Das Verhalten Deines Mannes ist in höchstem Maße rücksichtslos. Er möchte weiterhin Kontakt zu der Praktikantin haben, sich von ihr anhimmeln lassen, bei Festlichkeiten mit ihr liebevolle Blicke austauschen. Das wäre mir zu viel. Nur weil er nicht im klassischen Sinne untreu wird, darf er sich nicht alles erlauben.
Ich habe bestimmt kein geringes Selbstwertgefühl, aber darunter würde ich leiden wie ein Hund (zumindest bis zu dem Moment, in dem ich die Konsequenzen ziehen würde).
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Thema: zu empfindlich?
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10.12.2007, 20:05
AW: zu empfindlich?
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19.12.2007, 20:43
AW: zu empfindlich?
Liebe Rabeana,
habe gerade alles gelesen und will nur kurz meinen Senf dazugeben....
ich habe auch so ein Exemplar Mann zu Hause, der es ab und an braucht, sich anhimmeln zu lassen. Auch ich weiß, dass er mich liebt usw.... ja, da bin ich mir sicher. Gleichzeitig bin ich aber auch realistisch und weiß: Gelegenheit macht Liebe
Und ich kenne es, dass es mir nichts ausmacht, wenn er mit Leuten in Kontakt steht die ich kenne, wenn aber mal eine dazukommt, die ich nicht kenne, werde ich ganz schön stinkig.
Wir haben Regeln aufgestellt, was geht und was eben nicht. Damit können wir beide gut leben. Das waren lange, von gegenseitigem Respekt getragene Gespräche mit einem guten Ende für beide Seiten. Allerdings sind meine Grenzen da sehr eng gesteckt und was Dein Mann macht finde ich sehr verletzend Dir gegenüber. Auch, wie er auf Deine Ängste reagiert finde ich respektlos. Er macht es sich sehr einfach, wenn er sagt, du seist eben zu empfindlich.
Aber das ahen Die die vielen anderen netten Mädels hier ja auch schon geschrieben...
Wie wäre es, wenn Du den Spieß mal umdrehst und ihn eifersüchtig machst? Denn du bist in einer sehr passiven Rolle und nur er kann etwas für Dein Wohlbefinden tun, er sitzt am berühmten längeren Hebel. Siehst Du eine Möglichkeit, das mal umzukehren, zum Beipiel ein Wochenende mit Freundinnen wegfahren, dich einfach rar machen, mehr abends wegzugehen, nicht mehr so viele Infos von Dir rauszugeben? Ist jetzt nur mal so dahingedacht. Dann würde er Dich wieder anders wahrnehmen und nicht nur als diejenige die leidet und sich immer schlechter fühlt.
Hoffentlich wühlt Dich das jetzt nicht zu sehr auf, Du hast ja schon länger nicht mehr geschrieben.heute ein König
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21.12.2007, 19:10
AW: zu empfindlich?
Liebe whiskia!
Danke für deine Worte ... ach ... ich mach mich bereits so gut es geht rar (wenn man in einer Büro-Gemeinschaft arbeitet ist das mit dem "über den anderen nicht immer alles bescheid wissen" schwierig ... ). Ich hab eigene Hobbys, Freunde, Aktivitäten, etc.. Wir kletten außerhalb des Büros keineswegs ständig aneinander und ich finde es auch voll ok, dass mein Mann mit seinen Freundinnen und Freunden alleine ausgeht! Wir sind beide keine eifersüchtigen Typen würde ich sagen ... dass nun das erste mal bei mir diese Eifersucht aufkam, liegt wohl daran, dass das Mädel mir einerseits sehr ähnlich ist und genau der Typ Frau ist den er mag ... wenn ich nicht wäre und wäre sie zusätzlich 20 Jahre älter, dann wären die beiden ein tolles Team. Aber so ein Gedankenkonstrukt ist natürlich albern. Ich bin ja schließlich da und wir lieben uns. Und sie ist ja nun blutjung und hat ihr ganzes Leben noch vor sich und was soll sie mit meinem Mann? Also alles total ungefährlich! Und trotzdem fühlte ich mich plötzlich so komisch! Echt bekloppt.
