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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    P.S.: Der regulierende Effekt von Sport ist keine Einladung zum weglaufen, sondern zum regulieren. Und zu Beginn einer Spirale ist es sicher hilfreich, den Kopf so frei zu bekommen, dass man sich selbst bewusst wird, an welchen Punkten die Angst sich verselbstständigt hat.

    Natürlich nur für jemand, der am Beginn einer solchen Spirale steht. Nicht für loea. Mir ist eben einfach aufgefallen, dass viele solche Tipps abwinken, statt sie einfach mal umzusetzen. Wer weiss, vielleicht wären sie die Spirale dann gar nicht weiter abwärts gerutscht.

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Ja, da magst du Recht haben Divino...

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Ach Leute es ist zum verzweifeln... die letzten Tage waren sooo super. Und gestern wieder der Absturz... hab ihn abends nicht auf dem Handy erreicht und hab dann bei nem Freund angerufen, obwohl mein Mann mir sagte das er das nicht möchte, weil ihn das vor dem anderen blamiert, aber ich war wieder so sehr in meinem Wahn das ich nicht anders konnte. Der Freund hat mich aber auch nur ganz blöd abgefertigt und kurze Zeit später rief mein Mann mich zurück und war natürlich total sauer...
    Scheisse ! Aber ich komm gegen dieses Gefühl nicht an. In dem Moment bin ich so impulsiv und denke nicht über die Folgen nach. Im Nachhinein hab ich es natürlich bereut, vorallem weil es die Harmonie der letzten Tage wieder zerstört hat und ich mir doch so sehr vorgenommen hatte mich zu bessern...
    Ich kann mich im Mom selbst nicht mehr leiden und diese ständige auf und ab der Gefühle macht mich verrückt !!
    Unglaublich echt... tut mir leid aber das musste ich mir nochmal von der Seele schreiben.

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Verständlich, dass er sauer reagiert hat. Wenn

    a) immer wieder völlig legitime Wünsche übergangen werden
    b) das Misstrauen nicht nur gegenüber ihm (schlimm genug) sondern auch noch gegenüber seinen Freunden offenkundig rausgehängt wird.

    Ach loea, was tust du nur... umso mehr "bessere" Tage zwischen Euch herrschen, desto schwieriger wird es irgendwann werden. Du wirst immer unglaubwürdiger und jedesmal, wenn seine Hoffnung aufkeimt, dass sich etwas geändert hat, steht es wieder vor einem: Die Hoffnung war für die Katz, denn wieder einmal wird sie plattgemacht.

    Wenn du nicht anders kannst, und bereits selbst wiederholst, dass du gegen das Gefühl nicht "ankommst", dann ist es wohl so. Allein die Aussage beinhaltet, dass du selbst nicht glaubst, dass du es schaffst. Wie soll dir jemand anders (dein Mann oder die Menschen hier) dir sagen, dass du es schaffen kannst, wenn du es nichtmal selbst glaubst?

    Deine Angstspirale wird sicher irgendwann vorbei sein. Und wenn er dich doch irgendwann gehen lässt, ist sie auch vorbei - dann brauchst du keine Panik mehr zu haben, dass er gehen könnte. Wie ist der Gedanke?

  5. Inaktiver User

    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    loea,

    nun mach mal halblang.

    Die Dinge ändern sich nicht so schnell, ganz gewiss nicht innerhalb weniger Tage. Du musst ihnen Zeit geben, Du solltest DIR Zeit geben.

    Mach Dir bewusst, dass Du derzeit krank bist, schwer eingeschränkt, und entsprechend gar nicht in der Lage, Dich so zu kontrollieren, wie Du es gerade von Dir erwartest.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du noch nicht einmal mit Deiner Therapie begonnen, und gerade erst mit Cipralex angefangen. Du darfst keine Wunder erwarten, nachdem Du Deine Probleme über einen so langen Zeitraum verschleppt hast.

    Die Dinge werden anfangen, sich IN DEINEM TEMPO zu verändern, sobald Du anfängst, therapeutisch zu arbeiten und Dich auf diese Therapie auch wirklich einlässt. Das wird keine leichte Zeit für Dich werden, aber Du kannst es schaffen. Mit jedem Schritt, den Du weiterkommst, veränderst Du Dich, und diese Veränderung wird auch in Deine Beziehung hinein wirken.

