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    Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Ja wie fang ich am besten an.
    Mein Freund und ich (beide 24) kennen uns seit über einem Jahr, habe ihn im Auslandssemester kennengelernt. Wir führen eine Fernbeziehung, haben uns aber vor kurzem für einige Wochen gesehen, werde auch in einigen Wochen nochmal hinfahren und dort nächstes Jahr hinziehen (studienbedingt) und wir werden auch zusammenziehen. Eigentlich läuft es richtig gut, wir sind uns beide sicher, dass es "das nun ist" und freuen uns auf die gemeinsame Zukunft.

    Aaaber ... da ist noch sie. Sie ist erst 18, magersüchtig und depressiv. Er hat sie bei seinem Nebenjob kennengelernt und sie haben sich angefreundet; sie lebt in einer Stadt etwas weiter entfernt (trotzdem natürlich wesentlich näher als ich ...). Er hat auch so eine depressive Tendenz, vor allem eben, wenn ihn jemanden so runterzieht. Erst wusste ich von ihr gar nichts, er hatte sie mal erwähnt aber ich habe mir nichts dabei gedacht.

    Jedenfalls haben die beiden sich wohl ihre Probleme erzählt, sie mit der Magersucht und Liebeskummer und Depressionen, er ebenfalls mit seinen Depressionen.
    Ihn hat das wohl ziemlich heruntergezogen, was ich gemerkt habe, aber nicht einordnen konnte. Dann hat er sie besucht, allein, ist die dreistündige Fahrt zu ihr gefahren und ich wusste von nichts. (Und ich weiß, wenn ich das machen würde - allein zu einem Arbeitskollegen nach Hause fahren, auch noch bei dem Fahraufwand - wäre er ziemlich sauer und eifersüchtig)

    Letztlich kam es dann doch raus als ich dann wenige Wochen später bei ihm war (bin seit knapp zwei Wochen wieder zurück). Das schlimme an der Sache ist für mich eigentlich nicht (nur), dass er allein zu einer anderen Frau gefahren ist, sondern, dass er dort schlecht über unsere Beziehung geredet hat. Er hat richtig Tatsachen verdreht und anders erzählt.

    Ich habe ihn gefragt, warum. Er meinte, er wäre einfach so depressiv gewesen und hätte alles negativ gesehen, wohl auch weil die beiden sich gegenseitig heruntergezogen haben, und hätte immer wenn er schlecht drauf war anstatt mit mir dann mit ihr über seine Probleme geredet (ich hatte zu dem Zeitpunkt viel Ärger mit meiner Familie und einfach nicht viel Kraft und Zeit für seine Probleme), wozu sie dann auch immer alles negativ gesehen hat, sodass er sich reinsteigerte und dann alles noch negativer sah und mir dann die Schuld an allem gegeben hat.

    Und ich habe mich gewundert, dass wir in diesen Wochen so eine schwere Zeit hatten, er so entfernt und verschlossen und traurig gewirkt hat!

    Ich war dementsprechend sauer, was ihm einfällt, so über uns und mich zu reden und seine Probleme, die nicht nur aber eben vor allem wohl unsere waren, mit einer anderen Frau und nicht mit mir zu besprechen.

    Wir haben viel und lang darüber gesprochen und er hat sich mehrmals aufrichtig entschuldigt und es eingesehen. Er meinte, es lag wohl mit daran, dass wir uns so lang nicht gesehen hatten (mehrere Monate), und sie sich eben negativ beeinflusst hatten.
    Er bereut es auch, nicht mit mir gesprochen zu haben, er hatte angeblich Angst, dass es unsere Beziehung negativ beeinträchtigt, darum hat er das woanders ausgelassen, auch das was ihn an mir/uns gestört hat, wenn ich z.B. mal schlecht drauf und redefaul oder zickig war, wegen dem Stress den ich hatte.

    Danach habe ich ihn gefragt, was er nun in Bezug auf sie unternehmen würde - zu dem Zeitpunkt hat sie ihn fast täglich kontaktiert und wollte über ihr mieses fieses Leben reden, dass ja so schrecklich ist usw. (ich versteh durchaus, dass es für jemanden in dem Alter und mit den Krankheiten sehr schwer ist, aber mein Freund kann ihr da auch nicht helfen).

