Liebe Oma Wetterwachs,
das stimmt, und ich denke, ich habe das eigentlich auch immer so gesehen. Damals war die Situation so, dass ich mich nicht direkt verantwortlich gefühlt habe, weil unsere Trennung schon einige Zeit her war, wir auch noch eine freundschaftliche Aussprache hatten und dieser junge Mann wirklich ein Bündel ganz anderer Probleme weltanschaulicher Natur mit sich herumschleppte.
Bei meinem Freund weiss ich allerdings, dass er ein riesengrosses Vertrauens- und Eifersuchtsproblem hat. Kann das auch auf eine Kurzschlussreaktion wie im anderen Fall hinweisen? Die Selbstverachtung ist die gleiche, und diesmal bin es wirklich ICH und MEIN Verhalten, dass die Krise losgetreten hat.
Dann aber schwanke ich auch zwischen wahnsinnigen Wutgefühlen. Mein Freund kennt die Geschichte, er weiss, dass es meine grösste Angst ist, wenn er "sich in Luft auflöst", sich nicht mehr meldet und mir Anlass zu solchen Hirngespinsten gibt...
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Thema: Vertrauensbruch?
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24.09.2007, 18:17
AW: Vertrauensbruch?
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24.09.2007, 18:19
AW: Vertrauensbruch?
Wenn ich da sicher sein könnte... Wie gross ist diese Wahrscheinlichkeit? Verdammt, und wenn wirklich nichts Schlimmes passiert ist, dann platz ich bald vor Wut!
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24.09.2007, 18:34
AW: Vertrauensbruch?
Hmmm, das kann ich schwer glauben. Müsste mir mal durch den Kopf gehen lassen, was das genau heisst.
Zitat von Inaktiver User
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24.09.2007, 18:35Inaktiver User
AW: Vertrauensbruch?
Vermisst melden würde ich ihn mal auf keine Fälle, wer ein halbes Jahr spontan in Afrika über die Runden kommt hat hier auch keine Probleme damit. Soweit kommts am Ende noch.
Zitat von sandra08
Aber ich muss sagen, so langsam bin ich wirklich entsetzt. Das Verhalten deines Freundes steht für mich in keinem Verhältnis mehr zu diesem Vertrauensbruch, wie auch immer man selbigen werten mag.
Er weiß dass du vor Sorge schier am narrisch werden bist und drückt dir so die "passende Strafe" auf?
Himmelherrgott noch mal, das hier hat doch nichts mehr mit Liebe zu tun sondern mit Macht - oder seh ich das völlig falsch jetzt?
An deiner Stelle wäre ich langsam so richtig sauer - Fehler hin oder her, aber das hat doch keine Art.
Sauer werden (warum auch immer genau), schreien, wüste Beschimpfungen und dann einfach abhauen?
Wieso machst du das mit? Ist es das was du dir unter Beziehung vorstellst? Ist jetzt ne ehrliche Frage, mir wäre sowas zuviel.
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24.09.2007, 18:51Inaktiver User
AW: Vertrauensbruch?
Ich bin auch entsetzt!
Sandra, ich stimme meinen Vorschreiberinnen zu: sein Benehmen steht in keinem Verhältnis zu Deiner Tat.
Ja, Du hättest Dich nicht eintüten lassen sollen und nein, er hat kein Recht, sich so aufzuführen.
Da Du ja schon mal so einen Freund hattest, frage ich mich, ob Du vielleicht dazu neigst, Dir solche "Problemfälle" aufzuhalsen? Ein interessantes Thema für die Therapeutin, wie ich finde.
Ansonsten - vorsicht jetzt, das klingt alles nicht ganz ohne.
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24.09.2007, 19:30Inaktiver User
AW: Vertrauensbruch?
Hallo Sandra,
ja, es war ein Vertrauensbruch, ein gegebenes Versprechen nicht zu halten. Aber wie wertet man ein Versprechen, daß unter einem solchen Druck gegeben wurde? Schwierig zu entscheiden...
Er hat kein Recht dazu, dir den Kontakt mit wem auch immer zu verbieten.
Er hat kein Recht dazu, dir hinterher zu schnüffeln.
Er hat vor allem (und das regt mich am meisten auf, weil von mir schon ähnliches verlangt wurde), von dir zu fordern, ihm deine persönlichen Nachrichten zu zeigen, in der Hoffnung (und ja, das ist so!) dir etwas anlasten zu können!
Du weißt ja: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft...
Sein Verhalten in dieser Krisenzeit, sein Verschwinden ist kindisch und unreif, nur von dem Verlangen geprägt, daß DU LEIDEST!
Willst du dir wirklich einen solchen Partner "antun"? Er hat dich voll in der Hand...
Lass das nicht mit dir machen.
Eine Therapie finde ich sinnvoll, wenn er nicht mitgehen möchte, dann gehe allein und profitiere davon!
Grüße
magnummysterium
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24.09.2007, 21:18Inaktiver User
AW: Vertrauensbruch?
Er ist weg und Du läufst gedanklich Amok.
Zitat von sandra08
Vielleicht sitzt er gerade bei einem Kumpel und trinkt sich ein Bierchen während Du Dich sorgst.
