für mache wohl ja
wer gegen prostitution ist, ist eben dagegen, wer dafür ist, ist eben dafür, das find ich soweit mal vollkommen in ordnung, wer bin ich dass ich mir anmaße nach meinen maßstäben über jeden zu urteilen?
was ich aber problematisch finde ist, dass die frage "geht da nicht ein zwischenweg der zwang bekämpft, aber freiwilligkeit ermöglicht" sofort mit "nein das geht nicht, es geht nur so" abgetan wird, als wäre dass eine gesicherte erkenntnis. es wurde bisher einfach wenig bis nichts gemacht um in dem bereich rahmenbedingungen zu schaffen die das ermöglichen könnten. gemacht gehört definitiv was, da sind sich wohl alle einig, aber was, darüber scheint es dann sehr verschiedene ansichten zu geben.
einem menschen der sagt "ich mach das weil ich das so möchte" zu sagen "das darfst du aber nicht weil ich für dich entscheide was gut für dich ist" ist selten im sinne von demjenigen, sondern meist im sinne der eigenen interessen.
die welt könnte sich ohne prostitution sicher genauso weiterdrehen, aber das könnte sie z.b. auch ohne motorradfahren, bungee-jumping od. alkohol. sollte man die frage stellen wie es zu all dem gekommen ist, dass doch alles so "entbehrlich" fürs (über)leben ist bzw. wann sich die frage stellt was alles abzuschaffen ist u. am wichtigsten, wer das entscheidet.
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10.07.2013, 21:16
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Männer haben für jede Lösung ein Problem!
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11.07.2013, 08:38Inaktiver User
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Nein. Themen wie diese zeigen eher auf, dass es nahezu unmöglich ist ein Thema zu diskutieren, wenn nicht alle auf dem gleichen Wissenstand sind. Keiner hat etwas dagegen, wenn Du das schwedische Modell kritisierst oder ablehnst, wir haben zum Glück Meinungsfreiheit. Du hast das Modell aber überhaupt nicht verstanden - das ist das Problem. Hättest Du es verstanden, würdest Du zB nicht fragen, warum die Frauen nicht kriminalisiert werden.
Das sage ich nicht, um Dich zu ärgern.
Und von dem schwedischen Modell mal ganz abgesehen: Hast Du Dir noch nie überlegt, welche Folgen eine Kriminalisierung der Frauen hätte? ZB: Wie würde sich die Kriminalisierung auf die Preise auswirken? Was bedeutet das für Menschenhändler? Könnten die Frauen einen Freier Freier anzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten hätten sie? etc.
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11.07.2013, 08:59Inaktiver User
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Siehst Du, das ist auch so ein Punkt. Ganz abgesehen davon, dass ich an diese Freiwilligkeit nicht glaube, ist sie auch völlig unerheblich. Hinter dem schwedischen Modell steht folgender Gedanke:
- Prostitution gilt als unvereinbar mit dem Grundsatz der Gleichstellung und ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.
- Prostitution wird als männliche Gewalt gegen Frauen verstanden und in Schweden nicht akzeptiert.
- Der Gesetzgeber trägt die Verantwortung für die Normenbildung in der Gesellschaft. Die Bevölkerung soll ihre Meinung nach und nach an die Gesetzgebung anpassen (vgl. Waffengesetze in den USA: dort wird von vielen das Recht auf Waffen mit dem Recht auf Meinungsfreiheit in einem Atemzug genannt. Hier fassen wir uns an den Kopf. Warum wohl?)
Das hast in Schweden funktioniert. Freier gelten als "Loser".
Ergebnis: Der Frauenhandel ist in Schweden stark zurückgegangen. Für Menschenhändlern ist das Land nicht mehr attraktiv und sie weichen lieber auf liberalere Länder aus - zB Deutschland.
Insofern ist es doch erstaunlich, dass das schwedische Modell hier offenbar keine ernsthafte Debatte wert ist. Stattdessen meinen manche, man könne die Ausbeutung von Frauen nur auf europäischer Ebene (oder gar weltweit) bekämpfen. Das ist eine Ausrede und nicht haltbar.
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11.07.2013, 10:01
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Zu dem Punkt nochmal ...
durch die Kriminalisierung der männlichen Nachfrage in Schweden und Norwegen gibt es gewissermaßen einen positiven Nebeneffekt für den Anteil der Prostitution, der sich nach wie vor in der Illegalität abspielt:
wenigstens steigen die Preise (mindestens mit einer starken Tendenz) - nach menschlichem Ermessen scheint es ausgeschlossen, dass sich in Schweden und Norwegen Frauen für nen Zehner verkaufen müssen.
Das prellen um den 'Arbeitslohn' dürfte ebenfalls im wesentlichen der Vergangenheit angehören - jeder Mann, der illegal Prostituierte nachfragt, müsste ja erst recht befürchten, angezeigt zu werden.
Könnte es sein, dass wir auf unterschiedlichen Ebenen argumentieren?
Du schreibst:
Mir fallen auch sofort einige "Systeme" ein, die ich gerne verbieten würde, aber das geht da auch an den Realitäten vorbei.
Ich schreibe:
Es ist in Schweden und Norwegen (schon länger) Realität, dass man sich ernsthaft auf den Weg gemacht hat, das System der Prostitution deutlich einzuschränken und zu 'behindern' und langfristig aus der Welt zu schaffen.
VanDyckGeändert von VanDyck (11.07.2013 um 10:09 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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11.07.2013, 10:30
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Eine Auslagerung von Problemen ist für mich aber nicht die Lösung.
Das kommt mir vor, wie "Atomkraft in unserem Land - nein danke! Wir haben erfolgreich etwas dagegen unternommen und beziehen jetzt den Atomstrom aus dem Nachbarland. "
Aus Atomkraftwerken vielleicht, deren Sicherheit wesentlich mangelhafter ist, als sie im eigenen Land wäre.
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11.07.2013, 10:43
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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11.07.2013, 11:17
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Und würde ich nicht selektive Wahrnehmung/Wunschdenken vermuten, müsste ich Scheinheiligkeit unterstellen.
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11.07.2013, 11:22
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11.07.2013, 11:23Inaktiver User
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11.07.2013, 13:14
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Eine einfachere Möglichkeit, die Nachfrage nach Prostitution zu senken, wäre für mich z.B. das Verbot von Werbung, ähnlich wie das Verbot von Werbung für Rauchwaren. Der Sinn von Werbung ist ja, Lust auf etwas zu erzeugen und Hemmschwellen zu senken.



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