Und du sprichst mit deiner Familie und Freunden / Freundinnen auch nicht darüber, dass er handgreiflich wird? Wenn nein, warum nicht? Warst du mal in einer Beratungsstelle?Zitat von Happysmile
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Thema: Hoffnung oder Hoffnungslos?
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11.06.2008, 21:13
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
"Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin
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11.06.2008, 21:18Inaktiver User
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Happysmile, nachfolgend der Auszug eines Artikels der hp Schotterblume eV (http://www.schotterblume.de). Vielleicht kannst du damit ja etwas anfangen...
Partner in gewalttätigen Beziehungen finden sich nicht einfach so - durch Zufall.
In solchen Beziehungen tanzen zwei Partner einen tragisch-magischen Tanz, dessen Tanzschritte beide bereits in ihrer Kindheit gelernt haben. Es handelt sich um eine unbewusste (!!!) Anziehung zwischen Männern, denen schon früh beigebracht wurde, Frauen nicht zu achten, und Frauen, die als Mädchen schon lernten, dass sie keine Achtung verdienen.
Beziehungsmuster,aus dem es kein schnelles Entrinnen gibt und auch selten ohne therapeutische Hilfe gelingt.
Therapie aber ist ,meist jahrelange, Arbeit und Frau muß sich erst selbst genug lieben, um dem Schmerz ein Ende zu setzen und aus der Gewaltspirale auszusteigen.
Diese Spirale beginnt meist "harmlos", mit
Phase 1
Eifersucht, Isolation, Kontrolle.
Die Frau fühlt sich anfangs genau dadurch noch geschmeichelt, besonders begehrt, geliebt, wichtig - und ist plötzlich "mittendrin".
Endlich mal ein Mann, der scheinbar keine Angst vor zuviel Nähe hat, sich nicht erdrückt fühlt, im Gegenteil. Er wünscht sich nichts mehr als geliebt zu werden, und genau das auf Schritt und Tritt demonstriert zu bekommen. Auch, oder gerade, wenn es der Situation oder Stimmung ganz und gar nicht entspricht.
Und das wird ganz schön anstrengend! Wenn da nicht immer wieder diese phasenweise Weichheit wäre ...wenn Dr. Jekyll sanfte Liebesworte säuselt.
Er hat grundsätzlich keine Freunde, gestattet auch ihr bald schon kaum noch Kontakte, besonders nicht zu Männern. Er fühlt sich ganz schnell ausgegrenzt . Sie darf ihn um Himmels Willen nicht links liegen lassen. Er reagiert darauf äußerst empfindlich.
Eine andere Meinung als er sollte Sie auch besser nicht haben. Auch nichts besser "können" als er. Das ist ein Drama.
Doch er ist ein perfekter Schauspieler - er hat zwei Gesichter, und eins davon ist äußerst charmant.
Weiter geht's mit System - mit
Phase 2
Er beginnt, sie ständig zu kritisieren, sie zu verspotten, ihre Worte zu sezieren, ihr Äußeres zu bemängeln, sie auf jede erdenkliche Art kleinzumachen - bis sie sich selbst nicht mehr leiden kann. Ihr Selbstwertgefühl wird erschüttert und ihre Abhängigkeit verstärkt sich dadurch. Sie will aber seine "anfängliche" Liebe zurückhaben, um jeden Preis. Sie verbiegt sich, und je mehr sie sich verbiegt, umso weniger respektiert er sie. Seine weiche Seite ist in der Versenkung verschwunden. Sie hat ihren Zweck erfüllt. Er ist nur noch Mr. Hyde.
Die bisher gewohnte Belohnung nach dem Schmerz, in Form von Streicheleinheiten, entfällt plötzlich und die Frau ist verwirrt.
Phase 3
beginnt- mit der ersten Ohrfeige aus irgendeinem absurden Grund.
Wenn sie ihn nicht spätestens jetzt sofort verlässt, wird sie eine zweite und eine dritte Ohrfeige einfangen und dann, und das ist so gut wie sicher, unzählige, immer heftigere und immer schneller aufeinanderfolgende Prügel erleiden. Und ist die Schwelle von "normaler" zu brutalster Gewalt erst einmal überschritten, hält er sich erst recht nicht mehr zurück. Die Anlässe für seine Misshandlungen sind wahllos austauschbar.
Phase 4
Doch dann hat er so viele Rechtfertigungen für sein Tun - und wenn er selbst keine hat, dann hat sie welche für ihn, weil sie lieber blind sein möchte.
Und dann hat er ja noch seine Tränen und sein tiefes Mitleid - mit sich selbst .Wirkliche Reue scheint ihm fremd. Wenn es unbedingt sein muß, macht er sie wieder "groß" - bis sie ihm verzeiht.
Und sie verzeiht ihm, immer und immer wieder - und das weiß er und dann kann er sie ja wieder kleinprügeln.
Warum, um Himmels Willen, dreht sie sich nicht einfach um und geht?
Anfang der 60iger Jahre wurden bedeutende Forschungsarbeiten geleistet, die Aufschluss über die Gründe für den Verlust des Selbstschutzinstinktes bei Frauen liefern.
