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  1. Avatar von Amelie63
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ja. Weil die Alternative oft wäre, in unklarem Wischiwaschi rumzueiern. Ich mag nun mal kein Rumeiern in unklarem Wischiwaschi, wenn es um die Frage geht, was mir wichtig ist. Das widerstrebt mir zutiefst.
    ich mag auch kein Wischiwaschi, aber es ist ein Unterschied, ob ich in einer komplexen Welt für mich selbst eine Klarheit finde, oder ob ich die komplexe Welt als solches vereinfachen will, um eine Klarheit, die ich für mich nicht finden kann oder will, zu kreieren (verlockender Weg, da einfacher, aber halt leider auch instabiler und gefährlich, wenn man an die politischen Folgen denkt -Stichworte Fundamentalismus, Faschismus usw, wurde alles u.a. auch aufgrund des menschlichen Bedürfnisses nach einfachen Wahrheiten hochgespült)



    Abgesehen von der Person, die den Thread hier eröffnet hat, kannst du mal in Gleichstellungsbüros gucken gehen. oder an Pussyhat-Veranstaltungen. oder auf online-Plattformen von feministischen Publikationen wie zB Emma.
    ich finde Emma prima und bin Abonnentin davon. Klar, die haben eine gewisse Haltung, ist ja auch so gesehen ihr Job, aber diese Undifferenziertheit, die ihr oft unterstellt wird, kann ich nicht bestätigen. Man kann vieles kontrovers diskutieren, ich bin auch nicht in allem einer Meinung und ich finde auch nicht alles, was die Schwarzer gemacht hat, toll, aber sie muss auch nicht heiliger sein als ihre männlichen Kollegen anderer Zeitung.

    Anders gesagt: ich halte nix davon, genauer zu gucken, wie eine Frau ihren Job macht, als ich das bei Männern tue, nur weil sie ne Frau ist. Und da sind wir jetzt schon beim Genderzeug:

    Genderzeugs besteht eben grösstenteils aus abgehobenem Wortirrsinn, da willst du hoffentlich nicht widersprechen.
    Doch klar widerspreche ich dir. Ich geh da ganz banal erstmal von einem Begriffsverständnis aus, wie es z.B. Tante Wiki beschreibt:

    Der Begriff Gender [ˈdʒɛndɐ] bezeichnet in den Sozialwissenschaften die durch Gesellschaft und Kultur geprägten Geschlechtseigenschaften einer Person in Abgrenzung zu ihrem biologischen Geschlecht (engl. ‚sex‘). Er wird in diesem Kontext meist mit „soziales Geschlecht“ übersetzt und dient u.a. zur analytischen Kategorisierung. Entsprechende Ansätze werden in jüngerer Zeit im Forschungsfeld der Gender Studies zusammengefasst. Der Begriff wurde ab 1975 unter anderem von dem Sexualwissenschaftler John Money und der Feministin Gayle Rubin etabliert und später ins Deutsche übernommen, um auch hier eine sprachlich einfachere Unterscheidung zwischen sozialem (‚gender‘) und biologischem (‚sex‘) Geschlecht treffen zu können.
    In Zeiten, in denen wieder völlig abstruse Steinzeittheorien Konjunktur haben, die die Unumstößlichkeit der "klassischen" Rollenverteilungen untermauern sollen (und vor allem von denen vorgetragen werden, die diese Rollen selbst leben wollen, aber anscheinend nicht den Arsch in der Hose haben, das aus ihrem persönlichen Selbstverständnis heraus einfach zu tun), - und das, obwohl die Wissenschaft schon längst viel differenzierter und weiter ist - bin ich froh, dass es diese Genderdiskussionen gibt.

    Dass jede Sache auch mißbraucht werden kann, das haben wir überall. Da hilfts aber immens, einfach mal nochmal gucken, um was es eigentlich im Kern ursprünglich mal ging und eigentlich immer noch geht.

    Aber dass die männerhassende Emanze in lila Latzhose tatsächlich existiert und zumindest online leicht gefunden werden kann in mehrfacher Ausführung und in schönster Klischee-Lebensgrösse, ist nun mal eine Tatsache.
    ja genau. Mit dem Online ist es übrigens genauso wie mit der Bibel: Du kannst einfach ALLES drin finden, je nachdem, was du für deine Weltsicht und als Argumentationsverstärker gerade so brauchst.

