Seit langem durchsuche ich bereits dieses Forum nach Antworten auf meine Fragen und heute fasse ich mir erstmals ein Herz meine Geschichte zu kommunizieren. Zu meiner Person, ich bin 27 und befinde mich gerade nach langem und erfolglosem Studium im ersten Jahr meiner Ausbildung. Seit über einem Jahr habe ich eine Geliebte, sie ist 7 Jahre älter und seit 3 Jahren verheiratet. Wir kennen uns schon ein paar Jahre durch einen gemeinsamen Nebenjob und sind uns langsam näher gekommen. Ihren Mann kenne ich auch sehr gut, wir sind vor unserer Beziehung sogar gemeinsam in Urlaub gefahren. Nungut, wir waren halt besonders gute Freunde und irgendwann wurde mehr daraus (die Geschichte ist vermutlich so alt wie die Menschheit). Ich wusste, dass in ihrer Ehe einiges schief lag und habe mich trotz schlechtem Gewissen für ein Verhältnis entschieden. Es gab von Anfang an klare Verhältnisse, so hat sie mir nie versprochen ihren Mann zu verlassen. Ich habe aus einer "Spatz in der Hand" Mentalität heraus gedacht mit dieser Situation leben und umgehen zu können. Mit der Zeit wurde aus dem Verliebtsein mehr, bei uns beiden. Ich habe ihr mehrfach gesagt, dass ich mehr will und vor allem die Trennung von ihrem Mann. Sie wollte, oder konnte mir immer noch nichts versprechen. Sie sagt, dass unsere Beziehung nichts mit ihrer gescheiterten Ehe zu tun habe und sie das ganz alleine beenden müsse, es derzeit aber nicht schafft. Zum einen sind es wohl finanzielle, bzw. existenzielle Sorgen, da sie auch nicht besonders gut verdient. Zum anderen ist es die Angst vor der Konfrontation mit ihrem Mann. Sie reden kaum noch mit einander und sie flüchtet vor ihm, geht ihm soweit es geht aus dem Weg. Mich belastet Die Situation sehr, weil ich keinen Ausweg sehe und obwohl wir uns oft sehen und fast täglich telefonieren und Smsen jede Nacht das Gefühl habe der einsamste Mensch der Welt zu sein. Ihr geht es ebenfalls bescheiden, ich sehe wie schlecht es ihr geht und würde ihr gerne helfen. Sie hat mich gefragt, wie ich mir ihr Gespräch mit ihrem Mann vorstelle, was sollte sie sagen? Die Frage konnte ich nicht beantworten, ihr nicht die Angst nehmen. Was soll ich nur machen, wie kann ich ihr als Freund beiseite stehen, wenn es um mich als Geliebten geht!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 17
-
27.03.2008, 13:39
Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
-
27.03.2008, 16:30Inaktiver User
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Lieber Scorpio,
warum stehst Du nicht erstmal Dir bei und beendest die Geschichte? Solange Du es nicht tust, wird sich nichts ändern und du fühlst Dich schlechter und schlechter mit der Situation.
Auch wenn's hart ist: beende das Verhältnis. Wenn ihre Ehe wirklich hinüber ist, dann muss halt auch sie mal für sich einstehen und gehen.
Alles Gute,
Neuanfang
-
27.03.2008, 17:30
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Hallo Neuanfang,
erstmal danke für die schnelle Antwort. So einfach ist das nicht, wir haben nicht nur eine Affäre. Wir haben uns über einen langen Prozess in einander verliebt und sie ist mir der wichtigste Mensch geworden. Ich weiß, dass sie ihn verlassen wird. Heute hat sie erstmals mit einer Freundin darüber gesprochen, dass ihre Ehe kaputt ist, er hatte vor einigen Wochen eine Eheberatung gewünscht, die sie abgelehnt hat. Mir ist klar, dass sie nicht bei ihm aus- und bei mir einziehen wird. Sie will und muss erstmal auf eigenen Beinen stehen können. Ich habe lange auf meine Chance gewartet und will jetzt keine Fehler machen. Eine Trennung kommt für mich nicht in Frage, jetzt nicht. Ich will wissen, wie ich ihr helfen und die ganze ganze Geschichte beschleunigen kann. Befürchte, dass sie sich immer tiefer verkriecht und ihre Probleme verdrängt um der offenen Konfrontation zu entgehen.
