Hallo,
Ich habe eine sehr liebe mütterliche Freundin, die sich irgendwie ziemlich um mich kümmert. Das ist sehr wichtig für mich, da ich eine sehr schlechte Beziehung zu meiner eigenen Mutter habe. Ich fühlte mich dadurch immer sehr instabil. Nachdem sich diese Frau irgendwie meiner "angenommen" hat, gings mir sehr schnell besser.
Mein Problem: Das 3 Parteienhaus, in dem sie wohnt, stand lange Zeit, bis auf ihre Wohnung leer. Dann zogen die ersten Nachbarn ein.
Und nun ziehen zwei Leute ein, die ich kenne.
Ich bin so eifersüchtig, dass diese Nachbarn ihr so nahe wohnen können. Ich habe auch Angst, wie viel Zeit Nachbarn miteinander verbringen und ob sie mit diesen Leuten mehr Zeit verbringen wird, als mit mir. Es fühlt sich so intensiv nach Verlustangst an. Eine ganz schlimme Variante davon, weil ich fühle (einen neuen Mann könnte ich immer wieder finden. Aber eine "neue Mami" kann ich nie mehr finden, wenn sie jetzt mehr Zeit mit diesen Leuten verbringt; wenn ich unwichtig werde).
Ich weiß nicht, ob mich jemand verstehen kann und vielleicht etwas beruhigendes zu sagen hat. Vielleicht etwas, was Nachbarschaft so bedeutet und, und, und....
Danke![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: eifersucht auf nachbarn
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01.05.2011, 15:00
eifersucht auf nachbarn
Man wird, was man ist, durch Ermutigung
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01.05.2011, 15:03Inaktiver User
AW: eifersucht auf nachbarn
Das für ein Verhältnis hast Du zu Deinen Nachbarn?
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01.05.2011, 16:13
AW: eifersucht auf nachbarn
Liebe Evee,
In vertrauten Beziehungen kann man - auch irrationale - Gefühle ansprechen. Was hältst du von dem Vorschlag, mit deiner "Mom" über deine Ängste zu sprechen? Nicht, um ihr Vorwürfe zu machen oder damit sie weniger Zeit mit den Nachbarn verbringt. Sondern um dich mitzuteilen und vielleicht im Gespräch ein Stück weit Sicherheit und Vertrauen zu finden.
Was meinst du?
LG Lil
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01.05.2011, 16:33Inaktiver User
AW: eifersucht auf nachbarn
Ja, erstens genau das...und
das Mißverhältnis zur richtigen Mutter mal aufräumen ! Halte ich für sehr wichtig, denn sie eines Tages mal nicht mehr da ist geht Aufräumen eigentlich nicht mehr und es bleibt etwas Unschönes. Wobei mir nun in den Kopf schießt, wenn die TE derart eifersüchtig reagiert wenn sie nicht die volle Zuwendung bekommt, dann denke ich , daß gerade diese Einvernahme der Knackpunkt zwischen Mutter und Tochter ist. Ich glaube wenn sich das mit der mütterlichen Freundin so ähnlich wiederholt dann könnte es nochmals Scherben geben.....
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01.05.2011, 16:36Inaktiver User
AW: eifersucht auf nachbarn
dein problem sehe ich weder bei den neuen nachbarn noch bei deiner "ersatz-mama"
sondern ganz allein bei dir und was du selbst schon gesagt hast: verlustängste.
so lange du das nicht in angriff nimmst- wirst du dein ganzes restliches leben in angst vor verlust nicht leben sondern vegetieren.
wenn deine "ersatzmama" dir eine wirklich mütterliche freundin ist- wird sie dich darin unterstützen dich unabhängiger zu machen und deine alten baustellen aufzuräumen.
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01.05.2011, 21:45
AW: eifersucht auf nachbarn
hallo,
danke für eure beiträge.
