Das finde ich einen interessanten, passenden Vergleich. Ich bin in Teilen auch keine Freundin der Rechtschreibreform, vor allem die verfaelschten Etymologien finde ich aergerlich (bspw. "behende" wurde zu "behaende" gewandelt, weil es angeblich von "Hand" abgeleitet sei).
Andere Dinge (wie die Regelung zu <ss> / <ß>) haben sich tatsaechlich vereinfacht.
Der Uebergang war sicher sehr schwierig, vor allem fuer Kinder damals im Grundschulalter, die sich noch waehrend des Schrifterwerbs teils massiv umstellen mussten.
Aber inzwischen ist das doch eigentlich kein Thema mehr, und ich wuesste auch nicht, dass die Rechtschreibung heute insgesamt schwerer zu erlernen sei als frueher.
Insofern wuerde ich Dir zustimmen: Ich gehe optimistisch davon aus, dass das Gendersternchen sich aehnlich wie die Rechtschreibreform einleben wird.
Zu keine-Gleichstellung-allein-durch-Gendersternchen s. #459.
Antworten
Ergebnis 461 bis 470 von 848
Thema: Gendern
-
25.06.2021, 11:33
AW: Gendern
Geändert von Flau (25.06.2021 um 11:42 Uhr)
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
-
25.06.2021, 11:39
AW: Gendern
Bei allgemeiner Akzeptanz wird es sicher bleiben, vielleicht gewöhne sogar ich mich noch dran. Aktuell stört mich der Druck, mit dem diese Akzeptanz befördert werden soll: wie mit einem Fußtritt für die Andersgläubigen.
Rein logisch hätte sich ja auch Esperanto durchsetzen müssen
-
25.06.2021, 11:52
AW: Gendern
@Flau
Ich sehe schlichtweg den Sinn dahinter nicht.
Im Grunde genommen ist Sprache doch nur ein Mittel, um etwas auszudrücken.
Dazu sollte sie möglichst einfach und verständlich gehalten und nicht mit immer weiteten neuen Regeln überfrachtet werden.
Dazu kommt, dass das gesprochene Wort durch die Genderpause an Fluss und Klarheit verliert. Kurze Pausen im gesprochenen Wort zeigen üblicherweise den Übergang von einem Satz zum nächsten an.
Geschlechtsneutrale Formen wie z.B. "Studierende" halte ich für sehr viel praktischer.
-
25.06.2021, 12:21
AW: Gendern
Das verstehe ich. Ich muss sagen, mit der Sprechpause habe ich auch Probleme mir das praktisch vorzustellen. Habe das ja noch nicht live erlebt oder tun muessen, die Erfahrung muss ich noch machen. Schriftlich finde ich es echt unproblematisch.
Die neutralen Formen finde ich (noch?) auch fluessiger, aber die gehen ja nur bei Taetigkeitsfeldern, oder? Also "Studierende", "Schreibende", "Schauspielernde". Aber wie koennte man das beispielsweise fuer "User:innen" loesen (Internetschreibende? Forenteilnehmende?)? Ich bin jetzt nicht sarkastisch, ich finde das sind schon sinnvolle Ueberlegungen. Denn ich gebe Dir Recht darin, dass die Sprache fluessig bleiben sollte, auch wenn die Auffassungen davon was "fluessig" und erst recht was "schoen" ist natuerlich verschieden sind.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
-
25.06.2021, 12:44
AW: Gendern
@Flau
Das geschriebene Wort sehe ich es auch unproblematisch, da das Sternchen den Lesefluss nicht beeinträchtigt.
Das Geschriebene lässt sich aber nicht vom Gesprochenen trennen.
Ausserdem sollten wir aufpassen, denn letztendlich laufen wird Gefahr, hier einen Präzedenzfall zu schaffen.
Was wenn sich Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund nur dann angesprochen fühlen, wenn sie konkret angesprochen werden. Das Ganze ließe sich auf eine Vielzahl von Merkmalen ausdehnen.
Ich denke, wir machen hier einen entscheidenden Fehler, weil hier die Andersartigkeit explizit betont wird, wobei sie eigentlich ohne Bedeutung sein sollte.
-
25.06.2021, 12:52
-
25.06.2021, 12:56Inaktiver User
-
25.06.2021, 12:59
-
25.06.2021, 13:13
AW: Gendern
Nicht deinen und meinen auch nicht. Die Zahl der leseschwachen Menschen steigt aber: in der seit Generationen indigenen Bevölkerung, bei Zugewanderten der dritten und zweiten Generation und bei den neuen erst recht. Verstärkt via social-media-pidgin, emojis, die Formulierungen ersparen. Beim Hören dominieren die Zweisatz-Infos der Bezahlsender. Selbst Bildungsmenschen mit Uni-Abschluss haben häufig keine Lust, sich mit komplexen Sachverhalten und Hintergründen zu befassen
Sind da zusätzlicher Lese- und Hör-Hürden sinnvoll? Im Sinne der reinen Lehre sicher, aber ergebnisorientiert bezweifle ich das heftig
-
25.06.2021, 21:48Inaktiver User



). 
Zitieren
