Ich weiß ja nicht, wie alt du bist, Sonnenelfe. Aber was war vorher? Du kennst sie gerade mal 7 Jahre. Das ist kein wirklich langer Zeitraum für eine Freundschaft, eine richtig gute Freundschaft, meine ich. Ich fange erst nach ca. 10 Jahren an, eine Freundschaft in so eine Kategorie einzuordnen, da sich erst danach bewiesen hat, ob diese Freundschaft wirklich allen Höhen und Tiefen stand halten konnte. Oft zerbrechen sie vorher, weil einer nicht mehr kann.
Meine beste Freundin aus der Jugendzeit, ist auch gestorben mit 35 Jahren. Ich bin sehr ins Grübeln gekommen deswegen, weil es auch zu einer Zeit passierte, als ich weit weg von zu Hause wohnte, ohne Freunde und Eltern (verheiratet und Kind zwar schon), aber keine Verwandten mehr in der Nähe.
Es hilft nichts. Weitermachen! Jedenfalls habe ich mir alles erneut aufgebaut, immer wieder und ich bleibe dran bis heute. Ich habe nun wieder eine Freundin, die ich nun (mit Pausen, weil das Leben eben auch Unvorhersehbares mit sich bringt) schon 18 Jahre kennen darf - sie ist ein richtiger Goldschatz, einfach einmalig!
Jeder definiert Freundschaft ggf. für sich anders. Ich musste feststellen, dass nicht die die besten sind, die man am häufigsten sieht, sondern die, die trotz Pausen und "aus den Augen verlieren" immer wieder da sind und Licht ins Leben bringen, einen also niemals vergessen.
Ich habe nach über 20 Jahren mein Instrument (Akkordeon) wieder rausgesucht und Unterricht genommen. Auch an die Nähmaschine setze ich mich, wenn ich mal Zeit finde. Manchmal muss ich mich auch überwinden.
Aber über Kurz oder Lang verlierst du diese beste Freundin, denn sie empfindet das nicht als angenehm. Das sagt sie dir ja auch so.
Übrigens glaube ich nicht, dass ein Partner sich von dieser Zuneigung abgeschreckt fühlen würde. In eine Partnerschaft gehört deine Zuneigung ja, da wäre sie richtig aufgehoben.
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Thema: Ich bin eine Klette
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06.04.2015, 11:06
AW: Ich bin eine Klette
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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06.04.2015, 11:49
AW: Ich bin eine Klette
das erklärt keine Fixierung. Im Gegenteil, introvertierte Menschen können i.d.R. sehr gut mit sich selbst allein sein.
Zitat von Tiffany79
eine Fixierung hat eher was mit einer Schräglage im Leben zu tun, woher auch immer. Da ist was nicht in der Balance, völlig unabhängig davon, ob man nun extra- oder introvertiert oder sonst was ist.
das hat nichts mit Einbildung zu tun, wenn du dich in manchen Sachverhalten wieder erkennst. Aber es bedeutet auch nicht, dass du in den pathologischen Ausprägungen dieser Sachverhalte drin hängst. Ich habe auch Entsprechungen verschiedener Krankheitsbilder in mir, ohne deswegen krank zu sein. Du kannst dir das wie eine Linie vorstellen, da gibt es vorn und hinten die Pole und dazwischen gibt es eine große Mitte. Meistens sind wir irgendwo in dieser großen Mitte, dann gibt es auf dieser Linie aber auch Grenzpunkte hin zu den Polen. Wenn wir die überschreiten, dann wirds grenz-wertig bis problematisch, dann sind wir in einem Bereich, in dem etwas als krankhaft definiert wird.
Zitat von Sonnenelfe
Deswegen ist es nicht so, dass wir entweder gesund oder krank sind. Wir bewegen uns immer zwischen diesen Polaritäten. Ob etwas behandlungsbedürftig ist oder nicht, hängt v.a. davon ab wie viel Flexibilität wir selbst noch haben, also ob wir selbst noch handlungsfähig sind und bis zu welchem Grad.
es geht nicht darum einen Rat zu geben. Es geht in der Therapie darum zu begleiten und den Hilfesuchenden darin zu unterstützen selbst wieder handlungsfähig zu werden. Ratschläge bringen nichts in solchen Fällen, wo man selbst blockiert ist. Das haben wir alle doch sicher irgendwann schon mal erlebt. Solche hartnäckigen Blockaden sind nicht ohne Grund da. Wenn sie dauerhaft unser Leben beeinträchtigen, dann sollten wir nicht dauernd versuchen, irgendwie drumrumzulaufen, sie zu ignorieren oder immer wieder dagegen zu rennen. Irgendwann reicht es einfach, dann ist die Zeit da die Blockade selbst mal genauer anzugucken: was hat die für nen Zweck, was bringt sie mir vielleicht, woher kommt sie?