Anhand von Tierversuchen, u.a. mit Hunden,, sollte wissenschaftlich untersucht werden, wie sich der Fluchtinstinkt eines Lebewesens bemerkbar macht.
Bei einem Experiment wurde die rechte Hälfte des Fußbodens eines geräumigen Käfigs elektrisch geladen, so dass der im Käfig gefangene Hund einen leichten Elektroschock erhielt, sobald er die rechte Seite des Käfigs betrat.. Der Hund lernte sehr schnell, sich nur in der linken Käfighälfte aufzuhalten. (Dr.Jekyll - Mr. Hyde - auch er sperrt die Frau in genau solch einen Käfig. Auf der einen Seite bekommt sie, zumindest am Anfang noch, lauter leckere Bröckchen, auf der anderen Seite Stromstöße...)
Als nächstes wurden die Stromkabel auf die linke Seite verlegt, während die rechte Hälfte freiblieb. Wieder passte der Hund sich rasch an die veränderten Umstände an und hielt sich nur noch auf der rechten Käfigseite auf.
Dann aber wurde der gesamte Käfigboden verkabelt, so dass der Hund in unregelmäßigen Abständen Schocks erhielt, ganz gleich, wo er hintrat oder sich hinlegte.
Zuerst zeigte der Hund sich verwirrt, dann geriet er in Panik. Am Ende gab der Hund auf und erduldete die Schocks, wann und wo sie ihn trafen, ohne je wieder zu versuchen, ihnen zu entkommen oder sie durch Geschicklichkeit zu vermeiden.
Aber damit war die Studie noch nicht beendet. Als nächstes wurde die Tür des Käfigs geöffnet, in der Erwartung, dass der Hund sofort herauslaufen würde. Aber er blieb liegen und ließ die unberechenbaren Elektroschocks weiterhin über sich ergehen..
Daraus schlossen die beteiligten Wissenschaftler, dass ein Lebewesen sich an Gewalttätigkeiten gewöhnen und soweit anpassen kann, dass es seinen natürlichen Fluchtinstinkt nahezu vollauf verliert.
Diese ( meist bereits in der Kindheit) angelernte Hilflosigkeit führt zu einer Gewöhnung an das tagtägliche Entsetzen ! - Normalisierung des Abnormen –
Doch auch wenn eine Befreiung gelingt, haben die meisten Frauen mindestens 6 Anläufe hinter sich, bevor sie es endgültig schaffen, auszubrechen. Dem muss eine Entwicklung vorausgehen, ein verändertes Denken.
Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass es durchaus auch gewalttätige Frauen gibt, die ihre Partner körperlich misshandeln. Das es sich hier um ein besonders großes Tabu handelt, versteht sich beinahe von selbst. Tiefe Scham und Angst, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, verschließt den Männern in der Regel den Mund. Lieber würden die meisten sterben, als "darüber" zu reden .
Der verletzte Mensch - Täter, wie Opfer - ist nämlich durchaus in der Lage, die Geschichte seiner Verletzungen aufzusuchen und deren Folgen aufzulösen
Eine andere Chance gibt es nicht
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11.06.2008, 21:39
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Happysmile, du hast in einem anderen thread das hier geschrieben:
Das entspricht aber leider überhaupt nicht deiner Beziehungssituation....dass man nie aufhören sollte miteinander zu reden und aufeinander einzugehen.das ist neben Liebe,Ehrlichkeit,Treue und Respekt das A und O für eine gute Beziehung."Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin
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11.06.2008, 23:10
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
weil ich andere nicht in unsere beziehungsprobleme hineinziehen möchte...
Zitat von meikeline
ich war in keiner beratungsstelle.
@Rezeptfrei:
Danke für deinen beitrag!
beim lesen deines auszugs,bekam ich erst eine gänsehaut,dann tränen in den augen und am ende wurde mir schlecht....mir geht es nicht gut....
@meikeline:
ich weiss nicht,was ich sagen soll... :-(Geändert von Happysmile (11.06.2008 um 23:14 Uhr)
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11.06.2008, 23:21Inaktiver User
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Du widersprichst Dir ein wenig - er schränkt Dich nicht ein, aber lässt Dir keinen Freiraum und keine Privatsphäre?
Und warum arbeitest Du mit Textbausteinen, in denen Du gebetmühlenartig bestimmte Sätze wiederholst? Wen willst Du überzeugen, uns oder am Ende gar Dich selbst?
Wenn ich mir Deine Liste im ersten Post, inklusive dem Threadtitel durchlese, beschleicht mich ein ungutes Gefühl.
Und ja, ich bin der Meinung, dass zu gutmütig zu sein, nicht positiv ist. Gutmütig zu sein impliziert alles mit sich machen zu lassen, wer zu gutmütig ist, fühlt sich oft wertlos und kompensiert dies mit einem Übermaß an Rücksichtnahme, Verständnis und Toleranz anderen gegenüber.
Fühlst Du Dich nicht wertlos, wenn er Dir so begegnet, wie Du das in Deinem Eingangspost schilderst?
