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Thema: Verlobte war Pornostar
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06.01.2015, 18:07
AW: Verlobte war Pornostar
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06.01.2015, 18:13Inaktiver User
AW: Verlobte war Pornostar
Hi Marcopolo,
kann es sein, daß Du Dich eher unter Zugzwang gesetzt fühlst? Das Du Deiner Freundin nicht "reichen" könntest? Das Du gegenüber den Techniken und den großen Schwänzen der anderen Pornodarsteller nicht bestehen kannst?
Was genau ist es was Dich stört?
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06.01.2015, 18:14
AW: Verlobte war Pornostar
Nein, ich möchte nicht, dass sie solche Dinge mit mir oder mit mir und anderen zusammen tut. Es sind aber Dinge die weit über das hinausgehen was in Liebe und Sexualität üblich ist. Es gibt mir einfach zu denken was das für Menschen sind die zu so etwas fähig sind.
Ich fühle mich ihr gegenüber weder besser noch schlechter. Ich dachte ich kenne sie und kann sie einschätzen aber das ist wohl ein Fehler gewesen. Für mich ist eine Welt und die Zukunftsplanung eingestürzt. Ich fühle mich ihr gleichzeitig nag und doch so fern. Klingt unlogisch, kann ich so nicht erklären ist aber so.
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06.01.2015, 18:20Inaktiver User
AW: Verlobte war Pornostar
wäre es für dich anders- wenn du es von anfang an gewusst hättest?
fühlst du dich von ihr getäuscht?
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06.01.2015, 18:20
AW: Verlobte war Pornostar
Die meisten haben schon relativiert, dass sie mit der Auseinandersetzung ohne Frage beschäftigt wären. Hier geht es um eine Geschichte, die 10 Jahre her ist.
Der im anderen Thread diskutierte Mann lässt die Badezimmertür in der noch aktuellen Beziehung geöffnet und lässt es aktuell an Hygiene missen.
Ich denke, es geht um etwas anderes - bei allem Verständnis für Irritation und Schock. Normalerweise finden Männer es toll, wenn die Frau im Bett einiges "drauf hat", wovon ich schon ausgehe. Sie wird sicher etwas entspannter an die Sache gehen, als andere Frauen in dem Alter. Nun hat aber ein Freund gesehen, dass sie das für Geld mit anderen gemacht hat. Das geht dann wieder gar nicht.
Mal ganz ehrlich, MarcoPolo. Du beschreibst Deine Freundin als taff und strukturiert und drehst ihr gleichzeitig einen Strick daraus. Einen taffen Partner sollte man behalten, mit dem kann man durch dick und dünn gehen. Das ist sehr viel wert. Wie viel, kannst Du erfahren, wenn Du hier öfter in den Beziehungsforen liest.
Eine taffe Partnerin mit diesen organisatorischen Fähigkeiten, dem Verantwortungsgefühl, das sie beim Beenden des Jobs gezeigt hat, wird eine gute Partnerin und Mutter. Sag Deinem Freund "Ja, cool, nicht wahr?" und kümmer Dich um Deine Freundin und darum, dass ihr das hinbekommt. Die Sache ist 10 Jahre her und Geschichte.
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06.01.2015, 18:25Inaktiver User
AW: Verlobte war Pornostar
Mal ganz wertneutral betrachtet,
man lernt einen Menschen kennen, man lernt sich besser kennen und verliebt sich oder nicht.
Wenn nun aber plötzlich etwas sehr Elementares (so würden es zumindest einige betrachten, auch ich) als neue Information über eine Person ein doch zumindest in Teilen anderes Bild auf einen Menschen wirft, dann ist es legitim, zumindest zu hinterfragen, ob das für einen selbst noch der Mensch ist, den man vorher in ihm sah.
Objektiv bleibt dieser Mensch derselbe,
er hat sich ja nicht durch das Wissen verändert.
Trotzdem hat sich der Blick auf den Menschen möglicherweise geändert.
Und das macht je nach Umständen sehr wohl einen großen Unterschied.
Ich werfe mal ein anderes Beispiel in die Runde, ist natürlich nicht gleichzusetzen,
ich liebe einen Mann und bekomme heraus, daß er früher Tiere gequält hat.
Damit könnte ich nicht umgehen.
Für mich gäbe es praktisch keine Entschuldigung oder Erklärung dafür.
Auch wenn er es jetzt nicht mehr täte- es würde meinen Blick auf diesen Menschen und mein Bild von ihm sehr verändern.
Ich gehe sogar noch weiter- und das ist natürlich nicht fair, aber ich könnte nicht mit einem Mann zusammensein, der Säugetiere beruflich tötet- also einem Metzger.
Und ich esse Fleisch.
Das ist bescheuert, ist mir klar, denn irgendwer muß den Job ja machen- und ich habe nichts gegen Metzger im Bekanntenkreis, aber als Lebenspartner käme ich damit nicht zurecht.
Deshalb kann ich verstehen,
daß man Prostitution oder das Pornogewerbe ansich ohne Probleme toleriert und auch akzeptiert (ich könnte mir vorstellen, mit einer Prostituierten befreundet zu sein, wenn ich den Menschen mag), aber als Lebenspartnerin und Mutter meiner Kinder würde ich zumindest auch nochmal drüber nachdenken.
Das ist kein klares Nein- aber Verständnis, daß das einen Menschen emotional vielleicht überfordert.
