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  1. Administrator

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    AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)

    Liebe Userinnen und User,

    so sehr wir es schätzen, wenn Debatten mit Leidenschaft geführt werden - hier sind wir schon wieder hart an der Grenze einer Entgleisung in persönliche Auseinandersetzungen angekommen.

    Daher einmal die Ansage: Diskutieren Sie hier sachlich miteinander und verzichten Sie auf persönliche Angriffe und Beleidigungen. Andererenfalls werden wir diesen Strang schließen müssen.

    Gruß

    das BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

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    AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Hast du mal jemanden aus einem zweite/dritte Welt land versucht zu erklären was eine Krankenversicherung ist?
    Selbst ein US Amerikaner schaut dich wirr an.

    Das erste was du zu hören bekommen würdest ist, falls denn jemand das deutsche System der Krankenversicherung verstünde: das ist schrott, weil es für selbständige 200-400 € im Monat mehr Abgabe bedeutet.

    Du denkst wie ein Deutscher, der mit den arbeitsrecht hier aufgewachsen ist. Das ist ja gut nachvollziehbar
    es ist nur meilen von der Wirklichkeit von jemanden, der die dt. Sprache nicht spricht und keine Ahnung vom System hat entfernt.
    Das ist mir schon klar. Das mit der Versicherung war auch nur ein Beispiel. Das man erst erklären müsste - sehr genau - warum was und wieso, das würde ich als Bestandteil der Hilfsangebote sehen.

    Ich sage nicht das dies einfach ist. Im Gegenteil, dafür müsste einiges im aktuellen System umgeschmissen und verändert werden. Langfristig sehe ich darin aber mehr "Menschenhilfe" als im Wegverbieten und sich freuen etwas nicht sehen zu müssen.
    Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
    -
    Schau auf deine Haut und lies
    Such wo meine Zunge war
    Such mein Lied in deinem Haar
    Willst Du mein Gefühl verstehen
    Mußt Du Dich in Dir ansehen
    Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
    (c) ASP
    -

  3. Inaktiver User

    AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, Du meinst die Sache mit der Nachzahlung. Bislang war es so gewesen, dass die, die aus der gesetzlichen rausgefallen waren, bei Wiedereintritt nicht unerhebliche Summen nachzahlen mussten. Eine seltsame Regelung war das. Sie ist jetzt weggefallen.
    Vor einiger Zeit kam mal eine Reportage wie viele in Deutschland keine Krankenversicherung haben, was mich doch sehr erschreckt hat. Da ging es jetzt nicht um Prostituierte, aber grundsätzlich sollte das auch auf diese übertragbar sein.
    Aus der GKV flog man raus, wenn man über längere Zeit die Beiträge nicht zahlen konnte, oder wenn man über längere Zeit keine abhängige Beschäftigung nachweisen konnte.
    Prostituierte sind allerdings steuerrechtlich Selbständige, ergo durften sie nicht in die GKV.
    Um doch in die GKV zu kommen, gab es den Trick in die freiwillige Arbeitslosenversicherung einzuzahlen (Angabe des Berufes?). Bei Menschen mit Geldproblemen allerdings nicht möglich, die landen dann eher gleich in der Sozialhilfe/ALG2 und da gab es diese Möglichkeit nicht.
    Also müssen diese Personen in die PKV und für Prostituierte gibt es stigmatisierende Sonderregelungen und Pflichttests.
    Aber anscheinend hat sich jetzt erst kürzlich geändert.

  4. Inaktiver User

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Prostitution ein normaler Beruf wäre, dann müsste man ihn erlernen können. Eine Lehre machen sozusagen, oder gar ein Studium?
    Wie sollte das dann aussehen, was würden die Mädchen lernen? Medizinische Dinge? Wie sie es einem Mann so richtig besorgen, in Theorie - Berufsschule - und Praxis? "Ich mache eine Lehre im Club Paradies." - "Ach, meine Tochter lernt Industriekauffrau."
    Ich halte Prostitution für ein Gewerbe und nicht für jedes Gewerbe muss man einen Ausbildungsnachweis vorzeigen. Den Gewerbeanmeldung auszufüllen reicht meist aus.
    Und bei der Gewerbeanmeldung könnte man schon etwas drehen. Viele Prostituierte scheinen ihre Rechte und Pflichten nicht zu kennen, bei den ausländischen Frauen kommt oft hinzu, dass sie die Sprache nicht kennen und oft nicht lesen und schreiben können.

  5. gesperrt

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    AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)

    War das hier schon verlinkt?