    Gib nicht auf, und schmeiss bitte nicht die Flinte ins Korn, weil Du Rückschritte gemacht hast. Das gehört dazu, und ist völlig normal. Wichtig ist, dass Du nicht aufgibst, sondern weiter am Ball bleibst.

    Ich finde es gut, dass Dein Partner auch für SICH sorgt und sich abgrenzt. Das kann Dir eine grosse Hilfe dabei sein, Dir bewusst zu machen, wo Du mit Deiner Angst und Deiner Eifersucht übergriffig wirst. Ich hoffe, dass Ihr über das, was bei Euch passiert, miteinander reden könnt - das erleichtert vieles, und hilft Dir dabei, auch über diese Rückschritte hinweg zu kommen.

    Grüssle
    Seawasp

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Ich weiss das du Recht hast Divino, und genauso denkt er wohl auch, aber ich möchte ihn nach wie vor unter keinen Umständen verlieren !! Sonst wäre ich ja auch nicht so eifersüchtig, denn dann könnte mir ja alles egal sein...

    @ seawasp: Ja, wahrscheinlich verlange ich zuviel von mir, aber das muss ich leider, denn er ist nicht mehr bereit zu warten. Zuoft wurde er schon von mir enttäuscht. Er war das ganze WE unterwegs und ist gestern morgen erst um halb 8 (!!) nach Hause gekommen. Ich bin fast verrückt geworden denn er hatte auch sein Handy aus...
    Auch jetzt ist er noch unterwegs, seit heute Morgen. Er weiss genau wo er mich packen kann...
    Leider hat er so gut wie gar kein Verständnis mehr und handelt nach dem Motto " Jetzt werd ich´s dir zeigen..." Das hat er auch zu mir gesagt.
    Er sagt zwar viel wenn er sauer ist, aber man sieht es ja auch an seinem Verhalten.
    Er kommt nur zum essen und evtl. ein paar Stündchen schlafen nach Hause.
    Ich bin so fertig, denn eigentlich wollte ich das alles nicht !
    Und er versteht nicht das es ein Prozess ist, in dem man auch noch Fehler macht...

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Zitat Zitat von loea
    Ich weiss das du Recht hast Divino, und genauso denkt er wohl auch, aber ich möchte ihn nach wie vor unter keinen Umständen verlieren !! Sonst wäre ich ja auch nicht so eifersüchtig, denn dann könnte mir ja alles egal sein...
    Unter keinen Umständen? Das ist nicht ganz richtig, denn wenn das wirklich dein Denken wäre, würdest du nicht IHN mit Eifersucht/Kontrollanrufen traktieren, sondern es aushalten, bis du in der Therapie vorwärts kommst. Ich denke, in den Momenten, in denen du deiner Eifersucht & Angst den Vorrang vor seinen Empfindungen dabei gestattest, ist dir dein Gefühl wichtiger als seines. Und ein ganz wichtiger Punkt zum Thema Eifersucht:

    Eifersucht ist das GEGENTEIL von Liebe!!! Das pure Gegenteil!!! Es hat null komma nichts damit zu tun, dass es so etwas wie einen Liebesbeweis aussagen könnte. Eifersucht ist ein Gefühl dass viele andere Gefühle in sich trägt und nach sich zieht. Aber KEINES davon ist Liebe!!!!!!!! Ich kann es gar nicht dick genug unterstreichen!!!

    Er war das ganze WE unterwegs und ist gestern morgen erst um halb 8 (!!) nach Hause gekommen. Ich bin fast verrückt geworden denn er hatte auch sein Handy aus...
    Dass er sein Handy ausschaltet, ist eine RE-Aktion, keine Aktion! Und sie ist nachvollziehbar. Du selbst hast dir sein Verhalten "erarbeitet".

    Leider hat er so gut wie gar kein Verständnis mehr und handelt nach dem Motto " Jetzt werd ich´s dir zeigen..." Das hat er auch zu mir gesagt.
    Sorry, aber nach 7 Jahren (!) geht auch das tiefste Verständnis irgendwann zur Neige. 7 Jahre!!! Wahnsinn, dass er solange geschafft hat!!!! Ich habe es gerade mal 4 Jahre gepackt, meinen eifersüchtigen Freund auszuhalten. Sorry wenn ich es so direkt sage, aber ich finde das Wörtchen "leider" ein wenig dreist. Wie kannst du nur äussern, dass er "leider" kein Verständnis mehr aufbringt? Hast du vergessen, wielange er bereits Verständnis aufbringt? Und du erkennst es nicht mal an, geschweige denn weisst es wirklich zu schätzen. Stattdessen findest du es leider nicht so gut, dass er dir nicht noch weiterhin Verständnis entgegenbringt.