Ich streite nicht mit meiner mutter oder so. es ist nur so, dass sie sehr kalt ist, mir gegenüber, wenn ich um Nähe und Wärme indirekt gebeten habe, hat sie mich weggestoßen. Ich bin über die Jahre immer panischer geworden, weil ich so dringend jemanden gebraucht hätte, der mir Wärme gibt. Meine Mutter wollte es nie. Da gibts auch nicht viel zu reden, mit meiner Mutter. Sie sieht es so, dass Sie eine sehr gute Mutter ist. Wenn ich was sage, schreit sie. Ich habe keine Kraft mehr für Diskussionen, die zu nichts führen, außer dem, dass ich eine böse Tochter bin. Zudem sagt meine Mutter auch, dass sie für mich nicht mehr zuständig ist. Ich sei xx Jahre und da sei sie nicht mehr zuständig.
In Therapie bin ich auch. Aber diese Verlassenheitsgefühle, das ist die schlimmste Angst, die ich habe, die kommen halt immer wieder.
Ich bin zwischendrin auch schon unabhängiger gewesen. Ich war im Ausland. Aber seit ich wieder zurück bin, fühle ich mich so entwurzelt. Diese neuen Nachbarn, die meine Ersatzmama hat, die kennt sie. Und ja, nun hat sich mein Kopf und meine Seele eben ausgedacht. Was, wenn die viel öfter da sind, eine viel herzlichere Beziehung zueinander aufbauen und ich nicht so oft da bin und unsichtbar werde und vergessen werde.
Naja, eben, da ich schon in Therapie bin und das zu bearbeiten versuche und das immer wieder kommt, diese scheiß Verlassenheitsangst. Ich bin dann einerseits panisch, andererseits apathisch, wenn ich diese habe. Weil ich dann immer fühle, alles zu verlieren.
Naja, eben deswegen fragte ich mal nach hier, wie das so ist, mit Nachbarschaft, wie oft man seine Nachbarn so sieht. Wie herzlich das so ist....
WEiß gar nicht genau, was ich hören will. ich glaub, ich würd nur gern ein bisschen beruhigt werden.
Jedenfalls danke für die Antworten.
Man wird, was man ist, durch Ermutigung
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02.05.2011, 08:38
AW: eifersucht auf nachbarn
evee, wie alt ist deine Mutter ca.?
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02.05.2011, 16:26Inaktiver User
AW: eifersucht auf nachbarn
>>>Ich streite nicht mit meiner mutter oder so. es ist nur so, dass sie sehr kalt ist, mir gegenüber, wenn ich um Nähe und Wärme indirekt gebeten habe, hat sie mich weggestoßen. Ich bin über die Jahre immer panischer geworden, weil ich so dringend jemanden gebraucht hätte, der mir Wärme gibt. Meine Mutter wollte es nie. Da gibts auch nicht viel zu reden, mit meiner Mutter. Sie sieht es so, dass Sie eine sehr gute Mutter ist. Wenn ich was sage, schreit sie. Ich habe keine Kraft mehr für Diskussionen, die zu nichts führen, außer dem, dass ich eine böse Tochter bin. Zudem sagt meine Mutter auch, dass sie für mich nicht mehr zuständig ist. Ich sei xx Jahre und da sei sie nicht mehr zuständig.
Evee, so hab ich mir das auch ungefähr vorgestellt......und da klingelt es bei mir auf allen Leitungen (ohne jetzt deine Mutter in Schutz nehmen zu wollen). Ich finde es wichtig zu klären warum sie sich dir gegenüber so verhalten hat ! Da kann es sehr häßliche Hintergründe geben, die du leider wegen deines Daseins nun abgekriegt hast. Ich vermute da schon, daß deine Mutter selber sowas wie "ein Opfer" war wie sie dich bekam. Allein der Gedanke, daß dein Vater sie sitzen ließ oder das es womöglich eine Vergewaltigung war ist schon schlimm, könnte aber das Tun deiner Mutter zumindest erklären, sie ist auch nur ein Mensch....was ist eigentlich mit deinem Vater ?