    Zahlen oder Annahmen über Zahlen von Zwangsprostitutierten:

    Detlef Ubben, der mehr als zehn Jahre Chefermittler im Bereich Menschenhandel und Zwangsprostitution des LKA war, schätzt, dass bis zu 95 Prozent der rund 2.250 Prostituierten in Hamburg nicht freiwillig arbeiten. Der aktuelle Leiter der zuständigen Abteilung für organisierte Kriminalität, Jörn Blicke, formuliert es vorsichtiger: "Ein sehr hoher Anteil der Prostituierten arbeitet nicht selbstbestimmt oder nicht für sich selbst."

    Hier eine konkrete Geschichte einer ehem. Zwangsprostituierten, die den Absprung geschafft hat

    Als Kind kam sie in ein Heim, weil ihre Eltern sie misshandelten. Früh musste sie lernen, allein zurechtzukommen. Mit 17 arbeitete sie als Kellnerin im Ruhrgebiet, als ihr ein Bekannter einen Job in einer Bar in Süddeutschland anbot. Ein Tapetenwechsel schien verlockend – Malenski willigte ein. Was sie nicht ahnte: Sie sollte ihren Körper verkaufen, statt Bier zu servieren.

    ...

    Als Malenski erkannte, dass die Bar ein Bordell war, wollte sie zurück. Aber der Bekannte ließ sie nicht gehen. "Einen Monat lang wurde ich in eine Wohnung gesperrt und mehrfach am Tag misshandelt", erzählt sie. Ihr Peiniger drückte Zigaretten auf ihrer Haut aus und lud seine männlichen Verwandten ein, das Mädchen zu vergewaltigen, um ihren Willen zu brechen. Zuhälter bezeichnen diese Vergewaltigungen als "Ausbildung" der Frauen.
    Am Ende der schlimmsten vier Wochen ihres Lebens, wurde sie vor die Wahl gestellt: "Sollen wir weitermachen oder willst du jetzt ins Bordell?"
    Ausstieg in dem Fall:
    Nur wenige wagen den Ausstieg, denn sie fürchten die Peiniger und brauchen Geld. Malenski schaffte es mit ein wenig Hilfe. 2008 kamen junge Frauen mit einem Becher Kaffee und einem Schokoriegel zu ihr. Sie gehörten zu einer Gruppe von Freiwilligen. Zweimal im Monat gehen sie auf den Straßenstrich in St. Georg, wo sie vor allem zuhören. Durch diese Gespräche fasste Malenski langsam Vertrauen zu ihnen. Schließlich erzählte sie ihre Geschichte und bat um Hilfe. Sie wollte aussteigen aus der Prostitution, glaubte aber, alleine würde sie es nicht schaffen. Denn sie hatte weder eine Wohnung, noch einen Pass. Die jungen Frauen begleiteten sie zu Behörden und zur Arbeitsagentur, suchten mit ihr eine Wohnung und halfen ihr über Spenden finanziell.
    alles aus: Menschenhandel/ZEIT

  6. gesperrt

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Prostituierte sind allerdings steuerrechtlich Selbständige, ergo durften sie nicht in die GKV.
    Selbständige können in der GKV freiwillig versichert sein.

  7. Inaktiver User

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vor einiger Zeit kam mal eine Reportage wie viele in Deutschland keine Krankenversicherung haben, was mich doch sehr erschreckt hat. Da ging es jetzt nicht um Prostituierte, aber grundsätzlich sollte das auch auf diese übertragbar sein.
    Aus der GKV flog man raus, wenn man über längere Zeit die Beiträge nicht zahlen konnte, oder wenn man über längere Zeit keine abhängige Beschäftigung nachweisen konnte.
    Prostituierte sind allerdings steuerrechtlich Selbständige, ergo durften sie nicht in die GKV.
    Um doch in die GKV zu kommen, gab es den Trick in die freiwillige Arbeitslosenversicherung einzuzahlen (Angabe des Berufes?). Bei Menschen mit Geldproblemen allerdings nicht möglich, die landen dann eher gleich in der Sozialhilfe/ALG2 und da gab es diese Möglichkeit nicht.
    Also müssen diese Personen in die PKV und für Prostituierte gibt es stigmatisierende Sonderregelungen und Pflichttests.
    Aber anscheinend hat sich jetzt erst kürzlich geändert.
    Ganz so ist das nicht. Auch Selbstständige können sich ganz normal in der Gesetzlichen versichern, die meisten tun das auch. Das ist dann eine freiwillige Versicherung. Angestellte "müssen" ja - erst ab einem gewissen Einkommen dürfen sie in die Private. Seit ein paar Jahren ist es (für einige Berufsgruppen?) auch möglich, trotz Selbstständigkeit in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen.