    Und er versteht nicht das es ein Prozess ist, in dem man auch noch Fehler macht...
    Wie gesagt, 7 Jahre Verständnis. Was erwartest du? Dass er seine Kraft zusammennimmt und dir nochmal 3 Jahre Zeit gewährt, in denen du dich an deinen Umgang mit dem Gefühl Eifersucht gewöhnst während du weiterhin Rückfälle dann und wann haben wirst? Ein bisschen viel verlangt von einem anderen Individuum, oder? Denn das ist er. Ein anderes Individuum, dass du in seiner Individualität ständig und wiederkehrend zu beschneiden versuchst. Lass dir gesagt sein: Bis ans Ende Eurer Tage (ob nun gemeinsam oder getrennt) wird er ein Individuum mit einem eigenen Gehirn und eigenen Gefühlen bleiben. Du wirst ihn niemals unter Kontrolle bringen, denn er ist kein Sklave, der sich auf das werte Befinden seiner Partnerin einstellen muss.
    Geändert von Divino (07.07.2008 um 00:31 Uhr)

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Halt Stop !! Ich habe zwar seit 7 Jahren eine Angststörung aber wir sind "erst" 4 Jahre zusammen und so richtig krankhaft eifersüchtig bin auch ca. erst seit einem Jahr... also keine 7 Jahre !!!
    Ich komme halt mit seiner offenen, lockeren Art nicht so klar. Die Afrikaner untereinander gehen halt sehr offen miteinander um, tauschen auch schnell mal Nummer aus, auch wenn man sich vielleicht nicht mal mehr anruft...
    Ich habe halt ein Problem damit das er auch den Kontakt zu anderen Frauen hat. Alles nur Afrikanerinnen (er sagt das er sich keine Beziehung mit einer schwarzen Frau vorstellen kann aus verschiedenen Gründen und das ich mir keine Sorgen machen muss, solange es nur "schwarze" Frauen sind mit denen er Kontakt hat.)
    Und ich weiss auch das es stimmt und er wirklich keine anderen weissen Frauen kennt.
    Aber trotzdem habe ich Probleme damit, eben weil er so gut aussieht, immer freundlich und vorallem auch sehr hilfsbereit ist. Man kann unheimlich gut lange Gespräche mit ihm führen. Und ich denke wenn er das dann an den WE´s draussen macht, das Frauen auf ihn aufmerksam werden und sich im schlimmsten Falle auch verlieben könnten.
    Er meint zwar selbst wenn, da gehören dann auch Zwei dazu. Aber meine Angst das er doch mal schwach werden könnte, ist so gross.
    Vorallem eben weil ich mich selbst im Moment nicht leiden kann und so gut wie kein Selbstbewusstsein habe.
    Hab zu dem Thema allerdings eine sehr schöne Seite gefunden und mir auch gleich das Buch dazu bestellt:
    edit: kommerziellen Link entfernt
    Vielleicht hilft es mir ein bischen besser zu verstehen und damit klar zu kommen...
    Geändert von Inaktiver User (07.07.2008 um 18:50 Uhr) Grund: Werbelink entfernt

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Mittlerweile sind wir wieder auf dem Weg zur Normalität... ich glaube er hat mir verziehen, obwohl er meinte das er Angst hat das dann nach ein paar Tagen wieder alles von vorne anfängt..
    Er hat mir auch gesagt wo er war, mit 2 Freunden in der Disko- Klasse !
    Aber ich weiss ja das er das nur gemacht hat, weil ich ihn dazu getrieben habe... :0(
    Ich hab ihn dann gefragt ob er dort eine andere Frau kennengelernt hat und er meinte nur, wann ich es endlich begreifen würde das er kein Interesse an anderen Frauen hat (beziehungstechnisch), das er mich sonst schon längst verlassen hätte...
    Naja, ich muss halt lernen irgendwie damit umzugehen. Eins hab ich gestern schon gemacht : Eine Liste wo ich mir aufgeschrieben habe, was passiert wenn ich ihn nochmal so mit meinen Eifersuchts-Attacken konfrontiere, z.B. das er lange wegbleibt, sein Handy ausmacht etc. einfach um mir in solchen Situationen vor Augen zu führen was mir dann wieder bevorsteht...
    Es fällt mir echt total schwer zu akzeptieren das er draussen immer mal wieder Frauen treffen und mit denen auch sprechen und wohlmöglich auch telefonieren wird. Aber ich weiss ich kann ihn nicht einsperren und ich hoffe einfach darauf das ich im Laufe der Therapie die Dinge auch anders sehen kann...