    Während es aber im Glauben so ist, dass eine kritische Auseinandersetzung grundsätzlich untersagt ist (bei uns zum Glück nicht mehr, aber der Begriff Glaube beinhaltet in sich ja schon dieses Verbot des Hinterfragens, sonst würds ja nicht Glaube heißen - und in Religionen wie dem Islam ist ja auch genau das das Problem - ups schon wieder OT) - darf die Online-Gottheit durchaus hinterfragt bzw durchforstet werden, auch wenn es vielleicht erstmal nicht so einfach ist die selbst erzeugte Informationsblase zu durchdringen.



    und manche Leute, die sich diese Frage stellen, beantworten sie halt mit "ich finde das traditionelle Modell toll und will das leben und es politisch unterstützen". Ist doch völlig legitim.
    Darum gehts im Feminismus doch überhaupt nicht, sondern der ist eine Ebene höher angesiedelt, d.h.es geht darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen, in der solche Entscheidungen überhaupt möglich werden - und das zwar grundsätzlich für die Frauen - aber letztlich profitieren ja Männer und Kinder, also Menschen an sich. Und die, denen das alles zu modern ist, können ja trotzdem das alte leben. Nur die moralische Erhöhung, die da oft mitschwingt, mit all den Diskriminierungen (wieder das Stichwort Alleinerziehende), die fällt dann halt weg. Und ich glaube, das ist es, was einigen Leuten nicht passt.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
    Geändert von Amelie63 (29.04.2017 um 10:19 Uhr)


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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    ich finde Emma prima und bin Abonnentin davon. Klar, die haben eine gewisse Haltung, ist ja auch so gesehen ihr Job, aber diese Undifferenziertheit, die ihr oft unterstellt wird, kann ich nicht bestätigen.
    Ich dachte weniger an die Emma selbst (obwohl mir dort bei manchen Artikeln die Haare zu Berge stehen - andere Artikel sind aber richtig gut), sondern eher zB an die facebook-Präsenz der Emma und die Kommentatorinnen dort. Das ist in der Tat des öftern mal einfach autsch.


    Anders gesagt: ich halte nix davon, genauer zu gucken, wie eine Frau ihren Job macht, als ich das bei Männern tue, nur weil sie ne Frau ist.
    ich auch nicht.


    In Zeiten, in denen wieder völlig abstruse Steinzeittheorien Konjunktur haben, die die Unumstößlichkeit der "klassischen" Rollenverteilungen untermauern sollen
    Zwischen "sex" und "gender" unterscheiden, ist durchaus eine sinnvolle Sache; aber eine, die sich trotzdem in elfenbeinturmhohe Höhen verstiegen hat in letzter Zeit, völlig abgehobenes, theoretisches Zeug.

    ich begegne den Steinzeittheorien nicht sehr häufig. Auf alle Fälle nicht häufiger, als ich Kampfemanzen mit Schwanzab-Attitüde begegne.


    Da hilfts aber immens, einfach mal nochmal gucken, um was es eigentlich im Kern ursprünglich mal ging und eigentlich immer noch geht.
    Sicher. Mit dem Argument kann man aber auch sehr viel für die klassische patriarchalische Familie sagen, die immerhin ein Modell ist, das sich über Jahrtausende bewährt hat.

    ja genau. Mit dem Online ist es übrigens genauso wie mit der Bibel: Du kannst einfach ALLES drin finden, je nachdem, was du für deine Weltsicht und als Argumentationsverstärker gerade so brauchst.
    Wenn ich es finden kann, bedeutet es, dass es existiert.


