Hallo Ihr Lieben,
aufgrund des letzten Posts möchte ich den Strang noch mal hochholen und euch meinen Fall schildern.
Ich habe mich kürzlich von einem Mann getrennt, den ich über ein Internet-Forum kennengelernt hatte. Wir haben ein gemeinsames Hobby, und in besagtem Forum werden von einer Frau regelmäßig Sammelbestellungen durchgeführt.
Als ich an einer davon teilnehmen wollte, sah ich, dass sie sich wohl mit dem Umfang der SB etwas übernommen hatte.
Daraufhin kam mir die Idee, ihr wenigstens was Gutes zu tun und habe eine Geschenkaktion ins Leben gerufen, wobei ich allerdings die Hilfe eines anderen Users benötigte.
Aufgrund seiner Posts (intelligent und geistreich geschrieben) schrieb ich jemanden an, der sie kannte und mir gern hilfreich zur Seite stehen wollte.
Irgendwann erzählte er mir, er sei mit der Frau aus dem Forum sehr gut befreundet und sie recht häufig miteinander korrespondierten.
Die SB zog sich durch widere Umstände etwa drei Monate hin, und wir hatten fast täglich schriftlichen Kontakt per Mail, der zunächst auf der sachlichen Ebene geführt wurde, dann aber immer mehr auf die private Schiene ging.
Schließlich wollten wir uns näher kennenlernen, trafen uns in seiner Stadt und aus uns wurde ein Paar.
Ich fragte, ob sie denn inzwischen wüsste, dass aus der Geschenkaktion-Betreibern ein Paar geworden sei und er verneinte dies.
Sie sei eine sehr labile Person, hätte große psychische Probleme und er würde ihr hilfreich zur Seite stehen. Egal was passierte, er wäre immer für sie da, wolle aber von sich aus nichts persönliches erzählen
Sie schreibt ihn auch an, wenn er ihr behilflich sein soll bei amtlichen Schreiben usw., erzählt auch private Dinge.
Er hat beruflich mit psychisch Kranken zu tun, von daher hat er schon eine gewisse Kompetenz. Er hat ihr einen Therapieplatz empfohlen usw.
Da sie von ALG II lebt, macht er häufig Geschenke, die mit unserem Hobby zu tun haben. Auch zum Geburtstag und nicht von geringem Wert.
Zwei Monate später fragte ich erneut, ob sie inzwischen von uns wisse, nein, und von ihm würde sie es auch nicht erfahren. Er sähe keine Veranlassung dazu.
Er las mir dann, wohl um mich zu beruhigen, ein paar Mails vor (ließ dabei aber wichtige Details weg), und ich konnte sehen, dass sie fast täglich schrieben, außer wenn ich bei ihm war oder umgekehrt.
Ich meinte, ob sie sich wohl in ihn verliebt hätte. Ja, letztes Jahr hätte sie Annäherungsversuche gestartet und räumte ein, dass er davon sehr geschmeichelt war, ihr aber klar gemacht habe, dass nichts aus ihnen werden könne. Er ist übrigens 20 Jahre älter als sie…
Er pickte eine Mail heraus, von der er wohl nicht mehr wusste, was drin stand: Lieber XY, ich vermisse dich! Ist alles in Ordnung oder habe ich irgendwas getan, dass du nicht mehr schreibst? Usw.
Ich fragte, was er darauf geantwortet hätte. Er habe sie beruhigt.
Dann ging er duschen, und ließ das Postfach offen. Tja, ich habe geschaut, was er ihr geschrieben hatte: Liebes, wie könntest du etwas tun, das mich veranlassen würde, dir nicht mehr zu schreiben? Nein, ich hatte beruflich nur viel um die Ohren…blabla.
Sie hatten 4 Tage nicht geschrieben, weil ich bei ihm war in der Zeit. Mich erwähnte er mit keinem Wort. Er hätte ja wenigstens schreiben können, dass er Besuch gehabt hätte...
Ich las dann noch ein paar Mails, ihre waren mit „ich drück dich und viele Küsse“ und vielen Kusshandsmilies und Herzchen versehen, seine begannen immer mit „meine Liebe oder Liebes und endeten mit „dicker Kuss“ und „ich drück dich auch“:
Genauso schrieb er auch mit mir….
Als er wiederkam, wollte ich wissen, welchen Nutzen er denn aus der Verbindung ziehe.
Er würde damit sein Helfersyndrom befriedigen – nein, er wäre halt gern für sie der Ritter auf dem weißen Pferd und es täte seinem Ego gut, wenn er ihr helfen könnte.
Findet ihr das normal?
Am nächsten Tag fuhr er wieder, und mir gingen die Sätze nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte keinen Mann, der für eine andere der „Ritter auf dem weißen Pferd“ sein möchte, und alles andere kam mir auch sehr komisch vor.
Es haben mich auch noch andere Dinge gestört, die ebenso maßgeblich zu meinem Entschluss beigetragen haben, aber hier geht’s ja um Freundschaft zwischen Mann und Frau.