    Prostituierte haben drei Möglichkeiten: Entweder sie werden wie andere Arbeitnehmer über ihren Arbeitgeber versichert. Im Klartext: Der Bordellbetreiber versichert sie wie normale Angestellte und zahlt die Hälfte der Beiträge.
    Oder sie versichern sich als Selbstständige freiwillig in der Gesetzlichen, wie alle anderen auch. Das ist problemlos möglich.
    Dann gibt es die Privaten. Nur wenige nehmen Prostituierte überhaupt auf, die übrigen verlangen einen HIV-Test und ein Drogen-Screening. Das wird als diskriminierend empfunden.
    Zum Vergleich: Niemand wird ohne Gesundheitsscheck in der PK aufgenommen. Niemand. Der Versicherungsträger ist da sehr pingelig. Wer bereits schwer erkrankt war, kann's vergessen. Wer eine Psychotherapie hinter sich hat häufig auch.

    Eigentlich muss niemand hierzulande ohne Krankenversicherung sein. Für Arbeitslose oder HartzIV-Empfänger zahlt das Amt. Darunter fallen auch Obdachlose.

  8. Inaktiver User

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ganz so ist das nicht. Auch Selbstständige können sich ganz normal in der Gesetzlichen versichern, die meisten tun das auch. Das ist dann eine freiwillige Versicherung. Angestellte "müssen" ja - erst ab einem gewissen Einkommen dürfen sie in die Private. Seit ein paar Jahren ist es (für einige Berufsgruppen?) auch möglich, trotz Selbstständigkeit in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen.
    Das Thema Krankenversicherung ist nur ein Nebenthema.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Prostituierte haben drei Möglichkeiten: Entweder sie werden wie andere Arbeitnehmer über ihren Arbeitgeber versichert. Im Klartext: Der Bordellbetreiber versichert sie wie normale Angestellte und zahlt die Hälfte der Beiträge.
    Oder sie versichern sich als Selbstständige freiwillig in der Gesetzlichen, wie alle anderen auch. Das ist problemlos möglich.
    Möglichkeit scheidet meiner Meinung nach aus. Würde es reguläre Arbeitsverhältnisse geben, hätten die "Arbeitgeber" Weisungsrechte (Angebot der Frauen, Verwendung der Kondome, Auswahl der Freier usw.), was man dann als Zuhälterei auslegen könnte. Das Traurige ist, dass es das in einigen Clubs trotzdem zu geben scheint.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eigentlich muss niemand hierzulande ohne Krankenversicherung sein. Für Arbeitslose oder HartzIV-Empfänger zahlt das Amt. Darunter fallen auch Obdachlose.
    In Deutschland gab es 2011 offiziell 137000 (Bundesamt für Statistik) ohne Krankenversicherung. Nach Schätzungen der Ethikkommission der Bundesärztekammer sind es 200000 bis 600000.
    Viele Beschaffungs- und Armutsprostituierte dürften da dabei sein.

  9. Inaktiver User

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In Deutschland gab es 2011 offiziell 137000 (Bundesamt für Statistik) ohne Krankenversicherung. Nach Schätzungen der Ethikkommission der Bundesärztekammer sind es 200000 bis 600000.
    Viele Beschaffungs- und Armutsprostituierte dürften da dabei sein.
    Es steht doch im Text, wer das hauptsächlich ist:
    "Nach Einschätzung der Ethikkommission leben in Deutschland zwischen 200.000 und 600.000 Menschen ohne jeglichen Krankenversicherungsschutz. Dazu gehören etwa "untergetauchte" Menschen im Abschiebeverfahren, abgelehnte Asylbewerber, Staatenlose, aber auch Kinder, deren Eltern keinen gesicherten Aufenthalt haben. Hinzu kommen EU-Bürger, vor allem aus Bulgarien und Rumänien, die keine Versicherung haben und illegal etwa auf einer Baustelle oder im Haushalt arbeiten."

    Prostituierte, die in Deutschland leben und hier gemeldet sind, können sich problemlos versichern. Man muss kein Problem suchen, wo keines ist.

  10. gesperrt

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    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Prostituierte, die in Deutschland leben und hier gemeldet sind, können sich problemlos versichern. Man muss kein Problem suchen, wo keines ist.


    Es tut mir echt leid ich kann es zu null komma nichts nachvollziehen, wie man darauf kommt , dass den Menschen die von Menschenhandel betroffen sind und in Zwangsprostitution festhängen in erster Linie eine Krankenversicherung weiterhelfen würde...?

    Das ist doch erst Schritt Nr. 150, nachdem sie da draußen sind.
    Erstmal müssen sie doch aus der Abhängigkeitsspirale raus. Da hilft eine bürokratische Krankenversicherung gar nichts.

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