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    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Zitat Zitat von leonce_und_lena Beitrag anzeigen
    Es wird die These aufgestellt, dass die sexuelle Revolution mitsamt seiner offenen Beziehungsstrukturen im Grunde die Wurzel allen Übels sei. Gewalt, Krieg und Zerstörung humanen Lebens seien die Folge aggressiver Sexualität.

    Diese These ist mir unverständlich. Im Gegenteil finde ich, das einzig Positive an der aggressiv gelebten Sexualität unserer Tage ist, dass Menschen, die dauernd an Sex denken nicht schiessen.

    Während Gesellschaften, die sexuelle Handlungen unterdrücken, meist in kriegerische Handlungen verstrickt sind.

  2. Inaktiver User

    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Sex statt Krieg? Hört sich gut an

    Aber ich wollte ja gar nichts schreiben - neuer User, ein Post und das wars.... nein ich mag das nicht mehr

  3. gesperrt

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    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sex statt Krieg? Hört sich gut an

    Aber ich wollte ja gar nichts schreiben - neuer User, ein Post und das wars.... nein ich mag das nicht mehr

    Ich meine, diese These ist zutreffend.

    Gesellschaftlich ist offener SEX insofern eine positive Erscheinung.

    Für die Entwicklung des Individuums halte ich es allerdings für katastrophal. Muss aber jeder selbst wissen, ob er sich auf sein Triebleben konzentriert oder auch noch was anderes auslebt.


  4. Inaktiver User

    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Nun ja, wir neigen ja nicht dazu mit Waffen durch die Gegend zu rennen - und so können wir durchaus auch etwas anderes machen, als nur an Sex denken...

  5. gesperrt

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    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun ja, wir neigen ja nicht dazu mit Waffen durch die Gegend zu rennen - und so können wir durchaus auch etwas anderes machen, als nur an Sex denken...

    So herum wird kein Schuh draus. Ist jedenfalls meine Meinung.


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    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Hallo,

    ich sehe nicht, was an deinem Ansatz neu sein soll? Diesen Aspekt: Exklusivität/Monogamie hier, sexuelle Freiheit/offene Beziehung da, gibt es in fast jeder Grundsatzdiskussion über Eifersucht. Leider hast Du den evolutionsbiologischen Gesichtspunkt übersehen. Genau an diesem Primatenrest in uns liegt es, dass Frauen tendenziell ein sexuelles Monopol auf ihren Partner fordern, während Männer sich dagegen tendenziell sexuell mit vielen Partnerinnen ausleben wollen. Natürlich spielen auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eine Rolle dabei,ob dieses Primatenerbe eher zurückgedrängt wird oder zum Vorschein kommen soll. Z.B. Vergleich zwischen muslimisch geprägten Gesellschaften mit freizügigeren Gesellschaften.


    Zitat Zitat von leonce_und_lena Beitrag anzeigen
    Eigentlich war meine Meinung bisher immer, dass Eifersucht ein sehr persönliches Problem mit dem eigenen Selbstbewußtsein sei.
    Klar, so schieben kluge Männer den schwarzen Peter den Partnerinnen zu, nur weil sie ihre Schau- und Flirtlust nicht einschränken wollen. Und Frauen, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass man nur an seinem Selbstbewusstsein abeiten müssen, um sich mit der entwürdigenden, demütigenden, respektlosen Situation zu arrangieren, lügen sich entweder selber in die Tache oder haben die magische Altersgrenze von 40 noch nicht überschritten. Ab 40 nämlich werden auch Frauen, die positive Männerblicke gewohnt sind, komplett in Anwesenheit von hübschen jungen Frauen ignoriert.

    Nun habe ich aber einen Film gesehen, der mir zu Denken gegeben hat: Elementarteilchen. Dort wird, wie auch im gleichnamigen Roman, die Thematik aus Huxleys "Schöne neue Welt" behandelt. Es wird die These aufgestellt, dass die sexuelle Revolution mitsamt seiner offenen Beziehungsstrukturen im Grunde die Wurzel allen Übels sei. Gewalt, Krieg und Zerstörung humanen Lebens seien die Folge aggressiver Sexualität.
    Hört sich haarsträubend und übertrieben an. Unter einer "sexuelle Revolution mit offenen Beziehungsstrukturen" stelle ich mir nämlich auch gesetzlich erlaubte sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und kleinen Kindern vor - und so wahr mir Gott helfe- DAS will ich auf keinen Fall erleben. Wie gut, dass wir bei dieser "Offeneheit" noch nicht angekommen sind.

