es geht nicht darum Eifersucht zu negieren und zu verdrängen. Es geht darum Verantwortung dafür zu übernehmen.
Und das wiederum heisst nicht, den Partner dafür verantwortlich zu machen. Selbst wenn er der Auslöser ist, selbst wenn es eine sog. "berechtigte" Eifersucht ist - aber ich kann nur für mich etwas ändern, z.B. reden, gehen, oder sonst was.
Viel zu oft wird aber der Partner dafür verantwortlich gemacht etwas zu tun, damit die eigene Eifersucht (Schmerz) aufhört. Und dadurch wirkt sie dann destruktiv.
und ganz oft höre ich - oder lese ich wie hier - in Verbindung mit Eifersucht ein Recht auf den Anderern heraus Und dieses Recht auf andere Menschen - sry -, gibt es einfach nicht, weil wir alle frei geborene Menschen sind und auch in der Bindung bleiben.
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29.09.2016, 19:26
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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29.09.2016, 21:51
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Now, bring me that horizon.
Mein Avatar zeigt Euch Smashie. - Sie wurde nur 3 Jahre alt.
Sie kam als Streuner mit einem Trichter um die Beine, den sie sich dann selbständig ausgezogen hat.
NYC's ACC platzierte sie auf der berüchtigten **Kill List**
Kein Foster - keine Rettung.
Smashie starb am 17.09.2016.
Ihre grünen Funkelaugen gibt's nicht mehr.
Sie war eine sehr liebe, menschenliebende zarte Fee.
Es ist ein Privileg die tägliche **Kill List** zu bekommen.
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29.09.2016, 23:01
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Warum sollte ich den nicht dafür verantwortlich machen, der nicht nur Auslöser, sondern auch dessen Verhalten die Ursache meiner Eifersucht ist? Wer sagt, dass es nichts bringt?
Und natürlich hört meine EIfersucht auf, wenn er es unterlässt, sich mit der anderen zu treffen, weil er unsere Beziehung nicht gefährden will und merkt, was er gerade dabei ist zu zerstören.
Die meisten Fremdgeher oder Auf-Abwege-Gerater haben doch nur ein Problem mit der Eifersucht des Partners, wenn der ihn bei seinem Handeln stört.
Würde mich auch nerven, wenn ich vergnüglich per whatsapp herumflirten wollte, da aber eine Person mit mir im Wohnzimmer sitzt, die ja auch noch da ist und mit mir unsere Beziehung weiterführen möchte.
Diesen Egoismus und diese Rücksichtslosigkeit zu füttern und mit dann noch anhören müssen, meine Eifersucht sei an dem destruktiven Benehmen meines Gegenübers "schuld", na vielen Dank auch.
Eifersucht ist nichts schönes, hilft aber sich zu behaupten. Sonst würde man ja vor Angst und Schmerz völlig platt gemacht.
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30.09.2016, 07:00
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
es wird dann nichts bringen, wenn Eifersucht die Triebfeder ist. Aber dazu später.
Wir haben schon unterschiedliche Einstellungen, was Auslöser und Ursachen eingeht.
ich war mal in einer manipulativen Beziehung, in der Eifersucht-Spielchen seinerseits dazu gehört, er andererseits aber der eigentlich Eifersüchtige war, warum er mich ja auch manipulieren musste (unter anderem).
Ich sehe ihn trotzdem nicht als Ursache, sondern als Auslöser. Die Ursache war ich selbst, weil ich es mit mir habe machen lassen. Denn nur das ist der Punkt, an dem ich wirklich was verändern kann.
Wenn ich wie in deinem Beispiel mit einem Menschen zusammen bin, der mir weh tut, weil er neben mir auf dem Smartphone rumflirtet, dann bin ich die Ursache des Schmerzes, er ist lediglich der Auslöser.
Jetzt bringst du die Schuld ins Spiel:
Genau das ist die zweite Komponente, die zur destruktiven Eifersucht gehört, denn sie bringt die Moral ins Spiel. Und dann kommen solche Überlegungen wie die von dir Zitierte und der Kreislauf der Destruktivität ist eröffnet. Es geht nicht um Schuld, es geht darum, ob ich was mitmache bzw zulasse oder nicht. Und wie gesagt: die Stellschraube ist bei mir, nicht beim Partner.Diesen Egoismus und diese Rücksichtslosigkeit zu füttern und mit dann noch anhören müssen, meine Eifersucht sei an dem destruktiven Benehmen meines Gegenübers "schuld", na vielen Dank auch.
In deinem Beispiel hieße das: ich sage es ihm, dass mich das verletzt. Und ich frage mich selbst, warum mich das eigentlich verletzt. Gut möglich, dass wir einfach nicht von unseren Wertevorstellungen zusammen passen. Aber auch möglich, dass ich eine Verlustangst habe, die aus meinen früheren Erfahrungen herkommt, Auch möglich, dass ich spüre, dass er mich manipulieren will, z.B. aus seinen eigenen Verlustängsten oder einem übersteigerten Ego heraus usw usw, Bei Manipulateuren hilft nur Staubwolke machen, das muss man wirklich nicht näher ergründen.
d.h. wenn Eifersucht eine Rolle in meiner Beziehung spielt, dann sagt das was über mich aus und es kann ein Wegweiser sein, wie es weiter geht. Wenn ich mich aber dazu treiben lasse, die Schuldfrage zu stellen, dann genau lande ich in einer Dynamik, die jede Sucht unterstützt. Auch Alkoholiker haben immer einen Grund zu trinken und so wie ich es erlebt habe, gibt es dafür immer Menschen und Umstände, die daran "schuld" sind.