-
27.03.2008, 17:50Inaktiver User
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Scorpio,
Du kannst die Dinge nicht beschleunigen. Unter Umständen kannst Du sie aber verzögern. Möchtest du das?
Würde ich auch nicht wollen an Deiner Stelle.
Du kannst ihr als Freund jetzt nicht helfen. Wie sollte das gehen? Ein wirklicher Freund hätte vermutlich eher zu einer Paartherapie geraten, damit sie checken kann, ob die Ehe wirklich am Ende ist.
Bei ihrer Konfliktscheu mit ihrem Mann kannst gerade Du ihr auch nicht helfen. Wenn Du sagst, "Sag's ihm doch mal!", wird sie eher Gründe suchen, warum "Nein" und vielleicht sogar auf Dich als sie hier Bedrängender ablenken. Wenn Du nicht auf eine Lösung drängst, kann das Geeier noch locker ewig weitergehen.
Du sitzt zwischen den Stühlen.
Ich persönlich würde mal aufstehen. Und dadurch ein bißchen Wirbel in die Sache bringen. Mit Blick darauf, dass sie sich erst trennen muss und dann einige Zeit alleine braucht, damit ihr später zusammen finden könnt. Ist meine Meinung.
Und wappne Dich bitte, dass irgendwann ein sehr verletztes, "Und der war sogar mit uns gemeinsam in Urlaub", von ihrem Mann kommt. Ihr wolltet ihn nicht verletzen, aber dies ist für ihn sicher ein besonderer Schlag und auch Vertrauensbruch. Irgendwann wird er Dich/euch damit konfrontieren.
Neuanfang
-
27.03.2008, 18:12
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Die Frau will nicht, denn nicht können gibt es nicht wirklich. Sie hat ihre Gründe für Ihr Tun und Nichttun.
Wärst Du ihre große Liebe und sie wüßte wirklich genau, was sie wollte, meinst Du sie würde Dich nur eine Sekunde warten und leiden lassen? Wegen des Geldes? Na schönen Dank für soviel "Liebe". Wegen dem Ehemann? Wird ja wohl kein stadtbekannter Schläger sein, oder? Flüchten? Weil sie nicht die Wahrheit sagen möchte, vermutlich.
Du möchtest ihr helfen?
Entschuldige, das glaube ich nicht ganz.
Das beste für SIE wäre nämlich gewesen, ihre Ehe zu klären, bevor sie eine neue Beziehung eingeht. Daß ein Doppelleben anstrengend ist, war Euch doch vorher klar, oder nicht?
Ich finde Deine Rolle ganz schön mies. Tut mir leid.
Die Ehe läuft nicht und zack hakt man ein, weil man sich verknallt hat? Und jetzt rumjammern?
Einer Frau, die eine Ehe aufgibt, ohne dem Partner eine Eheberatung einzuräumen, möchte ich auch nicht in die Hände fallen. Was macht Dich so sicher, daß sie Dich niemals so behandeln würde? Du bist etwas Besonders für sie? Weil sie Dich warten und warten läßt, oder wegen der SMS jeden Tag oder was?
Eure Beziehung hat keine Chance, denke ich. Sie muß erstmal alleine klarkommen, und zwar ohne tägliche Anrufe von Mr. X. Und dazu wird sie nicht bereit sein. Der Streß ist vorprogrammiert!
Zieh Dich zurück aus der ganzen Sache. Meine Meinung.
Gruß Karla
The original Karla
est. 2006











-
27.03.2008, 18:15
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Mach dich nicht über Jahre zum Affen.
Stell ihr eine Zeit zur Klärung zur Verfügung.
6 Monate - oder was du willst.
Und dann biste weg.
-
27.03.2008, 20:27
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
@ Neuanfang:
Was du schreibst leuchtet mir ein, ich kann ihr nicht wirklich helfen. Bis zu einem gewissen Grad spricht sie mit mir als Freund und kann auch über ihre Ehe mit mir reden. Wir waren schließlich lange die besten Freunde und sie hat mich aus einer riesen Lebenskriese gerettet, das verbindet uns auf besondere Weise. Neben unserem "Verhältnis" verbindet uns ein weiteres, vielleicht noch stärkeres Band aus blindem Vertrauen, welches über "normale" Liebe hinausgeht. Ich mache ihr keinen Vorwurf, oder fühle mich von ihr ausgenutzt, obwohl mir klar ist, dass es für Außenstehende den Anschein haben müsste. Ich weiß auf was ich mich eingelassen habe, sie hat mir wie gesagt nie Versprechungen gemacht. Du meinst also, ich sollte sie nicht zu sehr bedrängen, aber dennoch "Wirbel" in die Sache bringen. Wie stellst du dir das vor?