Umgekehrt ist es bei uns so: ich könnte plötzlich jeden Tag alleine mit den coolsten Männern um die Häuser ziehen und auch anfangen mich in jemanden anderen zu verlieben - mein Mann sagt, wenn dies passieren würde, könne er doch gar nichts machen. Er müsse Gefühle akzeptieren, wie sie sind. Er bekommt KEINERLEI Angst durch Konkurrenz, weil er alles menschenmögliche macht um eine gute und schöne Beziehung zu führen. Mehr kann er nicht geben und wenn ich mich trotz allem in einen anderen Mann verlieben würde, dann würde er es hinnehmen. Hm ... er hat recht. Und er tut auch viel für die Beziehung. Das Mädel haben wir alle im Büro ins Herz geschlossen und ich vertraue ihm einfach ... mehr kann ich wohl auch nicht tun. Und dass ihm ihre Anwesenheit und Anhimmelei gut getan hat ... nun gut ... kann ich auch verstehen. Tja ... solche Phasen kommen und gehen. Mal liegt man vorne, mal liegt man hinten. Letztendlich ist man selbst irgendwann sein einziger Gegener....
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21.12.2007, 21:15
AW: zu empfindlich?
Tja, sowas sagt sich leicht, wenn die Situation eben nicht so rum, sondern anders rum ist und man mit dieser Aussage sich quasi einen Freifahrtschein ausstellt.
Zitat von rabeana
Mal eine ganz andere Frage, die mir beim Lesen des Strangs durch den Kopf ging: wie lange bleibt diese Praktikantin denn überhaupt bei Deinem Mann? Ist es eine Zeitstrecke, die Du vielleicht aussitzen könntest, unter der Voraussetzung (oder in der Hoffnung), dass das Thema damit durch ist?
Mögliche Alternativen ansonsten sind in meinen Augen entweder weiter leiden oder ihm die Pistole auf die Brust setzen.
Ich kenne eine solche Situation aus Sicht der Praktikantin und hatte während meiner Studienzeit als Werkstudentin auch mal ein sehr herzliches Verhältnis zu einem deutlich älteren, verheirateten Mann. Aus meiner Perspektive war dieser Mann weit überwiegend eine Vaterfigur für mich, mit einem kleinen Hauch von Verliebtheit, wobei ich wohl ziemlich geschockt gewesen wäre, wenn er mehr gewollt hätte. Damals habe ich mir keine Gedanken gemacht, was er in mir sieht, vermute aber heute, dass er mich auch eher als Tochter gesehen hat, vielleicht auch mit diesem Anflug von mehr.
ABER: wir haben uns nie privat getroffen, es gab keine vertraulichen E-Mails (die gab es damals ohnehin noch gar nicht
) und auch keine innigen Blicke.
Sich auf diese Dinge einzulassen, sind alles bewusste Entscheidungen, die man steuern kann. Eins davon kann sich mal ergeben, wenn mehrere derartige Übertritte zusammenkommen, dann steckt in meinen Augen schon Absicht dahinter.
Dass es gut tut, sich von einer deutlich jüngeren Frau anhimmeln zu lassen, steht außer Frage. Aber letztlich gibt es auch so etwas wie Verantwortungsbewusstsein (Dir UND ihr gegenüber) und die Reife, mit solchen spätpubertären Gefühlen angemessen umzugehen. Zudem denke ich, dass man aus so einem kurzzeitigen Verliebtheitsrausch auch schenll wieder aufwacht und die Dinge nüchtern sieht. Aber das scheint ja nun schon längere Zeit so zu gehen und - zumindest für die Dauer des Praktikums - kein Ende in Sicht.
Für mich wäre das weit jenseits der Toleranzgrenze. Und auch wenn ich kein Freund von Druck bin, frage ich mich, was Dein Mann sagen würde, wenn Du ihn vor die Wahl stellen würdest, endlich mal klare Distanz zu schaffen oder Du trennst Dich von ihm.
Viele Grüße,
MalinaGeändert von Malina70 (21.12.2007 um 21:18 Uhr)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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22.12.2007, 13:46
AW: zu empfindlich?
Hallo Malina!