Übrigens nur am Rande, aber über die Bezeichnung "Künstlername" mußte ich bei aller Ernstheit des Themas doch laut lachen,
Pseudonym wäre wohl passender.
Die junge Frau tut mir natürlich auch sehr leid, denn es muß schlimm sein, wenn die eigene Vergangenheit einen stört und möglicherweise einholt.
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06.01.2015, 18:39
AW: Verlobte war Pornostar
Für mich wirklich nicht vergleichbar. Bei Tierquälerei kommt jemand zu Schaden. Das ginge bei mir gar nicht. Prostitution werte ich tatsächlich anders, als Pornos zu drehen - die ich absolut nicht toll finde. Mit einer Freundin, die Prostituierte war, hätte ich auch eher Probleme. Eine Pornodarstellerin - nach dem ersten Schock, das geht. Wie gesagt. Europa hat eine Prinzessin, die im Drogenmilieu lebte, eine, die zur Mafia Kontakt hatte, eine, die einen Diktatorhandlanger zum Vater hatte und demnächst eine, die Nacktfotos gemacht hat.
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06.01.2015, 18:46
AW: Verlobte war Pornostar
Ich kann den TE verstehen.
Was ich mich am meisten frage - warum hat sie nichts gesagt? Sie hat sich mit ihm verlobt und verschweigt einen Teil ihrer Vergangenheit? Entweder sie wollte bewusst nicht, dass er es weiss oder sie steht nicht wirklich dazu und ist wohl doch nicht so stark und straight.
Sie war nicht offen und ehrlich.
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06.01.2015, 18:46Inaktiver User
AW: Verlobte war Pornostar
Die Frage meine ich ganz ernst, ich verstehe den Unterschied nicht ganz:
Wo ist der Unterschied, beides sind Tätigkeiten,
wo man für Geld mit Menschen Sex hat, mit denen man keine Partnerschaft hat.
Die Größendimension?
Also weit mehr Leute als beim Porno?
Denn was der TE da - viel zu bildlich für mich
- beschrieb, waren das ja auch viele Männer und in dem Fall grenzwertig heftiger Sex.
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06.01.2015, 18:48
AW: Verlobte war Pornostar
Es gibt wohl wenig Bereiche in einer Beziehung, die so stark Störfeuern unterworfen sein können wie die Sexualität. Um noch einmal aus meinem persönlichen Nähkästchen zu plaudern (weil auch ich meine Wertevorstellungen aktiv verschoben habe, aber manchmal immer noch mit meiner eigenen Pseudo-Akzeptanz kämpfe und den TE deshalb gut verstehen kann):
Ich nenne mal ein Beispiel: Ein Partner ist dafür bekannt, dass er einen bestimmten Frauentyp bevorzugt hat, mit dem er seine teils extremen (nach persönlicher Definition) sexuellen Vorlieben gern und viel ausleben konnte. Seine Vorlieben äußert er aber häufig und deutlich. Und die liegen in einem Bereich, mit dem man in diesem Stadium der Beziehung noch nichts über überhaupt nichts anfangen kann. Trotzdem ist da mehr da, und man bleibt zusammen. Dieses Thema zieht sich immer wie ein roter Faden durch die Beziehung. Weil man selbstverständlich, wie ich finde, sich selber hinterfragt, wenn man kein Selbstbewusstsein wie ein Pferd besitzt. Klar geht das Kopfkino an als Partner: reicht ihm das, was ich zu geben bereit bin? Bin ich verklemmt? Etc. Mit dem Resultat, dass man irgendwann so blockiert, dass man auf Sex schon gar keine Lust mehr hat. Könnte ja wieder das Kopfkino angehen. Und damit die Beziehung an sich anfängt zu leiden.
Interessant dabei ist aber, dass der Partner irgendwann in die Hure-und-Heilige-Falle tappt. Will sagen, er schwärmt zwar immer wieder über Dinge, die er gerne mal wieder hätte. Zeigt man aber Interesse, nimmt er es nicht an, weil er plötzlich "zu viel Respekt vor dem jetzigen Partner" hat.
Und wenn die Partnerin dann z. B. auf die Idee kommt, ästhetisch-erotische Fotos von sich machen zu lassen und ihm dann offen erzählt, dass der Fotograf angefragt hätte, ob man das nicht professionell machen wolle... dann hat der so offene Freund plötzlich ein echtes Problem mit seiner Eifersucht, weil die Vorstellung, dass seine heilige Freundin sich vor anderen entblößt, eben gar nicht geht.
Was ich sagen will: Ich verstehe weiterhin, dass Theorie und Praxis manchmal zweierlei Dinge sind. Intimität ist ein Thema mit vielen Facetten, bei dem die Psyche eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Und wenn das vormals intakte Gefüge mal ins Wanken kommt, starten plötzlich unterbewusste Muster, die mit der Ratio nicht immer in den Griff zu bekommen sind.
Ich selber habe gerade keine Überlegung, mir mit meinem Partner ein innigeres gemeinsames Leben aufzubauen. Aber wäre ich an der Stelle des TE und all diese Optionen wären eigentlich mein Plan gewesen, würde ich zumindest mal stark in mich gehen und mich selber hinterfragen, ob diese Grenzüberschreitung, die ich gerade empfinde, tolerabel ist oder nicht.



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