@Karla48:
Ich danke dir für deine klare Meinung, auch wenn ich sie nicht in jedem Punkt teile. Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt, aber es ist nicht das Geld was sie bei ihm hält. Es wird schon eine Rolle spielen, aber eine untergeordnete. Ich denke es ist das Eingeständnis ein Versprechen gebrochen zu haben. Die Reaktionen der "Anderen" und vermutlich auch die Angst unsere Liebe könnte irgendwann einfach verschwinden. Ihre Ehe war von Anfang an zum scheitern verurteilt, da hätte eine Eheberatung keinen Sinn, nicht jetzt und nicht vor 2 Jahren. Sie ist sich völlig sicher, dass es für die beiden keine Zukunft gibt, nur das wie und wann ist das Problem. Wir sind auch nicht einfach in der Kiste gelandet, wenn du das mit dem "sich einfach einhaken" meinst. Wir hatten beide lange Zeit Gefühle für einander bevor wir uns das gestanden haben. Und du kannst mir glauben, dass wir es uns nicht leicht gemacht haben. Wir haben lange darüber geredet und uns dann für ein Verhältnis entschieden um unsere Gefühle zu prüfen. Sicher ist es ihrem Mann gegenüber nicht Fair, keine Frage, aber er hatte seine Chance.
@ Boorg:
Ein Ultimatum halte ich für die schlechteste Lösung, damit überfordere ich sie und bin mir sicher sie zu verlieren. Ein stilles Ultimatum habe ich mir jedoch gesetzt, falls sie mit ihm verreisen würde, wäre es für mich aus.
-
27.03.2008, 21:35Inaktiver User
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Scorpio,
die ich eh immer nur aus der Ferne betrachten kann und eine Meinung von zig bin. Und Du eh nur für Dich alleine entscheiden kannst und solltest:
Das stille Ultimatim finde ich schon mal gut. In der Tat solltest Du selbst Dir schon auch sehr im Klaren sein, was mit Dir geht und ab wann es ins Ungute abtriftet, Dir zu weh tut und Du - gegen Deine Gefühle, aber FÜR DICH - sagst, "No! Bis hierhin und nicht weiter, adieu".
Blindes Vertrauen, das über Liebe hinausgeht - verzeih mir, ich bin jetzt sehr direkt: aber das ist eine glorifizierende Lunte und Schiene in durchaus ein Aus. Das klingt mir zusehr nach honeymoon.
"Sich zu vertrauen" als Liebende, ist sehr schön und sollte sehr da sein! Aber selbst dies schützt nicht davor, dass der andere oder Du (!) seine Gefühle verlieren. Blindes Vertrauen, das über Liebe hinausgeht? Damit tue ich mir schwer.
Krise gemeinsam gemeistert, schön und gut. Die Entscheidende steht euch noch bevor: wenn sie ihn verlässt - wie ihr es dann schafft, dass aus euch dann auch wirklich später ein Paar wird.
Ob ihr Mann "seine Chance hatte", kann ich nicht beurteilen.
Du?
"Wirbel in die Sache bringen"? Indem Du das tust, was Dich im Moment am meisten schreckt: Du lässt sie los, dass sie ihre Ehekrise via Trennung oder ihn nicht verlassen lösen kann...
Sehr schwer, ich weiß. Und es hat nichts von einem Ultimatum: "Ich finde, Du solltest jetzt mal die Chance haben, nur über Dich nachzudenken. Ganz in Ruhe. Was hältst Du von einer Auszeit bei uns von drei Monaten"?
Neuanfang
PS: Wann ist der Termin ihres mit ihm Verreisens? Wenn bald, würde ich das abwarten.Geändert von Inaktiver User (27.03.2008 um 21:39 Uhr)
-
28.03.2008, 10:27
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
Hallo Scorpio,
da ich auch mal zwei Jahre lang der Geliebte einer verheirateten Frau war (ist über zehn Jahre her, sie ist immer noch mit ihm zusammen), kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.
Du sprichst sehr viel von tiefer Liebe und über Liebe hinausgehendes blindes Vertrauen.
Mehrfach erwähnst du in deinen Posts, dass du genau wusstest, auf was du dich einlässt:
.(gerade noch gestern abend um halb acht!) Das ist die eine Seite... so hat sie mir nie versprochen ihren Mann zu verlassen.
