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Thema: Gendern

  1. Moderation

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    AW: Gendern

    Alles was recht ist... Was hier als genderneutrale Erziehung bezeichnet wird, ist doch eigentlich bloß ein Weglassen feminin konnotierter Marker und Dinge. Buh rosa Kleidchen, buh Barbie, yeah Jeans und Auf-Bäume-klettern... Naja. Ich bin im rosa Kleidchen auf Bäume geklettert, das ist genderneutral.

    "Neutral" finde ich, wenn es einfach keine Rolle spielt und nicht weiter thematisiert wird, also auch nicht negativ ("Wir reden ja nicht über sein/ihr Geschlecht"). So ähnlich wie Promethea es beschrieben hat. Bei den Bekannten von meistens-heiter kann ich es aufgrund der Infos nicht einschätzen. Als erstes Bauchgefühl würde ich sagen, schon das so als Anspruch zu formulieren kommt mir ein bisschen gehypt vor. Andererseits: inwiefern thematisiert man mit einem Kleinkind das Geschlecht? Ist ja wirklich nicht vonnöten.

    Allerdings "typisch", dass es ein Mädchen ist. Ich hätte da doch gleich ketzerisch, aber durchaus mit ehrlichem Interesse gefragt, wie denn ein Junge genderneutral erzogen würde. Dem kann man ja zu diesem Zweck kein Rosa und keine Barbies vorenthalten. Trotzdem kann man ihn natürlich nicht auf maskuline Rollenklischees einschränken.
    Das wäre für mich wichtiger, als das Fehlen oder Vorhandensein irgendwelcher Accessoires. Nochmal, kein Urteil über meistens-heiters Bekannte, kann jas sein, dass sie es genau so handhaben.

    "Warum das wichtig sein soll", ob Junge oder Mädchen erwartet werden, kam mir auch schon unter, allerdings während meiner eigenen Schwangerschaft. Meine Antwort darauf war mir ebenso klar wie einfach: Es ist eine der ganz wenigen Infos über das ungeborene Kind, und interessierte Menschen interessieren sich nunmal für alle Infos. Auch die unwichtigen. Ich wollte mich selbst überraschen lassen, aber das Interesse fand ich in keiner Weise fragwürdig.


    Eigentlich sind wir ganz schön weit weg vom Thema... Oder vielleicht auch nicht. Wenn man einerseits möchte, dass die Sprache unterschiedliche Geschlechter sichtbarer macht, wozu ich mich zähle, warum sollte es dann ein Erziehungsziel sein, das Geschlecht quasi unsichtbar zu machen?

    Nochmal, das steht auf einem anderen Blatt als "Kinder nicht einschränken wollen". Aber gibt es das heutzutage wirklich noch so? Und wenn dann doch eher für Jungs als für Mädchen.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Wenn man einerseits möchte, dass die Sprache unterschiedliche Geschlechter sichtbarer macht, wozu ich mich zähle, warum sollte es dann ein Erziehungsziel sein, das Geschlecht quasi unsichtbar zu machen?
    Ich finde, das ist relativ klar: wenn man weibliche Ausprägungen in der Sprache sichtbar macht, z.B. bei Berufsbezeichnungen, weist man damit implizit darauf hin, dass Geschlecht für die Berufswahl keine Rolle spielt und Berufsmöglichkeiten eben nicht auf ein bestimmtes Geschlecht beschränkt sind.
    Es geht auch nicht darum, das Geschlecht unsichtbar zu machen, sondern ihm die übergroße Bedeutung zu nehmen.
    In diesem Thread wird suggeriert, dass es zur Identitätsbildung so unglaublich wichtig ist, welchem Geschlecht man angehört oder sich zuordnet oder zugeordnet wird.
    Warum genau ist es nicht ebenso wichtig, sich als blau- oder grünäugig zu identifizieren? Wenn nicht die Augenfarbe darüber entscheidet, was man machen und werden darf, ist das doch unerheblich. Warum also sollte es eine Identitätskrise geben, wenn es z.B. beim Geschlecht Unschärften gäbe?
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Eigentlich sind wir ganz schön weit weg vom Thema...
    Finde ich gar nicht. Der Strang heißt "Gendern". Nicht nur in der Sprache, sondern auch z.B. in der Erziehung.