Na ja ... ich kann doch nicht so weit gehen, sein Privatleben und seine Privatblicke zu reglementieren... mal leide ich bei der ganzen Sache, mal steh ich auch über den Dingen und merke selber, dass es einfach sehr väterliche Gefühle sind und ich mich eigentlich für beide mitfreuen könnte. Wenn ich jetzt hier plötzlich einen tollen neuen Mitarbeiter hätte, mit dem die Arbeit und der Umgang höllisches Spaß machen würde, kann es ja auch passieren, dass mal der eine oder andere Blick wandert oder auch eine nette E-Mail ausgetauscht wird. Trotzdem wüsste ich, dass mein Mann mein Traummann bleibt. Nur weil Verliebtheit für einen anderen da wäre, würde mein Mann nicht an Wert verlieren. Das wüsste ich ganz genau. Und nun gut: jetzt bin ich halt in dieser Position und darf beobachten, dass da jemand neues und wichtiges für meinen Mann in seinem Leben ist - ich merke, dass ich selbst keineswegs an Wert für ihn verliere und er wunderschöne und liebevolle Momente mit mir sucht und zelebriert. Dass ich mich nun selbst so klein mache, dass ich sogar leide, nur weil da eine weitere äußerst nette Person vorhanden ist, ist echt bekloppt!! Ich habe manchmal die Vermutung, dass wir Frauen da genetisch vorbelastet sind und so eine Art Besitzergreifungs- und Kontroll-Gen in uns haben! Dass mein Mann lediglich die Erlaubnis hat, ausschließlich mich anzuhimmeln klingt doch eigentlich grotesk ... aber natürlich würde ich mich freuen, wenn es so wäre! ;-) Aber nun ist es mal nicht so und deswegen mit Trennung drohen, fänd ich echt übertrieben ...Geändert von rabeana (22.12.2007 um 14:19 Uhr)
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22.12.2007, 14:20
AW: zu empfindlich?
Liebe rabeana,
beim Lesen Deiner Beiträge beschleicht mich das Gefühl, dass Du sehr im Zwiespalt bist: Auf der einen Seite möchtest Du die tolle, tolerante, liebevolle Gattin sein, die ihrem geliebten Ehemann jede Freude gönnen möchte (praktisch mit "Superweibqualitäten"). Auf der anderen Seite bemerkst Du in Dir eine nagende Eifersucht auf diese junge Praktikantin.
Irgendwie habe ich den Eindruck, Du hättest angst, mit dem Eingestehen Deiner tatsächlich vorhandenen Eifersucht von Deinem Mann weniger geliebt zu werden. Dein Mann hat wahrscheinlich ein Bild von Dir, dem Du zur Zeit nicht gerecht werden kannst, so Deine mögliche Befürchtung.
Ich weiss nicht, ob ich richtig verstanden werde. Aber ich glaube, Du willst Dir und Deinem Mann momentan vormachen, dass die 18jährige keine Bedrohung darstellt, um Dein Gesicht wahren zu können. Vielleicht willst Du, dass Dein Mann auf "seine starke, gelassene, souveräne Frau" auch weiterhin stolz sein kann. Jedes Eingeständnis in Richtung "meine Nr 1-Position bei meinem Mann KÖNNTE von der Kleinen gefährdet werden" hieße ja, dass Du doch nicht so über den Dingen stehst wie die Umwelt, inklusive Dein Ehemann, wohl denken.
Wann bist Du bereit, vor Dir und vor Deinem Mann zuzugeben, dass Du nicht "perfekt" bist, Dir nicht immer Deiner Selbst und Deines Mannes sicher sein kannst? Ich glaube, das Entscheidende ist das Eingeständnis DEINES GEFÜHLS, dass die junge Frau eine Bedrohung darstellen könnte. Du musst keine Fassade aufrechterhalten, vor Dir selber kannst Du zugeben, dass die Situation einen negativen Beigeschmack hat. Wann kannst Du das? Ich denke, das wäre der erste Schritt...
LG
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22.12.2007, 14:33
AW: zu empfindlich?
Hallo uroborosserpent!
Ahhh ... huch .... nein nein nein ... so ist es auch nicht. Ich bin mit jedem mulmigen Gefühl zu meinem Mann gegangen und ich habe ihm alle Zwiespalte, die du genau auf den Punkt bringst, genau so geschildert! Diese Zwei Seiten an mir, die wirklich parallel voranden sind, kann mein Mann nicht akzeptieren. Er möchte, dass ich KEINERLEI Eifersucht habe, weil ihn diese Eifersucht verletzt. Er sagt, ich zweifel an seiner Liebe, wenn ich eifersüchtig bin. Er versteht mich kaum ...
