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Thema: Weibliche Freundinnen
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20.10.2014, 08:44Inaktiver User
AW: Weibliche Freundinnen
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20.10.2014, 09:39
AW: Weibliche Freundinnen
Danke für eure Antworten.
Ja, genau, es geht um diese demonstrative Vertraulichkeit. D.h. nicht, dass ich so eine Freundin bin, die ihrem Freund immer Kleidung und Haar richtet.
Ich habe mich am Wochenende sehr zurückgezogen, war viel alleine spazieren und habe nachgedacht. Ich war niedergeschlagen, weil eine richtige Klärung ja nur mit Einlenken meines Freundes geht und er mich nicht versteht, während ich ihm bei jedem Gespräch auch immer versucht habe zu signalisieren, dass ich ihn irgendwo verstehen kann.
Ich habe auch über die Frage nachgedacht, warum sie das in mir ausgelöst hat. Es ist diese demonstrative Vertrautheit, dieses "ich kenne ihn länger als du", "ich kenne ihn in einem Kontext, indem du ihn nicht kennst", "ich rede mit ihm über Dinge bei denen du nicht so mitreden kannst und erkläre dir dann danach worum es geht", "ich kommentiere Dinge, die mich nichts angehen und wo niemand nach meiner Meinung gefragt hat". Sie hat so eine eingreifende Art irgendwie, jedenfalls wirkte es damals so auf mich. Mag sein, dass es auf jemand anderen nicht so gewirkt hätte. Und mein Freund hat die Situation nicht so gesehen, er stand nicht auf meiner Seite, auch nachdem ich ihm das gesagt hatte. Er blieb auf seiner Seite, teilweise fühlte es sich so an wie ihre gemeinsame Seite.
Er hat gemerkt, dass etwas nicht mit mir stimmt und hat auch mehrmals nachgefragt, wollte was mit mir unternehmen, etc. Ich habe ihm kurz und knapp gesagt, dass ich Zeit für mich brauche und mich gerade nicht mit ihm auseinandersetzen möchte. Er hat mich dann auch in Ruhe gelassen bis gestern Abend. Da kam er dann und fragte, ob es mit der Freundin zu tun habe, was ich bejahte. Dann hat er gesagt, dass er nicht möchte, dass das ständig Thema ist und dass ich anscheinend nicht das Gefühl habe, es sei geklärt, sonst würde mich das ja nicht so beschäftigen. Ich habe ihm kurz erklärt, wie ich diese Situation empfunden habe und dass mir gar nicht ihre alberne Demonstration am meisten wehtut, sondern seine fehlende Empathie. Er habe gefühlt mehr Verständnis für sie als für mich. Er hat gesagt, er wolle nicht, dass ich mich überflüssig fühle oder außen vor oder alleine auf einer Seite. Und warum mir das nicht reiche, dass er gesagt hat, er versuche sein Verhalten zu ändern. Ich habe gesagt, dass ich das Gefühl habe, er findet ihr Verhalten in Ordnung und genießt es sogar. Sehr überraschend für mich, hat er das zugegeben. Er erklärte mir, dass er diese Aufmerksamkeit genoss bevor es mich gab und ihm das wohl nie so bewusst war. Er meinte, er sei so genervt gewesen von dem Thema und habe sich kontrolliert gefühlt und deshalb so dicht gemacht, was nicht in Ordnung gewesen sei. Er habe sich beschuldigt und angeprangert gefühlt und seine Freundschaften als gefährdet empfunden. Er hat sich entschuldigt und gefragt, was er tun könne damit mich das nicht mehr so beschäftigt.
Da mich ziemlich geärgert hat, dass darauf gewartet wird, wann sie sich meldet und sie Zeit hat und ich dann halt nicht mitkomme falls ich keine Zeit habe, habe ich gesagt, dass ich möchte, dass er sie zu uns einlädt. Ich habe betont, dass ich es nicht dulde, wenn er sie alleine trifft bevor das hier für mich geklärt ist und es nicht sein kann, dass es mir nicht gut geht und dann so viel darauf geachtet wird, ob es dieser Freundin passt dass sie ihn nicht alleine sieht.
Ich habe ihm gesagt, dass ich kein "fress oder stirb" akzeptiere und dass man in Beziehungen Kompromisse finden muss und ich irgendwann weg bin wenn er das hier nicht einsieht. Ich musste auch schon Abstriche machen aber die mache ich weil ich ihn liebe und mir diese Beziehung wichtiger ist als immer meinen Kopf durchzusetzen. Natürlich, wenn es komplett nach mir ginge, würde er diese Person nie wieder treffen. Ich weiß aber, dass das nicht in Ordnung wäre und Freundschaften wichtig sind. Ich möchte nicht so jemand sein, der den Freundeskreis des anderen durchforstet und aussortiert. Es kann aber eben auch nicht sein, dass er sie trifft und sie sich genauso verhalten wie immer wenn mich das stört. Er hat gesagt, es sei unser Problem und wir müssten beide was tun um es zu lösen.