Ich weiß auf was ich mich eingelassen habe, sie hat mir wie gesagt nie Versprechungen gemacht.
Die andere Seite:
Da lese ich heraus, dass du ihr anfangs gesagt hast: du kannst gern bei deinem Mann bleiben, Hauptsache du liebst mich.(meine Worte), aber jetzt gilt das nicht mehr, du willst sie ganz.Ich habe ihr mehrfach gesagt, dass ich mehr will und vor allem die Trennung von ihrem Mann.
Ich weiß, dass sie ihn verlassen wird.
Ich will wissen, wie ich ihr helfen und die ganze Geschichte beschleunigen kann.
Du willst sie, weil du sie brauchst. Auch wenn ihr euch (fast) täglich seht und dauern simst, hast du
Du brauchst sie. Dazu fällt mir der Satz von Ron Smothermon („Drehbuch für Meisterschaft im Leben“) ein: Du kannst nicht lieben was oder wen du brauchst.jede Nacht das Gefühl habe der einsamste Mensch der Welt zu sein.
Wenn Liebe auf Brauchen beruht, dann ist es zumindest eine sehr egoistische Liebe, die mehr haben als geben will. Du meinst zu wissen, dass es für ihr Glück das Beste wäre, ihren Mann zu verlassen. Sei ehrlich: für dein Glück wäre es das Beste.
Du hast dein ganzes Leben auf eine Karte gesetzt: diese verheiratete Frau. Und wenn du sie nicht ganz haben kannst, bricht dein Kartenhaus zusammen.
Wenn du sie wirklich liebst (statt brauchst), setzt du sie nicht unter Druck (... die ganze Geschichte beschleunigen ...), forderst nicht, sondern gibst. Das Problem ist wohl, dass so, wie du augenblicklich drauf bist, wirklich kein „Haber“ sondern ein „Braucher“ bist.
Diese Beziehung ist, so sehe ich es, für dich eine Wachstumsaufgabe: dich vom Braucher zum Haber zu entwickeln. Und vermutlich wird diese eine Beziehung dazu nicht ausreichen. Da braucht es noch ein paar mehr.
Aber du willst nicht weiter schauen, du willst in Zement gießen, was du hast. Da kann ich nur sagen: du hast ein Recht auf dein Unglück.
Ich habe meine oben erwähnte Geliebte im Urlaub auf den Kanaren kennengelernt und es war eine amour fou. Sie erzählte mir gleich am ersten Abend, dass sie verheiratet ist und gedenkt, es zu bleiben. Dennoch hatten wir eine super heiße Woche zusammen und am Ende, als ich fliegen musste, war eigentlich klar, dass wir uns nicht wiedersehen können würden.
Darüber habe ich heiße Tränen vergossen. Hatte ich doch hier in einer Frau fast alles gefunden, wonach ich mich immer gesehnt hatte.
Aber ihr ging es ähnlich, deshalb eröffnete sie ihrem Mann nach der Heimkehr, dass sie die Affäre mit mir fortzusetzen gedenke. Und so geschah es, mit seinem Wissen. Es war nicht einfach für ihn, aber er verstand, dass ich seine Frau nicht ganz für mich allein haben wollte. Und das stimmte bis zum letzten Tag. Die Beziehung ging zuende, als sie nach Indien ging.
Es war gut so. Der Reichtum, den wir miteinander hatten, besteht bis heute fort. Ich bin der Mann, der ich heute bin, auch ein gutes Stück durch sie. Und auch sie hat mir immer wieder bestätigt, wie viel sie mir verdankt, welches Wachstum und welche Bereicherung.
So sind solche Beziehungen gemeint, Scorpio. Eine Affäre mit einer verheiraten Frau anzufangen und dann nachträglich die Spielregeln ändern wollen, kann zu nichts Gutem führen.
Du kannst dich jeden Tag anders entscheiden.
Ein kleiner praktischer Wunsch am Schluss: Betätige doch beim Posten bitte ab und zu die Zeilenschaltung. Deine Posts sind lange Blöcke ohne Absatz und unheimlich anstrengend zu lesen.Geändert von toro (28.03.2008 um 10:38 Uhr)
Toro
-
28.03.2008, 13:54Inaktiver User
AW: Ein Geliebter braucht Rat und Beistand
toro,
für dieses tolle Post!


Zitieren