Hier im Forum möchte ich meine Gedanken klären und es tut gut, dass zumindest hier meine wirren total diametral entgegengesetzten Gedanken, auf so etwas wie Verständnis stoßen. Wir waren beide mittlerweile sogar zusammen bei einem Therapeuten und der hat lediglich gesagt, dass wir beide recht haben. Mein Mann darf auch mal für ne tolle andere Frau schwärmen und ich dürfe dabei auch ein mulmiges Gefühl bekommen. Mein Mann findet jedoch, dass ich mich gedanklich zu sehr damit befasse und dem ganzen viel zu viel Wichtigkeit beimesse ... und es durch mein Grübeln erst schlimm mache ... schließlich wäre da nichts nichts nichts .... tja ...
Eine verfahrene Sache.
Wie ich eben schon in einem anderen Thread schrieb. Letztendlich bin ich selbst mein eigener Gegner ... alles grübeln, denken, zweifeln lässt mich bei mir selbst ankommen. Was bin ich für ein Mensch, was will ich überhaupt und warum beschäftige ich mich gedanklich nicht mit anderen Dingen?
Man man man .... warum nur, muss da diese Frau in unser Leben schreiten? Es ist so, als wenn plötzlich meine Verletzlichkeiten dadurch hochkommen ...
Ich will über den Dingen stehen und locker sagen können, meine Güte - ich bin toll und wenn er sich in eine andere Frau verguckt, dann ist er es ja verdammt noch mal selber schuld und er verpasst einiges mit mir. Aber statt dessen grübel ich und konstruiere mir was-wäre-wenn-Szenarien zurecht!! Ist das nicht seltsam? Oder ist das normal?Geändert von rabeana (22.12.2007 um 14:36 Uhr)
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22.12.2007, 14:55
AW: zu empfindlich?
Liebe rabeana,
hmm...ein wenig habe ich schon recht. Gehen wir mal Dein Posting durch...entschuldige bitte, wenn ich das jetzt mal analysiere
Halten wir fest: Du hast Deinem Mann Dein mulmiges Gefühl mitgeteilt.
Zitat von rabeana
Dein Mann kann diese Seite, nämlich, dass Du ihm nicht zu 100 Prozent vertraust, NICHT akzeptieren. DAS ist der springende Punkt. Du weisst, wenn Du ihm Deine wahren Gefühle der Unsicherheit mitteilst, blockt er ab und lehnt Dich ab. Doch Du möchtest natürlich nicht, dass Dein Mann Dich weniger lieb hat.Diese Zwei Seiten an mir, die wirklich parallel voranden sind, kann mein Mann nicht akzeptieren. Er möchte, dass ich KEINERLEI Eifersucht habe, weil ihn diese Eifersucht verletzt. Er sagt, ich zweifel an seiner Liebe, wenn ich eifersüchtig bin. Er versteht mich kaum ...
Mir kommt es bei euch doch so vor, als ob es einige Lebenslügen gäbe. Bitte nicht böse sein, ich kenne euch ja nicht. Vielleicht sehe ich es verzerrt als Aussenstehende.
Da hat der Therapeut recht. Doch es muss ein FÜR BEIDE SEITEN akzeptabler Kompromiss gefunden werden. Und da ist Dein Mann doch etwas rücksichtslos, weil er Deine Gefühle nicht respektiert.Hier im Forum möchte ich meine Gedanken klären und es tut gut, dass zumindest hier meine wirren total diametral entgegengesetzten Gedanken, auf so etwas wie Verständnis stoßen. Wir waren beide mittlerweile sogar zusammen bei einem Therapeuten und der hat lediglich gesagt, dass wir beide recht haben. Mein Mann darf auch mal für ne tolle andere Frau schwärmen und ich dürfe dabei auch ein mulmiges Gefühl bekommen.
Liebe rabeana, das wichtigste ist hier die Frage, WARUM kannst Du ihm nicht voll und ganz vertrauen? Gab er einmal einen Anlass? Oder hast Du im allgemeinen angst wegen einer viel jüngeren, die auch noch sein Typ ist, wenn nicht verlassen, so vielleicht betrogen zu werden? Man liest ja soviele Geschichten. Ich finde, es ist sehr wichtig zu klären, warum Du dieses mulmige Gefühl hast...Mein Mann findet jedoch, dass ich mich gedanklich zu sehr damit befasse und dem ganzen viel zu viel Wichtigkeit beimesse ... und es durch mein Grübeln erst schlimm mache ... schließlich wäre da nichts nichts nichts .... tja ...
