@ irene79
Zuersteinmal: Der Mann von seiner Ex ist der Vater des Kindes. Das ist moralisch so, für das Kind so und auch rechtlich so. Ob er nun auch der Erzeuger ist, ist ungeklärt. Es könnte auch dein Freund sein, aber er könnte eben wie gesagt nur der Erzeuger sein. Das Kind hat bereits einen Vater.
Warum also möchtest du jetzt -platt ausgedrückt- herausbekommen, ob das Kind durch das Sperma von A oder B entstanden ist? Es hat einen Vater, das ist doch das Wichtigste! Und dieser Vater ist der Mann seiner Ex. Selbst wenn herauskäme, dass das Sperma deines Freundes zur Befruchtung geführt hat, so wäre er dennoch NICHT DER VATER! Wie gesagt, dass kann dir jeder Anwalt bestätigen, und auch irgendwann das Kind selbst.
Dass dein Freund regelmässig Kontakt mit ihr pflegt, spricht doch nur für ihn. Schön, wenn eine Beziehung nicht darin enden muss, dass man sich gegenseitig ignoriert, nur weil beide keine Liebe mehr füreinander empfinden. Und sie sind nicht im Streit auseinandergegangen, also scheint es keinen Grund dafür zu geben, den Kontakt zu unterlassen. Warum auch? Für dich? Ich finde es zeugt von Grösse, dass du ihm nicht die Pistole auf die Brust setzt sondern ihm zugestehst, dass er sich die Menschen, mit denen er Kontakt haben möchte, selbst auswählen darf. Das Recht hat jeder, und wer es möchte, nimmt es sich entweder sowieso oder unterlässt den Wunsch dem Partner zuliebe. Das hat immer den Beigeschmack von einem Opfer, das man bringen musste, um die Zuneigung durch den Partner zu erhalten. Soetwas ist in meinen Augen unnötig und führt nur dazu, dass sich das Vertrauensverhältnis verschlechtert.
Wenn dich die ganze Situation so sehr belastet, dass du damit unglücklich bist, habe ich nur eine Idee für dich: Geh anders an die Sache ran als bisher und sieh, was dann passiert. Wenn es für dich wirklich wichtig ist, zu wissen, wessen Sperma dazu beigetragen hat, dass dieses Kind entstanden ist, dann kannst du deinen Wunsch gegenüber allen Beteiligten offenlegen. Allerdings musst du auch akzeptieren, wenn andere aus persönlichen Gründen die Antwort gar nicht wissen möchten und den Test ablehnen. Vielleicht weil eine heile Welt von einer grossen Gewitterwolke überschattet werden könnte oder vielleicht eine Depression oder andere negative Gefühle aufwühlen könnte. (Das betrifft dann hauptsächlich seine Ex und VOR ALLEM ihren Mann). Dem Kind würde auch nicht guttun, wenn der Mann von ihr plötzlich anders mit ihm umgeht, weil er weiss, es ist nicht sein eigenes Fleisch und Blut. Die Möglichkeit besteht ja. Vielleicht tut er es ja nicht, aber wenn doch... Wer weiss... vielleicht haben alle drei Angst, eine heile Welt kaputtzumachen. Und vielleicht möchte dein Freund einfach hinnehmen, wie es ist und gar nicht damit konfrontiert werden, dass er ihr Kind mit anderen Augen sehen könnte.
M.M. nach tätest du allerdings besser daran, wenn du alles belässt, wie es ist und an dir selbst arbeitest, durchatmest und loslässt. Dir klarmachst, dass dein Freund so oder so NICHT der Vater des Kindes ist. Selbst wenn er es erzeugt haben sollte. Dich betrifft die ungeklärte Situation nur sekundär, und die direktbetroffenen sind die 4 anderen Menschen. Ich finde, die Eltern sollten selbst entscheiden, wann sie einem Kind davon erzählen wollen, dass es eventuell einen anderen Erzeuger hat. Manche solcher Kinder erfahren es nie, und mal ganz ehrlich: Wichtig ist doch, was für ein Verhältnis man zu seinen Eltern hat und nicht, wer nun wirklich der Erzeuger ist. Es hat wohl ein Recht darauf, davon zu erfahren - aber bitte wann? Solange es im Kindesalter ist, wäre es für das Kind nur schwer zu verstehen und zu verarbeiten. Und damit auch eher schädlich. Ich denke, für soetwas muss eine gewisse Reife vorhanden sein, die bei einem früher, bei anderen erst im Teeniealter da ist. Dein Vater wäre auch für dich immer dein Vater - selbst wenn du erfahren solltest, dass ein anderer Mann dich erzeugt hat.