    VanDyck, natürlich gibt es hunderttausend Einflüsse von außen, das muss doch nun wirklich nicht extra betont werden. Dennoch hat jedes Kind die Möglichkeit, Dinge für sich anzunehmen oder eben nicht. Ich wurde z.B. von Erwachsenen, die nicht meine Eltern waren, beeinflusst, mich einem Geschlechterklischee entsprechend zu verhalten und fühlen. Ich habe das für mich zum Teil ablehnen können, wenn ich das doof fand. Kinder haben durchaus ihren eigenen Kopf und sind in der Lage, sich Einflüssen ganz aktiv zu widersetzen.
    Wir werden weitermachen!

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    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich wurde z.B. von Erwachsenen, die nicht meine Eltern waren, beeinflusst, mich einem Geschlechterklischee entsprechend zu verhalten und fühlen.
    (Hervorhebung von mir)

    Ich lese hier meistens nur mit, habe aber weiter oben schon mal gefragt, aber es hat leider niemand geantwortet. Dabei meine ich die Frage wirklich ernst, weil ich es nicht verstehe: Wie "fühlt" man denn als Frau/ Mann?

    Mein Problem bei solchen Aussagen ist: Ich weiß doch gar nicht, wie andere Menschen genau fühlen oder ob Männer und Frauen tatsächlich unterschiedlich fühlen. Also, wie fühlt "man" sich denn als Frau?
    Ich fühle mich jedenfalls - wie ich. Ob das wie eine Frau ist? Keine Ahnung.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

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    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Warum genau ist es nicht ebenso wichtig, sich als blau- oder grünäugig zu identifizieren? Wenn nicht die Augenfarbe darüber entscheidet, was man machen und werden darf, ist das doch unerheblich. Warum also sollte es eine Identitätskrise geben, wenn es z.B. beim Geschlecht Unschärften gäbe?
    Da gehe ich mit. Wobei ich persönlich die Geschlechteridentität als sehr wichtig empfinde. Dass die Identitätsfindung so wenig als möglich von Automatismen geprägt werden sollte und auch vom biologischen Geschlecht abweichen kann, ist, wieder etwas Anderes.

    Aber gerade in diesem Bereich und gerade bei Kindern halte ich ein Anbieten und Ausprobieren für zielführender als Einschränkung. Ich finde es viel schöner und besser, wenn den Buben auch das Prinzessin-Elsa-Kostüm zur Verfügung steht und den Mädchen - ja, was ist da eigentlich noch ein Reißer? - eine Bohrmaschine(?). So war das auch in allen Erziehungseinrichtungen meiner Söhne. Und da zuckte tatsächlich zumindest im frühen Alter kein Kind und erst Recht kein:e Erzieher:in mit der Wimper, wenn ausnahmslos jeder Bub irgendwann im Feen- und Prinzessinnenkostüm herumlief. Weil der Stoff so schön glänzig war, sagten sie. (Und die Fee kann fliegen und zaubern, die ist eh cool. )
    Warum soll ich ein Kind auf einen "geschlechtsneutralen" und in 80% aller Fälle schlicht maskulinen kleinsten gemeinsamen Nenner einschränken?
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    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen

    Nochmal, das steht auf einem anderen Blatt als "Kinder nicht einschränken wollen". Aber gibt es das heutzutage wirklich noch so? Und wenn dann doch eher für Jungs als für Mädchen.
    Hmm, ja. Da hab ich noch gar nicht so drüber nachgedacht. Ist wahrscheinlich tatsächlich schwieriger für Jungs die Rollenklischees zu durchbrechen.

    Wie hast du das als Mutter von Söhnen gemacht?

    Ich kenne einen jungen Mann, der lernt Erzieher und hat ganz schön mit Vorurteilen zu kämpfen. Er mochte schon immer Kinder und kann gut mit ihnen. Leider wird ihm mit viel Misstrauen begegnet von wegen, er sei eventuell pädophil.