    Er hat dann darüber nachgedacht und kam später und hat mir die Email gezeigt, die er ihr schickte. Darin stand, dass er über den Kontakt mit ihr nachgedacht hat, er einige Sachen die er gesagt/gemacht hat nicht mehr richtig findet, und er außerdem der Meinung ist, dass sie sich zu negativ beeinflussen. Dass er daher keinen Sinn mehr in der Freundschaft sieht und den Kontakt einstellen möchte.

    Das wars. Er hat sie aus seinen Kontakten gelöscht und erstmal kam auch nichts von ihr, ich habe begonnen es zu vergessen, auch um unserer gemeinsamen Wochen willen, die ich ja nicht verderben wollte. (Dennoch haben wir mehrmals darüber gesprochen und auch gestritten, also unter den Teppich gekehrt wurde es auch nicht).

    Nun, zwei Wochen später schrieb sie mir (!) über ein Portal in dem ich in seiner Freundesliste bin (sie muss meinen Namen also kennen, zu dem Zeitpunkt war sie bei ihm schon gelöscht) eine Nachricht.
    Ich verdiene es zu wissen, dass da nie was lief und sie nur Freunde sind (das habe ich nie angezweifelt, und er hat es auch ganz klar gesagt, dass da niemals was in die "amouröse" Richtung ging), sie wisse selbst, wie schwer Fernbeziehungen seien, sie wünsche uns alles Gute ...

    Keine Ahnung, was sie dazu bewogen hat. Ich vermute, sie wollte einfach irgendeine Reaktion, nachdem er sie so konsequent aus seinem Leben gestrichen hat?!

    Nunja, jedenfalls habe ich darauf nicht reagiert und sie sogar blockiert, da ich einfach nicht mehr an das ganze denken wollte und es mich noch immer ziemlich aufgeregt hat.

    Ich weiß nicht, ob das wer überhaupt so nachvollziehen kann - ich fühle mich irgendwie ... "emotional betrogen" sozusagen.
    Und es kommt noch immer hoch.
    Es ist mir schon peinlich, ich mein, da war doch quasi nix - sollte ich es nicht einfach abhaken und mich an meiner Beziehung erfreuen, die momentan so super läuft?

    Aber irgendwie kann ich nicht. Sie taucht in meinen Träumen auf, ich werde ab und an so wie heute aus heiterem Himmel sauer auf ihn. Ich könnte es nochmal ansprechen, was ich letzte Woche auch getan habe, aber es ist ja eigentlich schon alles dazu gesagt und ich will die Beziehung auch nicht damit belasten.

    Was soll ich machen, damit ich es einfach abhaken kann?
    Zudem habe ich manchmal das Gefühl, ihr antworten zu wollen, aber was ich überhaupt schreiben sollte weiß ich auch nicht. Ich verfolge außerdem, muss ich zugeben, ihre Statusupdates auf dem Onlineportal. Sie scheint ihn zu vermissen, schreibt manchmal Sachen wie "jetzt wo du es eh nicht mehr liest, poste ich viel weniger", oder "dein Verlust, nicht meiner" und kurz darauf, dass sie traurig ist. (Danach kam dann die Mail an mich) Ansonsten halt ihre üblichen das Leben ist hart/gemein/blöd-Posts.

    So erstmal vielen Dank allen, die bis hierher gelesen haben ...

    Ich möchte damit aufhören, ihre Updates zu lesen und einfach so sauer zu werden, aber ich weiß nicht wie? Hat jemand einen Rat?
    Geändert von Mandarinee (28.10.2010 um 18:26 Uhr)

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Hallo,

    na ja, irgendwie hört sich das an, als hättest du kein großes Selbstbewusstsein. Warum musst du rausfinden.
    Weil, ich denke dein Freund hat alles richtig für dich gemacht. Er kann nichts tun.

    Oder, bist du dir sicher, das du mit DIESEM Mann dein Leben teilen möchtest? Oder gibt es da Bedenken? Schau mal in dich rein...
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Danke erstmal für deine Antwort.