Er hat auch zu seinen Exfreundinnen teilweise noch ein freundschaftliches Verhältnis, aber ich habe keine von ihnen kennengelernt. Eine andere reale beste Freundin hatte neulich Schluss mit ihrem Partner, rief ihn daraufhin an, und er meinte: sie hat mir die Ohren vollgeheult. Hallo?
Die andere darf ihn mit all ihren Problemen behelligen, und bei dieser nennt er es vollheulen?
Die Internet-Verbindung nennt er „Freundschaft mit geringerem Wert“…
Wie passt das zusammen?
Ich schrieb ihm einen Abschiedsbrief (er bevorzugt die schriftliche Form in der Kommunikation), in dem ich den Ritter und das Ego erwähnte.
Daraufhin schrieb er zurück, wie ich denn auf so einen Unfug käme???
Ich kann euch versichern, dass ich weder einen Hörschaden habe, noch unter Wahrnehmungsstörungen leide.
Aber jetzt wieder um eine Erfahrung reicher bin.
LG
Miranda
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06.09.2013, 14:14
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Geändert von Miranda06 (06.09.2013 um 14:27 Uhr)
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06.09.2013, 17:58
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Also ich kann nur sagen, daß eines sicher ist:
Mit einem Mann mit lauter weiblichen virtuellen oder RealLife-Freundinnen
quäle ich mich nicht mehr rum.
Klar sagt er zu Dir "Unfug"....und sagt bestimmt, er liebt nur Dich.
Vielleicht ist das auch so.
Aber meine Erfahrung ist: So ein Mann möchte Everybody´s Darling
bei Frauen sein, das pusht sein Ego.
Wenn Du das nicht verträgst - und man muß sich echt nicht alles antuen
und sich verbiegen, dann ha(c)ke ihn endgültig ab.
Er wirds nicht lassen mit den anderen Frauen, zur Not macht ers halt heimlich.
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06.09.2013, 18:39
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Im Grunde bin ich ein toleranter Mensch, ich habe umgekehrt selbst männliche Freunde, mit deren Frauen ich ebenfalls befreundet bin. Und das schon seit Jahrzehnten.
Ich käme jedoch nie auf die Idee, mit diesen Männern so einen sprachlichen Umgang zu pflegen wie er ihn mit dieser Frau hat.
Ich möchte auch niemals den Eindruck erwecken, dass zwischen mir und den Männern mehr als nur Freundschaft ist. Die Frauen bekommen ebenso eine Umarmung und ein angedeutetes Küsschen auf die Wange wie die Männer.
Er hält jedoch die Flamme bei ihr durch seine Wortwahl am Köcheln. Sie wiederum schmeichelt ihm, auch im Forum ist sie manchmal sehr emotional.
Statt ihr zu helfen, hat er sie in Abhängigkeit zu sich gebracht, so sehe ich das.
Übrigens hat sie einen Freund.
Er braucht ihr jetzt nichts mehr zu erzählen, ich habe mich ja getrennt.
Äh, ihn abgehackt.
Vor allem kommt er jetzt früher ins Bett.
Weil er nicht mehr warten muss, bis ich mich auslogge.
Er hatte sich meist gegen 22 h von mir verabschiedet, mit der Ausrede, er müsse am anderen Tag ausgeschlafen sein, um dann noch 3 Stunden im Forum zu verbleiben.
Ja, du hast recht: Everybody's Darling. So jemand ist auch meist Everybody's Depp.
Aber dass er mir quasi unterstellt, ich hätte mir seine Worte ausgedacht, das war schon der Hammer.
Anfangs meinte er, Lügen seien für ihn das Schlimmste überhaupt...
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06.09.2013, 19:21
AW: Die beste Freundin meines Freundes
So kenne ich das auch.
Inwieweit Abhängigkeit, hm weiß nicht.
"Köcheln": Empfinde ich auch so.
Ja wunderbar, er war also schon heimlich unterwegs *augenverdreh* und schwindelte rum.
Ich dachte, das Wort "Unfug" bezog sich auf Deine Gefühlslage allgemein.
Falls er aber nun leugnet, die Sache mit dem Ritter gesagt zu haben,
dann ist das schon der Hammer.
Solche Männer brauch ich nicht.
Überall "rumköcheln", everbody´s Frauen-Darling sein wollen, Ego-pushing betreiben.
Solche Männer dürfen sich mit Frauen zusammentuen, die es haargenauso machen. :-)
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06.09.2013, 19:38
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Statt ihr Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, nimmt er ihr alles ab.Inwieweit Abhängigkeit, hm weiß nicht.
Neulich hat er für sie ein amtliches Schreiben aufgesetzt, weil es ihr nicht gut ging und sie es nicht schaffte...
Nebenher betreibt sie aber munter ihre Sammelbestellungen, erstellt Listen usw.
Egal, um was es geht - er macht es für sie. So muss sie sich aber nie selbst mal anstrengen.
Selbstwertgefühl erlangt man m.M.n. aber hauptsächlich durch eigene Erfolge.