Das klingt so, als ob Du Dich für Dein mulmiges Gefühl selber verachtest. Auf Bauchgefühle sollte man hören, sonst wird man krank. Warum meldet sich dieses negative Bauchgefühl? Hat Dein Mann dazu beigetragen oder hast Du schon mal in dieser Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht? Hast Du angst, einzugestehen, dass eure Beziehung doch nicht so stabil ist, wenn sie von der Existenz der Praktikantin überschattet wird? Manchmal ist die Wahrheit sehr schmerzhaft...Wie ich eben schon in einem anderen Thread schrieb. Letztendlich bin ich selbst mein eigener Gegner ... alles grübeln, denken, zweifeln lässt mich bei mir selbst ankommen. Was bin ich für ein Mensch, was will ich überhaupt und warum beschäftige ich mich gedanklich nicht mit anderen Dingen?
Also, das geht doch in Richtung: Warum lasse ich, souveräne & starke Frau, mich von einer 18 jährigen Praktikantin aus dem Gleichgewicht bringen. Das darf nicht sein (will mein Mann ja auch nicht hören) und deswegen muss ich es irgendwie abschalten.Man man man .... warum nur, muss da diese Frau in unser Leben schreiten? Es ist so, als wenn plötzlich meine Verletzlichkeiten dadurch hochkommen ...
Na, siehst, da haben wir es doch. Auf der einen Seite der Anspruch eine wundervolle Frau zu sein, die ein tolles Leben führt (das ist wohl das Bild, das viele von Dir bzw euch haben).Auf der anderen Seite Deine Verletzlichkeiten, auf die Du -meiner Ansicht nach- ein Recht hast, egal was Dein Mann sagt. Auch Du kommst mir nicht wie eine extrem eifersüchtige Gattin rüber, sondern wie eine besonnene Frau, die vorsichtig ist.Ich will über den Dingen stehen und locker sagen können, meine Güte - ich bin toll und wenn er sich in eine andere Frau verguckt, dann ist er es ja verdammt noch mal selber schuld und verpasst einiges mit mir. Aber statt dessen grübel ich und konstruiere mir was-wäre-wenn-Szenarien zurecht!! Ist das nicht seltsam? Oder ist das normal?
LG
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22.12.2007, 15:06
AW: zu empfindlich?
hm ... tja .... du analysierst sehr treffend. Warum vertraue ich nicht? Mein Mann war vor mir, 4 Jahre mit einer Frau zusammen, in die er nicht richtig verliebt war. Die Beziehung plätscherte von Anfang an nur so dahin und so kam es, dass er sich damals in eine seiner Angestellten verliebt hat, obwohl er wie gesagt in einer festen Beziehung steckte und zusammen mit seiner damaligen Freundin eine Wohnung gekauft hatte. Er hat dieser Angestellten recht deutlich klar gemacht, dass er in sie verliebt ist. Diese Angestellte damals hat jedoch alles geblockt, und ihr war das wohl auch nicht geheuer, weil seine damalige Freundin auch mit ihm in der Firma gearbeitet hat!
Ich vergleiche nun ständig die damalige Situationen mit der heutigen Situation. Damals war er in seine feste Lebenspartnerin nicht so richtig verliebt und hat sich nebenbei in eine Angestellte verliebt. Heute hat er in mir seine Traumfrau gefunden und lässt sich von einer Praktikantin anhimmeln.
Mein Mann sagt, man könne diese Situationen jedoch nicht im geringsten vergleichen. Jetzt endlich hätte er mit mir seine absolute Traumfrau gefunden und er würde mich lieben wie noch sonst niemanden in dieser Welt und es wäre absurd, dass ich Angst hätte, er könne sich leibhaftig in eine zwar nette aber unreife Praktikantin verlieben. Ich wäre total im unrecht, die jetzige Situation mit der damaligen Situation zu vergleichen. Er selbst weiß, dass er mich und niemand anderen liebt und ärgert sich selbst über die Zeit damals.
Ich jedoch grübel und grübel und vermute, dass vielleicht ganz andere Mechanismen bei ihm greifen und er sich ganz unbewusst immer und immer wieder parallel in andere Frauen verguckt.