    Du sprichst so, als ob wir 80 Prozent "offene Beziehungen" hätten und die "normale monogame Paarung" immer mehr am Aussterben wäre. Das ist -Gottseidank- völliger Quatsch!! Darum ist die Schlussfolgerung, dass diese "offene Beziehung"sform, die überhaupt nicht weit verbreitet ist, an allen Übeln schuld sein soll, Nonsense. Mit Verlaub - idiotische These.

    Nun kam mir der Gedanke, dass das, was sich so zerstörerisch auf das Große, Ganze einer breiten Öffentlichkeit auswirkt, auch im Kleinen einer privaten Beziehung zu erheblichen Verletzungen führen kann, die durchaus legitim sind.
    Natürlich führen "offene Beziehungen", wo beide Partner Partnertausch nach Lust und Laune praktizieren über kurz oder lang zu Kränkungen und Verletzungen. Insbesondere dann, wenn einer der beiden einen "höheren Marktwert" hat und beim anderen Geschlecht besser ankommt. Da wir in einer jugendfixierten Welt leben, wo uns die Medien einzureden versuchen, dass nur JUNGE und schöne Menschen ein Recht auf ein erfülltes Sexleben haben, wird die Frau in der "offenen Beziehung" ab dem 40. Lebensjahr immer den kürzeren ziehen. Also in biologischer Hinscht ist das Projekt "offene Beziehung" schon zum Scheitern verurteilt. Hinzu kommt noch, dass Frauen im Durchschnitt eifersüchtiger und neidischer als Männer sind, wenn es um Partnertausch oder nur Fremdverliebtheit geht.

    Bisher habe ich immer die Meinung vertreten (wie auch der Großteil des Forums), dass der Partner mit Eifersucht nicht behelligt werden, sondern man an sich selbst arbeiten sollte.
    Hast du oben schon geschrieben und diese Ansicht halte ich für falsch. Wie gesagt wer selber als Frau mehrmals in eine eifersuchtsausösende Lage gerät, revidiert seine Meinung sofort.

    Nun hat sich der Gedanke eingeschlichen, ob Eifersucht nicht doch mehr ist, als nur eine "Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft". Ist dies vielleicht nicht tatsächlich der Vorbote einer Entwicklung innerhalb der Beziehung, die sich überhaupt nicht aufhalten lässt, egal wie sehr versucht wird an sich selbst zu arbeiten? Mir stellt sich die Frage, ob Eifersucht nicht einem zutiefst menschlichen Bedürfnis entspringt, Geborgenheit und Exklusivität innerhalb einer Beziehung zu erfahren und weniger mangelndem Selbstbewußtseins.
    Genauso ist es. Aufgrund evolutionsbiologischer Tatsachen haben Frauen tendenziell dieses Bedürfnis nach "Exklusivität" häufiger als Männer, weil sie AUCH HEUTE NOCH (oder GERADE heutzutage in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit) einen Versorger und Beschützer für ihren Nachwuchs brauchen. Diesem genetischen Programm entkommt keine Frau auf die Schnelle.