Und das schlimmste an der Schuld: sie verhindert, dass ich mir all die Fragen stelle und meine Konsequenzen ziehe, da ich mir selbst die Moralkeule überziehe. Also wenn ich mich frage, warum ich das mitmache, fühle ich mich als Schuldfragenanhängerin erst recht scheixxe und beschämt und bin gar nicht in der Lage, mich aus dieser Falle zu befreien. Weil das ertragene Elend immer noch weniger schlimm anmutet als diese Selbstbeschämung und Selbstvorwürfe. Die Schuld verhindert, dass wir für uns selbst die Verwantwortung übernehmen. Gefühle dienen unserem Wohlwollen, auch die negativen. Wir haben das nur verlernt, mit ihnen umzugehen.
Und damit wären wir wieder bei der Triebfeder.
Ich behaupte mich aus meiner Selbstliebe heraus. Das hat mich letztlich damals aus dieser Geschichte gerettet und seitdem bin ich deshalb auch in nichts destruktives mehr reingeraten.
Eifersucht kommt eben nicht von Liebe, sondern von Angst. Deshalb ist sie trotzdem einfach nur ein neutrales Gefühl. Auch die negativen Gefühle, die wir haben,haben grundsätzlich wichtige Funktionen, das gilt für Angst, für Scham, und auch für Eifersucht. Das Problem ist nicht die Eifersucht an sich, sondern die Art, wie wir sie kultivieren. Da wir in einer Gesellschaft leben, die stark von Schulddenken geprägt ist (christlich-jüdische Wurzeln), wird die Eifersucht leider auch unter dem Aspekt Schuld kultiviert. Wir können das aber individuell für uns neu entscheiden, wie wir diese kultivieren wollen. Ich habe das für mich erst entscheiden können, nachdem ich einmal tief ins Klo gegriffen habe. Vorher dachte ich auch, das ist was völlig normales und hat irgendwas mit Liebe zu tun.
Das, was mich schützt und die Liebe wieder bringen kann, ist aber meine Selbstliebe. Meine Ängste, und auch Eifersucht, können mir den Weg zu dieser Selbstliebe immer wieder zeigen. In meiner jetzigen Beziehung hatte ich Anfangs starke Verlustängste, die aus dieser manipulativen Beziehung kamen. Dafür konnte mein neuer Freund aber nix. Ich hab mich dem gestellt und er war offen für die Gespräche. Der Satz, dass nur zählt, was ER will, nicht was andere Frauen wollen, half mir tatsächlich, um einen Punkt unter die Eifersucht zu setzen. So einfach ist das manchmal. Wenn man von dem Anderen nicht zuviel erwartet, sondern einfach mal miteinander redet und vor allem: dem Partner einfach mal glaubt.
Wenn das nicht geht, dann ist es eh besser zu gehen. Auf Mißtrauen wächst nämlich kein Vertrauen, das ist die andere Seite der Eifersucht, die nicht aus der Liebe, sondern aus der Angst kommt.Geändert von Amelie63 (30.09.2016 um 07:05 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.09.2016, 10:07
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
@Amelie63

Sehr schön. Wunderbar auf den Punkt gebracht. Noch besser kann man diese Zusammenhänge nicht darstellen!
(Helfen wird's der Cara nix, weil ich auch meine, da muss jeder selbst draufkommen - und meistens vorher in die bekannte Kloschlüssel....)Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Franz Kafka
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30.09.2016, 18:28Inaktiver User
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Finde ich nicht.
Amelie beschreibt ihre damalige negative Beziehung aus der sie sich gelöst hat. Durch ihre Selbstliebe.
Soweit so gut und nachvollziehbar.
So was meint aber hier keiner.
Von Menschen die manipulieren wollen muss man sich trennen.
Eine normale gesunde Beziehung wird aber auch immer mal wieder Grund zur Eifersucht geben.
Wenn man erfolgloser geworden ist als der Partner oder umgekehrt....
Egal wie - reagieren ist Pflicht.
Denn die Angst davor sich eine Blösse zu geben verhindert ja jede Lösung.
Meine Jüngste beschwerte sich weil sich Situationen häuften in denen ihr Freund in der Familie mehr zur Geltung kommt als sie. Der langjährige Freund ihrer Schwester lädt zum Geburtstag: .....und sie ein....
Und als sie sich das im Beisein des Freundes von der Seele redete merkte man wie es bei ihm ankam.
Obwohl er keine Schuld hatte oder es provozierte. Er ist der Typ Sunnyboy und auch ernsthaft....
Was ist wenn solche Gefühle unerwähnt oder verdrängt werden - oder banalisiert?
Weiß ja wohl jeder.
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30.09.2016, 19:06
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Die manipulative Beziehung war ein Beispiel, das krasseste. Aber ich hab auch von meinem Umgang mit Eifersucht in meiner jetzigen, "stinknormalen" Beziehung geschrieben. Aber auch das ist nur ein Beispiel.
Ich hab das jetzt nicht kapiert. Gehts nur mir so?
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.09.2016, 19:09Inaktiver User
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Wir müssen wohl Eifersucht erst definieren..... es gibt da wohl unterschiedliche Auffassungen
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01.10.2016, 00:08
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01.10.2016, 06:29Inaktiver User
AW: Der kleine Teufel Eifersucht...
Na du scheinst ja Spezialist zu sein.
Und irgendwann mal beschlossen haben dieses Gefühl zu ignorieren.
Wie ich mal als Kind beschloss nicht mehr zu weinen.
Der Preis ist der Verlust der Lebendigkeit.
Man wird kein besserer Mensch wenn man seine Gefühle zeigt.
Aber, ich spüre mich - und meine Kreativität.
Und das möchte ich nie mehr riskieren.


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