    Während es aber im Glauben so ist, dass eine kritische Auseinandersetzung grundsätzlich untersagt ist (bei uns zum Glück nicht mehr, aber der Begriff Glaube beinhaltet in sich ja schon dieses Verbot des Hinterfragens, sonst würds ja nicht Glaube heißen -
    öh nein. Kritisches Hinterfragen war immer Teil des Glaubens... lies mal das Gespräch zwischen Mose und dem Dornbusch nach. oder das Gespräch zwischen Jonas und Gott.


    d.h.es geht darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen, in der solche Entscheidungen überhaupt möglich werden - und das zwar grundsätzlich für die Frauen -
    Diese Situation haben wir ja hierzulande. Sprich, der hiesige Feminismus könnte von daher Feierabend machen, die Läden zuklappen und sich um die schönen Seiten des Lebens kümmern. Diese Arbeit ist getan.

    Nur die moralische Erhöhung, die da oft mitschwingt, mit all den Diskriminierungen (wieder das Stichwort Alleinerziehende), die fällt dann halt weg.
    Auch Feministinnen, die ihre Ideen vertreten, halten sich für moralisch überlegen und zeigen das auch. so what?

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  3. Avatar von Amelie63
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Zwischen "sex" und "gender" unterscheiden, ist durchaus eine sinnvolle Sache; aber eine, die sich trotzdem in elfenbeinturmhohe Höhen verstiegen hat in letzter Zeit, völlig abgehobenes, theoretisches Zeug.
    Dann diskutier doch direkt mit denen im Eltenbeinturm, wenn du den Mum dazu hast, und diskreditiere die Sache nicht an sich, nur weil das AFD und Co so vorbeten. Wenn du es im Kern doch für eine sinnvolle Sache hältst, dann bist du sehr widersprüchlich und lässt dich instrumentalisieren.

    Ich brauche solche Diskussionen nicht, weil ich zum einen solche Leute nicht persönlich kenne, zum anderen nicht auf jeden Scheixx abfahren muss, den Leute anzetteln, weil sie sich profilieren wollen und/oder Langeweile haben und/oder selbst schon instrumentalisiert sind oder eine Sache vielleicht sogar bewusst lächerlich machen wollen, um ihr zu schaden (womit wir wieder bei den ablenkenden Nebenkriegsschauplätzen wären)

    Sicher. Mit dem Argument kann man aber auch sehr viel für die klassische patriarchalische Familie sagen, die immerhin ein Modell ist, das sich über Jahrtausende bewährt hat.
    Bewährt für wen? Warum wollten es die Menschen dann Mitte letzten Jahrhunderts zunehmend nicht mehr? Meinst du die Frauen hätten den Aufstand gemacht, wenn sie es (in einer politisch relevanten Masse) so empfunden hätten, dass es sich bewährt hat? Die Nachteile und vor allem die rechtliche Entmündigung waren nicht mehr hinnehmbar. Diese Entmündigungen waren aber lange Zeit Teil, wenn nicht sogar Basis dieses ach so klassischen patriarchalen Familiensystems. Und mit den Jahrtausenden wäre ich vorsichtig. Das, was wir als so klassisch empfinden, also Mutti daheim die Kinder hütend und Papi als Alleinernährer, ist doch eher so die Nachkriegsvariante. Vorher waren diese Kleinfamilien, die wir heute als klassisch empfinden, wohl eher Luxus und wie ich Familie lebte, war sehr stark von meiner Klasssenzugehörigeit abhängig. Zumindest das haben wir heute überwunden.


    Diese Situation haben wir ja hierzulande. Sprich, der hiesige Feminismus könnte von daher Feierabend machen, die Läden zuklappen und sich um die schönen Seiten des Lebens kümmern. Diese Arbeit ist getan.
    Dazu sage ich nur Beispiel prekäre Beschäftigungsverhältnisse.
    Diese Welt ist immer noch überwiegend weiblich und die künftige Altersarmut wird zumindest in meiner Generation eine überwiegend weibliche sein.
    Ich war vor über 20 Jahren alleinerziehend, da war es "normal", dass "wir" Alleinerziehenden in irgendwelchen schlechten Teilzeit- und Gelegenheitsjobs rumdümpeln, selbst im Selbstverständnis der meisten Frauen dürfte das normal (gewesen) sein.