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    AW: Krankhaft Eifersüchtig !?!

    Auf der Seite gibt es auch eine Leseprobe aus dem Ratgeber den ich mir bestellt habe. Finde die Geschichte recht passend und absolut auf mich zutreffend :

    "Wie äußert sich Eifersucht?

    Birgit war eine verheiratete Frau Ende 30. Sie machte auf mich einen sehr energischen Eindruck, als ich sie das erste Mal sah. Umso erstaunter war ich, als sie mir berichtete, daß sie unter starken Ängsten leide. Wie sich sehr schnell herausstellte, war ihr eigentliches Problem ein ganz anderes: Sie litt unter einer sehr starken und die Partnerschaft gefährdenden Eifersucht.

    Birgit war eine der eifersüchtigsten Menschen, die ich je in meiner Praxis kennengelernt habe. Besonders schlimm war ihre Eifersucht, wenn sie und ihr Mann Herbert sich auf einer Party befanden. Bei solchen Anlässen stand Birgit Todesqualen aus. Sie ließ ihren Mann keinen Augenblick aus den Augen. Blickte er in die Richtung einer anderen Frau, kochte Birgit vor Wut. Am liebsten hätte sie ihm dann eine Szene gemacht und ihn vor allen Leuten zur Rede gestellt. Ihre Eifersucht steigerte sich noch, wenn ihr Mann sich mit einer anderen Frau unterhielt oder gar mit ihr tanzte. Im Anschluß an solche geselligen Treffen machte Birgit ihrem Mann regelmäßig bitterböse Vorhaltungen. Sie löcherte ihn mit Fragen, wer diese Frauen gewesen seien, seit wann er sie kenne, was er mit ihnen habe, usw. Sie warf ihm vor, daß er sie durch sein "Brunftverhalten” vor anderen lächerlich mache, sie vernachlässige und sich auf ihre Kosten amüsiere. Dabei wisse er doch ganz genau, wie sehr er ihr durch sein unmögliches Verhalten ihr Leben schwermache.

    Birgit lebte ständig in der Angst, ihr Mann könne eine andere Frau attraktiver finden. Deshalb durchsuchte sie immer seine Kleider nach Notizen und anderen Beweisstücken. Von ihrem Mann verlangte sie ständig Rechenschaft, mit wem er wann und warum zusammenwar. Kam er später nach Hause, als er am Morgen gesagt hatte, dann konnte er sichergehen, daß Birgit ihn mit Fragen nach seinem Verbleiben bombardieren würde. Er wußte auch, daß Birgit keine seiner Erklärungen gelten lassen und ihm nicht glauben würde.

    Birgit war auf alles und jeden eifersüchtig. Traf sich Herbert nach Feierabend mit Kollegen zu einem Bier, dann war Birgit auf seine Kollegen eifersüchtig. Bastelte er an seinem Wagen, dann war Birgit auf den Wagen eifersüchtig. Spielte er mit den Kindern und hatte dabei auch noch Spaß, dann war sie auf die Kinder eifersüchtig. Wenn er alleine seine Mutter besuchte, dann war Birgit auf sie eifersüchtig. Selbst auf den Hund war sie eifersüchtig, wenn er ihn ausführte. Wann immer ihr Mann sich für jemand anderen oder eine Sache Zeit nahm, reagierte Birgit eifersüchtig. Sie fühlte sich ausgeschlossen und glaubte, daß ihr Mann nur deshalb diese Zeit nicht mit ihr verbrachte, weil ihm nichts an ihr liege. Bei diesem Gedanken fühlte sich Birgit zutiefst verletzt und geriet in Panik.

    Um den ständigen Vorwürfen seiner Frau zu entgehen, verzichtete Herbert im Laufe der Jahre immer mehr auf seine Vergnügungen. Er brach den Kontakt zu Freunden und Arbeitskollegen ab, ja, selbst Geschäftsreisen versuchte er weitgehend zu vermeiden. Das brachte ihm in seinem Beruf einige Nachteile ein, die er jedoch in Kauf nahm, da er seine Frau liebte. Je mehr Herbert aber aufgab, umso größer wurde seine Unzufriedenheit, und umso mehr machte er Birgit Vorwürfe, sie behandle ihn wie einen Sklaven.