    Entgegen deiner Vermutung habe ich eigentlich ein sehr intaktes Selbstbewusstsein :-) Bin zufrieden mit mir und mein Leben verläuft auch sehr gut eigentlich, bin stolz auf das was ich bisher erreicht habe, habe Freunde die ich oft treffe, fühle mich wohl in meinem Körper ... manchmal denke ich schon ich fühle mich zu toll ;-) Hab lange daran gearbeitet, mich wirklich wohl mit mir zu fühlen. Es gibt nichts, was sie hätte, was ich wollen würde (im Gegenteil, sie tut mir schon ein bisschen leid, dass es ihr so schlecht geht und er nun auch nicht mehr für sie da ist). Darum verstehe ich es auch so wenig. Ich weiß auch, dass ich ihn liebe und er mich ... ich verstehs einfach nicht?

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Na ja, aber irgendetwas stimmt bei dir ganz und gar nicht. Irgendwie muss das Ganze etwas in dir angesprochen haben, was gar nichts mit der Sache an sich zu tun hat. Vielleicht könntest du mal in die Richtung denken?
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    Erich Fromm

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Ich glaube, es liegt ein bisschen daran, dass ich jetzt Angst habe, Probleme anzusprechen oder gar zu diskutieren oder sogar zu streiten. Weil er das letzte Mal dann ja zu ihr ist anstatt zu mir. Da ist jetzt einfach diese Angst, die vorher nicht da war, weil ich dachte wenn wir was haben, wird er es mit mir besprechen.

    Und auch das Gefühl, dass er einfach so was für sie getan hat, während ich ihn oft mehrmals um etwas bitten muss bis etwas passiert. Dabei bemüht er sich sehr um mich, ist nur manchmal etwas "verpeilt". Aber es erscheint mir so, als wäre er mal eben für sie die insgesamt sechs Stunden gefahren, und wenn ich mal was habe ist es immer irgendwie ein kleiner Akt das hinzubekommen.

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Ok, das verstehe ich durchaus... Vielleicht liegt es aber daran, das du nicht so "hilfebedürftig" erscheinst, wie sie es tut.
    Außerdem haben beide die gleiche "Krankheit", was auch verbindet, da man sie als außenstehender nicht immer verstehen kann. Und, wenn DU Probleme hast, ist das viel anstrengender für ihn ( da du ihm so nahe stehst ) als wenn sie Probleme hat.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Danke für den Denkanstoß, das hilft mir wirklich schon mal weiter ...

    Vielleicht ist das wirklich einer der Knackpunkte? Sie kommt allein so gar nicht zurecht, bedürftig ist da schon das richtige Wort. "Die arme kleine (nennen wir sie B) B" halt.
    Während ich da ganz anders bin, ich durfte nie so wirklich schwach sein, vom Elternhaus nicht, ich musste früh Verantwortung übernehmen und habe mir ziemlich viel allein erkämpft.

    Seine Depression kann ich schon verstehen, da ich selbst depressiv war, das ist allerdings Jahre her und ich habe es, auch mit Therapie, schließlich geschafft, dass es mir heute gut geht, ich mit den meisten meiner eigenen Krisen allein fertig werde und erfolgreich in dem bin, was ich tue.

    Ob es für ihn anstrengender ist, wenn ich Probleme habe, weil er mir näher steht, darüber habe ich noch nie nachgedacht ...

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Und dann ist da noch diese dämliche Sache, das ist mir peinlich ... er fragte, wie er es wieder gut machen könnte, er wisse nicht wie ... und ich meinte, ich würde ihn verstehen, wir hätten ja darüber geredet und es wäre jetzt ok ... aber eine Geste wäre schön, einfach mehr als Worte, einfach irgendwas. Er bohrte dann weiter, was er tun könnte, und ich meinte, Schokolode oder Blumen oder sowas wären schon genug, einfach die Geste die zeigt: Es tut mir leid, du bist mir wichtig.