    Ebenso frage ich mich, ob das Argument, man müsse es einfach akzeptieren, dass es auch andere schöne Menschen gibt, einer obsoleten Ideologie folgt, die in ihrer härtesten Konsequenz tatsächlich direkt in die "Schöne, neue Welt" führt, so wie Michel Houellebecq es in seinem kompromisslos kulturpessimistischen Roman entworfen hat. Man findet immer mehr Ansätze eines "Jeder gehört Jedem" - Gefühls, einer "Sexualität ist ein freies Gut"-Argumentation, die Eifersucht zu etwas Antiquiertem erklärt und in die Steinzeit verdammt, direkt zum Muttchen an den Herd. Es ist verpönt, den Pornoskonsum des Partner zu mißbilligen und immer wieder hört man das Argument, dies sei das Recht von Jedem.
    Wie bereits gesagt, will ich eine solche inhumane "schöne neue Sexwelt" nicht erleben. Weil durch diese Konsumentenhaltung Liebe immer mehr zur Ware und Menschen zu Sexobjekten verkommen. Ausserdem führt diese Vision zu Unsicherheit und Austauschbarkeit unter den Menschen. Wie sollen da noch feste, stabile Beziehungen/Bindungen entstehen, die einem Menschen Sicherheit und Vertrauen bescheren? Katastrophal dieses Zukunftsszenario!! Dies würde auch pädophilen Gemeinschaften Tür und Tor öffnen. Entsetzlich und schauderhaft :evil:

    Wer Huxleys Roman gelesen hat, wird vielleicht tatsächlich die Frage stellen, ob unsere Gesellschaft nicht bedenkenswerte Ähnlichkeit zur im Roman skizzierten Utopie aufweist. Ebenso der von Huxley behandelte Aspekt "Elebnisgeselllschaft" scheint schon längst Realität geworden zu sein. Ich aber interessiere mich vor allem für das Bild der Sexualität in jenem Roman.
    Mensch, mach mal halblang. Wie gut, dass es noch nicht sichtbar ist. Vielleicht gibt es schon so eine "Parallelwelt-Kultur" unter den Pornokonsumenten, die in dieseRichtung geht, wer weiss? Aber Ähnlichkeiten stelle ich -zum Glück!!!- nicht fest!!! So ein Schmarrn!! Im Roman von Aldous Huxley, dessen Bruder Julian Huxley ist, seines Zeichens Verhaltensbiologe, wird der Nachwuchs unter staatlicher Kontrolle nur noch im Reaganzglas erzeugt (Invitro-Fertilisation). Und es gibt Potenzmittelchen und Sexdrogen für verschiedene Gruppen in der Gesellschaft. Alle Menschen sind Roboter, die keine negativen Gefühle empfinden können.

    Dazu sage ich: Um Mensch zu sein, brauche ich die negativen Gefühle, wie z.B. Eifersucht, Neid, Hass, usw, damit ich die positiven Gefühle viel schöner wahrnehmen kann. Zum Menschsein gehört auch ein gewisses Maß an Belastbarkeit, an Standhaftigkeit gegenüber schlechten Dingen dazu. Warum angst vor schlechten Gefühlen haben, wenn man die Sicherheit hat, dass am Ende des Tunnels immer wieder ein Licht erscheint? Diese Tatsache lernt man im Laufe seines Erwachsenen-Lebens. Ich will nicht ständig in Watte gepackt rumlaufen und kein Roboter werden. Das ist zudem kindisch und unreif.

    Frage: Ist Eifersucht nicht vielleicht das einzig humane Symptom in einer inhumanen Gesellschaft, die sich in Bezug auf ihre Sexualität immer stärker einer Utopie annähert, in der Exklusivität, Verbundenheit und Zweisamkeit einer Beliebigkeit und Offenheit weichen muss?
    Mensch, meine Güte, das klingt so, als ob dieses Horrorszenario unausweichlich wäre. Dagegen kämpfe ich an und setze darauf, dass die Mehrheit aller Paare instinktiv und bewusst die monogame Paarbeziehung wählt. Jedenfalls als langfristige Form einer Paarbeziehung. Wenn die Leute experimentiert haben und dann reumütig zur traditionellen Beziehungsform zurückkehren, weil sie die menschlichste ist.

    Befinden wir uns nicht schon längst in der "Schönen, neuen Welt"?
    DEFINITIV NEIN!!!