    Jetzt, wo auch zunehmend Männer von dem Thema betroffen sind, wird es (gottseidank aber vermutlich erstmal noch vergeblich) politisch.
    Kürzlich machte der Fall hier im Südwesten Schlagzeilen, wo ein Mann bei Daimler als Leiharbeiter arbeitet und als solcher mit HartzIV aufstocken muss. Das schlägt jetzt mit Recht ziemliche Wellen.. Was ich da oft als Subtext höre und lese ist: "der kann ja so auch keine Familie ernähren". Was ich damit sagen will: jetzt mal losgelöst von der wirtschaftlichen Dimension, also dass ein milliardenschwerer Konzert auf diese Weise über das Elend einzelner subventioniert wird - aber auf einer gesellschaftlich-emotionalen Ebene wird es als viel ungehöriger empfunden, wenn viele Männer in prekären Situationen und mit schlechten Löhnen arbeiten (bei einzelnen würde man ihnen wohl eher noch den Versager attestieren, bei der Masse geht das aber nicht mehr)

    Stichwort schlechtere Bezahlung von Frauen. Diese leidige Diskussion gibts schon tausendfach bei der BriCom, ich hab dazu jetzt auch keine Lust mehr. Weil das einfach viel komplexer ist um es einfach an ein paar Zahlen und Prozentsätzen festzumachen. An persönlichen Lebensgeschichten in meinem Umfeld habe ich solche Prozesse und Strukturen einfach über Jahre und Jahrzehnte beobachten können.
    Komplexizität lässt sich in kleinen Fensterchen einfach schlecht darstellen.

    Stichwort Ehegattensplitting: egal was da jetzt hinten rauskommt - aber die Botschaft ist klar von Kindern und Familie getrennt und lautet Ehe unabhängig von den Belastungen einer Familie. Völlig konträr zu anderen Botschaften, allen voran das modernisierte Unterhaltsgesetz. Aber auch das ist tausendmal nachlesbar in anderen Strängen und wäre hier an der Stelle fast schon OT.

    Das nur Beispiele zu deinem Vorschlag, den Laden dicht zu machen, da die Arbeit getan wäre.

    Würdest du bei der Demokratie ja wohl auch nicht sagen. Und die Parallelen sind sehr ähnlich, wie ich ja schon auf Seite 1 Schrieb. Beides wurde erkämpft, beides soll die Lebensqualität der Bevölkerung an sich verbessern, beides muss gepflegt und verteidigt werden, sonst ist es weg.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  4. Avatar von Amelie63
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    traditionelle Modell
    nochmal was zu dem vielzitierten traditionellen Modell.
    Das ist ja auch so eine beliebte Worthülse, die kaum noch von jemandem hinterfragt wird. Und i.d.R. wird als traditionell das verstanden, was, wie ich oben schon schrieb, eigentlich erst in einer größeren Masse gelebter Luxus seit dem letzten Weltkrieg ist.

    In den von dir benannten Jahrtausenden war es grundsätzlich so, wie es heute im Grunde auch so ist: je tiefer die Leute in der Hierarchie waren, um so mehr mussten auch alle mitarbeiten.

    Und wie es vor Jahrtausenden war, wissen wir nicht, weil die Funde aus der Ur- und Frühgeschichte dafür zu wenig hergeben. Man kann aber davon ausgehen, dass in einer Gesellschaft, die von kleinen Gruppen, die als Nomaden lebten, sich andere Lebensweisen und Familienbilder bewährten als das in unserer Lebensweise der Fall ist. Je nach Lebensumgebung dürfte das sogar zwischen den Gruppen stark variiert haben, weil die sich vielmehr an die Umwelt anpassen mussten.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


  5. Registriert seit
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Dann diskutier doch direkt mit denen im Eltenbeinturm, wenn du den Mum dazu hast, und diskreditiere die Sache nicht an sich, nur weil das AFD und Co so vorbeten.
    ich diskutiere gelegentlihc durchaus mit solchen Leuten (und mache mich entsprechend unbeliebt), und ich gelange zu meinen Positionen auch ganz ohne AfD.

    Wenn du es im Kern doch für eine sinnvolle Sache hältst,
    Es gibt noch vieles, das mal eine gute Idee war und irgendwann pervertiert wurde. Ich sag nur *real existierender Sozialismus*



    Bewährt für wen? Warum wollten es die Menschen dann Mitte letzten Jahrhunderts zunehmend nicht mehr?
    Bewährt hat es sich für alle, und ab Mitte letzten Jahrhunderts kam die Industrialisierung so richtig in Fahrt, was das Leben aller Menschen grundlegend veränderte.