Jetzt hat er sie gefragt und sie kommt wohl im Laufe der Woche oder am Wochenende vorbei.
Mir geht es seit gestern viel besser. Ich hatte das Gefühl, wir reden zum ersten Mal richtig darüber. Es hat gut getan, dass er es angesprochen und einiges eingesehen hat. Wir haben uns nicht gestritten, sondern sehr gut miteinander gesprochen. Ich weiß noch nicht genau, was das Treffen bringt und wie es ausgeht aber vom Bauchgefühl her ist das der beste Weg.
Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es lief.Geändert von Ivalo (20.10.2014 um 09:52 Uhr)
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20.10.2014, 09:41
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20.10.2014, 09:43
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20.10.2014, 09:48Inaktiver User
AW: Weibliche Freundinnen
Das finde ich ganz toll. Du hast Dich verletzlich gezeigt, er ist darauf eingegangen und hat sich auch ein bisschen "nackig gemacht" indem er zugegeben hat, dass ihm das Verhalten schmeichelt (meine Meinung: Er wusste von Anfang an, was Du meinst, deshalb wurde er auch aggressiv).
So kann wirkliche Nähe entstehen.
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20.10.2014, 10:47
AW: Weibliche Freundinnen
Nein,musst du nicht. Aber ich frage mich eben, was diese Vertraulichkeit in dir auslöst. Und das scheint Eifersucht zu sein.
Eifersucht darauf, das die beiden VOR dir Dinge erlebt haben. Dinge, die du nie genau so mit ihm erleben kannst.
Oh, ich verstehe dich gut, nicht das ein falsche Eindruck entsteht.
Andererseits bin ich auch eine beste Freundin und als ich die jetzige Frau deises Mannes kennenlernte,hätte diese auch auf solche Gedanken kommen können. Denn natürlich haben wir vorher vieles zusammen erlebt, und sicher auch eine große Vertraulichkeit miteinander, die bis heute hält
Ich möchte mich nicht davon freisprechen, das man dies oder jenes falsch hätte interpretieren können. Oder sogar, das dem Mann diese Vertraulichkeit nicht gefallen könne.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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20.10.2014, 11:07
AW: Weibliche Freundinnen
Ja, natürlich haben die Dinge miteinander erlebt, die wir so nicht erleben werden. Aber das ist so und stört mich nicht so. Die Demonstration stört mich. Das ist kein Wettkampf wer ihn besser kennt. Sie kennt ihn länger, ja. Wir wohnen zusammen, kennen die tiefsten Geheimnisse und Abgründe des anderen, sehen uns täglich. Das ist ja kein Vergleich.
Ich habe auch männliche Freunde und kenne die andere Seite. Es war manchmal eine Umstellung wenn einer einen neuen Partner hatte. Und nicht immer versteht man sich mit dem, was ja auch in Ordnung ist. Sicherlich habe ich manche Geste gelassen wenn die neue Freundin daneben saß. Und sicherlich haben wir, als wir beide Single waren, es auch besonders genossen, so vertraut zu sein und Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich habe aber nie etwas demonstrieren müssen, da bin ich auch nicht der Typ für. Es war nie ein Thema.
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20.10.2014, 14:14
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20.10.2014, 15:02
AW: Weibliche Freundinnen
Cooler einfühlsamer Freund!
Find ich auch erstaunlich und gut und ehrlich!
Gottogott ..... ich bin ja der Meinung, das Wort "Dulden" hat nichts in einer Partnerschaft zu suchen.
dein Freund kommt echt auf dich zu.
Du hast aber augenscheinlich immer noch Probleme mit der angeblichen Überlegenheit dieser Frau.
Deswegen ist es ziemlich super, dass sie zu euch kommt.
Letzteres ist aber Friss oder Stirb von deiner Seite!
Naja, ich hoffe, ihr könnt einen Kompromiss finden, ohne dass er seine Freundin absägen muss .....see you on be friends online!
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20.10.2014, 16:20
AW: Weibliche Freundinnen
Du hast recht, es kommt recht hart und kalt rüber was ich da geschrieben habe. Das Gespräch war es aber nicht. Ich habe mich vor allem sehr gefreut. Er ist wirklich ein toller Mensch
O nein, ich würde nie verlangen, dass er sie oder jemand anderen absägt.
Wann das zu tun wäre, wüsste er selbst am besten.
Ich bin gespannt auf das Treffen und werde berichten wenn ihr mögt.



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