Zitat von Tiffany79
nein, darum gehts auch gar nicht. Erstmal gibts meist bei so Lebensthemen nicht nur eine Ursache, sondern ein ganzes Bündel bzw eine ständige Verstärkung, indem wir immer wieder die selben Erfahrungen machen, die praktisch die alten bestätigen, zum anderen kann man die Wirkungen von Ursachen oder Symptomen schwächen oder sogar drehen, wenn man die Dinge in einem neuen Licht sehen kann, folglich anders bewertet und damit anders in sein Leben integriert. Und letztlich geht es um das in einem therapeutischen Prozess. Und der verläuft i.d.R. auch nicht chronologisch, jedenfalls nicht in der Verhaltenstherapie, sondern es kann lediglich sein, dass ursachen als Erinnerungen oder wie auch immer aufploppen, wenn wir uns mit der Gegenwart auseinandersetzen. Und das kann dann ganz hilfreich sein im Verständnis und in der Neubewertung.
Zitat von Sonnenelfe
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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06.04.2015, 12:39
AW: Ich bin eine Klette
Nein, 7 Jahre sind nicht lange. Aber meine längste Freundschaft bisher. Viele andere gingen schon viel früher in die Brüche. Manchmal von der Freundin, manchmal auch von mir. Eine zeitlang hatte ich Freundinnen, die weiter weg wohnten. Klar, da sieht man sich seltener. Irgendwie habe ich diese aber nie so sehr vermisst. Vielleicht weil die Distanz von Anfang an da war (haben uns übers Internet kennengelernt, damals war das Internet gerade im Kommen, also so vor ca. 15 Jahren). Da hat man sich natürlich mehr zu sagen und die Konfliktgefahr ist vielleicht auch geringer, weil es eben nur mal ein Wochenendbesuch ist. Mit einer anderen guten Freundin habe ich mich auseinandergelebt, wir waren nicht mehr auf einer Wellenlänge. Wenn man sich immer seltener meldet, irgendwann gar nicht mehr, es gab keinen Knatsch oder so, irgendwann war der Kontakt einfach weg. Wenn dann nichts mehr zum Geburtstag oder zu Weihnachten kommt,kein Geschenk, kein Gruß, kein gar nichts - dann ist es vorbei. Da war ich aber irgendwie nicht traurig. Vielleicht ist meine beste Freundin auch eine Art Partnerersatz. Ich kann mit ihr über alles reden. Andere Bekanntschaften waren meist oberflächlicher. Mal Abends was machen, Kino, Kaffee trinken, etc. das wars dann wieder. Vielleicht möchte das auch meine Freundin. Vielleicht ist ihr dieses Intensivität der Freundschaft zu viel. Ich warte jetzt die Tage ab, bis von ihr was kommt.
Gehe jetzt ins Schwimmbad, war ich schon lange nicht mehr alleine.
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06.04.2015, 16:32Inaktiver User
AW: Ich bin eine Klette
Sonnenelfe, mich würde auch interessieren, wie alt Du bist.
Was hast Du für Pläne, Wünsche an Dein Leben, auf welche Ziele "arbeitest" Du gerade hin? Du klingst unausgefüllt und unausgelastet.
Ich hätte an Stelle Deiner Freundin ja schon ein wenig das Gefühl, nur ein Lückenfüller zu sein. Ein Lückenfüller, für einen Mangel, ein Defizit, das Du verspürst. Wenn man so auf einen Menschen fixiert ist, geht es oft gar nicht um diesen einen speziellen Menschen, sondern nur um das, für was er steht.
Ich finde es toll, dass Du Dir anfängst Gedanken über Dich und diese Freundschaft zu machen und Dich kritisch hinterfragst. Das ist ein erster, wichtiger Schritt.