Liebe bedeutet nicht, sich alles gefallen zu lassen und Liebe bedeutet auch nicht, Narrenfreiheit bei einem anderen Menschen zu haben...
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11.06.2008, 23:24
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Ich muss gleich ins Bett, will dir aber wenigstens noch die hier
Zitat von Happysmile
dalassen.
Ich wollte dir mit meinen Fragen gar nichts Böses, sondern habe nur versucht, hinter deine Abwehrreihe zu kommen. Aber die hat wohl Rezeptfrei umlaufen. (Sorry, ich bin im Moment sehr fußballerisch.)
Wie wäre es, wenn du dich morgen oder in den nächsten Tagen wirklich an eine Beratungsstelle wendest und gleichzeitig hier weiterschreibst?
Ich wünsche dir viel Kraft!
Gute Nacht"Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin
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11.06.2008, 23:27Inaktiver User
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Happysmile,
Zitat von Happysmile
es tut mir aufrichtig leid, dass dir der Beitrag so zugesetzt hat. Aber vielleicht (und in dieser Hoffnung habe ich ihn eingestellt) rüttelt er auch etwas in dir wach.
Sieh dich doch mal auf der Seite um, die ich in meinem vorherigen Beitrag zitiert habe. Dort gibt es, sofern dir die Kraft und der Wille zu einem „großen Rundumschlag“ fehlen, Büchertipps und eine (telefonische) Anlaufstelle, die dir helfen. Du findest Näheres unter der Rubrik „Gewalt in der Partnerschaft“.
Gruß
Rezeptfrei
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11.06.2008, 23:33
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
das ist scher zu erklären.
Zitat von Inaktiver User
es ist mal so,mal so....
im allgemeinen schränkt er mich nicht ein,nur manchmal lässt er mir keinen freiraum/privatssphäre,indem er zB. einmal in mein handy geschnüffelt hat oder mich immer gleich anranzt,wenn ich ihm mal nicht sage,was ich gerade am computer mache.
wie meinst du das?
Zitat von Inaktiver User
Wen willst Du überzeugen, uns oder am Ende gar Dich selbst?
inwiefern?
Zitat von Inaktiver User
so habe ich das noch nie betrachtet.ich werde mich mit dem thema mal näher auseinander setzen und mir informationen einholen.
Zitat von Inaktiver User
wertlos ist das falsche wort...
Zitat von Inaktiver User
...mir wird schlecht,wenn er mich im streit mehrfach als Scheißstück oder drecksstück beschimpft...ich bin dann vor schock betäubt und kann da nicht mal mehr weinen....
da hast du recht.
Zitat von Inaktiver User
es muss sich was ändern, auch von meiner seite.
ich weiss,dass an so einer situation,wie ich sie gerade habe im prinzip beide dran schuld sind.
der "Täter" und der/diejenige, der/die es mit sich machen lässt.
Nur leider ist es schwer das ganze zu erkennen,wenn man mittendrinne steckt.
...ich hoffe ihr versteht,wie ich das meine....
Vielen dank! *freu*
Zitat von meikeline
ich weiss,dass weder du,noch andere hier mir was Böses wollen.
Zitat von meikeline
Jeder Mensch ist anders und ich kann jeden einzelnen mit seiner ganz persönlichen reaktion ( = Beitrag) verstehen.
Daher hab ich mich ja an euch gewandt – um eine Rundumsicht zu bekommen,die ich nicht haben kann,da ich mittendrin stecke.
Das mit der Beratungsstelle werde ich mir durch den kopf gehen lassen.unabhängig davon werde ich aber natürlich weiterhin hier reinschreiben.
Zitat von meikeline
Vielen dank,das kann ich echt gut gebrauchen.
Zitat von meikeline
Dir auch eine gute Nacht und danke,dass du dir die zeit zum antworten genommen hast.
Auch dir,es brauch dir nicht leidtun. Ich habe das wohl gebraucht um mir über die Schwere der Situation noch mal klar zu werden….
Zitat von Inaktiver User
Ich habe meinem Partner den Text,den du mir eingefügt hast (Der auszug oben) in einer email eingefügt und mit den worten „bitte lies das und mach dir darüber gedanken“ geschickt.
Mal schauen, ob und wie er darauf reagiert….mh…
Vielen dank!Ich werde mich da auf jeden fall umsehen.
Zitat von Inaktiver User
Geändert von Happysmile (11.06.2008 um 23:42 Uhr)
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11.06.2008, 23:40Inaktiver User
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
Happysmile... Mich beschleicht ein ungutes Gefühl, weil ich denke, dass Du so stark verwickelt bist, dass Du Dich schon ein Stück weit verloren hast. Das meinte ich auch mit wert-los.
Und Dein letztes Post bestärkt mich darin.
Dass er Dich als "Sch...stück" etc. beschimpft, und sei es "nur" im Streit, die Handgreiflichkeiten, die verbalen und nonverbalen Übergriffe - wie kannst Du Dir das gefallen lassen?
Das geht weit über Gutmütigkeit hinaus!
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11.06.2008, 23:52
AW: Hoffnung oder Hoffnungslos?
.... *nicht weiss,was ich sagen soll*
Zitat von Inaktiver User


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