Ja, darum ging es. Meine Aussage sei infam, und er bedauere es, dass ich ihn so einschätze. Und er habe es gewiss nicht nötig, sein Ego durch die Wertschätzung anderer aufpolieren zu lassen.Falls er aber nun leugnet, die Sache mit dem Ritter gesagt zu haben,
dann ist das schon der Hammer.
Aber ich hatte ihn ja gefragt, welchen Nutzen er aus der Verbindung zieht, und das waren genau seine Worte (Ritter auf dem weißen Pferd und es tut meinem Ego gut).
In meiner letzten Mail hatte ich das auch noch mal klargestellt und auch betont, dass ich gar nicht vorhatte, ihm den Kontakt zu verbieten.
Und ich hätte es völlig normal gefunden, ihr zu berichten, dass aus der Geschenk-Aktion, deren Anlass sie schließlich war, eine Beziehung entstanden ist.
Normalerweise hätte sie sich doch darüber freuen müssen, dass sie quasi die Stifterin war und ihn glücklich zu wissen.
So wäre es mir an ihrer Stelle gegangen.
Er hat nicht mehr darauf geantwortet. Ist auch besser so.Geändert von Miranda06 (06.09.2013 um 20:10 Uhr)
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06.09.2013, 19:50
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Also das ist außerhalb dessen, was ich als normal bezeichnen würde.
ts ts ... *kopfschüttel*Ja, darum ging es. Meine Aussage sei infam, und er bedauere es, dass ich ihn so einschätze. Und er habe es gewiss nicht nötig, sein Ego durch die Wertschätzung anderer aufpolieren zu lassen.
Aber ich hatte ihn ja gefragt, welchen Nutzen er aus der Verbindung zieht, und das waren genau seine Worte (Ritter auf dem weißen Pferd und es tut meinem Ego gut).
Nee, solche Männer brauche ich auch nicht.
Wie alt bist Du ca.?
Wenn man sehr jung ist, meint man nämlich noch,
man müsse Toleranz üben, und das ist doch gar nicht schlimm,
und er ist ja nur hilfsbereit usw.
Nein, keine Frau braucht Toleranz bei solchen Dingen üben.
Edit: Alles Gute für Dich!
Vielleicht versucht er Dich zurückzukriegen.
Wünsche Dir einen klaren Kopf!
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06.09.2013, 20:26
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Och, ich bin alt genug
und habe einige Erfahrungen gemacht. Und doch ist es immer wieder anders.
Inzwischen achte ich sehr genau darauf, ob Worte und Taten zusammen passen...
Wie gesagt, ich habe auch männliche Freunde, die mich in manchen Dingen (Auto z.B.) unterstützen, da sind die Ehefrauen auch tolerant. Aber ich versuche sie mit einzubeziehen, und ich frage nicht immer denselben. Es kommt auch nicht täglich vor, dass ich Hilfe benötige, sondern vielleicht einmal im Jahr.Nein, keine Frau braucht Toleranz bei solchen Dingen üben.
Ich würde nie etwas hinterm Rücken des Partners machen, denn das hat u.a. mit Respekt zu tun.
Nö, der kommt nicht zurück.
Danke!Alles Gute für Dich!
Edit: Falls sie noch mal Annäherungsversuche gestartet hätte, wollte er ihr angeblich sagen, dass er liiert ist.
Also wenn sie in den nächsten Jahren nichts unternommen hätte, wäre er für sie immer noch Mr. Alleinstehend gewesen. Er macht sich somit auch keine Gedanken, wie sie das wohl aufgenommen hätte.Geändert von Miranda06 (06.09.2013 um 20:30 Uhr)
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07.10.2013, 08:29
AW: Die beste Freundin meines Freundes
Kleines Update:
Mein Jetzt-Ex hatte einen Herzinfarkt. Aus der Klinik heraus informierte er mich vier Tage nach der OP.
Ich war natürlich total geschockt, machte mir große Sorgen und bot ihm meine Hilfe an, die er ablehnte.
Ich fragte noch, wo er denn seinen Hund untergebracht hätte und er antwortete, dass sich eine Freundin um ihn kümmere.... ???
Ja, wer das wohl ist? Erinnert mich irgendwie an Rumpelstielzchen.
Sie war ab dem 2. Tag nach seiner OP nicht mehr im Forum, erst gestern kam sie wieder on...
Letzten Freitag wurde er entlassen, sie hat somit zwei Nächte mit ihm in einem Bett geschlafen...
Er hat jedes Recht, sich wen immer er will ins Haus oder Bett zu holen, schließlich sind wir nicht mehr zusammen. Ein Schei..gefühl ist es trotzdem...
Versteht das jemand?
Ein Hoch auf die Intuition!
Es ist ja sehr erfreulich, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Aber in diesem Fall könnte ich k....!
Und genau diesen Satz würde ich ihm gerne schreiben.
Boah, ich muss mich sehr zusammenreißen und auf meine Finger setzen, um es nicht zu tun.
Oder wäre es besser?
LG Miranda


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