprostitution mittel- bis langfristig die ökonomische Grundlage zu entziehen.
    Es würde nur die treffen, die sauber und offen arbeiten. Die dunkle Seite bleibt weiter im Verborgenen, für die ändert sich nichts. Die sind und bleiben illegal- also was soll der Spuk? Wie der wirtschaftliche Schaden, der den fairen Unternehmen und Frauen entsteht ausgeglichen werden soll, ist noch nicht beantwortet.

  7. Inaktiver User

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Aussagen von allen Involvierten im System Prostitution - also Zuhälter/Bordellbetreiber, Prostituierte und Freier - sind nicht weiter ernstzunehmen; die Gründe dafür sollten klar sein.
    VanDyck
    Das ist nun wirklich völliger Unsinn.
    Bei Zuhältern oder Bordelbetreibern würde ich ja noch zustimmen, aber den Prostituierten selbst und ihren Vertretern (wie Hydra), also bei denjenigen die es direkt betrifft jegliche Relevanz ihrer Aussagen abzusprechen und zu ignorieren zeugt für mich von Ignoranz und Überheblichkeit.
    Das ist genau das Problem, an dem es auch bei dem schwedischen Modell hakt. Die Betroffenen wurden komplett aussen vor gelassen. Ihre Meinung zählt nicht.

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    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Der entscheidende Punkt ist und bleibt aber folgender: die Kriminalisierung der Freier wird Zug um Zug mittel- bis langfristig dazu führen, dass sich die männliche Nachfrage nach Prostitution erheblich vermindern wird.
    wenn man logisch denkt dann wird sich nur eines verringern, die möglichkeit der legalen inanspruchnahme. wie die nachfrage aussieht wäre erstmal egal, wobei ich davon ausgehe dass diese sich nicht groß ändern würde.
    wer heute zu einer prostituierten geht der würde das morgen genauso tun, allein wenn es morgen strafbar wäre würde er es sich überlegen, das ist das einzige worin ich dir zustimmen kann, leider finde ich solche "problemlösungsstrategien" in einer demokratie bedenklich.

    davon mal abgesehen, wieviele frauen schlafen wohl in bez. od. ehen mit männern nicht aus liebe sondern aus gesichtspunkten der absicherung, des wohlstandes od. des ansehens? sicher garnicht so wenige. streng genommen prostituieren die sich ja auch, sie geben sex u. bekommen geld od status als gegenleistung. allein weil es unter dem schein einer bez. od. ehe stattfindest, ist es in ordnung, was wieder mal ganz klar aufzeigt wie perfide moral sein kann.

    unbeantwortet lässt du nach wie vor die frage ob sich der sexuelle wunsch der freier deiner meinung nach mit dieser regelung in luft auflöst u. wenn nicht (was aus meiner sicht nicht zu erwarten ist), was die möglichen folgen sein können.
    Männer haben für jede Lösung ein Problem!

  9. Inaktiver User

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Das die gesamte Prostitution in Schweden in den Untergrund abgewandert ist, kannst du nicht belegen - du glaubst es nur. Belegt ist jedenfalls, dass der Menschenhandel und somit die Zwangsprostitution in Schweden massiv zurückgegangen ist - ist ja auch völlig logisch, wenn die Nachfrage abnimmt.
    Belegt? Die Nachfrage hat abgenommen?


    Ich verweise nochmals auf das Paper von Dodillelt/Östergren, in dem, fussend auf offiziellen schwedischen und internationalen Zahen und Quellen, massive Kritik an Datenerhebung, Auswertung und abschliessendem, 'positiven' Fazit geäussert wird. Dieselbe Kritik am empirischen Material und dem Umgang damit gab es übrigens auch von der norwegischen Delegation (obwohl sie später das Modell adaptiert hat), der Englischen und der Niederländischen. Das ernüchternde Ergebnis der australischen Evaluierung ist hier zu betrachten. Zur fragwürdigen Methodik kann man hier etwas in Erfahrung bringen, das kriminalistische Institut der Universität Stockholm hat ebenfalls kräftig ausgeteilt. Speziell hinsichtlich des Traffickings gibt es grobe Ungereimtheiten. Die für die Erhebung zuständige Rikspolisstyrelsen gibt seit 2007 gar keine Zahlen mehr bekannt - kann man natürlich als hundertprozentigen Erfolg verbuchen. Dafür gibt es eine neue Kategorie des 'trafficking-like' was die Vergleichbarkeit international nochmals erschwert. Die gleiche Behörde, die in der schwedischen Evaluation von 2010 noch folgendermassen zitiert wird:

    “According to the Swedish Police, it is clear that the ban of the purchase of sexual services acts as a barrier to human trafficking and procurers who are cosidering constablishing themselves in Sweden"

    hat nur Monate vorher folgendes in einer Presseerklärung ausgegeben

    "Serious organized crime, including prostitution and traffickeing has increased in strength, power and complexity during the last decade. It constitutes a serious social problem in Sweden and organized crime make large amounts of money of the exploitation and trafficking of people under slave-like conditions"

    Honi soit, qui mal y pense...

    Natürlich gibt es auch ernstzunehmde Indizien und Zahlen, die von einem Erfolg ausgehen. Sich jedoch lediglich dieser zu bemüssigen, andere unter den Tisch fallen zu lassen und die grundsätzliche Kritik an Erhebung und Auswertung zu verwerfen, hinterlässt sehr leicht ein gewisses tendenziöses und unseriöses Geschmäckle. Was sich leider in ideologisch aufgeheizten Debatten kaum vermeiden lässt. Empirie verkommt zum willfährig genutzten Waffenarsenal.

    Randnotiz: man kann durchaus argumentieren, dass als side effect eine neue Art Doppelmoral installiert wurde. Wenn bedeutende Repräsentanten, die das Gesetz in Schweden a) als Vertreter des Legislative verabschieden (Littoringate ) bzw. b) exikutiv dieses durchsetzen sollen (siehe hier) an eben diesem scheitern, dann liegt dieser Schluss zumindest nicht fern. Zusatz: die Judikative kann natürlich nicht aussen vor bleiben: klick!*

  10. Inaktiver User

    AW: Empfindet ihr den Gang zu einer Prostituierten als "normal"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist nun wirklich völliger Unsinn.
    Bei Zuhältern oder Bordelbetreibern würde ich ja noch zustimmen, aber den Prostituierten selbst und ihren Vertretern (wie Hydra), also bei denjenigen die es direkt betrifft jegliche Relevanz ihrer Aussagen abzusprechen und zu ignorieren zeugt für mich von Ignoranz und Überheblichkeit.
    Das ist genau das Problem, an dem es auch bei dem schwedischen Modell hakt. Die Betroffenen wurden komplett aussen vor gelassen. Ihre Meinung zählt nicht.
    Hast Du eigentlich schon mal mit Mitarbeiterinnen von Hydra geredet?

    Ich hatte schon mal die Chance.
    Was glaubst Du eigentlich, warum es eine solche Organisation überhaupt gibt?
    Das ist nicht einfach 'nur' eine Art Hurengewerkschaft.

    Deren Ziel ist - und das sagte mir vor mehr als 10 Jahren eine der Mitgründerinnen: Zuerst einmal Frauen. die sich prostituieren, in allen Belangen zu beraten.
    Und dann: Frauen Möglichkeiten aufzuzeigen auszusteigen aus der Prostitution.
    Hydra macht sich stark für Prostituierte, nicht für Prostitution.
    Das war mir jetzt doch noch wichtig zu erwähnen.

    Ja klar sehen sie ein Verbot kritisch!

    Und andererseits wird dort keine behaupten, dass ihre Klientel das angenehme mit dem nützlichen verbinden wolle...
    Hydra ist keine Organisation, die dafür da ist.

    Die bieten sicher keine PC oder Sprachkurse an, damit Huren sich mit ihren Kunden besser verständigen können.
    Warum also tun sie das?
    Geändert von Inaktiver User (24.03.2012 um 03:31 Uhr)

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