Es glaube, es geht gar nicht um Schönheit. (Kann mich natürlich irren.) Es geht noch nicht mal um die Emanzipation der Frau, sondern darum, dass Anmut mitgekriegt hat, dass viele Frauen sich auch heute noch viel bieten lassen. Und sie sucht die Antwort eben da.Das glaube ich auch, dass Anmut nach einer Erklärung sucht, warum sich Frauen soviel gefallen lassen, und hier eine Antwort gefunden zu haben scheint.
Wenn ich manche posts lese, frage ich mich auch, wo viele Frauen ihr Selbstbewusstsein haben. Worüber definieren sie sich. Die Frage ist doch erstmal legitin und der Versuch einer Antwort auch.
Das Problem ist immer, wenn jemand denkt, er habe einen niedrigen Marktwert – womöglich noch unterstützt durch das dumme Geschwätz der Medien – dann hat er oft auch wenig Selbstbewusstsein, um unverschämtem Verhalten des anderen Geschlechtes entgegen zu treten.
Frauen wird ständig gepredigt, dass sie ihre optische Attraktivität ein Verfallsdatum hat, das ab sichtbaren 40 beginnt. Wenn so eine Frau dann denkt, sie findet keinen anderen mehr, dann lässt sie sich natürlich mehr von einem Mann gefallen, als eine selbstbewusstere Frau. Eine Frau, die sich auch ohne Mann wohlfühlen kann, wird sich von einem Kerl ebenfalls keine Demütigungen gefallen lassen. Anfällig dafür sind Frauen, die für ihr Wohlbefinden auf männliche Anerkennung angewiesen sind. Darauf werden Frauen in dieser Gesellschaft allerdings immer noch konditioniert: Ihr Erfolg bei Männern entscheidet über ihren Wert als Frau.
Es gibt in der Tat sowas wie die Macht der Schönheit, dass viele Menschen attraktiven Mitmenschen mehr durchgehen lassen als weniger attraktiven. Über diese Ungerechtigkeit ärgere ich mich auch immer wieder. Da kann man als optisch weniger attraktiver Mensch nur auf anderen Gebieten der Attraktivität für Ausgleich sorgen, nach dem Motto „So eine charmante Frau kann ich einfach nicht anders als gut behandeln.“Man muss den Schöneren ihren Vorsprung ja nicht kampflos abtreten …
Wenn man sich als Opfer des Schönheitswahns fühlt, hat man in jedem Fall verloren. Dazu gehört die Vorstellung, dass schöne Menschen grundsätzlich in der besseren Position sind, die sich durch nichts anderes aufwiegen lässt. Marktwert kennt übrigens nicht nur optische Attraktivität. Und dazu gehört ein reichlich rigoroser und beschränkter Begriff von Schönheit, den man hochhalten kann oder von dem man sich distanzieren kann - genauso wie von seinen vehementen Verfechtern, Ihr wißt schon, die "Alle-älteren-Frauen-sind-automatisch-hässlich-weil-nur-jugendlich-schön-ist"-Fraktion.
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07.04.2010, 15:43
AW: Grenzen, Marktwert und Machtspiele
Geändert von Latona (07.04.2010 um 15:48 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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07.04.2010, 16:42
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07.04.2010, 16:48Inaktiver User
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07.04.2010, 16:49
AW: Grenzen, Marktwert und Machtspiele
Also, das sehe ich anders. Nur weil sich eine Frau mit Anfang 20 attraktiver gefühlt hat, als mit Ende 40, heisst das noch lange nicht, sie hätte weniger Selbstbewusstsein und ließe sich mehr gefallen.
Hm. Drehen wir das einfach mal um. Von Natur aus selbstbewusste Frau hat ausschließlich Pech mit Männern. Keiner will eine Beziehung mit ihr, sie erhält keinerlei Anerkennung. Wäre sie nun wirklich selbstbewusst, hätte dieser Umstand keinerlei Wirkung auf sie? Nein. Natürlich würde sich das irgendwann auf ihr Gefühl auswirken. So resistent gegenüber der Umwelt sind auch selbstbewusste Frauen nicht.Anfällig dafür sind Frauen, die für ihr Wohlbefinden auf männliche Anerkennung angewiesen sind. Darauf werden Frauen in dieser Gesellschaft allerdings immer noch konditioniert: Ihr Erfolg bei Männern entscheidet über ihren Wert als Frau.
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07.04.2010, 16:51Inaktiver User
AW: Grenzen, Marktwert und Machtspiele
Den üblichen Schönheitskriterien entspreche ich wohl weniger als mit 20. Allerdings gefalle ich mir besser! Zusätzlich mache ich mich nicht mehr so abhängig von der Meinung anderer, sehe, dass ich Qualitäten habe, die man eben nicht auf den ersten Blick sieht, und denke mal, das reicht einfach, um attraktiv zu sein :)
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07.04.2010, 16:52
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07.04.2010, 16:54Inaktiver User
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07.04.2010, 17:02
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07.04.2010, 17:03Inaktiver User
AW: Grenzen, Marktwert und Machtspiele
Nein, denn mit Anfang 20 war ich mir dessen nicht bewusst, wie gut ich aussehe. Ich dachte, ich sei zu dick, zu klein, einfach zu alles...

Ich habe nur wenig Bilder aus dieser Zeit von mir, doch die wenigen, die ich besitze habe ich erst kürzlich wieder gefunden. Und ich war überrascht, wie wenig mein damaliges Selbstbild mit der Realität überein stimmt.
Heute, 20 Jahre später, ist es umgekehrt und ich finde mich schöner, als ich es wahrscheinlich tatsächlich bin
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07.04.2010, 17:04Inaktiver User
AW: Grenzen, Marktwert und Machtspiele
Divino - was willst du eigentlich sagen? Dass man sich je älter man wird hässlicher oder weniger attraktiv fühlt? Das kommt doch drauf an, was man für das Wesen der eigenen Attraktivität hält.



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