    Man lese, was Ken Wilber in "Eros, Kosmos, Logos" dazu schreibt, das ist sehr interessant.

    unter anderem: wenn die Frauen in so vielen Jahrtausenden Patriarchat es, angenommen, selbst nicht wollten, aber es nicht schafften, es zu ändern - so muss man annehmen, dass die Frauen damals entweder extrem blöd oder extrem schwach waren.

    Sinnvoller ist anzunehmen, dass patriarchalische Lebensformen eben tatsächlich allen entgegen kamen, dass sie unter gegebenen Umständen (die wir heute nicht mehr haben hier) eine gute Lösung waren, die von allen mitgetragen wurde. Auch den Frauen.


    Das, was wir als so klassisch empfinden, also Mutti daheim die Kinder hütend und Papi als Alleinernährer, ist doch eher so die Nachkriegsvariante. Vorher waren diese Kleinfamilien, die wir heute als klassisch empfinden, wohl eher Luxus und wie ich Familie lebte, war sehr stark von meiner Klasssenzugehörigeit abhängig.
    Das Konzept des "pater familias" als absolutem Herrscher über die Familie - nicht nur über Blutsverwandte, auch über Knechte/Mägde bzw SklavInnen - kennt man vom antiken Rom (ca 2000 Jahre zurück) und auch vom Alten Testament (ca 4000 Jahre zurück). Was vorher war, verliert sich im Dunkel der Zeit.

    Dazu sage ich nur Beispiel prekäre Beschäftigungsverhältnisse.
    Die betreffen Männer genauso wie Frauen.

    Da muss man eher Humanistin sein, nicht Feministin, um dem Thema gerecht zu werden.

    Ich war vor über 20 Jahren alleinerziehend, da war es "normal", dass "wir" Alleinerziehenden in irgendwelchen schlechten Teilzeit- und Gelegenheitsjobs rumdümpeln, selbst im Selbstverständnis der meisten Frauen dürfte das normal (gewesen) sein.
    ich finde es nach wie vor nicht normal, alleinerziehend zu sein.

    aber gut, andere Diskussion.



    aber auf einer gesellschaftlich-emotionalen Ebene wird es als viel ungehöriger empfunden, wenn viele Männer in prekären Situationen und mit schlechten Löhnen arbeiten
    Wirklich? Solche Situationen sind doch gang und gäbe, auch für Männer. Dass da auf einmal protestiert wird, finde ich recht eigenartig. Ist ja weder neu noch selten, dass es so ist.

    Würdest du bei der Demokratie ja wohl auch nicht sagen.
    Demokratische Parteien setzen sich allerdings für Demokratie für alle ein, nicht nur für Demokraten.

    Feminismus setzt sich, der Name sagt es, nur für Frauen ein.

    Da seh ich schon einen Unterschied.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Sie antwortet doch gut: sie anerkennt, dass sie von den früheren Feministinnen und deren Arbeit profitiert, aber will nicht von sich behaupten, eine Feministin zu sein, bloss weil sie sich in ein gemachtes Nest setzen konnte.
    Ich finde die Argumentation gut und gewieft.
    Nur leider dürfte dann auch niemand Christ sein, weil Jesus die Lorbeeren verdient?

    Keiner dürfte Fussballfan sein, weil Jogi Löw und die Mannschaft das doch machen?


    Als Vorbild ist die Merkel auf alle Fälle unbezahlbar, weil sie zeigt, dass man nicht einem bestimmten Standard oder Bild entsprechen muss, um erfolgreich sein Leben zu gestalten. Und sie scheint, trotz ihrer anspruchsvollen Aufgabe und bestimmt grossen Arbeitslast, meist entspannt, fröhlich und humorvoll zu sein.
    Dem stimme ich zu.
    Für Merkelunterstützer ist Merkel ein Vorbild.
    Geändert von Nicole1965 (29.04.2017 um 12:58 Uhr)

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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Sie macht da meiner Meinung nach einen großen Fehler: Feministin zu sein ist kein Titel, sondern eine Haltung.