    Ich hoffe, manch einer kann meinen Gedankengang nachvollziehen und ich möchte defintiv festhalten, dass ich nicht dafür eintrete, Sexualität zu verdammen.
    Nein, diese Gedankengänge halte ich für zu weit hergeholt und für mich nicht nachvollziehbar.
    Geändert von Wilma1 (05.07.2009 um 17:48 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Zitat Zitat von Wilma1 Beitrag anzeigen
    Klar, so schieben kluge Männer den schwarzen Peter den Partnerinnen zu, nur weil sie ihre Schau- und Flirtlust nicht einschränken wollen. Und Frauen, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass man nur an seinem Selbstbewusstsein abeiten müssen, um sich mit der entwürdigenden, demütigenden, respektlosen Situation zu arrangieren, lügen sich entweder selber in die Tache oder haben die magische Altersgrenze von 40 noch nicht überschritten. Ab 40 nämlich werden auch Frauen, die positive Männerblicke gewohnt sind, komplett in Anwesenheit von hübschen jungen Frauen ignoriert.
    Ich verstehe, was du meinst und ich bin auch der Meinung, dass in vielen Beziehungen es die Männer sind, die ihren Partnerinnen überhaupt erst Grund zur Eifersucht geben und deren Selbstbewusstsein systematisch unterminieren.

    Aber: Trotzdem ist es wichtig, das eigene Selbstwertgefühl in dieser und jeder Hinsicht zu stärken, unabhängig von dem Mann. Denn dann lässt man es gar nicht erst zu, dass jemand einen schäbig behandelt, man setzt eigene Grenzen und verlangt, dass andere Menschen diese respektieren.

    Viele Frauen scheinen aber von Haus aus schon eine unsichere bis geringe Meinung ihres eigenen Werts zu haben. Dies wird dann durch einen entsprechenden Partner noch weiter ausgehebelt.

    Daher ist der Ansatz, beim Aufkommen von Eifersucht bei mir selbst nachzuschauen, schon richtig. Denn auch, wenn ein anderer Mensch tatsächlich "Schuld" hat, so werde ich ihn doch nicht ändern können.

    Problematisch ist, sich hauptsächlich über Schönheit und Sexualität zu definieren. Solche Menschen bekommen dann, wenn körperliche Attraktivität nachlässt, Schwierigkeiten.

    @Wilma, ich habe deinen Beitrag in dem Blondinen-Strang gelesen und muss sagen, dass sich damals bei dir und deinem Partner in gewisser Weise zwei gesucht und gefunden haben. Einer, der gerne demütigt(sadistische Ader), die Andere, die sich demütigen lässt.
    Ich habe solche destruktiven Beziehungen schon hautnah beobachten dürfen/müssen und denke hierbei geht es meist in erster Linie um Macht. Die Blondinen sind in dem Fall lediglich Statisten, aber nicht das Hauptthema. Das ist zumindest meine Einschätzung.


    lg

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    AW: Einige Denkansätze zum Thema Eifersucht

    Zitat Zitat von Kraaf Beitrag anzeigen
    Mit Eifersucht als Gesellschaftsphänomen kann ich gar nichts anfangen. Für mich ist und bleibt Eifersucht ein Beziehungsphänomen.

    Und da, finde ich, hat Eifersucht sehr wohl mit der Beziehungsqualität bzw. dem momentanen Beziehungszustand zu tun.

    Ein Partner, der sich wohl und in seiner Beziehung geborgen, geliebt und sicher fühlt, wird doch wohl kaum zu Eifersucht neigen oder?

    nette Grüsse,
    Kraaf
    Genau. Stimmt. Richtig.
    Stimmt jedenfalls mit meiner Wahrnehmung überein. Eifersucht hängt von so leisen Zwischentönen ab, dass sie hier oft schwer beredet werden kann - oder in Diskussionen abschweift, in denen es zu grundsätzlich wird.

    Vom Sexkonsum (Filme) meines Ex war ich überhaupt nicht beeindruckt. Bis: es in diesem Punkt zwischen uns merkwürdig wurde.

    Ist das Vertrauen stabil, bin ich nicht eifersüchtig (ich fand sogar die Ex-Geliebte meines Mannes sehr symphatisch). Aber mich kann das Gefühl auch richtig verwirbeln. Was selten etwas mit meinem mangelnden Selbstwert zu tun hat, sondern wo ich schauen muss, was an der Konstellation nicht stimmt. Ich habe gelernt, meinem Gefühl zu trauen und es ist für mich ein wichtiger Hinweis auf ein Ungleichgewicht in der Beziehung, DA würde ich ansetzen.

    Lieben Gruß
    bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

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