Doch siehe oben - ich glaube wirklich, Du brauchst einen Plan.
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06.04.2015, 16:58
AW: Ich bin eine Klette
Ich bin 34. Pläne und Wünsche? die habe ich im Moment nicht. Im Moment nur, dass sich meine Freundin meldet. Ich vermisse sie so. Lückenfüller glaube ich weniger. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass eine andere Freundin an ihrer Stelle wäre. Das ist für mich unvorstellbar. Vielleicht hätte es eine andere mit mir eh nie so lange ausgehalten.
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06.04.2015, 17:03
AW: Ich bin eine Klette
Was hast du denn heute gemacht?
Hast du deine Mutter angerufen?
Warst du in der Sonne?
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06.04.2015, 17:55Inaktiver User
AW: Ich bin eine Klette
Du hast den Lückenfüller falsch verstanden und gleichzeitig meinen Eindruck bestätigt:Das ist es nicht, was eine Beziehung, auch die zu einer Freundin ausmacht, Sonnenelfe, dass einer den anderen aushält.Vielleicht hätte es eine andere mit mir eh nie so lange ausgehalten.
Du bist noch so jung... hast Du denn keine Träume, Wünsche, für Dich, für Dein Leben?
Du langweilst Dich in Deinem Job - hier würde ich ja unter anderem ansetzen. Bilde Dich weiter, orientiere Dich um oder neu, gib Deinem Leben einen Inhalt.
Hat Deine Freundin denn einen Partner? Kinder?
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06.04.2015, 18:23
AW: Ich bin eine Klette
Nein, sie ist wie ich Single ohne Kinder. Vielleicht ist es ja so, dass ich dann im Unterbewußten mehr erwarte. Eine andere frühere Freundin von mir hatte ein Kind, da war mir von Anfang an klar, dass sie nicht immer kann und auch mal kurzfristig absagt, wenn der Kleine krank ist.
Ich habe heute meine Mutter angerufen und war Schwimmen. Bei uns wechselt sich im Moment Sonne und Schnee ab.
So, jetzt muss ich mal was essen. Ach so eine Sache. Mir schmeckt es alleine einfach nicht und oft habe ich da gar keine Lust zu Kochen und dann gibts halt nur was Schnelles oder ein Brot.
Mit dem Job redet mir meine Freundin auch schon lange ins Gewissen. Ich bin zu jung und habe noch viele Berufsjahre vor mir, da kann ich mich nicht ewig mit meinem langeweiligen Job zufrieden geben.
Oft frage ich mich, ob sie mich auch vermisst, wenn ich mich mal ein paar Tage nicht melden würde? od sie sich auch gleich Sorgen macht. Mh,...keine Ahnung.Geändert von Sonnenelfe (06.04.2015 um 18:51 Uhr)
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06.04.2015, 18:55
AW: Ich bin eine Klette
Das ist doch ein Anfang.
Und morgen sprichst du deine Kollegin an, ob ihr euch mal treffen oder zusammen etwas unternehmen wollt.
Schritt für Schritt - dann kannst du dich und dein Verhalten ändern.
Und noch einmal die Frage - was interessiert dich denn, oder was könnte dich interessieren.
Francesca hat eine lange Liste von schönen Beschäftigungen aufgeschrieben, die man alleine machen kann.
Oder eben etwas, was man in der Gruppe macht.
Was hat dich denn früher interessiert?
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06.04.2015, 19:40
AW: Ich bin eine Klette
Also ich lese sehr gerne. Gehe gerne ins Kino. Außerdem schwimmen.
Verreisen auch, am liebsten Städtereisen. Da gibt es auch immer Angebote für Alleinstehende. Alleine in den Urlaub fahren, den Gedanken hatte ich auch schon. Aber irgendwie traue ich mich das dann nicht. Tagsüber mag das ja gehen, wenn man die Gegend erkunden kann, ohne auf jemand Rücksicht nehmen zu müssen. Aber Abends immer alleine beim Essen sitzen, das ist dann nicht so schön. Ansonsten mag ich gerne Tiere. Leider darf ich in meiner Wohnung keine halten, hätte gerne eine Katze, dann wäre ich auch nicht mehr so alleine, wenn ich Abends nach Hause komme, ist jemand da.



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