    Wenn ich Kommunistin oder Kapitalistin bin, sag ich ja auch nicht, ich muss mir das erst verdienen und will mich nicht mit fremden Federn schmücken.
    Meiner Meinung nach hat sie sich mehr als dämlich herausgewunden. So wie sie halt immer vermeidet, mal nen klaren Standpunkt zu beziehen und den vor allem auch mal konsequent beizubehalten.
    Es ist Wahljahr.
    Sie tut was eine CDU Politikerin tun muss.

    Ich finde es gut, denn ich habe keine andere Antwort von ihr erwartet. Und finde die Antwort auch aufschlussreich.

    Sie ist keine Feministin.
    Davon kann man sich dann eine Meinung bilden. Vielen anderen geht es genauso, sie müssen so antworten, wie sie antworten, weil sie ansonsten Unterstützung verlieren.

    Von daher kommt von mir ein: danke Angela Merkel, damit hätten wir dann aufgeräumt.

  8. gesperrt
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    I
    Zwischen "sex" und "gender" unterscheiden, ist durchaus eine sinnvolle Sache; aber eine, die sich trotzdem in elfenbeinturmhohe Höhen verstiegen hat in letzter Zeit, völlig abgehobenes, theoretisches Zeug.

    Finde ich seit dem massiven Auftauchen der genderspezifischen Werbung nicht. Das ist alles ziemlich konkret und überhaupt nicht theoretisch.

    Ein aktuelles Beispiel gefällig?
    Eine Supermarktkette macht gerade massiv Werbung fürs Grillen. Einmal für Männer und einmal für Frauen.

    Fleisch auf Feuer: Grillparty für Männer
    Mund auf, Burger rein!
    Was nicht passt, wird passend gemacht. Ein Burger ist wie Lasagne zu schichten.
    Grillen, das Garen von Fleisch auf Feuer, hat etwas Ursprüngliches. Doch war der Urmann wohl eher mit dem Jagen von Tieren beschäftigt, während sich die Urfrau um das Zubereiten des Fleisches kümmerte. Die Zeiten ändern sich. Der moderne Mann liebt brutzelndes Fleisch auf glühenden Kohlen, am liebsten in Gesellschaft. Also lädt Mann zum Grillieren, wie der Schweizer sagt, gern noch weitere Männer ein und reicht Grillschürze rum.

    Eine Grillparty für Männer auszurichten scheint einfach zu sein: Fleisch, Feuer, Bier - fertig! Doch Mann kann sich irren. So wird Ihr männliches Grillfest nicht nur gut, sondern zu einem einmaligen Schlemmerfest: mit wenigen Tipps, Ideen und den passenden Rezepten für bestes Grillfleisch.
    Was braucht Mann für eine Grillparty?
    Bestes Grillfleisch
    Ausreichend Getränke
    Einen vernünftigen Grill
    Die richtige Grillkohle
    Was braucht Mann nicht fürs Grillen?
    Deko
    Handschuhe
    Salat

    Die männlichsten Rezepte für ....


    https://www.edeka.de/nord/rezepte-er...er-maenner.jsp

    (ist der link erlaubt?)

    oder der Werbespot dazu:

    Sicher. Mit dem Argument kann man aber auch sehr viel für die klassische patriarchalische Familie sagen, die immerhin ein Modell ist, das sich über Jahrtausende bewährt hat.
    Jahrtausende? Mhmmm.
    Sicherlich, seitdem der Mensch eine Kultur geschaffen hat in dem ein Geschlecht per Gen weniger wert ist.

    Ob man das so gut und angemessen findet, sei jedem selbst überlassen. Wer meint dass in einer Kultur "das Recht des muskulär stärkeren" gelten sollte stimmt dem sicherlich zu.

  9. gesperrt
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    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Das Konzept des "pater familias" als absolutem Herrscher über die Familie - nicht nur über Blutsverwandte, auch über Knechte/Mägde bzw SklavInnen - kennt man vom antiken Rom (ca 2000 Jahre zurück) und auch vom Alten Testament (ca 4000 Jahre zurück). Was vorher war, verliert sich im Dunkel der Zeit.
    Du meinst absoluter "Herrscher über die Familie" einer bestimmten Schicht. Die Eliten, damals Könige oder Adelsgeschlechter, heute "wirtschaftlich besser gestellte".