    Aber das kam nicht. Ich hakte irgendwann vorsichtig nach, weil ich enttäuscht war. Er meinte, er dachte nicht, dass es mir so wichtig wäre, Blumen und Schokolade zu bekommen, und außerdem hätte er das Thema nicht wieder anbringen wollen ... außerdem haben wir ja die Zeit zusammen verbracht, da ich bei ihm zu Besuch war (also da wohnte), und er meinte er wäre dann von der Arbeit etc. immer lieber direkt zurück zu mir gefahren als noch irgendwo hin was kaufen, was er nicht für wichtig hielt.

    Ja, darüber sollte ich mich freuen und es sollte genug für mich sein das zu wissen ... trotzdem kommt manchmal der mir peinliche Gedanke: Zu ihr fährt er so weit, und mir kann er nichtmal sowas einfaches besorgen, wo ich ihm sogar explizit gesagt hatte, was er tun könnte.

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Auch das verstehe ich gut.

    Du hast ein bisschen das Gefühl, für ihn selbstverständlich zu sein? Und das mit "keine Zeit" was zu besorgen, ist auch eine ,sorry, dämliche Ausrede..

    Kauf dir selber Blümchen, stell sie auf seinen Tisch und wenn er kommt, sag ihm, du hättest dir die Blümchen schon selbst besorgt. Das nächste Mal fändest du es aber schöner, wenn er das tut.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Problem mit ihr, obwohl er treu ist

    Das würde ich tun, wäre ich bei ihm ;-) Wir leben ja (noch) auf unterschiedlichen Kontinenten.

    "Keine Zeit" war nicht das Argument, sondern, dass er die Zeit lieber mit mir verbringen wollte - so der Gedankengang: Fertig mit der Arbeit, jetzt noch extra zum Laden fahren und was holen (wovon er ausging, dass es mir inzwischen unwichtig wäre), oder direkt zu ihr?" - und da wäre er lieber zu mir gefahren.

    Ich finde es auch blöd und kann es nicht ganz nachvollziehen - ich hätte das halt baldmöglichst besorgt. Aber ich weiß auch, dass er eben ein bisschen "verpeilt" ist bei sowas, solche Gedanken lieber beiseite schiebt und die schöne Zeit mit mir genießt, als sich Gedanken um das zu machen was war. Er ging wirklich davon aus, dass ich das Thema abgehakt hätte. Nachdem wir darüber sprachen, tat es ihm wieder leid (aufrichtig), aber da war es schon zu spät.
    Letztens hat er sich nochmal meine genaue Adresse in Deutschland geben lassen - ich habe die leise Hoffnung, dass er da nun was nachholen will, wo ihm klar geworden ist, dass mir das sehr wohl wichtig war und ich das Thema auch noch nicht fallen gelassen habe.
    Aber gleichzeitig bin ich das Thema Blumen und Schokolade auch schon leid und erwarte/erhoffe das nicht mehr.

    Selbstverständlich - eigentlich nicht. Durch einen holprigen Start (wollten erst beide keine Fernbeziehung über Kontinente hinweg anfangen) sind wir eigentlich noch in der Verliebtheitsphase, obwohl es ja schon über ein Jahr läuft inzwischen. Er sagt mir auch oft, wie er für mich empfindet, meldet sich oft, und so weiter. Also als selbstverständlich komme ich mir nicht vor ... jedoch war es schon so, in den Wochen als ich bei ihm gewohnt habe, war ich halt "immer da" (wo auch sonst) und vielleicht war das einfach auch bequem für ihn in dem Sinne, sie ist da und sie ist glücklich, warum also Blumen besorgen - ist doch alles toll so wie es ist.

    (Wenn ich allerdings nächstes Jahr hinziehe, werde ich selbst beschäftigt sein, also nicht "immer da" sein. Habe dort auch einen eigenen kleinen Freundeskreis, sodass ich nicht von ihm abhängig sein werde - auch komme ich im Land gut zurecht. Der Aufenthalt war auch schon geplant bevor es mit uns so ernst wurde, sodass es auch nicht so ist, dass ich "nur wegen ihm und nur mit ihm" dort bin. Ich werde dort auch soweit ein "unabhängiges" Leben haben wie es der Fall wäre, wenn wir hier in D zusammenleben würden - auf jeden Fall werde ich mich darum bemühen, irgendwo natürlich auch wiederum für die Beziehung.)

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