Andererseits: wozu vergleiche ich? Warum besitze ich keinerlei Souveränität? Bei mir steckt einiges im Argen!
Bei ihm aber vielleicht auch??Geändert von rabeana (22.12.2007 um 18:08 Uhr)
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22.12.2007, 23:54
AW: zu empfindlich?
Liebe rabeana!
Nun habe ich wieder Zeit für Dich. Und ich möchte mich sehr herzlich für Dein Vertrauen bedanken. Ja, jetzt sehe ich die Situation viel klarer. Danke Dir
Dein Bauchgefühl sagt Dir also: Achtung, rabeana, er KÖNNTE unbewusst (oder bewusst?!) in sein damaliges Verhaltensmuster hineinfallen. Zurecht siehst Du Parallelen zu damals.
Mir schwant, er ist ein Mann, der viel Bestätigung vonseiten der Frauenwelt braucht. Mit anderen Worten dürfte er wenig Selbstwertgefühl besitzen. Könnte das zutreffen? So wäre es auch zu erklären, weshalb es ihm nicht auszureichen scheint, Dich, seine absolute Traumfrau, zu beeindrucken und auf Deine Ängste entsprechend zu reagieren (z.B. auf Dein mulmiges Gefühl Rücksicht zu nehmen). Ich an Deiner Stelle würde mich auch immer wieder fragen: Warum genüge ICH ihm nicht? Warum ist die Bestätigung von der anderen wichtiger? Du siehst, ich kann Deine Zweifel und Grübeleien sehr gut nachvollziehen
Tja, und da ist ja auch noch eine -nennen wir es mal- versteckte erotische Komponente im Spiel, denn Du schreibst, dass die Praktikantin sozusagen Deine Version in jünger ist. Natürlich wird diese Komponente vehement geleugnet, aber sie ist irgendwie da...Ich denke auch gerade an die Geschichte zwischen Bill Clinton und Monica Lewinski...okay, sicher ein überzogener Vergleich...aber es gibt solche Geschichten. Und das dürfte Dir auch Dein Bauchgefühl mitteilen, wenn ich mich nicht völlig irre. Diese damalige Angestellte, an die er nicht herangekommen war, weil sie erst klare Verhältnisse wollte (übrigens Hut ab vor ihr), hatte sich nicht mit ihm eingelassen. Doch wer weiss, wie vernünftig eine beeinflussbare 18jährige ist...Wie schätzt Du sie ein?
Was kannst Du tun? Du schwankst hin und her zwischen Toleranz, Entgegenkommen, Gönnenwollen und Vorsicht, Zweifeln, Selbstvorwürfen. Einerseits könnte die Beziehung TATSÄCHLICH harmloser Natur sein, andererseits könnte sich mehr entwickeln als Dir lieb ist. Wirklich schwierig. Ich würde ihn zwar gewähren lassen, aber ihm klipp und klar sagen, dass, wenn die Praktikantin zuviel Raum in seinem Leben bekommen sollte, der eigentlich Dir zusteht, Du auf alle Fälle die Konsequenzen ziehen wirst. Ihn also unmissverständlich warnen. Eine genaue Abmachung treffen. Und wirklich konsequent sein.
Also beobachte die beiden weiter, ohne Dich verrückt zu machen. Sobald Du bemerkst, dass die andere zuviel Zeit bekommt, d.h. auch ausserhalb der Arbeitszeit Kontakt besteht, solltest Du die Notbremse ziehen...bis hierhin und nicht weiter...und hart durchgreifen, weil das ja hinausginge über das Arbeitsverhältnis. Wie soll ich es sagen? Du sagst Dir, hier ist unsere Abmachung, und wenn er sich nicht dran hält, weisst Du woran Du bist...so ungefähr. Du bräuchtest Dir, falls er die Grenzen überschreiten sollte, keinen Vorwurf zu machen, nicht tolerant genug gewesen zu sein. Du wärest es gewesen, doch er hätte dann Dein Vertrauen ausgenutzt, Dich trifft keine Schuld...Oh je, klingt so, als ob ich den Teufel an die Wand male. Will ich keinesfalls. Nur gesetzt den Fall
Hilft Dir das weiter?
Und noch was: Wie sieht es eigentlich mit Deinem Selbstbewusstsein aus?
Lieber Gruß
uros


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