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    Zitat Zitat von meistens-heiter Beitrag anzeigen
    Hmm, ja. Da hab ich noch gar nicht so drüber nachgedacht. Ist wahrscheinlich tatsächlich schwieriger für Jungs die Rollenklischees zu durchbrechen.

    Wie hast du das als Mutter von Söhnen gemacht?

    Ich kenne einen jungen Mann, der lernt Erzieher und hat ganz schön mit Vorurteilen zu kämpfen. Er mochte schon immer Kinder und kann gut mit ihnen. Leider wird ihm mit viel Misstrauen begegnet von wegen, er sei eventuell pädophil.
    Naja, ich bin noch mittendrin. Ich muss auch zugeben, dass ich meinen Söhnen keine rosa Kleidung kaufe und ihnen auch als Kleinkindern im Hochsommer keine luftigen Kleidchen übergezogen habe bzw überziehe. (So gesehen beim 1jährigen Sohn von Freunden, und warum eigentlich nicht? Allerdings war es da ein Erbstück der großen Schwester, wurde also nicht extra für genderneutrale Erziehung angeschafft.) Da stehe ich auch zu meiner eigenen Beschränktheit.

    Aber als der große mit 3 im Prinzessinnenkostüm zur Kinderparty wollte, hab ich in keiner Richtung eine Welle gemacht (obwohl ich es insgeheim schon irgendwie toll fand und es schade finde, dass dieses ganz freie und ungebundene jetzt auch wieder weg ist).
    Jeder Spruch in die Richtung: "Mädchen machen dieses" oder: "XY ist nichts für Jungen" wird gekontert und beim Großen, mit dem man jetzt schon ein bisschen diskutieren kann,auch einfach mal hinterfragt.

    Das Spielzeuglager enthält meine Püppis genauso wie Dinosaurier und Lastwagen. Auch da haben der Große und seine Freunde früher durchaus mit gespielt, und die Püppis im Wagen durch die Gegend gefahren und ins Bettchen gelegt. Das ist ja heutzutage durchaus auch wichtig für Männer, als "Vatermaterial" kompetent zu sein.
    Naja, je mehr ich schreibe, desto weniger kann ich mir unter genderneutralem Spielzeug vorstellen. Bestimmte Kleidungsstücke, die Farbe Rosa, Rüschen und Glitzer sind feminin konnotiert. Aber ansonsten geht doch eh alles für Mädchen und das meiste für Jungs.

    Das mit dem Erzieher finde ich auch ganz, ganz schade. Mein Mann hat da leider auch Vorurteile. Ich hätte gerne viel mehr Männer in Früherziehung und Careberufen. Aus vielen Gründen.
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    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Es geht auch nicht darum, das Geschlecht unsichtbar zu machen, sondern ihm die übergroße Bedeutung zu nehmen.
    Das mit der *übergroßen* Bedeutung verstehe ich nicht.

    Die erhält das Thema doch erst durch solche scheinbar ausgeklügelten und darauf fokussierten Konzepte wie bei den Bekannten von @meistens-heiter.


    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Naja, je mehr ich schreibe, desto weniger kann ich mir unter genderneutralem Spielzeug vorstellen.
    Habe ich interessehalber mal gegoogelt.
    Trostlose Sache, finde ich.

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    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Naja, je mehr ich schreibe, desto weniger kann ich mir unter genderneutralem Spielzeug vorstellen. Bestimmte Kleidungsstücke, die Farbe Rosa, Rüschen und Glitzer sind feminin konnotiert. Aber ansonsten geht doch eh alles für Mädchen und das meiste für Jungs.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, soll das Kind neutral aufwachsen. Also es bekommt gar keine farbige Kleidung. Nur beige und nude. Beim Spielzeug weiß ich nicht wie sie das machen.

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    Warum ist rosa eigentlich feminin? Mein Vater hat schon vor 30 Jahren rosa Pullover getragen was ihm ausgesprochen gut stand. Und ich meine jetzt nicht leberwurstrosa, sondern richtig rosa

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