    Als Birgit in Therapie kam, war sie völlig verzweifelt. Ihr Mann hatte ihr ein Ultimatum gestellt. Entweder sie würde etwas gegen ihre krankhafte Eifersucht tun, oder er würde sich trennen. Dieses Mal werde er seine Drohung wahr machen. Jetzt habe er endgültig die Nase voll.

    Birgit tat, was sie bei solchen Anlässen schon öfter getan hatte. Sie flehte ihn auf Knien an, ihr zu verzeihen. Sie versprach, sich ganz gewiß zu bessern. Ein paar Tage biß sie sich auf die Zunge und versuchte unter Aufbietung all ihrer Kräfte, sich zusammenzureißen. Doch dann eines Abends, als ihr Mann später nach Hause kam, platzte ihr der Kragen und sie vergaß alle ihre guten Vorsätze. Vorwürfe über Vorwürfe prasselten über Herbert herein. Nun riß Herbert der Geduldsfaden. Er zog zu Freunden und trennte sich von Birgit.

    Es mag sein, daß Sie nicht so eifersüchtig wie Birgit reagieren. Ich habe jedoch Birgits Fall gewählt, da ihr Verhalten in vielerlei Hinsicht für einen eifersüchtigen Menschen charakteristisch ist.

    So machte Birgit, wie viele eifersüchtige Menschen, nach außen den Eindruck eines selbstsicheren und selbstbewußten Menschen. Sie wußte genau, was sie wollte, und kämpfte verbissen darum. Sie behandelte ihren Mann wie einen Sklaven, dem man befiehlt und der zu gehorchen hat, bedingungslos und ohne Widerrede. Nichteinhaltung der Regeln bestrafte Birgit mit Verweigerung im Bett oder mit tagelangem eisigen Schweigen. Durch nichts, aber auch gar nichts, war Birgit davon zu überzeugen, daß ihr Mißtrauen grundlos und ihre Vorwürfe unbegründet waren. Sie wußte es besser. Sie wußte genau, was gespielt wurde.

    Birgit wußte ihre Eifersucht immer zu entschuldigen. Sie treffe keine Schuld. Wenn Herbert sich anders verhalten würde, dann wäre alles in Ordnung. Er sei der Schuldige. Sie müsse zwangsläufig so reagieren, wenn er sich so rücksichtslos verhalte.

    Lag es tatsächlich an Herbert, daß Birgit so eifersüchtig reagierte? War er tatsächlich an den ganzen Eifersuchtsszenen seiner Frau schuld? Nein. Herbert traf keine Schuld. Die Ursache für Birgits Eifersucht lag einzig und allein bei ihr. Wenn sie etwas Abstand hatte und nüchtern darüber nachdachte, gestand sie sich das auch ein:

    "Ich weiß ja, wie lächerlich ich mich manchmal benehme. Aber bei mir brennt dann einfach die Sicherung durch. Hinterher mache ich mir bittere Vorwürfe, daß ich so ungerecht zu meinem Mann war. Aber es hilft nichts. Ich tue es immer wieder”.

    Warum durchwühlte Birgit, eine erfolgreiche Abteilungsleiterin und Mutter zweier Kinder, Abfalleimer und Mülltonnen, um darin vermeintliche Beweise für die Untreue ihres Mannes zu finden? Warum zeigte sie immer wieder dasselbe Verhalten, das sie selbst als ziemlich erniedrigend empfand, für das sie sich schämte und das sie selbst schon als falsch erkannt hatte?

    Birgit wußte sich, wie alle eifersüchtigen Menschen, nicht anders zu helfen. Sie verspürte in den Augenblicken, in denen sie eifersüchtig reagierte, eine panische Angst, ihren Mann an eine andere Frau zu verlieren. Sie befürchtete, ihr Mann könne eine andere Frau attraktiver finden und sie dann verlassen."

    Leseprobe Ende

    Quelle: Dr. Rolf Merkle, Diplom Psychologe, Psychotherapeut, aus seinem "Ratgeber Eifersucht", pal Verlag, Kapitel 3


    Bin mal gespannt was er rät wie man dieses Verhalten in den Griff bekommen kann.
    Geändert von Inaktiver User (07.07.2008 um 18:52 Uhr) Grund: Quellenangabe ergänzt

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