Was ist daran schwer zu glauben. Der Mann hat Deine Gedanken unter Kontrolle
Das macht mich ganz wütend und traurig.
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24.09.2007, 21:26Inaktiver User
AW: Vertrauensbruch?
Mich auch
Zitat von Inaktiver User
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24.09.2007, 21:56
AW: Vertrauensbruch?
Deine Geschichte liest sich sehr seltsam.
Der Mann hat keinen Respekt vor Dir - nicht vor Deinen Gefühlen, nicht vor Deinen intimen Kreisen, nicht vor Deinen Gedanken.
Er beschimpft Dich, spioniert Dir nach, weist Dir zu, was Du darfst und verschwindet dann einfach so? Tut mir leid, aber mit so einem Leben kann man auf Dauer nicht glücklich sein.
Was ist mit der Post, liegt sie noch im Briefkasten? Was ist mit Anrufen auf Eurem Telefon, sind sie abgehört? Ist er wirklich einfach verschwunden oder ist das eine böse Inszenierung, um Dich im Griff zu haben?
Du möchtest eine Versöhnung? Ich seh Dich am Anfang einer sehr gefährlichen Spirale der Abhängigkeit. Wenn das Geschilderte ein Spiegelbild Eures Zusammenlebens ist, dann wünsche ich Dir, dass Du Dich daraus lösen kannst.Liebe Grüße,
samsona
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25.09.2007, 13:02
AW: Vertrauensbruch?
Liebe Leserinnen,
danke für eure Unterstützung!! Heute morgen hatte ich ja ein ausführliches Gespräch mit einer Paartherapeuting. Sie hat mir, milder, aber nicht weniger deutlich, etwas Ähnliches gesagt wie ihr. Sie ist ebenfalls davon überzeugt, dass mein Freund ein Problem hat, das ich nicht lösen kann, will ich nicht meine persönliche Integrität aufgeben. Und das will ich nicht.
Gestern abend hatte ich noch ein langes Telefonat mit unserer gemeinsamen Freundin, die mir geraten hat, unter der Telefonnummer in seiner früheren Wohnung (die jetzt seinem Bruder gehört) anzurufen. Das hab ich auch gemacht. Ich wollte - um meiner eigenen Nachtruhe willen - wissen!, ob er überhaupt noch lebt. Er hat auch abgenommen. Wir hatten ein sehr schwieriges, leises Gespräch, er weinte und war verzweifelt. Zehn Mal die Frage "Was hast du dir dabei gedacht?" "Wie konntest du mir das antun?"... Ich habe darauf nichts gesagt. Ein Schuldeingeständnis wird er von mir nicht bekommen.
Er sagte, er wolle heute heimkommen. Von der Therapie meinte er nur, ich solle alleine hingehen, da er sich von mir einreden lassen wolle, er sei "krank". Dieses Wort ist aber nie gefallen zwischen uns! Ich denke, das vermutet er selbst von sich...
Die Psychologin jedenfalls hat ziemlich Klartext gesprochen. Sie meinte, wie ihr ja auch, ich solle mich nicht auf Abmachungen einlassen, die keine sind, sondern eher dem Muster "Befehlen - Gehorchen" entsprechen. Ich muss ihn auch nicht um Erlaubnis bitten, wenn ich irgendjemanden kontaktieren möchte. Ebenfalls auf Abstand zu gehen (Handy verstecken, Passwörter ändern) empfiehlt sie mir nicht - er kann ja meine Mails anschauen, aber das gibt ihm nicht das Recht, mir daraufhin Vorwürfe zu machen oder micht zu tyrannisieren. Wenn er ein Problem hat, wem ich schreibe, ist das - zumindest in dem Rahmen, in dem wir uns immer schon bewegt haben - sein Problem allein.
Letztlich geht es v.a. um sein Weltbild: Er ist so misstrauisch, dass er immer auf der Suche nach dem Beweis ist, dass ich ihn DOCH nicht liebe, ihn doch verlassen möchte, also doch noch an meinem Ex hänge... Was erwartet er denn sonst auf die Frage "Warum hast du die Mail geschrieben?"
Sie meinte aber, dass es sehr schwierig wird. Wenn er sich nicht auf eine Änderung in seinem Grundvertrauen, seiner Weltanschauung und seiner eigenen Ich-Gefühl einlässt, wird die Beziehung scheitern.
Ich weiss nicht, was nun kommen wird. Es steht alles offen. Aber ich fühle mich nun auf jeden Fall etwas besser als in den letzten Tagen. Es hilft ja nichts, sich selbst etwas vorzumachen und den Kopf einzuziehen. Ich war nicht ehrlich zu mir selbst, wenn ich das Erhalten der Beziehung über alles stelle - es war einfach immer die Angst, dass es diesmal nicht an mir liegen soll, dass ich nicht aus Dummheit oder Egoismus eine hoffnungsvolle Liebe zerstören möchte. Aber die Sache ist viel komplexer und schwieriger... Ich wünsche mir aus ganzen Herzen, dass wir gemeinsam einen Weg finden und uns etwas aufbauen können. Aber nicht um jeden Preis.


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