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02.05.2011, 22:44
AW: eifersucht auf nachbarn
meine mutter ist so um die 60.
nein, sie ist nicht vergewaltigt worden und auch nicht sitzen gelassen worden mit dem kind.
sie dürfte dennoch nicht sehr glücklich gewesen sein in der situation, denn sie hatte psychisch bedingt herzrythmusstörungen nach der geburt und ich war 5,6 wochen allein im krankenhaus, weil sie in anderen krankenhäusern war.
sie war nie glücklich, meine ganze kindheit hindurch nicht. und mein vater war sehr dominant und streng. als kleines kind hatte ich panische angst vor ihm. dann wurde er krank und harmloser.
aber egal - irgendwann merkte ich, dass ich wärme von meiner mutter nicht kriegen werde.
es waren so paradebeispiele für mich: dass es z,B. eine Zeit ganz gut laufen konnte zwischen uns. und dann sagte ich: schau, wir verstehen uns ja prima. das ist schön. oder sowas in der art. Und meine Mutter zählte dinge auf, dass mit jemandem, der das dann getan hat und das dann udn der immer so und so sei - keine ahnung mehr, welche harmlosen sachen ich gemacht habe - es halt einfach funktioniert, weil sie nichts sagt, alles runterschluckt und weil sie so tolerant ist.
als das einige male so passiert ist und ich wie vor den kopf gestoßen war, weil ich wirklich meinte, in dem halben jahr davor oder so, hätte ich mich gut mit meiner mutter verstanden. ab dem zeitpunkt wusste ich, dass ich meiner wahrnehmung in bezug auf meine mutter nicht trauen konnte. es konnte schön sein und sie würde sage, es ist nur deswegen schön, weil ich (also sie) so perfekt ist und alles toleriert (dabei habe ich eh alles getan, weil ich glücklich war, dass es mal hingehaut hat und ein wenig schön war).
ab dem zeitpunkt hab ich sie nicht mehr an meine gefühle gelassen. ich konnte dieses auf und ab nicht mehr ertragen. zu meinen: Jetzt sei es schön gewesen und gesagt zu kriegen "mit dir kann es nie schön sein".
ich baute effektiv eine mauer zu ihr auf, damit sie mich nciht mehr verletzen konnte. wobei dann halt die verlassenheitsangst sehr sehr stark wurde....
meine mutter wollte z.B. mit mir nie irgendetwas unternehmen. nieeeeee. sie wollte nicht. sie sagte immer: ich bin nicht deine freundin. ich bin deine mutter. und sie fand es als anmaßung meinerseits, dass ich ab und an, drum fragte: dann meinte sie: siehst du eigentlich nicht, dass ich berufstätig bin und keine zeit habe."
Geändert von evee (02.05.2011 um 22:49 Uhr) Grund: ergänzung
Man wird, was man ist, durch Ermutigung
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03.05.2011, 08:55
AW: eifersucht auf nachbarn
Liebe Evee
mein "Senf" dazu:
Ich glaube daß die Nachbarin Deine Mutter darstellt die Deine hätte sein müssen. Ein Zuhause, Wärme, Verständnis. Die hattest Du nicht und das ist eine nicht zu unterschätzende Wunde.
Die Angst, ihre Zuneigung zu verlieren ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, für Dich ist sie mehr als nur eine Nachbarin. Wenn Eltern ihre Kinder verlassen ohne daß sich jemand kümmert sterben kleine Kinder. Du bist seelisch verlassen worden, die angst in der Kindheit hast Du kennengelernt und erlebt.
Wie Du heute damit umgehen kannst...
Akzeptiere daß die Vergangenheit so war, das gute ist doch daß Du überlebt hast und noch empfindungsfähig bist!
Deine Mutter wirst Du vielleicht loslassen müssen, nicht im Sinne von Kontaktabbruch aber Du kannst Dich insoweit von ihr lösen daß Du nicht mehr (kindlich) darauf angewiesen bist, endlich von ihr gesehen und gewertschätzt zu werden. Du reibst Dich da auf. Akzeptieren, daß sowas nicht kommen wird und wenn Du weiter bist Verzeihen (muß noch nicht einmal ausgesprochen werden) daß Deine Eltern so sind wie sie sind.
Wenn Deine Lebenswunde erkannt und verarbeitet ist kannst vielleicht Du Deinerseits viel geben, wahrnehmen und ohne Verlustangst Freundschaften pflegen. Das wäre ein großes Geschenk für Dich.
Ist das eine Alternative diese Dinge zu sehen?
wolteraDas Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!


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