    Ein Sklave war mitnichten absoluter Herrscher über seine Familie und seine Frau zuhause, die sich um Kinder gekümmert hat. Da haben beide gearbeitet.

    Ein männlicher Sklave dürfte genauso wenig wählen, oder Mitsprechen wie seine Frau. Ein Bauer im Mittelalter hatte ebenfalls keine Frau die zu Hause die Kinder gehütet hat. Sondern die Frau hat den Hof mit gewuppt und gearbeitet und angepflanzt.

    Selbst in den hohen Gefilden war es nicht üblich, dass Frauen ihre Kinder erziehen. Das haben Mägde und Angestellte gemacht. Ebenso wie z.B. auf Bauernhöfen, die gut liefen.

    Das heutige Konzept der "klassischen Familie" ist tatsächlich eines aus der Nachkriegszeit, davor waren "Kernfamilien" gar nicht so ... mir fällt kein anderes Wort ein.... isoliert auf Vater/Mutter/Kind.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Welt ist weiblich

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Aber sie ist zu dem Thema generell ein ganz gutes Beispiel, das doch sehr deutlich macht, dass es nur sehr begrenzt in der Person begründet liegt, ob etwas nun "weiblich" oder "männlich" läuft, sondern großteils in der Struktur bzw. Kultur, und je höher "man" ist, um so mehr. Führungsfrauen spielen im Grunde auch hauptsächlich nach den immer noch männlich geprägten Regeln.
    Nein sie tun es weil sie das so wollen. Sie müssten nicht aber es ist leichter in der Opferrolle zu bleiben und wieder einen Schuldigen zu haben auf dem man sein eigenens Unvermögen projezieren kann. Solange Du oder andere Frauen sich dieser Argumentation bemächtigen wird sich nichts ändern.
    Nicht zu 100%, denn das würde bescheuert rüberkommen und das geht vor allem deshalb nicht, weil sie bei weitem nicht über diese Seilschaften verfügen, wie sie sich unter Männern etabliert haben. Aber sie können (und wollen es sicherlich auch nicht immer) nicht alles einfach anders machen.
    Gell immer wieder das selbe Argument, stimmt aber nicht, Mein Gott ich bin soooo arm dran ich habe keine Seilschaften. Die Frauen, die ich kenne sind sehr gut vernetzt.

    Manche Dinge sind auch einfach nur menschlich und nicht geschlechtsspezifisch z.B. Machthunger und ein gewisser Egoismus/Narzissmus, was es vermutlich braucht, um so weit zu kommen und sich da zu halten.
    Die Wahrheit ist, daß keiner das jetzige System wirklich hinterfrägt und die Frage stellt wie wollen wir als Gesellschaft in Zukunft leben. Und gerade dieses Forum zeigt wie vor allem Frauen ihren eigenen Geschlechtsgenossinnen die Hölle heiß machen können auf primitivste Arte und Weise.
    Wie kommst Du oder andere auf diese groteske Idee, daß eine von Frauen dominierte Welt die bessere sei? Einzig allein die Art und Weise möge sich unterscheiden wie Männer und Frauen an Probleme rangehen aber die grundlegenden Probleme egal ob Patriachat oder Matriachat liegen in diesem Absatz von Dir selbst beschrieben und sonst nichts.

    Alleine schon so eine Medienpräsenz - das muss man wollen. Für mich wäre das ein Albtraum. Einfach nicht narzisstisch genug, vermute ich mal In vieles wächst man sicher auch einfach rein.
    Ich halte das was Merkel macht für nichts anderes was Politker sonst auch machen, sich rauswinden. Nur sie macht es eben auf weibliche Art mit wenig Getöse, während Männer es richtig krachen lassen was natürlich dann viel sichtbarer und brutaler rüberkommt. Das Resultat ist aber das selbe aber Hauptsache wir können unsere Mutterkomplexe auf Merkel übertragen, die Mutti der Nation!

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