Antworten
Ergebnis 31 bis 34 von 34
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03.07.2008, 23:48
AW: Und immer wieder das Problem mit der Exfreundin
Geändert von Divino (04.07.2008 um 00:03 Uhr)
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04.07.2008, 09:53
AW: Und immer wieder das Problem mit der Exfreundin
Divino, das sehe ich genauso.
Der Ehemann der Ex hat die Vaterschaft anerkannt, damit ist er der Vater des Kindes und keiner sonst. Punkt.
Mal angenommen, die Beteiligten ließen sich auf einen Test ein, was würde sich denn für dich, Irene, dadurch ändern?
a) Dein Freund ist der Vater. Dein Freund "darf" jetzt Kontakt mit der Ex plus Kind haben, du "musst" es ihm jetzt ja zähneknirschend gestatten, weil jetzt eine "Anspruchsgrundlage" (= biologisches Kind) da ist. Und Kontakt zum leiblichen Kind unterbinden, das macht "man" ja nicht.
b) Dein Freund ist nicht der Vater. Jetzt "darf/muss" er keinen Kontakt mehr zur Ex haben, weil keine "Anspruchsgrundlage" dafür mehr da und du kannst ihm "guten Gewissens" den Kontakt zur Ex verbieten. Mit der Ex spricht man nicht mehr, weil wie der Name schon sagt, die "Ex".
Warum möchtest du so ein Fass aufmachen, wenn doch für die vier Beteiligten (Freund-Ex-ihr Mann-das Kind) - und eigentlich auch für dich - soweit alles geklärt ist? Was brächte dir das Wissen um die biologische Vaterschaft dieses Kindes? Dein Freund hat eine Vergangenheit, wer hat die heutzutage nicht?
Liebe Grüße,
Grummelchen
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04.07.2008, 15:58
AW: Und immer wieder das Problem mit der Exfreundin
Vielen Dank für all die Postings! Das ist wirklich toll hier, dass durch all die unterschiedlichen Postings echt viele Seiten und Meinungen vertreten sind und ich wirklich gute Tipps bekomme.
zu Divino: Besonderen Dank für dein Posting- nach dem Lesen habe ich mich ziemlich beruhigt gefühlt, weil du alles so schon klar und sachlich dargelegt hast. Du hast wirklich recht. Ich weiss auch, dass alle Beteiligten gar keine Klärung wollen- jeder hat sich mit der Situation gut arrangiert und es liegt eben nur an mir, das eben auch zu tun.
Liebe Grüße
Irene
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04.07.2008, 21:04
AW: Und immer wieder das Problem mit der Exfreundin
Und wer weiss, vielleicht ist seine Ex ja doch sehr nett? Wenn du es herausfindest, bist du sicher auch viel entspannter. Exfreunde und -freundinnen wird es immer geben, vorausgesetzt man ist keine 16 mehr. Du musst sie ja nicht gleich zu deiner allerliebsten Freundin erklären. Gedanken machen würde ich mir erst dann, wenn eine Exfreundin wiederholt und auf Dauer wichtiger genommen wird und mehr Aufmerksamkeit bekommt als man selbst. Ich finde es super, dass du die natürliche Stärke hast, dich von diesem Kontakt nicht zum Spielball von Eifersuchtsgefühlen zu machen. Eifersucht hat ohnehin nichts mit Liebe zu tun, und ist lediglich der Wunsch nach exklusiver Aufmerksamkeit - warum es der jeweils eifersüchtige hat, bleibt in ihm selbst zu klären.
Und eines noch: Wenn du selbst Mutter bist, werden auch einige Gedanken im Zusammenhang mit dem Kind (und dem Besten für das Kind) anders aussehen. Mir ist aufgefallen, dass viele kinderlose Frauen in einem Kind etwas sehen, dass wie ein riesengrosser Berg ist. Beispielsweise die Kinder des neuen Partners, die er aus erster Ehe mitbringt oder dergleichen. Viele haben ein grosses Problem damit, wenn ihr Mann bereits Kinder mit einer anderen Frau hat. Ist man selbst Mutter, beginnt sich die Sicht auf Kinder völlig zu verändern. Und Problematiken wie die erwähnte lösen sich in Luft auf. Kinder sind weder bedrohlich für eine neue Beziehung, noch sind sie etwas, dass einen Vater für immer mit der Mutter seiner Kinder seelisch und geistig verbinden wird. Das ist nur ein Mythos.


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